Microsoft Word speichert automatisch in der Cloud – Verwirrung um angekündigte Neuerung
Microsoft Word speichert neue Dokumente künftig automatisch in der Cloud. Die anderen Office-Programme sollen diesem Beispiel folgen. Mit dieser Ankündigung hat Microsoft in der vergangenen Woche ein wenig Verwirrung gestiftet. Versuchen wir, diese aufzulösen.
Ausgangspunkt war ein Blogpost, in dem Microsoft die entsprechende Neuerung vorstellte: Sobald man in Word eine neue Datei erstellt, wird diese zukünftig direkt in der Cloud angelegt und in OneDrive oder einem alternativen Cloudspeicher gespeichert. Verwirrung erzeugt der Blogpost deshalb, weil man die Änderung am Beispiel eines Privatkunden-Kontos demonstriert, gleichzeitig aber auch Firmenkunden anspricht.
Bei Privatkunden triggert eine derartige Ankündigung Ängste vor einem „Cloud-Zwang“. Sie deutet allerdings auch eine erfreuliche Neuerung an: „Alles, was Sie neu erstellen, wird automatisch auf OneDrive oder Ihrem bevorzugten Cloud-Ziel gespeichert.“ heißt es im Text. Daraus könnte man schließen, dass andere Cloud-Dienste als OneDrive von Word in gleichem Maße unterstützt werden, was bislang nicht der Fall ist.
Ich bin mir sogar einigermaßen sicher, dass es so kommt, denn obwohl bei mir schon die Version 2509 von Word installiert ist, in der diese Neuerung enthalten sein soll, zeigt sie sich nicht. In Europa kann Microsoft eine solche Funktion eigentlich nur umsetzen, wenn Konkurrenten nicht benachteiligt werden, dafür sorgt der Digital Markets Act. Meine Mutmaßung geht daher in die Richtung, dass diese Neuerung in der EU erst umgesetzt wird, wenn die Schnittstelle für die alternativen Cloudspeicherdienste integriert ist.
Für den Moment kann man für Privatkunden so viel festhalten: Die automatische Cloudspeicherung für Word und die anderen Office-Programme kommt, in den Einstellungen unter „Speichern“ lässt sie sich aber auch wieder deaktivieren, sollte Microsoft den Schalter tatsächlich automatisch umlegen.
Eine wichtige Information für Firmenkunden verschweigt der Blogpost allerdings, wodurch er mehr Verunsicherung stiftet als nötig. Im Microsoft 365 Admincenter (Message ID MC1137593) findet sich nämlich die Nachricht, dass sich durch die Einführung der automatischen Cloud-Speicherung rein gar nichts ändert.
Stattdessen haben es Administratoren mit der neuen Richtlinie „enablecloudonlysaveasmode“ selbst in der Hand, ob sie Nutzern die lokale Speicherung von Dokumenten erlauben oder ob diese zwingend in der Cloud abgelegt werden müssen. Es gibt nämlich durchaus Firmen, die genau das wünschen, weil nur dort die hinterlegten Sicherheits- und Compliance-Richtlinien überwacht werden können.
Die erwähnte Richtlinie ist bereits verfügbar und greift in Word, Excel und PowerPoint. Dass der oben gezeigte Schalter in den Optionen unabhängig davon automatisch umgelegt wird, ist schwer vorstellbar, solche Stunts vollführt Microsoft in aller Regel nur bei den Privatkunden.
DrWindows News per WhatsApp: Abonniere unseren Kanal.Thema:
- Microsoft 365
Über den Autor

Martin Geuß
Ich bin Martin Geuß, und wie unschwer zu erkennen ist, fühle ich mich in der Windows-Welt zu Hause. Seit mehr als 19 Jahren lasse ich die Welt an dem teilhaben, was mir zu Windows und anderen Microsoft-Produkten durch den Kopf geht, und manchmal ist das sogar interessant. Das wichtigste Motto meiner Arbeit lautet: Von mir - für Euch!



