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Microsofts Finanzberichte werden transparenter und undurchsichtiger zugleich

Microsofts Finanzberichte werden transparenter und undurchsichtiger zugleich

Microsoft krempelt seinen Geschäftsbericht fast komplett um. Die neue Struktur soll für mehr Transparenz sorgen. Das ist einerseits richtig, andererseits aber auch nicht. Bei der Benennung einer neu eingeführten Kategorie beweisen die Redmonder einmal mehr ein unglückliches Händchen.

Konzernchef Satya Nadella hat die Änderungen einer Runde von Finanzanalysten vorgestellt. Die entsprechende Präsentation ist öffentlich zugänglich (via Thurrott). Die Änderungen gelten ab dem Finanzjahr 2027, welches für Microsoft am 1. Juli 2026 begann.

Aus drei Geschäftsbereichen werden zwei

Wer die Finanzberichte von Microsoft regelmäßig verfolgt, kennt die drei Geschäftsbereiche, in welche die Umsätze bisher aufgeteilt waren:

  • Productivity and Business Processes
  • Intelligent Cloud
  • More Personal Computing

Künftig gibt es nur noch deren zwei:

  • Agents and Infra
  • Devices and Consumer

Fangen wir mit dem zweiten Bereich an, denn der ist schnell erklärt: Es handelt sich hierbei schlicht um eine Umbenennung von „More Personal Computing“ in „Devices and Consumer“. Das ist der Bereich, in dem Windows, Surface, XBOX und Bing verortet sind. Hier ändert sich abgesehen vom neuen Namen nichts.

Um zu verstehen, warum der Name „Agents and Infra“ so irreführend ist, muss man wissen, wie sich Microsofts Umsätze auf die beiden verbliebenen Geschäftsbereiche aufteilen: Basierend auf dem vergangenen Quartal macht dieser Bereich 86 Prozent von Microsofts Einnahmen aus, während auf „Devices und Consumer“ die restlichen 14 Prozent entfallen. Da der eine Bereich wächst und der andere stetig schrumpft, wird sich diese Differenz in Zukunft immer weiter vergrößern.

Wenn Microsoft also künftig erklärt, dass man in einem Quartal 80 Milliarden Dollar in einem Bereich eingenommen hat, dessen Name mit „Agents“ beginnt, dann suggeriert das ein florierendes KI-Geschäft, in dem Microsoft mit Geld zugeschüttet wird. Tatsächlich generieren diese „Agents“ derzeit aber kaum messbare Einnahmen. Im Gegenzug verbrennt Microsoft in jedem Quartal Milliarden für die Aufrüstung der KI‑Infrastruktur. Diese Irreführung für alle, die nur einen oberflächlichen Blick auf die Finanzberichte werfen, ist selbstverständlich exakt so gewollt.

Mehr Transparenz im Detail

Wer tiefer in den Finanzbericht eintaucht, wird dafür in Zukunft aber tatsächlich mit mehr Transparenz belohnt.

Microsoft reagiert auf die seit langer Zeit geäußerte Kritik, dass die Einnahmen aus den Azure-Clouddiensten zu undurchsichtig sind. Bisher hat man diese mit „anderen Cloud-Diensten“ sowie den Einnahmen aus Windows-Server-Lizenzen vermischt. Auch das war Absicht und diente dem Zweck, die Azure-Umsätze größer erscheinen zu lassen. Inzwischen ist Azure aber groß genug und hat solche Tricks nicht mehr nötig. Künftig taucht es daher in den Finanzberichten als eigene Rubrik auf.

Hier die Gegenüberstellung der bisherigen und neuen Kategorien:

Microsoft Finanzmetriken ab dem Finanzjahr 2027

Ende Oktober wird Microsoft den ersten Quartalsbericht vorliegen, der auf der neuen Struktur basiert.

 

 

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Über den Autor

Martin Geuß

Martin Geuß

Ich bin Martin Geuß, und wie unschwer zu erkennen ist, fühle ich mich in der Windows-Welt zu Hause. Seit mehr als 19 Jahren lasse ich die Welt an dem teilhaben, was mir zu Windows und anderen Microsoft-Produkten durch den Kopf geht, und manchmal ist das sogar interessant. Das wichtigste Motto meiner Arbeit lautet: Von mir - für Euch!