Microsofts Messenger-Strategie: Kaizala geht in Teams auf, Skype (Consumer) dockt an

Microsofts Messenger-Strategie: Kaizala geht in Teams auf, Skype (Consumer) dockt an

Im November 2018 hat Microsoft den Messenger Kaizala in die Office 365-Familie aufgenommen. Kaizala entstammte der Microsoft Garage und war in Indien recht erfolgreich. Im Zuge der Integration in Office 365 verteidigte ich Kaizala gegen die Kritik, dass Microsoft neben Teams nicht noch einen Business-Messenger braucht.

Wie sich nun zeigt, hatten die Kritiker Recht und ich Unrecht. Nun beginnt Microsoft nämlich damit, Kaizala in Teams zu integrieren, und es ist schwer vorstellbar, dass es nicht von Anfang an genau so geplant war. Die Kommentare unter dem entsprechenden Blogpost sind durchweg positiv, also gehe ich davon aus, dass Microsoft hier genau das Richtige tut.

In den kommenden 12-18 Monaten sollen alle Funktionen aus Kaizala in Microsoft Teams integriert werden, am Ende dieser Entwicklung wird Kaizala dann vollständig in Teams aufgehen. Innerhalb von Office 365 wird Teams auf lange Sicht also das zentrale und einzige Messaging-Werkzeug werden.

Auch Skype dockt an Microsoft Teams an

Auch die Consumer-Version von Skype wird künftig mit Teams verknüpft. Auf der Uservoice-Seite von Teams gibt es einen Vorschlag vom November 2016, man möge doch bitte die Kommunikation zwischen Nutzern von Teams und der Consumer-Version von Skype ermöglichen. Vor rund zwei Wochen hat Microsoft darauf geantwortet und geschrieben, diese Integration sei nun nicht mehr „under Review“, sondern offiziell geplant.

Es sieht also ganz so aus, als ob Teams langfristig zu „dem Messenger“ im Microsoft-Ökosystem werden soll, sowohl was die berufliche als auch die private Nutzung angeht. Gerüchte um eine Consumer-Version „Microsoft Teams for Live“ machen ja schon seit einiger Zeit die Runde.

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Martin Geuß
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Ich bin Martin Geuß, und wie unschwer zu erkennen ist, fühle ich mich in der Windows-Welt zu Hause. Seit mehr als zwölf Jahren lasse ich die Welt an dem teilhaben, was mir zu Windows und anderen Microsoft-Produkten durch den Kopf geht, und manchmal ist das sogar interessant. Das wichtigste Motto meiner Arbeit lautet: Von mir - für Euch!

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Kommentare
  1. Bereits Ende 2018 wurde das (bisher getrennte) Skype-Team komplett in das Teams-Team integriert. Es gibt kein eigenes Skype-Team mehr.
    Was soll ich mit Teams, wenn ich keinen Unternehmens- oder Schulkonto habe?! Erschließt sich mir überhaupt nicht. Würde es gerne auch mit Freunden und Familie verwenden, aber nein....
    Konsolidierung von Systemen bekommt auch bei Microsoft endlich eine höhere Gewichtung :-)

    +1
    Wo bleibt dann aber die Microsoft Teams APP für Windows 10?
    Ahh gerade festgestellt, die gibt es nur als Win32 Setup, aber nicht im Store als APP.
    :-(
    Gab es mal, wurde dann allerdings komischerweise entfernt. Meiner Meinung macht die Anwendung aber eh nicht mehr als die Teams-Webseite aufrufen, da kann man genauso gut mit dem Browser sich die PWA "installieren".
    Ja schau an, wenn dann alles nur noch in Teams ist, können Sie ja den dann erfolgreichsten Messenger aufkaufen oder wieder alles aufzuspalten, verschlimmbessern oder einstampfen.
    Der Name Skype ist unter den Consumern ein Markenname, welcher nur mit Vorsicht ersetzt werden sollte. Sollte Skype durch Teams ersetzt werden, wird dies negative Folgen haben. Teams kennt kein normaler Consumer, Skype allerdings schon!
    In den kommenden 12-18 Monaten sollen alle Funktionen aus Kaizala in Microsoft Teams integriert werden, am Ende dieser Entwicklung wird Kaizala dann vollständig in Teams aufgehen.

    Betrifft das dann nur TEAMS for Business oder auch die Gratis Version?
    Welche Funktionen bietet denn Kaizala, die das aktuelle TEAMS noch nicht hat?
    Was ich beim überfliegen der Demo gesehen habe sind:
    * Voice-Messaging
    * Announcements
    * Surveys, Polls
    * Updates von eigenen Aufgaben...
    Bin gespannt wie das wird.
    @Samia: Ich bin ehrlich gesagt nicht so hundertprozentig schlau daraus geworden.
    Zuerst heißt es ja, Kaizala werde "ultimativ" durch Teams ersetzt. Und weiter unten steht dann "in der Zwischenzeit läuft Kaizala unverändert weiter". Es ist für mich nicht ganz klar, ob damit nur die Phase bis zum Ende der Integration gemeint ist oder ob das darüber hinaus geht. Wie interpretierst du das?
    Meine Vermutung ist jene, dass man das noch nicht eindeutig formulieren kann, weil "Teams for Life" respektive "Microsoft 365 Home" (oder wie auch immer man das nennen wird) noch nicht angekündigt ist. Erst wenn das erfolgt ist, kann man auch für die Privatnutzung eine verbindliche Ansage machen.
    Das gebe ich dir Recht. Die Weiterführung von Kaizala ist offen formuliert. Was auch immer " In der Zwischenzeit wird Kaizala als eigenständiger Dienst mit Updates und Service weitergeführt" bedeutet? Damit kann sowohl die Übergangszeit gemeint sein, in der alle bisherigen Kaizala-Nutzer zu Teams wechseln sollen ODER ABER das gar nicht geplant ist, Kaizala vollständig einzustellen. Obwohl wir Microsoft ja kennen: Frühzeitig werden die Kunden nie über eine geplante Produkteinstellung informiert.
    Das ganze Prozedere erinnert mich an Wunderlist und die Integration in To-Do. Wunderlist gibt es nach wie vor und es sind auch noch nicht alle Funktionen von Wunderlist in To-Do integriert (soweit ich weiß). So ähnlich wird es Kaizala auch ergehen. Man wird es erst mal mitschleifen und Microsoft wird die Nutzungsintensität beobachten. Für Wunderlist als eigenständige App sehe ich langfristig keine Zukunft (nicht zuletzt, weil es auf Amazons Web Service und nicht auf Azure läuft?)
    Das mit dem "Teams for Life" musste ich erst mal im Archiv von Dr. Windows nachlesen, die Meldung war mir durchgeflutscht. Da bin ich sehr gespannt, was da kommt. Es gibt aber auch Anwendungspotentiale für TEAMS außerhalb von unternehmensinterner Kommunikation und privater Family: Wir nutzen gerade die Free Version von TEAMS innerhalb eines Projekts mit 11 verschiedenen internationalen Institutionen, die zum Teil eigene Office-Business-Abos besitzen und die es einigen Teilnehmenden erschwerte, sich bei Teams-Free anzumelden. Für die Projektzeit von 2,5 Jahren wird hoffentlich die Free-Version ausreichen, auch wenn sie in einigen Punkten limitiert ist.
    Als Consultant für MS Produkte (maßgeblich Skype for Business) habe ich mehr und mehr mit Kunden zutun, die an der Userfront mit Querschlägern á la "warum machen wir nicht Slack" etc. zu kämpfen haben und auf Fragen der Geschäftsleitung, wohin die Reise in den nächsten 5 Jahren in Sachen Kommunikation denn perspektivisch geht, keine Antwort geben können.
    Mit Lync 2010/2013 kam von Microsoft ein tolles UC Produkt, was stabil und kontinuierlich bis hin zu SFB weiterentwickelt wurde. Die Installationen wurden immer zahlreicher und ich kann sagen, es ist eine Bereicherung für die OnPrem Unternehmenskommunikation.
    Der Sprung von der klassischen Telefonie war nicht klein aber mit ein wenig Schulung "verstehen" User den zentralen Ansatz des SFB Clients und nutzen ihn dann entsprechen.
    Ich hab User die inzwischen kaum noch den Hörer abnehmen und jemanden Anrufen, wenn sie nicht vorher den Präsenz Status gecheckt haben... :-)
    Was fehlte, waren dann die Kombi aus Meeting-Raum/Persistent Chat etc. und - aus meiner Sicht - konnte MS mal wieder nicht das Gute bewahren und Innovatives hinzufügen, sondern erzeugt mit dem Announcement "Teams ist das neue SFB" bei Kunden soviel Verwirrung das ich mich Frage, ob da Kindergarten-Kinder im Sandkasten die Produktroadmap bei Microsoft auswürfeln.
    Vielleicht ist es auch eher eine deutsche/europäische Sicht, die aus der Trennung Privat und Business herrührt, was dieses Problem der Unübersichtlichkeit bringt, aber eigentlich sollten Hersteller aus der BYOD Thematik doch gelernt haben, das eine klare Trennung (Symbole,Produktnamen,Funktionen) für Anwender hilfreich und für Unternehmen auch notwendig ist.
    Wenn ich meinen Windows 10 Client hochfahre, mit Schulkonto, Workkonto, OneNote im Firmensharepoint, OneNote in Outlook.com, Credential-Gematsche....wer soll sowas im Business-Umfeld noch supporten?
    Die ersten großen Kunden stampfen -trotz direkter MS Unterstützung - frustiert ihr Teams-Projekt wieder ein, weil es halt kein Ersatz für SFB ist und MS mit seinen Versprechungen nicht Wort halten kann.
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