Mini PC Intel NUC10i5FNK ausprobiert: Klein, stark, manchmal laut

Mini PC Intel NUC10i5FNK ausprobiert: Klein, stark, manchmal laut

Die Leidenschaft für „kleine PCs“ begleitet mich schon viele Jahre. Lange Zeit musste man sich die kleinen Rechenknechte selbst ein bisschen schönreden, denn wirklich brauchbare Leistung lieferten sie nicht. Dennoch war es ein solcher Kleinst-PC, der mich vor ein paar Jahren zu einer meiner eklatantesten Fehleinschätzungen verleitete: Im Artikel „Krieg der Entertainmentgeräte – and the Winner is: Der gute alte PC!“ sagte ich dem PC im Jahr 2015 eine goldene Zukunft im Wohnzimmer voraus – zum Glück habe ich mich im letzten Absatz selbst angezweifelt.

Nach wie vor aber gilt: Ein PC ist für viele Szenarien ganz sicher nicht die komfortabelste Lösung, dafür aber die vielseitigste. Im Jahr 2020 sind wir dann auch soweit, dass hinsichtlich der Leistung keinerlei Kompromisse mehr gemacht werden müssen.

In den letzten Wochen habe ich den Intel NUC10i5FNK praktisch als meinen alleinigen Arbeits-PC verwendet. Das war vor allen Dingen in den vergangenen Tagen sehr angenehm, denn dieser kleine PC produziert erheblich weniger Abwärme als der Tower, der ansonsten unter meinem Schreibtisch werkelt. In dem nur 117x36x112 mm kleinen Kasten steckt die folgende Ausstattung:

  • Intel Core i5-10210U
  • Intel UHD Grafik
  • 8 GB RAM
  • 256 GB NVMe SSD (Kingston)
  • WLAN 802.11a/​b/​g/​n/​ac/​ax
  • Bluetooth 5.0
  • SD-Slot (seitlich im Gehäuse)
  • TPM Module 2.0
  • Anschlüsse vorne: 1x USB-C 3.1, 1x USB-A 3.1, 3,5mm Audio
  • Anschlüsse hinten: 2x USB-A 3.1, 1 x USB-C 3.1 (Thunderbolt), HDMI 2.0b, Gigabit-LAN
  • Kensington Lock
  • Infrarot-Sensor
  • Sound: Realtek ALC258)
  • Betriebssystem: Windows 10 Home

Intel NUC10i5FNK Rückseite

Für etwa 680 Euro (oder ca. 350 für ein Modell ohne RAM und SSD) bekommt man einen PC, der in handgestoppten 18 Sekunden hochfährt und auch ansonsten hinsichtlich der Leistung kaum Wünsche offen lässt. Über Videoschnitt, Gaming oder andere rechenlastige Tätigkeiten wollen wir an dieser Stelle nicht sprechen, dafür ist ein NUC selbstverständlich nicht gebaut. Cloud-Virtualisierung und -Streaming werden in den kommenden Jahren aber dafür sorgen, dass selbst solche Anforderungen kein K.O.-Kriterium mehr darstellen.

In überschaubarem Umfang ist ein Intel NUC sogar auf- und umrüstbar: RAM und SSD lassen sich leicht austauschen, maximal 64 GB RAM können in dem hier getesteten Gerät verbaut werden.

Die Grafikausgabe erfolgt entweder via HDMI oder via USB-C/Thunderbolt auf der Rückseite. Die Bildqualität im Office-Betrieb ist dabei hervorragend und das System hatte keine Mühe, meinen Breitbild-Monitor mit 3.840 x 1.600 Pixel zu befeuern. Bei der Wiedergabe von 4k-Videos in Netflix hatte ich bei der Wiedergabe via USB-C hin und wieder mit Minirucklern zu tun, via HDMI trat das Problem nicht auf. Über den HDMI-Anschluss wird außerdem 7.1 Sound unterstützt, bei der Verwendung als Multimedia-PC wird das also ohnehin die bevorzugte Anschlussart sein.

Als Wohnzimmer-PC oder eben als Büro-Rechner macht der Intel NUC10i5FNK eine prima Figur, eine nervende Macke hat er aber dennoch: Unter Last dreht der integrierte Lüfter manchmal unvermittelt auf und macht dabei tüchtig Lärm. Wenn der NUC ein Heimkino antreibt, wird man das vermutlich kaum wahrnehmen, auf dem Schreibtisch ist das aber dann doch ziemlich störend. Im normalen „Office-Modus“ tritt der Lüfter glücklicherweise eher selten in Aktion.

Wer heutzutage einen Standard-PC benötigt, sich aber keinen Tower mehr unter den Schreibtisch stellen möchte, der ist mit einem NUC bestens bedient. Für anspruchsvollere Nutzer gibt es auch eine etwas größere i7-Version. Ob das dann aber noch so eine gute Idee ist, vermag ich nicht einzuschätzen. Der i5 scheint mir hier die bessere Wahl zu sein, für alle Alltagsaufgaben hat er allemal genug Dampf unter der Haube.

Disclaimer: Das Testmuster wurde mir von Intel leihweise zur Verfügung gestellt. Eine Verpflichtung zur Veröffentlichung oder eine Einflussnahme auf den Testbericht gab es nicht.

Über den Autor
Martin Geuß
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Ich bin Martin Geuß, und wie unschwer zu erkennen ist, fühle ich mich in der Windows-Welt zu Hause. Seit mehr als zwölf Jahren lasse ich die Welt an dem teilhaben, was mir zu Windows und anderen Microsoft-Produkten durch den Kopf geht, und manchmal ist das sogar interessant. Das wichtigste Motto meiner Arbeit lautet: Von mir - für Euch!

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Kommentare

  1. Das ist ja lustig. Habe meinen ersten NUC auch mal ausgetestet. Ist momentan doch nix für mich. Es lohnt sich aber die Entwicklung zu verfolgen.
    Wir setzten die NUCs bzw. baugleichen Tarox Geräte als Büro Arbeitsplätze ein und haben sehr gute Erfahrungen. Auf meinem Schreibtisch steht ein NUC mit i5, 16GB RAM und 2 SSDs, dort lasse ich sogar HyperV Systeme laufen. Bzgl. der Lüftergeräsche kann man diese problemlos über das BIOS reduzieren.
    Ach kuck. Meine CPU ist gerade einmal 6% langsamer
    https://cpu.userbenchmark.com/Compare/Intel-Core-i5-8250U-vs-Intel-Core-i5-10210U/m338266vsm819403
    Ich habe übrigens einen VivoMini UN68U und bin ebenfalls von der Leistung begeistert. Wenn man nicht am Rechner spielen möchte, sind die kleinen PCs völlig ausreichend :)
    Wir nutzen schon seit Jahren die Dell Optiplex in der micro version oder das lenovo Think Center in der ähnlichen Variante. Wer wie wir immer noch 150 office Rechner in Betrieb hat der lernt die Leichtigkeit des seins der neuen Desktop Rechner schätzen ?
    Martin, meinst du 8 Sek???? 18 Sek sind doch bei einer ssd eine Ewigkeit. Oder liege ich jetzt falsch?
    Ich würde schon sagen das ein Netzteil dabei ist. Für mich sind zu wenige USB-Buchsen vorhanden und vor allem ist kein Displayport vorhanden. Ein Adapter von HDMI auf Displayport ändert aber nichts an der beschränkten Farbtiefe 16-235 statt Displayport direkt 0-255.
    Ich habe zwar schon immer kleine Rechner bevorzugt(mit den großen
    Kästen konnte ich mich nie anfreunden), aber letztes Jahr habe ich
    mir bei Amazon dann einen richtigen Mini (kein NUC, sondern ein ACEPC)
    geschossen.
    Für mich als NICHT-Gamer und Cloud-Worker ist das einfach das
    optimale Gerät.Er hängt hinterm Monitor in der VESA-Halterung
    (die Platte zum Anhängen wurde mitgeliefert) braucht also keinen
    Platz mehr auf/unter/hinter/neben dem
    Schreibtisch. Der Stromverbrauch ist mit 4 Watt bzw. 8 Watt
    im Turbo-Modus vernachlässigbar. Alles was im Internet läuft,
    läuft absolut flüßig. Lokal gibt es nur wenige Dinge wo es
    man manchmal ein Tick schneller laufen könnte(z.B. Sculpting mit ZBrush)
    Und wenn der Mini mal wirklich nicht mehr ausreicht, dann muss
    man nicht wie bei teuren verklebten Notebooks alles wegschmeissen,
    sondern tauscht nur das kleine Kästchen hinterm Monitor aus.
    Kurz: Minis sind einfach eine tolle Sache.
    @Martin ja die NUCs können mehr als mancher denkt. Für mich wird es auch die nächste Anschaffung sein, sollte mein PC mal aufgeben mit seinem i7 der 3. Generation.
    Daher danke für deinen Artikel, aber die Preisangabe ist glaube ich mal falsch oder du hättest dazu schreiben sollen, dass der Preis ohne alles ist, außer dem Prozessor aufgrund der auflöt Taktik. Aber für den Preis bekommst du ein nackiges Gehäuse und musst nochmal 200-300€ investieren um auf die Ausstattung zu kommen von der du da sprichst.
    Aber alles in allem sind das tolle Geräte wenn man damit arbeiten will oder mal ein Spiel spielt (bei mir läuft Warcraft III auf voller Auflösung und ohne haken :))
    John22 schrieb:
    Ein NUC ist nicht der alleinige Maßstab bei den Minis.
    Es gibt tausend verschiedene Sorten mit noch mehr unterschiedlichen Anschlüssen
    und Konfigurationen. Display-Port oder VGA. gewünscht?..alles kein Problem.
    5 USB-Anschlusse reichen nicht man hätte gerne mindestens 8 USB-Anschlusse und
    zwei davon gelb/orange (Gelbe USB-Buchsen haben eine durchgängie Stromversorgung
    auch wenn der Rechner ganz ausgeschaltet ist. Man kann damit USB-Geräte betreiben
    ohne den Rechner einschalten zu müssen)
    u.v.a. Extras und Sonder/Spezialsachen...bei den Minis findet man fast alles, man
    muss es sich nur heraussuchen.
    Und ja...ein Netzteil wird auch mitgeliefert.
    Windows Server 2016 oder 2019 lässt sich *nicht* auf diesen Kisten installieren. Der Treiber für den Netzwerkchip lässt sich noch per Veränderung der *.inf Datei installieren, aber dann gibt es weitere 10 gelbe Zeichen im Gerätemanager. Das ist von Intel offensichtlich so gewollt, wollen die doch ihre teuren Xeon CPUs verscherbeln.
    Workaround: Windows 10 Prof. mit Hyper-V installieren und dann als Gast den Server 2016 oder 2019. Da die verbaute CPU auch nested Virtualization beherrscht, kann dieser Gast dann weitere Gäste per eigenem Hyper-V ansprechen.
    Für die schnelle Bildung von Testeinrichtungen für die Angsttage von Microsoft (Patchdays) sind diese Kisten hervorragend. Hier kann man ganze Firmenabteilungen abbilden und die meist kaputten Updates von Microsoft testen, bevor man diese in produktiver Umgebung installiert.
    G.-J.
    sowas wollte ich auch erst zwecks Skype und Teams im Konferenzraum für den Großbildschirm einsetzen. Ist dann aber doch ein zugeklapptes altes i5 Notebook hinter dem Monitor geworden (hat sogar eine "USV" drin :))
    Die NUC Dinger haben bestimmt ihre Berechtigung, aber lautlos ist schon nicht ganz unwichtig, dort wo die meistens stehen.
    Ich habe drei verschiedene Noteboooks, eines mit einer AMD A10-9600P APU, eines mit einer Ryzen 5 3500U APU und eines mit einem Intel Silver N5000 SoC.
    Die Leistung des N5000 reicht mir persönlich aus und: Das Notebook ist passiv, kommt also lüfterlos daher. Deshalb ist mir das Notebook auch das Liebste von den dreien und das wäre bei einem NUC auch der Fall. Kaum etwas nervt mich mehr, als eine unangenehme Geräuschkulisse - und kleine Lüfter können wahrlich nervtötend sein.
    Klar ist allerdings auch, dass mit dem N5000 maximal Games wie Minecraft spielbar sind. Gaming ist bei mir aber nur nebensächlich.
    Rechenleistung hat der I5-10210U sicher mehr als genug für den Office und Browserbetrieb. Wer es leiser haben will, kann auch eine CPU mit geringerer Leistung einsetzen, wie zum Beispiel Pentium Silver J5005 oder auch Celeron. der Lüfter meines NUC7PJYH hat sich noch bemerkbar gemacht. (Mein Tinnitus ist lauter ?)
    @Fembre
    Lüfterlose(und damit völlig geräuschlose) Mini-PC's gibt es wie Sand am Meer...man
    muss nur danach gucken. Und für so Kleinkram wie Skype, Youtube, oder Musik streamen
    reichen sogar die billigeren Dinger. für um die 250 EUR
    Bsp:
    Mini PC, Beelink T34 8GB DDR3 256GB SSD Fanless Mini: Amazon.de: Computer & Zubehor
    Die großen Klopper(Tower/Midi/Mini-Tower) braucht man im im Alltag oder für den normalen
    Office-Kram schon lange nicht mehr.Nur ein Mini der auch zum zocken taugt, da muss man
    dann eben ein bisschen tiefer in die Tasche greifen
    Ja und was ist daran jetzt so besonders?
    Mini PC gibts schon seit vielen Jahren da braucht man/n auch nicht mehr lange danach zu suchen, die Dinger sind mehr oder weniger Prima durchdacht und im Office Bereich kaum mehr weg zu denken, man muss nur den Sprung weg vom BigTower Gehäuse wagen.
    Ich habe dieses Jahr meinen Chef auch davon Begeistern können auf Mini PCs Umzusteigen, nach dem ich letztes Jahr für jemanden einen AsRock Deskmini A300 zusammen gebaut habe mit der Richtigen CPU kann man auch damit Spielen Anleitungen zum Zusammenbau und Konfiguration gibts dazu auch auf YT.
    Wir haben uns jedoch für die Firma zu einem OptiPlex 7080 Micro Form Factor mit 16GB RAM und einem Intel Core i7-10700T (8 Kerne/16 MB/16T/2,0 GHz bis zu 4,5 GHz/35 W) entschieden.
    Nachdem bei meinem Laptop die Scharniere gebrochen sind dachte ich probier doch mal einen Mini PC, hab mir den Beelink U55 geholt für 250 Euro, alle Anschlüsse vorhanden ( mehr als beim Laptop) 1TB HDD reingesteckt für Daten, 256 GB SSD und 8 GB RAM waren drin, Windows 10 Pro war auch dabei. Läuft schneller und problemloser als der Laptop, hab ihn hinten am BenQ Monitor befestigt ( Material dafür wurde mitgeliefert). Zwar nur Intel i3 CPU aber für meine Zwecke reicht das locker. Finde heutzutage wo man überall Platz sparen muss sind diese kleinen PC super. Ein Tower PC mit der Ausstattung hätte mich mehr gekostet und ein viel stärkeres Netzteil gehabt und dadurch auch mehr Strom verbraucht.
    Ich hatte bis vor ca. 2 Jahren auch mal einen von Asus. War grundsätzlich kein schlechtes Gerät wenn man nur ein wenig Internet oder etwas Office darauf betreibt. Mir persönlich war er dann jedoch irgendwie zu langsam, weshalb ich ihn verkauft habe.
    Ich bin der Meinung dass man die 680€ auch in einen (Mini)-Tower Rechner investieren kann. Man kriegt vielleicht keinen Top Gaming Rechner, aber ein gutes Fundament dürfte man schon haben.
    @Fuggi: dann wird der Laptop aber wirklich nicht schnell gewesen sein, wenn ein i3 sogar schneller läuft :)
    Erst vor paar Wochen habe ich mir ein Intel NUC Kit NUC8i5BEH Barebone zugelegt. Habe es mit 32 GB RAM (mehr ging nicht), 1x NVMe 500GB SSD und 1x SATAIII 500 GB SSD bestückt. Drauf ist Ubuntu 20.04 Server installiert. Ich habe es zu meinem Mini-Server (läuft keine 24x7) gemacht. Die CPU 4C/8T ist schon praktisch. Ich habe zu Hause 10 Raspbery Pi's im Cluster (jeder Raspi 4 ARM Kerne und 4 GB RAM entspricht einer kleinen VM) und brauchte dafür einen Mini-Server. Der Mini-Server gibt ein Verzeichnis über's Netzwerk für die Raspis frei. Die Lautstärke des Lüfters bei fast voller Last ist o.k.. Die Kerne werden auch bis 76-78°C warm, wenn ich bei den aktuell warmen Temperaturen auf dem Raspi Cluster 46 Microservices laufen lasse. Stelle dann aber einen USB Lüfter daneben und die Temperatur kann schon um 6-8°C runtergehen. Auf dem Mini-Server läuft:
    - PostgreSQL 11
    - ELK Stack
    - Nexus Repository
    - Gitea (mit ca. 2000 Git Projekten, wobei ca. 80% mirrors sind)
    Wg. PostgreSQL (aktuell 12 DBs und bis zu 200 gleichzeitige Verbindungen, wenn alles gestartet ist) und dem ELK Stack braucht man schon mehr RAM und schnelle NVMe SSD. Ich wollte und konnte nichts größeres hinstellen. Diese kleine und kompakte Größe war sehr passend für mich. Wollte mir auch keine neuen PC zusammen Bauen.
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