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Mini-PC AD15 von AceMagician ausprobiert

Mini-PC AD15 von AceMagician ausprobiert

Heute möchte ich einen weiteren Mini-PC besprechen. Nachdem ich kürzlich den “Gaming”-PC AM08 PRO von NiPoGi unter die Lupe genommen habe, stelle ich euch heute den AD15 von ACE MAGICIAN vor.

Auch bei diesem Gerät kann man die Beschreibung “Mini” absolut durchgehen lassen. Die Gehäusemaße betragen ca. 18,5 x 7,3 x 15 cm (HxBxT) und damit nimmt er sehr wenig Platz auf oder unter dem Schreibtisch ein. Ob der Rechner für Alltagsaufgaben am Desktop und eventuell auch für ein wenig Gaming genug Leistung mitbringt, soll dieser Test zeigen.

Technische Daten:

  • Intel Core i5-12450H
  • Intel UHD Graphics
  • 16 GB DDR4 Arbeitsspeicher
  • 512 GB SSD
  • Wi-Fi 6
  • Bluetooth 5.2
  • USB 4.0
  • Preis (UVP): 499 Euro

Unboxing

ACE MAGICIAN AD15 Unboxing

ACE MAGICIAN AD15 Unboxing

Die Verpackung wirkt recht hochwertig und ist der vom zuvor getesteten NiPoGi sehr ähnlich. Laut Verpackungsaufdruck handelt es sich hier tatsächlich auch um denselben Hersteller, lediglich die Handelsmarken sind unterschiedlich.

Neben dem Mini-PC findet man in der Verpackung ein Netzteil mit 120 W Ausgangsleistung und eine mehrsprachige Bedienungsanleitung mit den wichtigsten Informationen.

Auf dem Mini-PC selbst befinden sich neben dem zu erwartendem Aufkleber von Intel, wie auch schon auf dem NiPoGi ein QR-Code für den Whatsapp-Support und ein QR-Code, der mit „Scan ME“ beschriftet ist. Folgt man diesem, wird man über einen chinesischen Linkshortener, hinter dem sich eine Tracking-URL verbirgt, auf die ACEMAGICIAN-Seite geleitet, auf der sich ein Button „Start Now“ befindet. Traut man sich, diesen zu klicken, landet man der Seite der Marke acemagic.com. Für die Inbetriebnahme ist das allerdings nicht erforderlich, also lasst das ruhig sein.

Vorbereitung und Technisches

Getestet wird das Model AD15 mit 16 GB DDR4-RAM (3200 MHz) und 512 GB M.2 SSD. Verbaut ist eine Intel Core i5-12450H Mobile-CPU mit integrierter Intel UHD Grafik maximal 1200 MHz und bis zu 7,9 GB geteiltem Arbeitsspeicher.

Der Achtkernprozessor beherbergt vier Performance- und vier Effizienzkerne und leistet somit 12 Threads. Die Basistaktrate der Performancekerne liegt bei 2 GHz, die maximale “Turbofrequenz“ erreicht bis zu 4,4 GHz. Damit sollen auch anspruchsvollere Anwendungen flüssig laufen.

Die integrierte Intel UHD Grafik ist kein technisches Aushängeschild. Für Office-Applikationen und “normale” Workloads sollte die Leistung zwar reichen, jedoch ist die GPU für Spiele, insbesondere mit höheren Auflösungen und mit modernen Technologien, nicht geeignet. Im Zweifelsfall lassen sich aber auch hiermit kleinere Spielepartien mit älteren Spielen, die nicht allzu leistungshungrig sind, absolvieren.

Der Mini PC steht auf zwei Gummifüßen etwa 6 mm erhöht und saugt über den verbauten Lüfter auf der Unterseite kalte Luft an, die dann hinten wieder ausgeblasen wird. Bei geringen Leistungsanforderungen ist der Lüfter des Systems kaum wahrnehmbar, sobald aber ein wenig mehr Leistung abgefragt wird, vernimmt man ein deutlich hörbares, tiefes Surren.

Für Bastler dürfte interessant sein, dass die rechte Seite des Gehäuses mit zwei kleinen Schräubchen abnehmbar ist. Unter der Klappe verbergen sich nicht nur die zwei RAM-Bausteine und die M.2-SSD, sondern es gibt außerdem noch einen SATA-Anschluss für eine weitere Festplatte.

Somit können schnell Komponenten getauscht oder neue Komponenten ergänzt werden, wie der Festplattenspeicher durch eine zusätzliche 2,5“-Festplatte vergrößert oder der Arbeitsspeicher auf bis zu 64 GB erweitert werden. Bei der getesteten Version mit 16 GB RAM sind jedoch beide Steckplätze bereits mit 8 GB Modulen belegt. Eine Liste der kompatiblen RAM-Riegel zum Aufrüsten kann bei Bedarf beim Support angefragt werden.

Der Support ist exklusiv per Whatsapp erreichbar, die Daten hierfür erhält man über einen QR-Code, der auf dem Gehäuse klebt. Der Support ist hilfsbereit, freundlich und antwortet zügig auf Deutsch – allerdings nur innerhalb der Bürozeiten, die durch die Zeitverschiebung nach China in Deutschland in der Nacht liegen. Wer also nicht nachts mit dem Support schreiben möchte, wird sich für eine Antwort bis zum nächsten Tag gedulden müssen.
ACE MAGICIAN AD15 mit offenem Gehäuse - interner Festplattenanschluss und RAM-Slots

Anschlüsse bietet der Mini-PC, wie man es erwartet: Auf der Rückseite befindet sich der Netzanschluss, eine Netzwerkbuchse, zwei HDMI- sowie zwei USB-Ports. Auf der Vorderseite befindet sich ein USB-C-Port, zwei USB-Ports und ein Audioanschluss. Alle Anschlüsse sind einzeln übereinander angeordnet, sodass die Rückseite, wenn man das Netzkabel, ein Netzwerkkabel, einen Monitor, Maus und Tastatur anschließt, durch die hochragenden Kabel etwas unaufgeräumt wirkt.

Insgesamt lassen sich drei Monitore anschließen – zwei über HDMI und einer über USB-C.

Die kabellosen Möglichkeiten sind auf dem aktuellen Stand der Technik. Mit Wi-Fi 6 und Bluetooth 5.2 ist man für die Zukunft gerüstet.

ACE MAGICIAN AD15 Frontansicht

ACE MAGICIAN AD15 Rückansicht

Inbetriebnahme und Benchmarks

Nach dem ersten Starten wird man wie erwartet vom Windows Einrichtungsdialog begrüßt, und nach einiger Zeit startet ein frisches Windows 11 Pro. Allerdings fehlt hier etwas: Der Ton. Der Mini-PC hat keinen eingebauten Lautsprecher, wie man es von anderen Herstellern teilweise gewohnt ist. Um etwas zu hören, muss man also entweder einen Monitor anschließen, welcher den Ton per HDMI entgegennimmt und über eingebaute Lautsprecher verfügt, einen Lautsprecher per Bluetooth oder USB(-C) anschließen oder ganz klassisch den Audioanschluss auf der Vorderseite bemühen. Dieser liegt allerdings ganz oben, sodass auch hier wie schon auf der Rückseite ein eher unaufgeräumtes Bild entsteht.

Nach dem Installieren einiger Updates und der wichtigsten Software ist es Zeit für ein paar Benchmarks.

Die Ergebnisse der Messungen mit Cinebench, Geekbench und Crystal DiskMark lauten wie folgt (jeder Wert in der Liste ist der Durchschnitt über drei gleiche Messungen):

Cinebench 2024

  • Multicore 507
  • Singlecore 98

Geekbench 6

  • CPU Multicore 8.906
  • CPU Singlecore 2.260
  • GPU (Vulkan) 9.860

Crystal DiskMark

  • SEQ1M Q8T1: Read 3.569,22 / Write 2.698,61
  • SEQ1M Q1T1: Read 2.530,34 / Write 2.459,98
  • RND4K Q32T1: Read 851,02 / Write 576,22
  • RND4K Q1T1: Read 65,87 / Write 261,96

Während dieser Benchmarks liefen die Lüfter verständlicherweise dauerhaft auf voller Leistung. Die Lautstärke war dabei erträglich und subjektiv wahrgenommen leiser als so mancher Gaming-PC. Allerdings ist es schon deutlich hör- und wahrnehmbar, vor allem, wenn der Rechner direkt bei auf dem Schreibtisch steht.

Fazit

Insgesamt kann man nicht viel an der Leistung des Mini-PCs aussetzen. Natürlich ist der PC bei dieser Ausstattung nicht für moderne Spiele gemacht, aber als Arbeitsmaschine kann sich der Core i5 12450H durchaus sehen lassen.

Ich persönlich habe angefangen, mir mit diesem Mini-PC eine kleine Retro-Gaming-Station auf Basis von Batocera Linux aufzubauen. Hier laufen die Emulationen für verschiedene Retro-Konsolen bis hin zu Nintendo Gamecube und Wii sowie der Playstation 2 nahezu problemlos und ohne Probleme bei den Framerates. Spiele der originalen Xbox können auch abgespielt werden, laufen aber leider nicht immer mit voller Geschwindigkeit.

Zwei Mankos an dem Rechner habe ich dann aber doch noch festgestellt, die aber beide in meinen Augen kein K.O.-Kriterium sind:

Ist das System ausgeschaltet, so hat mein Testgerät ein hörbares, hochfrequentes Spulenfiepen, welches ich persönlich auf einer Entfernung von bis zu 2 Metern zum Gerät wahrnehmen konnte.

Im genannten Batocera Linux hatte ich Empfangsschwierigkeiten mit dem verbauten Realtek Bluetooth-Chipsatz. Mit einem externen USB-Bluetooth-Adapter habe ich allerdings keine Probleme mehr in diese Richtung feststellen können. Solche Adapter gibt es bereits für wenige Euro auch von namhaften Herstellern.

Preislich ist der Rechner meines Erachtens gut platziert, außerdem könnt Ihr ihn derzeit zum Schnäppchenpreis bekommen. Der Normalpreis bei Amazon beträgt 509,99 €, im Rahmen einer Aktion bekommen derzeit alle Käufer einen 110-Euro-Coupon. Mit diesem Coupon und dem uns zur Verfügung gestellten 8%-Rabattcode drwindows könnt Ihr den Preis auf 358,79 € drücken. Der Rabatt gilt bis zum 31.12.2023.

 

Disclaimer: Das Testmuster wurde vom Hersteller kostenlos zur Verfügung gestellt. Eine Einflussnahme auf den Testbericht oder eine Verpflichtung zur Veröffentlichung gab es nicht.

Über den Autor

Alex Lüttgen

Alex Lüttgen

Ich bin Alex Lüttgen, oder auch Utgardus. Als Netz- und Systemadministrator fühle ich mich in so ziemlich allen Produkten von Microsoft im Client-, Server- und Office 365-Bereich zu Hause. Nach der Arbeit wird dann selbstverständlich auch mal die Xbox angeschmissen. Mobil bin ich nach dem Aus von Windows Mobile auf iOS gewechselt und fühle mich dort deutlich wohler, als bei Android. Neben der IT ist Elektromobilität meine absolute Leidenschaft. Ich bin fest der Überzeugung, dass sich dort in naher Zukunft immer mehr tut, bis dann irgendwann die Verbrenner ganz abgelöst werden.

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