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Mit Plasma Mobile: KDE und Purism arbeiten gemeinsam am Librem 5

Mit Plasma Mobile: KDE und Purism arbeiten gemeinsam am Librem 5

Mittlerweile dürfte es für den Großteil unserer Community kein Geheimnis mehr sein, dass für mich neben Microsoft auch das Thema OpenSource eine große Rolle im digitalen Alltag spielt und hier mit Mozilla und KDE zwei große Namen dominieren. Während Mozilla bei mir mit sehr konkreten Projekten wie Firefox oder Rust punktet, gefiel mir an KDE schon immer, dass sie neben der Tatsache, dass ihre Projekte auf dem von mir bevorzugten Qt Development Framework basieren, wirklich fortschrittlich denken und am Ende das aus OSS und freier Software herausholen wollen, was mit dem derzeit aktuellen Stand möglich ist. Das ist gerade etwas, was die GTK-Seite, egal ob unter Linux oder Windows, für mich schon sehr lange nicht mehr erfüllt.

Genau wie Microsoft arbeitet auch der KDE e.V. schon seit Längerem daran, sich neue Plattformen zu erschließen und konvergente Entwicklungen zu fördern. Mit Kirigami wurde ein neues Framework in die hauseigenen KDE Frameworks 5 integriert, welches (nach derzeitigem Stand) die Entwicklung individuell skalierter Software für Linux, macOS, Windows, Android und Plasma Mobile erlaubt, ganz wie wir es von unseren Universal Apps her kennen. Außerdem verfügt man mit KDE Connect über eine Software, die das Android-Smartphone direkt mit dem eigenen Rechner verbindet und man so zumindest über Linux auch SMS verschicken und Benachrichtigungen bekommen kann.

Plasma Mobile

Das Herzstück, in das viele Projekte wie Kirigami aber münden, ist das hauseigene mobile Betriebssystem Plasma Mobile. Das kommende Betriebssystem unterstützt neben Apps, die speziell für Plasma Mobile entwickelt wurden, auch die Verwendung von Android-Apps. Hierfür basiert Plasma Mobile auf einer Abwandlung des heutigen Lineage OS, dem früheren Cyanogenmod, wobei das Betriebssystem von KDE selbst gepflegt wird und Updates direkt durch den Verein bereitgestellt werden. Neben dieser Android-Komponente verfügt Plasma Mobile ansonsten über viele vom großen Bruder Plasma 5 bekannte Dienste wie der Suchfunktion KRunner, welche durch einen Container, in dem ein abgespecktes KDE Neon läuft, bereitgestellt werden.

Was bisher fehlte, war die Hardware. Während man mit dem Slimbook bereits einen Laptop entwickelt hat, auf dem das aktuelle KDE Neon läuft, musste man sich Plasma Mobile bisher auf ein anderes Gerät wie das Nexus 5 flashen, wenn man es ausprobieren wollte. Gemeinsam mit Purism arbeitet man nun aber daran, dass mit dem Librem 5 auch erstmal ein eigenes Smartphone auf den Markt kommt. Genaue Spezifikationen sind noch nicht bekannt, nur, dass das Gerät ein 5 Zoll großes Display haben wird. Der Knackpunkt an der Geschichte ist allerdings, dass das Librem 5 per Crowdfunding finanziert werden soll, wobei von den angepeilten 1,5 Millionen Dollar aktuell etwa 330.000 zusammengekommen sind. Neben der Variante mit Plasma Mobile soll auch eine für uns eher uninteressante Version mit dem hauseigenen Pure OS kommen. Das ist ein abgewandeltes Ubuntu mit Gnome 3-Desktop, was alleine mit Gnome- und HTML5-Apps laufen soll.

Nichtsdestotrotz dürfte Plasma Mobile neben Sailfish OS, was vom finnischen Unternehmen Jolla entwickelt wird, für alle, denen iOS zu teuer ist und Google trotzdem so fern wie möglich bleiben wollen, wahrscheinlich die beste Alternative sein. Das Librem 5 soll nach derzeitigem Stand früh in 2019 bereitstehen.

Über den Autor

Kevin Kozuszek

Kevin Kozuszek

Seit 1999 bin ich Microsoft eng verbunden und habe in diesem Ökosystem meine digitale Heimat gefunden. Bei Dr. Windows halte ich euch seit November 2016 über alle Neuigkeiten auf dem Laufenden, die Microsoft bei seinen Open Source-Projekten und der Entwicklerplattform zu berichten hat. Regelmäßige News zu Mozilla und meinem digitalen Alltag sind auch dabei.

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