Am Puls von Microsoft

Mozilla stellt Firefox Send und Firefox Notes endgültig ein

Mozilla stellt Firefox Send und Firefox Notes endgültig ein

Das Streichkonzert, welches Mozilla im Rahmen seiner Entlassungswelle und Reorganisation eingeläutet hat, geht in die nächste Runde. Wie das Unternehmen gestern in einem Blogpost mitgeteilt hat, werden zwei weitere Dienste, die bisher kein Geld in die Kassen des Firefox-Entwicklers gespült haben, endgültig eingestellt. Der Filesharing-Dienst Firefox Send wird dabei gar nicht erst wieder online gehen, nachdem er wegen diversen Vorfällen, in denen er für illegale Sachen missbraucht wurde, von Mozilla für größere Überarbeitungen vom Netz genommen wurde. Auch die Android-App ist schon länger nicht mehr verfügbar.

Zeitgleich wird Firefox Notes nicht mehr weiterentwickelt. Der Notizdienst, der als Firefox-Erweiterung sowie als Android-App existierte, kam nach seinem Ende als Test Pilot-Projekt nie über die Early Access-Phase hinaus und hat danach auch nur sehr selten noch ein Update gesehen. Mozilla wird für bestehende Nutzer noch eine Möglichkeiten integrieren, ihre Notizen zu exportieren. Im November werden die Android-App und die Firefox-Erweiterung dann endgültig verschwinden.

Beide Dienste dürften heute nur sehr wenige Nutzer betreffen, aber es zeigt auch, dass man bei Mozilla als Nutzer für die nächsten Monate einen konservativeren Kurs einschlagen und sich auf die Kernprodukte des Entwicklers beschränken sollte. Durch die Reorganisation ist aktuell noch Vieles im Umbruch und muss sich erst noch stabilisieren, sodass es noch weitere Kandidaten wie Firefox Klar, die Android-App Screenshots Go oder das IoT-Projekt WebThings Gateway gibt, die unter Umständen der Bannhammer treffen könnte.

Ich bin auch immer noch ein großer Freund von Mozilla, aber ich habe für mich persönlich auch entschieden, erstmal nur den eigentlichen Firefox-Browser und Pocket als Dienst zu verwenden und den Rest aus der Entfernung zu beobachten. Wir wissen ja auch noch nicht, welche von Mozillas neuen Bezahldiensten sich wirklich langfristig etablieren werden und welche sie, worin sie auch leider eine gewisse Vorbelastung haben, nach relativ kurzer Zeit wieder einstellen. Zwei Sachen sind aber auch wichtig: Die Programmiersprache Rust, die in eine eigene Rust Foundation integriert werden soll, und Mozilla Thunderbird, welcher ein komplett eigenes Entwicklerteam hat und mit der Mozilla Foundation nur rechtlich und fiskalisch verbunden ist, haben mit der Reorganisation bei Mozilla selbst nichts zu tun und hier besteht auch kein Risiko, dass sie eingestellt werden könnten.

Über den Autor

Kevin Kozuszek

Kevin Kozuszek

Seit 1999 bin ich Microsoft eng verbunden, daneben schlägt mein Herz aber auch für die OpenSource-Welt, wo mein besonderes Interesse der Mozilla Foundation gilt. Wenn ich mich mal nicht mit Technik beschäftige, tauche ich gerne in die japanische Kultur mit all ihren Facetten ab oder widme mich einem meiner zahlreichen anderen Hobbies.

Anzeige