Mozilla Thunderbird: Neues Zuhause und Neues bei Erweiterungen

Mozilla Thunderbird: Neues Zuhause und Neues bei Erweiterungen

Das Jahr 2020 scheint sich zu einem spannenden und wichtigen Jahr für den Mailclient Mozilla Thunderbird zu entwickeln. Auch wenn die Mozilla Foundation weiterhin die rechtliche und fiskalische Heimat für das OpenSource-Projekt ist, mischen sich die Entwickler von Mozilla schon seit etlichen Jahren nicht mehr in die Arbeit bei Thunderbird ein. Die Entscheidungen werden vollständig und unabhängig vom Thunderbird Council getroffen, die Entwicklung liegt ansonsten vollständig in den Händen der Community. Nachdem es dem Projekt in den vergangenen Jahren vor allem durch Spenden möglich war, innerhalb der Mozilla Foundation organisch zu wachsen, und man zuletzt auf eine eigene Domain sowie eigene Infrastruktur umgezogen ist, geht man nun einen nächsten, großen Schritt.

Mit der MLZA Technologies Corporation entsteht nun eine neue 100%-ige Tochtergesellschaft der Mozilla Foundation, die ähnlich wie die Mozilla Corporation unter dem Dach der Foundation operieren wird. Während sich an der Leitung durch den Thunderbird Council sowie an dem Releasemodell und der kostenlosen Verbreitung als OpenSource-Projekt nichts ändern soll, werden sich die Nutzer an anderen Stellen auf Veränderungen einstellen müssen. Die neue Heimat ermöglicht dem Projekt vor allem bei der Finanzierung deutlich mehr Flexibilität, weswegen man unter anderem neue Einnahmen durch Partnerschaften sowie nicht gemeinnützige Spenden generieren möchte. Das soll nicht nur der Kostendeckung dienen, sondern auch die Entwicklung neuer Produkte und Dienstleistungen erlauben. Was man darunter genau verstehen darf, wird die Zeit noch zeigen müssen. Theoretisch wären Abomodelle, wie sie Mozilla bei Firefox unter anderem mit Firefox Lockbox und dem Firefox Private Network vorantreibt, sicherlich eine denkbare Variante.

Auch das kommende Funktionsupdate Thunderbird 78.0, welches aktuell für Juni 2020 erwartet wird, wirft derweil seine Schatten voraus. Schon im vergangenen Oktober wurde die vollständig integrierte Mailverschlüsselung für den Mailclient angekündigt, aber auch bei den Addons steht der große Umbruch erst noch bevor. Bereits mit dem aktuellen Thunderbird 68.x wurden erste Schritte hin zu den neuen MailExtensions unternommen, welche weitgehend den von Firefox verwendeten WebExtensions entsprechen, aber einige zusätzliche Elemente einschließen, die sich speziell an die Bedürfnisse von Thunderbird richten. Mit Thunderbird 78.0 wird der Prozess abgeschlossen und die Unterstützung für bisherigen Legacy-Technologien entfernt.

Entwickler, die noch Addons für Thunderbird bereitstellen, müssen die entsprechenden Projekte also in den nächsten fünf Monaten auf die neue Basis umstellen und teilweise komplett neu schreiben. Das bedeutet nicht nur eine große Investition an Zeit und Arbeit, sondern veranlasst auch erste Entwickler zu drastischeren Schritten. So hat Jonathan Kamens, der aktuell 10 Erweiterungen von Thunderbird betreut, eine neue Kampagne auf Kickstarter gestartet, um bis zum 23. März rund 50.000 USD für die weitere Arbeit an den Erweiterungen einzusammeln. Außerdem plant er, seine Addons mit dem Release von Thunderbird 78.0 auf ein Abomodell umzustellen und damit kostenpflichtig zu machen, wobei es hier unterschiedliche Abstufungen geben soll.

Ob das für die Zukunft wirklich ein gangbares Modell ist, wird sich noch zeigen müssen. So oder so ist aber klar, dass auf die Nutzer von Thunderbird große Veränderungen zukommen und dass das Projekt den Umbruch, den es in den vergangenen Jahren eingeleitet hat, nun wohl auf solide Beine stellen wird.

Über den Autor
Kevin Kozuszek
  • Kevin Kozuszek auf Twitter
Seit 1999 bin ich Microsoft eng verbunden, daneben schlägt mein Herz aber auch für die OpenSource-Welt, wo mein besonderes Interesse der Mozilla Foundation gilt. Wenn ich mich mal nicht mit Technik beschäftige, tauche ich gerne in die japanische Kultur mit all ihren Facetten ab oder widme mich einem meiner zahlreichen anderen Hobbies.

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Kommentare
  1. Was mich bei Thunderbird am meisten nervt, das so ein simples Feature wie MinimizeToTray bis jetzt nicht Implementiert ist. Das kann Outlook seit Version 2003. Man ist also gezwungen ein Addon dafür zu nutzen und dann regelmäßig als "Überraschung" zu erleben das Thunderbird mal wieder das Addon-System umgestellt hat und man wieder was neues suchen darf.
    Hallo @dancle,
    dann wechsel doch einfach mal zu https://de.emclient.com.
    emClient kann das alles und mehr als Thunderbird.
    In der Gratis-Version werden allerdings nur 2 Konten unterstützt. Die Pro-Version lohnt sich aber, wobei ich persönlich bei der Gratis-Version geblieben bin. Ich habe meine diversen Konten auf meine beiden Konten weiterleiten lassen und komme daher mit der Free aus.

    Ich würde das Programm an deiner Stelle mal ausprobieren und die vielen Einstellungsmöglichkeiten testen.
    Du wirst bestimmt begeistert sein.
    Nachdem ich über 2 Jahre Outlook (Office 365) benutzt hatte, nun wieder "Back to the Roots" zu TB 68.*. Bin mal gespannt was da noch so alles kommt.
    Ich nutze zwar kein TB, aber man fragt mich ab und an, weil ich mit Firefox fit bin. Neulich erst, warum TB "wichtige" Mails löscht und warum das Addon dazu nicht mehr funktioniert. In dem Moment gab es heir etliche Fragezeichen, weil ich das Grundfunktion in anderen Mailern kenne. Es wird auch viel nach Tabs gefragt wie früher statt Multi-Fenster.
    Hat der sie noch alle?
    So hat Jonathan Kamens, der aktuell 10 Erweiterungen von Thunderbird betreut, . Außerdem plant er, seine Addons mit dem Release von Thunderbird 78.0 auf ein Abomodell umzustellen und damit kostenpflichtig zu machen,

    Soll er machen, wird nur niemand dann installieren, die Nutzer werden sich nicht auf so einen Mist einlassen. Und der Oberklnaller ist ja noch, dass er sich das Abo-Modell fremdfinanzieren will, im Gegenwert für die kostenlose Nutzung (abgestuft).
    Sind seine Erweiterungen das echt wert?
    https://addons.thunderbird.net/de/thunderbird/user/jikamens/
    Wenn das alles schon fehlt, was fehlt denn noch? Ich ein echter Freund von Firefox, aber wenn ich mir einen Mailer auch noch so als Baukasten zusammenstellen muss, dann geht mein Verständnis gen Null, vor allem, wenn ich weiss, das andere das alles haben, wo eine lebenslange Lizenz weitaus weniger kostet mit erheblichem Mehrwert dran.
    Und da hier em Client angesprochen wird, da müsste das alles schon können - kostenlos. Mein Mailer kann das auch, wird jedoch nicht mehr vertrieben. (es gibt jedoch noch Updates in geringem Umfang für derbe Bugs)
    Und em CLient ist jetzt nicht so teuer:
    https://de.emclient.com/preisoptionen
    https://de.emclient.com/pro-vs-gratis
    * Preise ohne Mehrwertsteuer.
    Der Preis einer Einzelplatzlizenz inklusive Mehrwertsteuer.(19%) is 47,54 €

    Oder Mailbird, noch knapp 3 Stunden im Discount sehe ich grad.
    https://www.getmailbird.com/de/
    Mailbird basiert auf Chromium, Thunderbird auf Gecko
    Halte ich allerdings für recht teuer im Vergleich zu em Client.

    TheBat
    https://www.ritlabs.com/de/products/thebat/
    Ist mit 57 Euro (Home) auch recht teuer.
    Schon ewig im Rennen: Outlook.
    Problem dabei, es gibt nur ganz wenige, evtl nur eines, welches gleichermassen für mehrere Betriebssystem nutzbar ist, und eines davon ist Thunderbird. Man muss nicht umlernen und es kostet nichts, ist zudem portable, was bei anderen bedingt oder gar nicht vorhanden ist.
    dancle
    Was mich bei Thunderbird am meisten nervt, das so ein simples Feature wie MinimizeToTray bis jetzt nicht Implementiert ist. Das kann Outlook seit Version 2003.

    Kann ich verstehen, aber MinimizeToTray ist selbst für 2021 nicht auf der Roadmap zu finden, weil das - ich meine, die Entwickler hatten sich dazu mal geäußert - wohl keine Funktion mit besonders hoher Priorität ist. Das sind halt die Auswirkungen, wenn ein Projekt rund 6 Jahre stagniert und erst mit Thunderbird 68.x, was letztes Jahr rauskam, wieder langsam an Fahrt gewinnt. Die Hauptarbeit fließt in die Modernisierung des Unterbaus mit den MailExtensions, dem runderneuerten Adressbuch oder der Umstellung in weiten Teilen auf JavaScript statt XUL und XPCOM. Auch sowas wie der abschließende Maildir-Support stehen erst mit der kommenden Version noch an, plus sowas wie PGP-Support oder Überarbeitungen beim Chat, wo man auch das Matrix-Protokoll unterstützen will.
    Mittlerweile denke ich auch, dass es ein Fehler von Mozilla war, sich selbst nicht mehr an der Entwicklung von Thunderbird zu beteiligen. Das Adressbuch hatten sie schon mal angefangen, wurde dann abgebrochen, die von SoftMaker wollten es damals wieder aufnehmen, da ist aber nie was passiert. Auch Grundfunktionen wie natives CardDAV und CalDAV fehlen bis heute, außerdem könnte Mozilla als PIM-Suite schon deutlich aufwerten, indem man zum Beispiel Firefox Send über FileLink andocken lässt oder Firefox Notes für Aufgaben direkt in Thunderbird verankert. Passiert aber nicht, wird auch nicht passieren.
    Ich glaube auch, dass es weiterhin Jahre dauern wird, bis Thunderbird den Rückstand ansatzweise aufgeholt hat. Sie wollen ja weiterhin bei dem Modell mit einem Funktionsupdate pro Jahr sowie Fehlerkorrekturen und Sicherheitsupdates dazwischen bleiben. Das ist ziemlich langsam. Würden sie wenigstens auf das Modell von GIMP wechseln und kleine, nicht invasive Funktionen auch bei den Zwischen-Releases erlauben, wäre schon viel gewonnen.
    Problem dabei, es gibt nur ganz wenige, evtl nur eines, welches gleichermassen für mehrere Betriebssystem nutzbar ist, und eines davon ist Thunderbird.

    ... und das war auch der Grund warum ich jetzt (auch in allen VMs) den TB benutze. Und übrigens war mir Outlook einfach zu überfrachtet und hat auch gelegentlich Probleme bereitet.
    Mittlerweile denke ich auch, dass es ein Fehler von Mozilla war, sich selbst nicht mehr an der Entwicklung von Thunderbird zu beteiligen.

    Das musst du nicht nur denken, das war es auch. Ich musste das eben noch verifizieren, aber TB 45/52/60/68 war eine finale Folge. Während es bei Firefox einen Übergang gab mit finalen Ausgaben, waren das hier echte Sprünge, dazwischen gab es nur Beta
    Directory Listing: /pub/thunderbird/releases/
    Wer tut sich denn freiwillig Beta an bei sowas? Alles drum ist auf der Strecke geblieben und das ist ein Problem jetzt. Viele sind noch auf TB 60, weil mit TB 68 schlichtweg nichts mehr so ist, wie vorher, wurde komplett versaut. Die v60 hatte 5 Monate Vorlauf, Beta1 bis Final (März'18 bis Aug'18), die letzte 60esr war im Nov'19, also gab es nochmal ein Jahr drauf für die Weiterentwicklung. Alles, was innerhalb eines Jahres (2018) passiert ist mit dem Umbau auf Quantum, da ist bei TB so gut wie nichts passiert.
    Was Windows Mailer auf Linux angeht - wie zuverlässig ist die Nutzung unter WINE? Bei Becky! weiss ich, dass möglich.
    .Bernd
    Das musst du nicht nur denken, das war es auch. Ich musste das eben noch verifizieren, aber...

    Wir müssen da mal ehrlich sein: Wie andere Kategorien von Software sieht man auch bei den Mailclients mehr oder weniger ein Totalversagen, was die Entwickler in der FOSS-Community betrifft. Thunderbird stagnierte fast 6 Jahre und zahlt dafür den Preis, Claws Mail und Sylpheed sind vom Unterbau her steinalt, und die beiden großen Alternativen Evolution (gibt es für Windows nicht mehr) und K-Mail (gibt es für Windows auch nicht mehr und das kann auch keiner wollen) sind auch keine mehr. Thunderbird ist trotz seiner Mängel immer noch eine der besten Optionen, wenn man kein Geld ausgeben, aber auch keine Einschränkungen bei der Zahl der Konten haben will. Wenn man wirklich eine vernünftige Alternative möchte, muss man schon Geld in die Hand nehmen, egal ob die jetzt Outlook, Mailbird, eMClient, The Bat oder Postbox heißt.
    Ist bei den Browsern aber genauso. Du hast Firefox, Brave und, wenn man es möchte, Chromium. Und sonst? Der Tor-Browser ist ein Spezialfall, Cliqz ist für mich nicht nachhaltig (ein Browser von Burdas Gnaden), Waterfox ist nicht nachhaltiges Flickwerk, Epiphany und Midori (*würgs*) gibt es für Windows nicht, SeaMonkey krebst nur noch so rum, die Qt-basierten Browser werden wegen dem neuen Releasemodell von Qt ins Schwimmen kommen (wobei KDE schon angekündigt hat, auch LTS-Versionen notfalls ohne Bugfixes und Sicherheitsupdates zu verwenden, was sich direkt auf den ohnehin veralteten Falkon abfärben wird), und ansonsten wäre da nur noch das Debakel mit den UXP-basierten Browsern rund um Pale Moon und Basilisk. Die kann man gerade aus Sicherheitsgründen nicht ernst nehmen.
    Man merkt an vielen Stellen, dass die OSS-Szene in der Hinsicht gespalten ist und der Rückstand der altgedienten Community-Projekte zu den modernen Entwicklungen und kommerziellen Projekten nicht kleiner wird. Nur sind das oft auch hausgemachte Probleme, weil immer mehr Forks nur deswegen entstehen, um Modernisierungen aus dem Weg zu gehen (UXP und Goanna zu Quantum und Gecko, Devuan zu Debian, Hyperbola-BSD zu Linux usw.). Und dann haste noch Projekte wie LibreOffice oder GIMP, die kämpfen seit Jahren zum Teil mit einer akut veralteten Codebase, die mit der Zahl der Entwickler kaum zu stemmen und zu kontrollieren ist. Gerade bei LO merkste das zum Beispiel bei Impress, was selbst unter hartgesottenen FOSSlern gefürchtet ist.
    Das ist aber das Problem nahezu jeder Viele-Köche-Software,
    Es geht nicht um Programm a oder b, es geht ausschließlich um die egozentrischen Weltbilder der Programmierer. Ausschließlich.
    Ich persönlich bezahle lieber mit Daten für ein voll funktionsfähiges Programm (Google) bevor ich mich auf Programme aus irgend welchen Selbsthilfegruppen einlasse.
    Ich habe TB eine Zeit lang benutzt, es wurde aber sehr schnell genau so schlecht wie Outlook.
    Das ist aber das Problem nahezu jeder Viele-Köche-Software,
    Es geht nicht um Programm a oder b, es geht ausschließlich um die egozentrischen Weltbilder der Programmierer. Ausschließlich.

    Amen. :)
    Das ist etwas, was ich schon sehr lange so sehe, vor allem im Bereich der FOSS. Ansonsten gäbe es wohl auch kaum Hunderttausende von Linux-Distributionen, anstatt dass man mal von seien hohen Ross runterkommt, etwas kompromiss- und Team-bereiter ist, und mit anderen zusammen arbeitet, anstatt andauernd gegeneinander.
    Paulchen73
    Das ist aber das Problem nahezu jeder Viele-Köche-Software,
    Es geht nicht um Programm a oder b, es geht ausschließlich um die egozentrischen Weltbilder der Programmierer. Ausschließlich.
    Ich stimme Dir da zu, aber mit
    Ich persönlich bezahle lieber mit Daten für ein voll funktionsfähiges Programm (Google)
    Erhältst Du Software von egozentrischen Programmieren gemischt mit Manchester-Kaptialisten, die ihre eigene Oma in Stücken verkaufen würden für zwei Cent mehr Gewinn. Die Selbstherrlichkeit von Google gegenüber Staaten, Kunden usw. sucht seinesgleichen. Das muß nicht unbedingt mehr unterstützt werden als unbedingt notwendig.
    Zumal den meisten und auch Dir wohl gar nicht klar ist, wie teuer das mit "Daten zahlen" wirklich ist und was die Datenkrake Google und ihre nicht so bekannten Konkurrenten schon alles für Daten angesammelt hat.
    @build10240
    Sorry, ich wusste nicht dass Du der einzige Checker bist. Ich habe mir halt ein wenig gedacht dass ALLE Nutzerdaten sammeln (okay, ich bin der einzige Dumme) und MS z.B. auch noch Geld nimmt und dafür teilweise desaströse Software abliefert.
    Keine Angst ich bin beruflich gezwungen, Office 365 zu nutzen, leider ist Word mit seiner Online-Ausgabe nahezu unbrauchbar, bessere am Desktop weiß ich allerdings nicht.
    Wie gesagt: Geld + Daten + Schrott = Microsoft
    chakko
    Amen. :)
    Das ist etwas, was ich schon sehr lange so sehe, vor allem im Bereich der FOSS. Ansonsten gäbe es wohl auch kaum Hunderttausende von Linux-Distributionen, anstatt dass man mal von seien hohen Ross runterkommt, etwas kompromiss- und Team-bereiter ist, und mit anderen zusammen arbeitet, anstatt andauernd gegeneinander.

    Stimmt schon, wobei ich hier aber mittlerweile auch mehr Fairness erwarten würde. Erstmal muss man Distributionen wie Kali Linux ausklammern, denn die werden von Sicherheitsforschern fürs Pentesting etc. verwendet und haben daher ihre Berechtigung. Was die allgemeinen Distributionen angeht, muss man klar sagen, dass es nicht an den großen Unternehmen und Foundations/Vereinen wie Gnome, KDE etc. (mehr) liegt. Im letzten Jahr gab es eine große OpenSource-Konferenz, die alle Größen der Szene, auch Unternehmen wie NextCloud und Collabora, zusammengebracht hat und es war einhellig die Meinung, dass man was verändern will. Das versuchen die Leute auch schon lange, sei es durch einheitliche Standards wie systemd, durch Paketformate wie Snap und Flatpak, oder das Engagement vor allem bei Windows. Bei Gnome arbeiten sie seit 2018 daran, zumindest den Bau von GTK-Software mit dem Buildsystem Meson unter Windows zu erleichtern, und bei KDE wird Windows mittlerweile auch fast gleichwertig versorgt. Teilweise bekommt Windows bei bestimmten Projekten wie Krita die Features sogar vor allen anderen.
    Das Problem ist nicht, dass der fortschrittliche Kern der FOSS-Community nicht will. Es funktioniert ja, umsonst sind Projekte wie Visual Studio Code, der auch bei den harteingesessenen Leuten dort Ansehen genießt, nicht so erfolgreich geworden. Das eigentliche Problem sind die Betonschädel, die den Pragmatikern das Wasser abgraben und andauernd querschießen, obwohl Verbesserungen möglich sind. Ohne Witz, ich bin selber ein Pragmatiker und hatte schon oft genug mit solchen Leuten die zweifelhafte Bekanntschaft gemacht, und diese Betonschädel gehen ausnahmslos jedem Pragmatiker einfach nur auf den Zeiger. Leider hat sich bei den gemäßigten Leuten irgendwann eine "LMAA"-Haltung breitgemacht und die kümmern sich lieber um ihren Mist, anstatt sich mit den Krakelos weiter rumzuschlagen. Deswegen quillen die Foren und Kommentarspalten vor solchen Betonschädeln mittlerweile wieder über.
    Ansonsten... wie gestern im Kommentar schon geschrieben: Jeder soll das nutzen, was er möchte und mit dem er am Besten klarkommt. Wenn man seinen Weg gefunden hat, ist das in Ordnung und gut.
    durch Paketformate wie Snap und Flatpak
    Die werden das wohl nie lernen. Wenn man Windows-Nutzer überzeugen will, darf man sie nicht bevormunden, was die Softwareauswahl angeht. Sicherlich haben Paketformate gewisse Vorteile, aber auch Snap und Flatpak beseitigen nicht das Problem, daß man neben dem Softwarehersteller auf einen Dritten angewiesen ist. Und um die Nutzer wieder zu Linux zurückzuholen, die wegen den alten Paketmanagern davon gelaufen sind, benötigt man mehr als guten Willen. Solange es unter Linux nicht möglich ist, einen Installer vom eigentlichen Softwarehersteller herunterzuladen und problemlos damit eine Software neu zu installieren oder zu aktualisieren, wird es weiterhin auf dem Desktop nur eine Nische besetzen.
    build10240

    Erhältst Du Software von egozentrischen Programmieren gemischt mit Manchester-Kaptialisten, die ihre eigene Oma in Stücken verkaufen würden für zwei Cent mehr Gewinn. Die Selbstherrlichkeit von Google gegenüber Staaten, Kunden usw. sucht seinesgleichen. Das muß nicht unbedingt mehr unterstützt werden als unbedingt notwendig.

    Siehst du, genau das verstehe ich nicht. Eine Firma muss vor allem Geld verdienen. Da passen solche emotionalen Vorwürfe wie "seine eigene Oma verkaufen", "Selbstherrlichkeit", oder "Egozentrik" einfach nicht ins Bild.
    Meine Meinung zum Thema Google hatte ich ja an so manchen Stellen hier bereits gepostet: Ohne Google sähe das Internet heute ganz anders aus, und wäre wesentlich monetärer, wo es heutzutage mit Werbung finanziert wird, und an vielen Stellen kostenfrei ist. Das macht sie nicht zu Heiligen, aber, eben darum geht es auch überhaupt nicht. Nochmals: Eine Firma möchte Geld verdienen. Nicht Everybody's Darling sein, oder der Teufel auf Erden. Das ist einfach alles viel zu emotional, und "vermenschlichend" gedacht. Google ist keine Person. Google ist eine Firma, die sich finanzieren muss. Meinetwegen auch mit harten Bandangen kämpft. Das ist halt der amerikanische Markt. Mit Verlaub, davon verstehen wir Deutschen halt mittlerweile auch nicht mehr allzu viel, denn, auf diesem Markt spielen wir überhaupt keine Rolle, wie auf vielen anderen Märkten mittlerweile auch nicht mehr.
    @rven: ich habe mir eM Client mal interessehalber installiert und eigentlich für ziemlich gut befunden. Aber: auf meine bei Outlook.com geführten Kontakte kann ich nicht zugreifen, richtig? Habe zwar gelesen, "Ihre Kontakte können fast mit jedem beliebigen Dienst ... synchronisiert werden", finde aber nichts.
    Aber: auf meine bei Outlook.com geführten Kontakte kann ich nicht zugreifen, richtig?

    ... du musst nur dein MS-Konto hinzufügen, dann klappt es auch.
    Habe ich inzwischen auch rausgefunden, funktioniert aber nicht. Er rödelt stundenlang rum, d.h. das Fenster zur Eingabe das Passwortes erscheint nicht.
    Nachtrag: Fehler gefunden, jetzt ist alles da. Aber ob ich knapp 80 € (für PC und NB) ausgeben will, muß ich mir noch sehr überlegen. Der für mich einzige Vorteil gegenüber Windows Live Mail wäre der Zugriff auf die Outlook-Kontakte.
    ma99
    Aber: auf meine bei Outlook.com geführten Kontakte kann ich nicht zugreifen, richtig? Habe zwar gelesen, "Ihre Kontakte können fast mit jedem beliebigen Dienst ... synchronisiert werden", finde aber nichts.

    Dazu kann ich leider nichts sagen, da ich mit Outlook bisher nichts zu tun hatte.
    @ ma99,
    dann benutze doch so wie ich den Thunderbird mit den entsprechenden AddOns
    - Lightning
    - TbSync
    - Provider für Exchange ActiveSync
    damit hast du dein komplettes MS-Konto unter TB, Outlook und Tschüss :hallo
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