Nach Beitritt zum OIN: FSF und SFC äußern Erwartungen an Microsoft

Nach Beitritt zum OIN: FSF und SFC äußern Erwartungen an Microsoft

Nachdem gestern bei Beitritt von Microsoft zum Open Invention Network (OIN) bekannt wurde, schlug das erwartungsgemäß einige hohe Wellen in der OpenSource-Gemeinde. Zuvor waren die Redmonder auch schon dem LOT-Netzwerk beigetreten, was sich dem Schutz gegen Patenttrolle verschrieben hat. Während beide Nachrichten seitens Microsoft als sehr weitreichende Schritte gesehen werden können, fielen die Reaktionen der Anhänger freier Software erwartungsgemäß deutlich nüchterner aus.

John Sullivan, der Geschäftsführer der Free Software Foundation (FSF), lobte den Vorstoß von Microsoft zwar als wichtigen Schritt, kritisierte aber zugleich, dass dieser noch nicht weit genug geht. Vor allem einige schwammige Formulierungen veranlassen die FSF dazu, drei konkrete Forderungen an Microsoft zu stellen. So sollen die Redmonder klarstellen, dass alle Patentverletzungsansprüche gegenüber der Verwendung von Linux in Android fallen gelassen werden, und sich dafür einsetzen, dass per Definition alle Pakete, die ein GNU/Linux-System verwendet, in die Liste der geschützten Pakete des OIN aufgenommen werden. Drittens sollen alle bisher „erpressten“ Gelder dazu verwendet werden, sich etwa beim US-Kongress für die effektive Abschaffung aller Patente, die Ideen in Software abdecken, einzusetzen.

Misstrauisch äußerte sich zudem Bradley M. Kuhn von der Software Freedom Concervancy (SFC). Er forderte Microsoft auf, als Zeichen des guten Willens den Code von exFAT unter die GPL-Lizenz zu stellen und in den Linux-Kernel einzubringen. Microsoft hatte in der Vergangenheit öfter exFAT-Patente gegen Linux geltend gemacht.

Quelle: linuxnews.de

Über den Autor
Kevin Kozuszek
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Seit 1999 bin ich Microsoft eng verbunden, daneben schlägt mein Herz aber auch für die OpenSource-Welt, wo mein besonderes Interesse der Mozilla Foundation gilt. Wenn ich mich mal nicht mit Technik beschäftige, tauche ich gerne in die japanische Kultur mit all ihren Facetten ab oder widme mich einem meiner zahlreichen anderen Hobbies.

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Kommentare
  1. Vermutlich geht es um "ExFAT", nicht "extfat". Und da hat Microsoft dann auch keine Patente gegenüber Linux geltend gemacht, sondern gegenüber Herstellern von Android Geräten.
    Wer gegen Geld verdienen durch geistige Arbeit und somit geistiges Eigentum und Patente ist, möge bitte auch sein eigenes Gehalt stets spenden. Zumindest die, die Anarchie und Sozialismus gut finden. Arbeiten sollen die anderen.
    OliverL
    Wer gegen Geld verdienen durch geistige Arbeit und somit geistiges Eigentum und Patente ist, möge bitte auch sein eigenes Gehalt stets spenden. Zumindest die, die Anarchie und Sozialismus gut finden. Arbeiten sollen die anderen.

    Ich denke nicht, dass ratsam ist, mit Halbwissen jetzt in die Politik hier einzusteigen. Wer Sozialismus mit Anarchie verbindet, sollte aber auch gleich sagen, dass er seine private Ideologie auf Stammtischniveau unters Volk bringen will.
    Die Leute aus der OpenSource-Ecke damit zu beschimpfen, weil sie vermutlich zeigen wollen, dass sie nicht beeindruckt oder eingeschüchtert sind und weiter skeptisch bleiben, ist genauso wenig zielführend.
    Ich weiß, dass in Teilen Deutschlands und andernorts gerne der Wert des Lebens über die Arbeit festgelegt wird, was aber genauso eine Ideologie wie Kommunismus ist oder wie jede weitere "brillante" Idee zum großen Ganzen, was mich heutzutage aber eher erinnert an Affendressur.
    @OliverL
    Gerne, auch bitte mit voller Haftung bei Schäden und Nachfolgeregelung, falls die Firma oder den Entwickler das Zeitliche segnet ;-)
    @anthropos: Ich habe eigentlich gar keinen Zweifel daran, dass es bei Open Source nicht um das reine Vereinfachen der Softwareentwicklung geht, denn, oft steht eine Open Source-Lizenz eher im Weg, als dass sie vereinfachen würde. Es geht mit Sicherheit auch vor allem um Ideologien, die der sozialen Marktwirtschaft entgegen stehen. Von daher halte ich den Einwurf von OliverL für durchaus berechtigt. Leider vernachlässigen solche Bestrebungen immer vor allem eins: Die menschliche Natur. Ich denke, die Geschichte hat sehr deutlich gezeigt, dass der Mensch nicht immer Friede Freude Eierkuchen, und immer sozial zu seinen Mitmenschen ist. Und vor allem, dass wir unterschiedlich sind, und daher ein System der Gleichmachung, und Entziehung der Grundlage, auf der Motivation, und Wille sich zu verbessern basieren, dem Menschen einfach nicht gerecht wird.
    @chakko
    Soziale Marktwirtschaft würde ich nicht in den Mund nehmen und darüber eine Diskussion anstoßen in einem Technik-Forum, vor allem weil Vielen nicht klar ist, wie unterschiedlich man da denkt.
    Das wird sogar schon bei Wikipedia deutlich, wenn man denselben Artikel in Deutsch und Englisch vergleicht, sie soll im Englischen sein ein "model combining a free market capitalist economic system alongside social policies that establish both fair competition within the market and a welfare state". Eine Mischung aus Kapitalismus und Wohlfahrtsstaat, das ist nicht das Prinzip "friss oder stirb", es ging um Anreize, etwas beizutragen, aber selbst wenn man unfähig ist, wird man aufgefangen vom Ganzen, einfach so.
    Und wenn jetzt noch gesprochen wird von "menschlicher Natur", dann werden wir wieder stoßen auf allerhand Ideologien, und ganz ehrlich, wenn ich mir die Nachrichten ansehe, dann wurde diese "menschliche Natur" heute in keinster Weise gezähmt, vielleicht in einem Betrieb, wo die Mitarbeiter mit gesenktem Blick kuschen alles tun, was Chef verlangt, weil es leider nur Qualitätskontrollen bei Mitarbeiter gibt, aber nicht bei dem einen Mitarbeiter, der das Unternehmen begonnen hat, der sich jetzt Chef nennt. Und mit diesem System befinden wir uns zurzeit eher im Rückwärtsgang, indem wir die Demokratie abschaffen auf einen Rumpf, während wir einen Großteil der Leute zu einem Rohstoff machen, den man verheizen muss, um den Markt laufen zu lassen, die sind dann das Futter für die Maschinen.
    Gott sind die arrgoant, anstatt einfach mal dankbar zu sein und zusagen, danke MS guter Schritt. Wird gleich genörgelt.
    Mich wundert's ehrlich gesagt kein bisschen. So sind sie halt, in dem Umfeld. Wenn Microsoft sich darauf einlassen moechte, deren Entscheidung.
    Richtig, so sehe ich das auch. Lange genug habe ich miterlebt, wie bei jeder Gelegenheit Microsoft herhalten musste. Es gibt genug Dinge, weswegen man sich aufregen kann über Microsoft, aber diese Ablehnung, als wäre Microsoft der Klassenfeind ... ein wenig aus der Zeit gefallen.
    Mich nerven halt die, die den Hals nicht voll bekommen und von anderen noch mehr fordern als ihnen gerade geschenkt wurde. Vor allem, wenn von Erpressung bei legaler und legitimer Anwendung von Patentrecht gefaselt wird. Sorry, für mich sind das Neider und Anarchisten. Dankbarkeit statt Hassrede liegt halt nicht in der Natur von so manchem Menschenschlag.
    Nico Höhn
    Gott sind die arrgoant, anstatt einfach mal dankbar zu sein und zusagen, danke MS guter Schritt. Wird gleich genörgelt.

    Och, das ist human. Ich könnte da ganz spontan so einige Namen aus dem Hut zaubern, die sind Microsoft und Unternehmen dieser Kategorie mal so richtig abgeneigt. Gibt ja in Deutschland bekannte Blogger wie den Mike Kuketz, der da wirklich ne Fundamentalopposition pflegt (aber mit vielem durchaus recht hat, das muss man ihm lassen, er weiss, wovon er redet), oder - speziell auf Microsoft bezogen - so YouTuber wie dzme Linux oder Switched to Linux, das sind dann wirklich harte Bretter.
    Für die FSF und die SFC hat das halt nichts mit Dankbarkeit zu tun. Alles, was nicht freie Software ist, ist für diese Bewegungen nunmal unethisch und soll nach Möglichkeit eliminiert werden, da die Software "die Nutzer kontrolliert und keine Freiheit garantiert". Das nur zur Einordnung, das schreibt das GNU-Projekt z.B. auch so auf seiner Homepage.
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