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Nach Kritik der Wettbewerber: Microsoft will seine Cloud-Lizenzierung anpassen

Nach Kritik der Wettbewerber: Microsoft will seine Cloud-Lizenzierung anpassen

In den letzten Monaten hatten sich Wettbewerber über Microsofts Produktlizenzierung beschwert, mit der sich die Redmonder nach Auffassung der Konkurrenz einen unfairen Vorteil verschaffen. Nun hat Microsoft reagiert und Nachbesserungen versprochen.

Beschwerden sind unter Wettbewerbern nicht ungewöhnlich, man klagt quasi ständig übereinander. In diesem Fall hatten sich aber auch Kunden unzufrieden geäußert und zuletzt war auch die EU aufmerksam geworden und hatte eine Untersuchung eingeleitet. Das angekündigte „Entgegenkommen“ dürfte daher durchaus eine Maßnahme sein, um drohendes Ungemach abzuwenden.

Konkret geht es darum, dass die Nutzung von Microsoft-Produkten wie Office, Windows, Windows Server oder SQL-Server teurer ist, wenn man dafür nicht Microsoft Azure, sondern beispielsweise Amazon AWS oder die Google Cloud verwendet. Die Lizenzierung ist so gestrickt, dass die Preise höher sind, wenn der Einsatz nicht auf der Infrastruktur von Microsoft erfolgt. Der entsprechenden Kritik war Microsoft bislang mit dem Argument begegnet, dass sie ihren Wettbewerbern ebenfalls das Recht einräumen würden, ihre Lizenzpolitik frei zu gestalten.

In der letzten Woche war Microsofts Brad Smith auf Europareise, in diesem Zusammenhang wurde ein Blogpost mit fünf Prinzipien veröffentlicht, denen sich Microsoft bei seinen europäischen Cloud-Lösungen verschreibt:

  • Wir werden sicherstellen, dass unsere öffentliche Cloud den Bedürfnissen Europas entspricht und den europäischen Werten dient
  • Wir werden sicherstellen, dass unsere Cloud eine Plattform für den Erfolg europäischer Softwareentwickler bietet
  • Wir werden mit europäischen Cloud-Lösungsanbietern zusammenarbeiten und sie unterstützen.
  • Wir stellen sicher, dass unsere Cloud-Angebote die Bedürfnisse der europäischen Regierungen erfüllen, und zwar in Zusammenarbeit mit lokalen und vertrauenswürdigen Technologieanbietern.
  • Wir erkennen an, dass die europäischen Regierungen die Technologie regulieren, und wir werden uns an diese Bemühungen anpassen und sie unterstützen.

Im Verlauf des Beitrags geht es dann etwas weiter ins Detail und dort kann man nachlesen, dass Microsoft es den europäischen Cloud-Anbietern „so einfach wie noch nie“ machen will, Produkte von Microsoft auf ihrer eigenen Infrastruktur einzusetzen. In diesem Zusammenhang sei auch eine „Lockerung“ der Lizenzierungsregeln geplant.

Konkreter wird es in diesem Punkt zwar noch nicht, aber das signalisiert zumindest Bewegung. Gleichzeitig darf man aber auch davon ausgehen, dass sich Microsoft nicht weiter bewegen wird als unbedingt notwendig, das lässt sich auch aus der Pressemitteilung herauslesen, die Microsoft Deutschland hierzu verschickt hat. Dort heißt es, die Ankündigungen „zielen darauf ab, die wesentlichen Vorbehalte auszuräumen. Sie sind ein erster großer Schritt, aber nicht unbedingt der letzte, den Microsoft diesbezüglich unternehmen wird.“

Über den Autor

Martin Geuß

Martin Geuß

Ich bin Martin Geuß, und wie unschwer zu erkennen ist, fühle ich mich in der Windows-Welt zuhause. Seit 15 Jahren lasse ich die Welt an dem teilhaben, was mir zu Windows und anderen Microsoft-Produkten durch den Kopf geht, und manchmal ist das sogar interessant. Das wichtigste Motto meiner Arbeit lautet: Von mir - für Euch!

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