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Nachrüsten einer M2.SSD an einem Budget-Notebook: Lohnt sich das?

Nachrüsten einer M2.SSD an einem Budget-Notebook: Lohnt sich das?

Es gibt mittlerweile eine große Anzahl wirklich günstiger Notebooks mit vernünftiger Ausstattung und solider Verarbeitung. Das TrekStor Primebook P14 fällt in diese Kategorie. Es kostet knapp 350 Euro und bietet dafür ein stabiles und wertiges Metallgehäuse, eine absolut brauchbare Tastatur, ein gutes FullHD-Display (14,1 Zoll) und einen Fingerprint-Reader, der Windows Hello unterstützt.

Wie jedes andere günstige Gerät muss aber auch das Primebook P14 Kompromisse machen. Das beginnt bei 4 GB RAM, geht beim Intel Celeron N4200 weiter und endet bei der 64 GB großen SSD, die auf eMMC-Speicher setzt.

Es passiert leider häufig, dass Nutzer, deren Hardware ein Vielfaches kostet, derartige Geräte für unbrauchbar erklären. Das sind sie für deren Zwecke in der Tat, aber für sie sind sie ja auch nicht gemacht. Menschen, die 350 Euro für ein Notebook ausgeben, sind selten IT-Experten, aber sie wissen sehr wohl, dass sie für diesen Preis keine Wunder erwarten dürfen, und daher hört man sie auch meist sagen: „Für mich reicht das“.

Wenn über Geräte mit eMMC-Speicher berichtet wird, fällt dabei fast immer das Wort „langsam“. Gemessen an der Leistungsfähigkeit aktueller SSDs ist das relativ betrachtet vollkommen korrekt, aber auch hier vergisst man gerne, dass der langsame eMMC-Speicher in den meisten Fällen immer noch schneller ist als mechanische Festplatten.

Ich habe beim Primebook P14 einen einfachen Test mit AS SSD Benchmark gemacht, hier ist das Ergebnis:
Das Primebook P14 mit eMMC-Speicher
Wie gesagt weit entfernt von dem, was eine moderne SSD zu leisten vermag.

Nun gibt es beim TrekStor Primebook P14 eine Besonderheit, die man zuletzt häufiger in Budget-Notebooks vorfindet: Auf der Rückseite befindet sich eine kleine Service-Öffnung, über die eine M2.SSD nachgerüstet werden kann. Damit kann man entweder nur den Speicher erweitern oder das Betriebssystem umziehen – dafür wird True Image 2018 vorinstalliert mitgeliefert. Ich bin allerdings den radikalen Weg gegangen und habe bei meinem Test Windows 10 komplett neu installiert.

Das M2-Modul bietet TrekStor in drei Größen an:

  • 64 GB für 49 Euro
  • 128 GB für 79 Euro
  • 256 GB für 109 Euro

Für meinen Versuch stand mir die Version mit 64 GB zur Verfügung (sowohl das PrimeBook P14 als auch die M2.SSD wurden von TrekStor zur Verfügung gestellt).

M2.SSD Modul von TrekStor zum nachträglichen Einbau

Der Einbau ist mit wenigen Handgriffen erledigt. Einen Mini-Schraubendreher liefert TrekStor mit, damit lässt sich die Schraube auf der Rückseite lösen. Man entfernt die eindeutig beschriftete Abdeckung sowie den kleinen Platzhalter, anschließend setzt man das M2-Modul ein – es passt nur so, wie es auch richtig ist, kein Verdrehen möglich. Selbst für Laien stellt der Einbau kein Problem dar.

M2.SSD Modul von TrekStor zum nachträglichen Einbau

Nach erfolgreichem Einbau und der Neuinstallation von Windows stellt sich nun die spannende Frage: Was hat es gebracht? Also werfen wir erneut AS SSD Benchmark an und lassen es seine Arbeit machen. Das Ergebnis spricht eine deutliche Sprache: Alle Werte sind signifikant besser. Vor allen Dingen der 4K-64THRD-Wert, der sich unter anderem auf die Performance beim Hochfahren und beim Start von Programmen auswirkt, hat sich mehr als verzehnfacht:

Das Primebook P14 mit M2.SSD

Soweit die Theorie. Bessere Benchmark-Werte sind allerdings nutzlos, wenn man keinen Unterschied spürt. Doch genau das ist der Fall, die M2.SSD beschleunigt das System ganz erheblich. Die handgestoppte Startzeit liegt mit 23 Sekunden rund 6-7 Sekunden unter dem vorherigen Wert, ganz besonders aber bemerkt man den Geschwindigkeits-Schub beim Öffnen von Dateien bzw. beim Start der zugehörigen Programme. Es zeigt sich erneut: Eine schnellere Festplatte bringt oftmals mehr als eine schnellere CPU.

Der gefühlte Unterschied bei der Arbeitsgeschwindigkeit ist so deutlich, dass man sich unweigerlich fragt, warum TrekStor nicht von Haus aus auf die schnellere SSD setzt. Aber der Preisdruck und die Konkurrenz im unteren Segment lassen das wohl einfach nicht zu.

Wer also beim Kauf eines Notebooks auf den Preis achten will bzw. muss, aber noch ein paar Euro über hat, der sollte ganz ernsthaft darüber nachdenken, sich eine M2.SSD zu gönnen. Es lohnt sich definitiv.

Über den Autor

Martin Geuß

Martin Geuß

Ich bin Martin Geuß, und wie unschwer zu erkennen ist, fühle ich mich in der Windows-Welt zuhause. Seit 15 Jahren lasse ich die Welt an dem teilhaben, was mir zu Windows und anderen Microsoft-Produkten durch den Kopf geht, und manchmal ist das sogar interessant. Das wichtigste Motto meiner Arbeit lautet: Von mir - für Euch!

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