.NET Core: Microsoft will API-Portierung offiziell abschließen

.NET Core: Microsoft will API-Portierung offiziell abschließen

Das klassische .NET Framework ist nun schon seit rund 20 Jahren ein integraler Bestandteil in Microsofts Technologien für seine Entwickler und hatte erst vor wenigen Monaten mit Version 4.8 seine letzte offizielle Erweiterung bekommen. Parallel dazu gibt es seit wenigen Jahren .NET Core, eine freie und quelloffene Variante, die von Grund auf neu gestaltet und Ende September erst in der Version 3.0 veröffentlicht wurde. Mit diesem Update kamen aber nicht nur neue Möglichkeiten wie die Entwicklung klassischer Desktop-Apps unter Windows hinzu, auch die Portierung von APIs aus dem klassischen .NET Framework auf .NET Core will Microsoft damit nun abschließen.

Dass Technologien wie AppDomains, Web Forms, WCF Server, Remoting oder Windows Workflow nicht auf die neue Basis portiert werden, kündigte Scott Hunter, der Chef von .NET bei Microsoft, schon vor einigen Monaten auf der BUILD 2019 an. Entsprechend will Microsoft seine Ressourcen künftig auf die Integration neuer Technologien in .NET 5 ff. konzentrieren. Gleichzeitig sollen weitere Bestandteile des klassischen .NET Frameworks unter die MIT-Lizenz gestellt werden, damit die Community im Einzelfall mit eigenen Projekten diese Lücken auffüllen kann. Erste Projekte sind mit CoreWF und CoreWCF auch schon in aktiver Entwicklung.

Zunächst wird mit .NET Core 3.1 im November noch eine weitere Version für die aktuelle Basis erscheinen. Das nächste große Update wird mit .NET 5 dann im November 2020 erwartet und läutet den neuen Aktualisierungszyklus für das .NET-Ökosystem ein.

Quelle: Golem via: GitHub

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Kevin Kozuszek
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Seit 1999 bin ich Microsoft eng verbunden, daneben schlägt mein Herz aber auch für die OpenSource-Welt, wo mein besonderes Interesse der Mozilla Foundation gilt. Wenn ich mich mal nicht mit Technik beschäftige, tauche ich gerne in die japanische Kultur mit all ihren Facetten ab oder widme mich einem meiner zahlreichen anderen Hobbies.

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Kommentare
  1. Kapiere den Inhalt nicht richtig.
    Core wird doch gepusht, oder hab ich da was falsch verstanden?
    Darum auch die API Portierung.
    Und im nächsten Absatz dann …Technologien nicht portiert… stattdessen Konzentration auf .Net 5 …
    Ich Blick da nicht mehr durch muss ich ehrlich gestehen.
    @ZAG: Gewisse (oben genannte) Technologien werden nicht mehr portiert und gibts es mit .NET Core nicht. Grund ist eigentlich (mehr oder weniger) durchgehend, dass diese Technologien veraltet sind und es sich nicht lohnt diese zu portieren, da es inzwischen modernere/sichere/bessere Alternativen gibt oder nicht in Linux und MacOS umsetzbar sind.
    Die nächste Version ist dann .NET 5 ohne Framework und ohne Core im Namen, basiert aber auf .NET Core und wird schneller weiterentwickelt
    pocki_c
    Die nächste Version ist dann .NET 5 ohne Framework und ohne Core im Namen, basiert aber auf .NET Core und wird schneller weiterentwickelt

    Haste schon alle richtig erklärt, aber was den Punkt angeht, muss man es etwas genauer fassen. Die neue PowerShell hat ja die gleiche Thematik hinter sich. Die aktuelle Version 6.x trägt auch den Namen PowerShell Core, die kommende Version 7.0 wird den Namenszusatz ablegen und auf Basis von .NET Core 3.x irgendwann Anfang 2020 auch in irgendeiner Form neben der älteren Windows PowerShell fest in Windows 10 verankert.
    .NET steht in der Hinsicht genau der gleiche Prozess bevor. Bis einschließlich .NET Core 3.1 trägt es auch noch das Core im Namen, während das alte .NET Framework mit Version 4.8 schon im Frühjahr sein letztes Funktionsupdate bekommen hat. .NET 5 ff. basiert auf der Arbeit von .NET Core, führt aber gleichzeitig die quelloffenen Varianten von .NET - einschließlich Mono - zusammen. Ob .NET dann schneller weiterentwickelt wird, darüber kann man streiten. De facto gibt es jedes Jahr im November ab 2020 ein großes Release, wobei alle zwei Jahre eine LTS-Version rauskommt. .NET Core 3.1 macht da den Anfang, ehe .NET 6 ihn dann 2021 als nächste LTS-Version ablöst.
    Ah, danke für die Erklärung.
    Also sollte man neue Projekte grundsätzlich schon auf Basis von .Net Core entwickeln, wenn man gewisse APIs nicht benötigt? Oder gibt es da noch andere Dinge zu beachten bezüglich Kombatibilität usw.?
    @ZAG
    Wenn man für bestehende Projekte noch auf das klassische .NET Framework angewiesen ist und da auf gewisse Schnittstellen nicht verzichten kann oder will, ist das sicherlich kein Drama, wenn man erstmal die letzte Version 4.8 ins Auge fasst. Microsoft versorgt die Versionen 3.5 und 4.8 in Windows 10 über separate kumulative Updates weiter mit Fehlerkorrekturen und Sicherheitsoptimierungen. Allerdings haben sie auch immer gesagt, dass sie für das bisherige .NET Framework nur wenige Erweiterungen von denen, die auch für .NET Core umgesetzt wurden, auf die ältere Basis übertragen.
    Letztlich spielt die Musik ab jetzt bei .NET Core bzw. ab nächstem Jahr bei .NET 5 ff., das klassische .NET Framework wird keine neuen Funktionen mehr bekommen. Wer also ein neues Projekt startet, wo die Fähigkeiten von .NET Core 3.0 ff. schon ausreichen, oder wer ein bestehendes Projekte ohne größere Verluste portieren kann, sollte das auch tun. Rick Brewster, der Entwickler von Paint.NET, hatte zum Beispiel zu Weihnachten 2018 schon über seine Pläne für dieses und nächstes Jahr gesprochen, und die oberste Priorität hatte da auch die Portierung vom .NET Framework auf .NET Core 3.0, sobald Microsoft das als finale Version veröffentlicht hat. Das ist ja nun mit Visual Studio 2019 16.3 im Rahmen des .NET Conf 2019 passiert.
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