Netzbremse wegen Coronakrise auch bei Xbox Live

Netzbremse wegen Coronakrise auch bei Xbox Live

Weil wegen der Corona-Pandemie die Menschen derzeit sehr viel mehr Zeit zuhause verbringen und viele davon zwangsweise mehr Freizeit haben, steigt die Internet-Nutzung auch im Bereich der Unterhaltungsdienste rapide an. Dabei werden die Netzwerke bis an ihre Belastungsgrenze und manchmal auch darüber hinaus beansprucht.

Dort, wo Probleme auftreten, wird natürlich schnell Kritik an der Cloud mit ihren vermeintlich unendlichen Ressourcen laut. Es sollte allerdings klar sein, dass alle Anbieter zwar Reserven vorhalten, aber letztlich schon aus rein betriebswirtschaftlichen Gründen den Einsatz von Hardware und Bandbreite sinnvoll planen müssen. Dass ein solch plötzlicher und rapider Anstieg der Nutzung nicht einfach aufgefangen werden kann, sollte einleuchten.

Microsoft muss daher nicht nur bei Office 365 Einschränkungen vornehmen, auch das Spielenetzwerk Xbox Live bekommt eine „Netzbremse“ verpasst. Gegenüber Engadget äußerte sich Dave McCarthy von Microsoft, dass man die Dienstnutzung permanent überwache und temporäre Anpassungen vornehme, um allen Gamern ein möglichst reibungsloses Spielvergnügen zu ermöglichen.

Weiter ins Detail geht das Statement nicht, aber es dürfte klar sein, dass Multiplayer-Games Vorrang genießen und man eher bei den Nebenfunktionen oder bei den Spiele-Downloads auf die Bremse tritt, um die Netze zu schonen. Wenn ein Download derzeit ein wenig länger dauert als sonst, ist das sicherlich eine Einschränkung, die man verschmerzen kann.

Leider gibt es bei dem Thema wieder einmal Gamer-Bashing in den sozialen Netzwerken. „Lest mal ein Buch, statt das Netz mit eurem unwichtigen Kram zu verstopfen“ – solche oder ähnliche Äußerungen habe ich in den letzten Tagen auf Twitter mehrfach gelesen. Die wenigsten dieser Leute werden wissen, dass beispielsweise Onlinegames im Vergleich zu Netflix und Co. vergleichsweise wenig Bandbreite benötigen.

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Martin Geuß
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Ich bin Martin Geuß, und wie unschwer zu erkennen ist, fühle ich mich in der Windows-Welt zu Hause. Seit mehr als zwölf Jahren lasse ich die Welt an dem teilhaben, was mir zu Windows und anderen Microsoft-Produkten durch den Kopf geht, und manchmal ist das sogar interessant. Das wichtigste Motto meiner Arbeit lautet: Von mir - für Euch!
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