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Neue Richtlinien für den Microsoft Store: Standardprovision für Apps bei 12 Prozent, keine Updates für Win32 Apps

Neue Richtlinien für den Microsoft Store: Standardprovision für Apps bei 12 Prozent, keine Updates für Win32 Apps

Der Microsoft Store unter Windows soll einen Neustart hinlegen. Schöner und schneller soll er werden, und vor allen Dingen offener. Künftig kann jede Art von Applikation in den Store eingeliefert werden, außerdem will Microsoft weniger Geld von den Entwicklern.

Diese und weitere Neuerungen wurden in der letzten Woche im Rahmen der Vorstellung von Windows 11 angekündigt, allerdings kommt der neue Store auch für Windows 10. Die Vorbereitungen darauf sind in vollem Gang, die Richtlinien für Entwickler wurden bereits aktualisiert.

Die aktuelle Fassung kann unter diesem Link eingesehen werden (Vielen Dank an unser Community-Mitglied DonRolando für den Hinweis).

Dort kann man lesen, dass die Standard-Provision für Apps ab dem 1. August 12 Prozent beträgt. Das betrifft allerdings nur solche Apps, bei denen Microsoft die Kaufabwicklung über den Store übernimmt. Wer als Entwickler seine Kunden selbst in den Store leitet und auch eigenständig abrechnet, der muss überhaupt keine Gebühren mehr an Microsoft abführen. Bei Spielen bleibt hingegen alles wie gehabt, hier behält Microsoft 30 Prozent vom Umsatz als Provision ein.

Diese Änderungen waren im Grundsatz schon bekannt, mein Interesse weckte der neue „Anhang E: Geschäftsbedingungen für Win32 App-Pakete“. Dem Interesse folgte jedoch alsbald Ernüchterung.

Ich hatte mich gefragt, wie Microsoft die Integrität der eingereichten Win32-Applikationen dauerhaft gewährleistet und wie Updates über den Store verwaltet werden. Die Antwort darauf lautet: Überhaupt nicht.

Im besagten Anhang E kann man nachlesen, dass Microsoft ein neu eingereichtes Win32-Paket zwar herunterlädt und überprüft, aber sobald die Freischaltung erfolgt ist, dann war es das im Grunde.

Was für mich noch schwerer wiegt: Win32-Programme werden nicht über den Store aktualisiert (Der Screenshot stammt von Seite 35 des oben verlinkten Dokuments).

Win32 Apps im Windows Store

Der einzige Vorteil, den man beim Bezug einer Win32-Applikation aus dem neuen Store hat, ist also der Umstand, dass da schon mal jemand drauf geschaut und die grundsätzliche Sicherheit geprüft hat.

Ich weiß nicht so recht, was ich davon halten soll. Die automatische Aktualisierung von Programmen über den Store war für mich bisher das Killerfeature. Bei den Programmen, die ich bisher schon über den Store bezogen habe, ändert sich das nicht, und wenn ich mir künftig ein Programm aus dem Store lade, für das es schon vorher keine automatischen Updates gab, dann wird die Situation dadurch nicht schlechter, als sie war. Trotzdem hatte ich mir mehr von dieser Neuerung versprochen.

Über den Autor

Martin Geuß

Martin Geuß

Ich bin Martin Geuß, und wie unschwer zu erkennen ist, fühle ich mich in der Windows-Welt zu Hause. Seit mehr als zwölf Jahren lasse ich die Welt an dem teilhaben, was mir zu Windows und anderen Microsoft-Produkten durch den Kopf geht, und manchmal ist das sogar interessant. Das wichtigste Motto meiner Arbeit lautet: Von mir - für Euch!

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