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Neues Freigabekonzept für den Windows-Paketmanager WinGet soll Duplikate verhindern

Neues Freigabekonzept für den Windows-Paketmanager WinGet soll Duplikate verhindern

Anlässlich der Entwicklerkonferenz Build hatte Microsoft die finale Version des Windows-Paketmanagers WinGet veröffentlicht. Die Resonanz darauf war so groß, dass sie zu Problemen führte: Zahlreiche Programme waren plötzlich doppelt und dreifach im Verzeichnis von WinGet vorhanden. Ein neues Konzept zur Prüfung und Freigabe soll das in Zukunft verhindern.

Grundsätzlich ist WinGet ein offenes Community-Projekt. Jeder kann an der Open Source Software mitarbeiten, jeder kann neue Programme zum WinGet-Repository hinzufügen. Während der Vorschau-Phase wurden neu angemeldete Programme nach einer einfachen technischen Prüfung automatisch freigegeben. Nach Freigabe der Version 1.0 Ende Mai setzte offenbar ein Ansturm ein, mit dem Microsoft nicht gerechnet hatte. Da aber sowohl die inhaltlichen Vorgaben als auch die Prüfung nicht sonderlich streng waren, führte das dazu, dass zahllose Duplikate entstanden. Die Automatik, die solche Duplikate erkennt und zusammenführt, funktionierte ebenfalls nicht zuverlässig.

Noch immer ist nicht so ganz klar, ob diese plötzliche Schwemme von neu gemeldeten Programmen wirklich gut gemeint war, oder ob es sich um eine Art „Spam-Attacke“ gehandelt hat. Der Zweck wurde jedenfalls erfüllt: Die Schwächen des aktuellen Prozesses wurden aufgezeigt und Microsoft hat reagiert.

Die vollautomatische Prüfung und Freigabe wurde zunächst außer Betrieb genommen, stattdessen werden alle Neueinträge nun von fleißigen Helfern geprüft und freigegeben. Für die Zukunft werden aktuell mehrere Möglichkeiten ausgelotet, um das Verzeichnis sauber und aufgeräumt zu halten. Die Möglichkeit, dass sich alle an der Pflege des WinGet-Katalogs beteiligen können, will man auf jeden Fall aufrecht erhalten. Vor der Übernahme sollen Neueinträge in Zukunft allerdings moderiert werden, um Duplikate oder unvollständige und inhaltlich mangelhafte Einträge abzufangen. Außerdem will man „vertrauenswürdige Publisher“ etablieren, die ihre Einträge weiterhin direkt ins Verzeichnis einstellen können, weil sie entsprechend verlässlich arbeiten.

Ich glaube nach wie vor daran, dass die Gerüchte um einen Windows Store als offene Plattform direkt mit WinGet zusammenhängen, davon hatte ich bereits bei der ersten Vorstellung vor einem Jahr geträumt.

Über den Autor

Martin Geuß

Martin Geuß

Ich bin Martin Geuß, und wie unschwer zu erkennen ist, fühle ich mich in der Windows-Welt zu Hause. Seit mehr als zwölf Jahren lasse ich die Welt an dem teilhaben, was mir zu Windows und anderen Microsoft-Produkten durch den Kopf geht, und manchmal ist das sogar interessant. Das wichtigste Motto meiner Arbeit lautet: Von mir - für Euch!

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