Neues Windows 10 Support-Modell: Für Unternehmen ist wieder fast alles beim Alten

Neues Windows 10 Support-Modell: Für Unternehmen ist wieder fast alles beim Alten

Windows 10 brachte uns „Windows as a Service“ mit halbjährlichen Updates. Ein Modell, das vor allen Dingen den Unternehmen Kopfzerbrechen bereitete, wo man häufige Updates eher scheut. Microsoft hat sein Support-Modell daher bereits mehrfach überarbeitet. Nun wird erneut eine Änderung angekündigt, und mit dieser kehren schon beinahe die „alten Zeiten“ wieder zurück.

Die letzte Änderung der Supportzyklen gab es im Februar 2018, seinerzeit wurde verkündet, dass Windows 10 Enterprise und Windows 10 Education insgesamt 24 Monate Support für das jeweilige Release erhalten. Es war der letzte Versuch, krampfhaft am Modell des „Semi-Annual Channel Release“ festzuhalten. Mir war klar: Sobald sie einen Weg gefunden haben, aus diesem Modell auszusteigen, ohne es offiziell abzukündigen, werden sie das tun. Genau das scheint jetzt gelungen.

Beginnend mit der Version 1809, dem „Windows 10 Oktober 2018“ Update, werden Windows 10 Enterprise und Windows 10 Education für 30 Monate unterstützt. Das gilt allerdings nur für die Herbst-Releases. Die Feature-Updates, die im Frühjahr veröffentlicht werden, behalten ihre Supportfrist von 18 Monaten. Für Windows 10 Pro und Home ändert sich gar nichts.

Die neuen Supportfristen von Windows 10 für Unternehmen

Es scheint ein guter Kompromiss zu sein. Firmen, die immer auf dem aktuellen Stand bleiben möchten, können das Modell der halbjährlichen Updates fahren, diese bei Bedarf aber um bis zu ein Jahr verzögern. Die Firmen, die es ruhiger angehen lassen möchten, müssen nur noch alle zweieinhalb Jahre ein Update ausrollen.

Ich vermute ganz stark, dass damit auch eine Änderung bei der Entwicklung von Windows 10 einher geht. Meine Prognose ist, dass Microsoft größere Änderungen oder umfangreiche neue Features künftig nur noch in die Frühjahrs-Updates einbaut und die Herbst-Releases eher der Wartung und Stabilisierung widmet, um das Risiko für Unternehmenskunden gering zu halten.

Quelle: Microsoft

Über den Autor
Martin Geuß
  • Martin Geuß auf Facebook
  • Martin Geuß auf Twitter
Ich bin Martin Geuß, und wie unschwer zu erkennen ist, fühle ich mich in der Windows-Welt zu Hause. Seit mehr als elf Jahren lasse ich die Welt an dem teilhaben, was mir zu Windows und anderen Microsoft-Produkten durch den Kopf geht, und manchmal ist das sogar interessant. Das wichtigste Motto meiner Arbeit lautet: Von mir - für Euch!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.



Kommentare
  1. Diese Aufteilung der Frühjahrs und Herbst-Updates würde mir persönlich ziemlich gut gefallen. Wenn nur noch im Frühjahr neue Funktionen eingebaut werden (würden), hätten wir damit indirekt 1 Jahr zeit zwischen großen Features, also das, was sich viele gewünscht haben. Und im Herbst kann man sich dann ja um mehr als genug anderes Zeug kümmern, welches schon ewig auf der Strecke liegt (Systemsteuerung, generelle Migration und Anpassung an der UI etc.) Das könnte mir ziemlich gut gefallen :D
    Ja ja, zurückrudern, zumindest einen Teil, und es dennoch Fortschritt nennen: irgendwie witzig.
    Ich begrüße es, kann nur besser werden, weil sie doch noch nicht geschafft haben, fehlerlos und Überflieger zu werden; der Enthusiasmus ging wohl durch.
    Hoffen wir, dass es Windows 10 zugutekommt.
    Das wäre wirklich ein Schema was man auch noch verstehen und durchschauen kann - Vorausgesetzt sie nennen es nicht wieder "Definitive Fall Enthusiast Update" oder so...
    Das finde ich sehr vernünftig. So könnte ich auch immer nur jeden Herbst ein Update fahren und lieber auf das Ausreifen der Funktionen warten anstatt mich die ersten ein bis zwei Monate mit Problemen plagen zu müssen. Die jetzige 1803 Version ist übrigens bei mir einer am schlechtesten funktionierende Windows 10 Version überhaupt. Ich bekomme sowohl auf meinem Surface Pro 3 als auch auf meinem Rechner Zuhause mindestens zwei Bluescreens pro Woche und ich habe bei beiden die Hardware komplett durchgecheckt ohne erkennbaren Defekt. Mit Version 1709 passiert gar nichts und es läuft reibungslos. Ich hoffe das 1809 besser läuft und warte schon auf die finale Version, damit ich eine Neuinstallation bei beiden Geräten anstoßen kann.
    Hallo Martin, bisher hat MS Unternehmen nahegelegt alle Funktionsupdates zu installieren und keine auszulassen. Wie ist hier dann die neue Aussage? Werden direkte Updates mit "Überspringen" von 1-3 Releases komplett supportet werden, oder gibt es hier Einschränkungen?
    Das finde ich sehr gut, dann kann ich meine Education Versionen 30 Monate ohne Probleme fahren lassen und muss mich nicht mit den Funktionsaktualisierungen herum schlagen.
    Administratoor
    Hallo Martin, bisher hat MS Unternehmen nahegelegt alle Funktionsupdates zu installieren und keine auszulassen. Wie ist hier dann die neue Aussage? Werden direkte Updates mit "Überspringen" von 1-3 Releases komplett supportet werden, oder gibt es hier Einschränkungen?

    Das Überspringen eines Release wird jetzt schon unterstützt, und das sogar für alle Windows 10 Versionen. Sonst wären die 18 Monate Support ja gar nicht zu halten. Ich denke, Microsoft wird die offizielle Sprechweise beibehalten - was sie sozusagen unter der Hand offiziell empfehlen, ist ja nun offensichtlich :).
    So ist es, mehr als ein Release zu überspringen wird nicht getestet, heißt aber nicht das es nicht funktioniert. Bisher war das ziemlich schwierig dann noch im Support zu bleiben. Jetzt ist es easy wenn man das Herbstrelease installiert.
    Für Home- und Pro-Edition ändert sich ja nichts. Für Enterprise- und Eductation-Edition wird Microsoft vermutlich in den Updateoptionen, Gruppenrichtlinien, etc. die maximalen Verzögerungszeiten für Funktions-Updates anpassen. Ausgehend von der bisherigen Praxis wird man die Updates, die zwischen 18 und 30 Monaten nach Veröffentlichung einer Version erscheinen, in Home- und Pro-Edition gar nicht installieren können.
    Leider nicht für "Pro".
    Alternativ kann man gleich LTSB/LTSC nehmen. Dann bleibt man flexibler und hat bis zu 10 Jahre, also wie früher.
    Ltsc kann nur alte Hardware, die neuen Chipse gar nicht, sollte man schon wissen, wenn man drüber sprechen will...
    Richtig, aber alle ~ 2 Jahre erscheint eine neue Ausgabe, die dann 10 Jahre Support hat. Es sollten sich also immer Geräte kaufen lassen, die dann entsprechend lange laufen können.
    "LTSC ist eine separate Version und nicht für den Einsatz als Standard-Client vorgesehen."
    Sagt Microsoft(PR). MS Office wird mittlerweile offiziell auf LTSC unterstützt.
    Problem könnte werden wenn der 7 Support aus ist und vermehrt (Win32)Programme ein aktuelleres W10 voraussetzen.
    Stand momentan ist es ein passabler Ersatz für W7/8 mit späterem Supportende.
    Ltsc ist wie Firefox Esr für spezielle Gruppen gedacht, von der Lizenzmöglichkeit ganz zu schweigen, dass Otto Normal da gar nicht rankommt... Download dürfte auch nur über eigenartige Quellen möglich sein.
    G.Born hat sich über die kommende Ltsc ausgelassen, lest bitte dort über die Unzulänglichkeiten nach, ist mit einer Pro oder Enterprise gar nicht vergleichbar.
    was ich nicht verstehe: Windows 10 LTSB 2016 hat exakt die selbe Basis wie Windows Server 2016 (keine Apps, kein Edge) und die nächste LTSC 2019 wird wohl dito "identisch" mit Server 2019 sein. Das ist vergleichbar mit den Pärchen WIN7/2008R2 und WIN8.1/2012R2. Warum machen Microsoft und andere uns die LTSB Version so "madig" als ein ganz spezielles System nur für alte Produktionssysteme - und im Gegensatz dazu ist der Server 2016 der optimale moderne Terminalserver für ganz normale Office Nutzung?
    LTSB ist übrigens als 90 Tage Enterprise Eval Version frei verfügbar, es kann sich jeder selbst ein Bild machen. Ich habe das getan und wünsche mir genau das als Pro Edition.
    Unzulänglichkeiten? Ich habe von der Arbeit viel mit der LTSB/LTSC zu tun. MS hat es anfangs nur für spezielle Gruppen entworfen, aber schnell gemerkt, dass das in den Unternehmen viel Anklang findet. Wir nutzen die 1607 LTSB z.B. überall dort, wo die Leute keinen Store und kein Visual Studio 2017 brauchen.
    .Bernd
    Ltsc kann nur alte Hardware, die neuen Chipse gar nicht, sollte man schon wissen, wenn man drüber sprechen will...

    Was heißt neu, was heißt alt?
    https://docs.microsoft.com/en-us/windows-hardware/design/minimum/windows-processor-requirements
    Du möchtest mir nicht ernsthaft mitteilen, dass die von der LTSB nutzbare Hardware das neueste auf dem Markt ist?
    Zum Artikel von Born
    https://www.borncity.com/blog/2018/06/12/schnapsidee-windows-10-ltsc-und-andere-v1607-basteleien/
    Verzicht auf neue Betriebssystem-Erweiterungen per Featureupdate
    Verzicht auf neue Sicherheitsfunktionen per Featureupdate – LTSC hält nicht Schritt mit den Funktionserweiterungen von Windows Defender ATP.
    Keine Unterstützung für neuere Hardware – Stichwort Windows 10 LTSC 2016 unterstützt keine Intel Chipsets jenseits von Kabylake
    Keine Windows Analytics Upgrade Readiness-Unterstützung bei LTSC
    Keine Unterstützung für den Edge-Browser
    Keine Unterstützung für Cortana
    Keine Unterstützung für Windows Store
    Keine Unterstützung für Surface Hardware
    LTSC unterstützt keine ConfigMgr Express Updates

    Ab Januar 2020 wird Microsoft Office 365 auf LTSC nicht mehr unterstützt.

    Unabhängig vom Umstand, dass manch einer sich Windows 10 so wünscht. Ich auch, hier läuft eine LTSB, aber ich arbeite an einer abgespeckten Pro mit ntlite.
    Klar kann man auch noch irgendwas mit Kaby kaufen, wenn man aber dann noch bedenkt, dass Kaby eingestellt wurde/ist
    https://www.gamestar.de/artikel/intel-prozessoren-kein-coffee-lake-nachfolger-in-2018,3323135.html
    Und Kaby ist laut Nachrichten nur noch Win10-only. (offiziell)
    https://www.pcwelt.de/a/nutzer-patch-windows-updates-auch-fuer-kaby-lake-und-ryzen,3446519
    Warum sollte man sich also eine Hardware anschaffen, die nur ein einem ganz schmalen Fenster von LTSC liegt?
    Ist denn sicher (wurde weiter vorn angesprochen), dass LTSC Coffee Lake und neuere ansprechen könnte mit dem zwei-jährigen Update?
    Dazu der Umstand das Of365 ab 2020 wegfällt - ist das überhaupt für für diese Windows-Schiene gedacht oder eher privat?
    Ich tippe auf "privat", daher haben private Nutzer mit der LTSC keinen Vorteil, wenn gewisse andere Software genutzt wird.
    Wie ich eben weiter lese, wird die LTSC auch nur alle 3 Jahre aktualisiert, also demnächst erst in 2019.
    Ach ja, es muss lauten: LTSB 2016, LTSC 2019 - es gibt noch keine aktuelle LTSC - in dem Sinne ist der Artikel bei Born auch uneinheitlich. (ebenso ist LTSB 2019 nicht korrekt ;))
    Ausnahme: Das aktuelle LTSC-Produkt ist Windows Server 2016.
    https://www.giga.de/downloads/windows-10/specials/windows-10-ltsb-einfach-erklaert-download-moeglich/
    Es ist halt ein Unterschied, wenn man sich nur als Privatanwender mit der LTSB beschäftigt(die Links die du gepostet hast), oder auch beruflich. Man setzt die in dem Unternehmen ja auch ein, um eine stabile Plattform zu haben, bei dem durch keine Funktionsaktualisierungen gravierende Änderungen hervorgerufen werden und man wirklich zehn Jahre ein BS hat, was läuft.
    Für Store, Cortana und Edge besteht auch eigentlich überhaupt kein Bedarf im Unternehmen:eek:
    Wenn Bedarf nach neuen Funktionen besteht, kann man ja nach zwei oder drei Jahren auf die aktuelle LTSC aktualisieren. Einige Funktionen die du bei dir auflistet, sind deshalb ziemlich seltsam, da diese durch spätere Windows Versionen hinzugekommen sind. Die nächste LTSB bzw. jetzt durch die Umbenennung LTSC erscheint diesen Oktober.
    Zu der Entscheidung der Hardware: Ich sehe hier überhaupt kein Problem, erst diese Woche habe ich welche mit Intel aus der 8000-Serie gekauft, die dann die LTSC 1809 bekommen und wenn es zeitlich nicht so hinhaut, die Enterprise 1709/1803. Man hat ja immer die Dokumentation und kann genau planen. Genau wie bei Office, wir verwenden da auch nicht 365, sondern 201x ProPlus.
    Hat jemand vielleicht eine Aussage zu Server 2016, ob sich die Fristen hier auch ändern.
    Danke
    sneaker
    Server 2016 ist in der Full Desktop und auch in der Core Installation eine LTSB Version, also 5+5 Jahre Support, keine Funktionsupdates. Lediglich die sehr spezielle Nano Server Installation wäre hier betroffen.
Nach oben