NexDock v2: Die zweite Generation macht alles besser

NexDock v2: Die zweite Generation macht alles besser

Im Jahr 2016 startete das Crowdfunding-Projekt „NexDock“. Ein Gerät, das wie ein Laptop aussieht, aber keines ist, weil es keine integrierte Recheneinheit hat, sondern nur aus Bildschirm und Tastatur besteht. Das Interesse an dem Projekt war riesig, unter anderem deshalb, weil Windows 10 Mobile nebst Continuum damals noch ein Thema war und das NexDock dafür wie geschaffen schien.

Ich habe mich seinerzeit an der Finanzierung beteiligt, es stellte sich allerdings leider heraus, dass man Continuum mit dem NexDock vergessen konnte. Außerdem waren die Geräte von einer derart minderwertigen Qualität, dass man sie am liebsten kein zweites Mal anfassen wollte.

Trotz der schlechten Erfahrung gehörte ich zu den Leuten, die dafür sorgten, dass die Neuauflage im März 2019 binnen sieben Stunden das Finanzierungsziel auf Kickstarter erreichte. Ich gebe zu, es war die reine Neugier. Was ich mit dem NexDock v2 tatsächlich anfangen soll, wusste ich damals noch nicht. Aber das würde mir sicher noch einfallen. Vor Kurzem kam mein vorbestelltes NexDock 2 dann bei mir an.

Nexdock v2 wartet auf Verbindung

Im Vergleich zum Vorgänger verfügt das NexDock 2 über ein Metallgehäuse und ist in jedweder Hinsicht eine riesige Verbesserung gegenüber der ersten Generation. Das 13,3 Zoll große IPS-Display bietet FullHD-Auflösung im 16:9 Format, und die Qualität ist absolut in Ordnung.

Das NexDock 2 verfügt über folgende Anschlüsse:

  • HDMI-Input
  • USB Type A
  • microSD-Slot
  • 3,5 mm Audio
  • 2 x USB-C

Außerdem sind vier Lautsprecher integriert und die Tastatur ist jetzt beleuchtet. Mit 1.420 Gramm ist das NexDock für ein Laptop ohne Innenleben vergleichsweise schwer.

Der integrierte 6.800 mAh-Akku wird via USB-C geladen, wenn ein Smartphone mit dem NexDock 2 verbunden ist, dann wird auch dieses mit Energie versorgt.

Der Verpackung liegen alle erdenklichen Anschlusskabel und Adapter bei, sodass es kaum nötig sein sollte, sich noch irgend etwas zusätzlich zu kaufen.

Nexdock v2 beigelegte Kabel und Adapter

Eine lokalisierte Variante gibt es nicht, d.h. das NexDock 2 ist ausschließlich mit QWERTY-Tastatur zu haben. Der Preis liegt bei 259 Dollar, und sollte sich niemand finden, der den deutschen Vertrieb übernimmt, fallen für die Lieferung nach Deutschland nochmals 35 Dollar Frachtkosten an.

Die ursprüngliche Idee hinter dem Nachfolger des ersten NexDock war, dass man mit der Intel Compute Card daraus ein vollwertiges Laptop machen kann. Dann aber stellte Intel seinen Scheckkarten-PC ein, und es grenzt an ein Wunder, dass dieser Umstand dem kleinen Unternehmen hinter NexDock finanziell nicht das Genick gebrochen hat. Das „NexPad“, so der geplante Name, war nämlich schon so gut wie fertig entwickelt und wurde auf der CES 2018 präsentiert.

NexPad auf der CES 2018

Nach dem erzwungenen Ende des Projekts widmete man sich fortan dem NexDock 2, verfolgte also den ursprünglichen Ansatz weiter.

Und was kann man nun damit machen?

Das NexDock 2 ist kompatibel mit allen Smartphones, die via USB-C einen Desktop-Modus bieten. Die bekanntesten Vertreter sind Samsung DeX und der EMUI Desktop von Huawei. Auch das Crowdfunding-Smartphone Librem 5 wird unterstützt, ebenso die alternativen Smartphone-Betriebssysteme OXI und Maru OS.

Über den HDMI-Eingang kann man auch einen PC-Stick, einen MiniPC oder einen Raspberry Pi anschließen und so aus dem NexDock 2 einen „richtigen Computer“ machen.

Nexdock v2 mit Samsung DeX Desktop

Wie man auf dem obigen Bild sehen kann, habe ich Samsung DeX mit dem NexDock 2 getestet. Das funktioniert grundsätzlich prima, einzig störend war hier lediglich die bescheidene Performance von DeX, für die das NexDock natürlich nichts kann. Mir fiel bei der Gelegenheit mal wieder auf, wie viel besser die Android-Apps von Microsoft für große Bildschirme optimiert sind als quasi alle anderen.

Was ich in Zukunft mit dem NexDock 2 machen werde? Ich geb’s zu, ich weiß es nicht.

Weitere Infos und eine Bestellmöglichkeit findet ihr auf der Homepage von NexDock.

Über den Autor
Martin Geuß
  • Martin Geuß auf Facebook
  • Martin Geuß auf Twitter
Ich bin Martin Geuß, und wie unschwer zu erkennen ist, fühle ich mich in der Windows-Welt zu Hause. Seit mehr als zwölf Jahren lasse ich die Welt an dem teilhaben, was mir zu Windows und anderen Microsoft-Produkten durch den Kopf geht, und manchmal ist das sogar interessant. Das wichtigste Motto meiner Arbeit lautet: Von mir - für Euch!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.



Kommentare
  1. Bei meinem Huawei P20 Pro wird zwar ein Desktop Modus per USB-C unterstützt, aber die Tastatur und Maus kann man irrsinnigerweise nur über Bluetooth verbinden. Ein Dock vom Lumia funktioniert mit HDMI und USB Sticks, aber nicht mit Tastatur/Maus.
    Du schreibst hier, dass das NexDock mit Huawei Geräten geht. War das jetzt eine Vermutung oder unterstützen andere/neuere Huawei Geräte endlich USB HID?
    Herrlich Dein Kommentar:" Was ich in Zukunft mit dem NexDock 2 machen werde? Ich geb's zu, ich weiß es nicht." So ging es mir damals mit dem Lumia 950xl auch, die Dokingstation war cool aber eigentlich nicht wirklich zu gebrauchen.
    Warum Samsung Hardwaremäßig nicht weiter entwickelt, in Richtung von Samsung DeX, ist für mich nicht nachvollziehbar. Das ist für mich die Innovation.
    Jetzt noch in Form eines Tablets. 250 USD für das NexDoc wäre für mich auch die Max-Grenze, die 1440 Auflösung noch akzeptabel.
    Würde ich nicht noch einen Düsenjet Desktop PC nutzen, wäre das für mich die richtige Lösung.
    Für intensiv MS Office User ist das weniger interessant, da die Mobile MS Office Version bei weitem nicht an die Desktop Varianten heran kommt.
    Ich hoffe das Samsung es nicht weiter vor sich her schleift und entwickelt mal ein Tablet in der Richtung
    Wie wird das Gerät mit Energie versorgt?
    Edit:
    BATTERY
    51 Wh
    7.6 V, 6,800 mAh
    Ein USB-C Anschluss ist zum Laden vorhanden.
    Interessanter Artikel.
    Wird das Lumia 950 direkt unterstützt oder nur mit dem zugehörigen MS Display Dock?
    Wieviel Energie saugt das NexDock2 "aus" dem Handy oder ist der Modus energietechnisch fast so, als würde das Phone solo bedient?
    Wie ist es mit der Laufzeit des NexDock2 ?
    @Eli6271 und ntoskrnl: Danke, habe ich korrigiert bzw. ergänzt.
    @TanteVolker: Das NexDock liefert Strom ans Handy. Wie lange die Laufzeit ist, habe ich nicht überprüft. Ich habe es erst ein Mal geladen und nach diversen Spielereien von insgesamt 2-3 Stunden Dauert steht der Akku bei 75 Prozent.
    @tantevolker mein 950xl konnte ich sogar mit screenmirroing direkt mit meinem TV verbinden. Das Dock diente als Anschluss für Maus Tastatur Drucker und Monitor
    Screen Mirroring ging ohne Docking Station, stimmt.
    Allerdings war bei Verbindung über Kabel zwingend das MS Dock notwendig.
Nach oben