Am Puls von Microsoft

Nokia 7 Plus Review – featuring Nokia 8 Sirocco

Nokia 7 Plus Review - featuring Nokia 8 Sirocco

Außergewöhnliche Situationen erfordern außergewöhnliche Maßnahmen: Ursprünglich hatte ich geplant, das Nokia 8 Sirocco in aller Ruhe zu testen und mich danach dem Nokia 7 Plus zu widmen, da ich davon ausging, auf Letzteres ohnehin noch etwas warten zu müssen. Dann aber traf das Nokia 7 Plus unerwartet schnell ein – und was soll ich sagen? Es hat das Nokia 8 Sirocco binnen kürzester Zeit vom Tisch bzw. von meiner Handfläche gefegt.

Ich greife vorweg: Das Nokia 7 Plus ist grandios. Ich muss sehr lange zurück denken, wann mich ein Smartphone zuletzt derart auf Anhieb begeistert hat. Wenn mich jemand fragt, warum man für ein Smartphone mehr als 400 Euro ausgeben sollte, dann fallen mir aktuell keine Gründe mehr ein.

Aber kommen wir nochmal zum Nokia 8 Sirocco zurück. Meine ersten Eindrücke hatte ich euch ja bereits geschildert, und sehr schnell stand für mich fest: Viel mehr gibt es über das Gerät auch nicht zu sagen. Nicht falsch verstehen, es sieht toll aus, ist hervorragend verarbeitet und bietet eine tolle Performance. Es hat alles, was ein tolles Smartphone braucht, aber der Preis von 749 Euro ist einfach nicht gerechtfertigt. Wenn ich einen Top-Preis bezahle, dann will ich die aktuellste Hardware haben, ob das nun einen fühlbaren Unterschied macht oder nicht.

Bevor wir uns exklusiv dem Nokia 7 Plus widmen legen wir die beiden Geräte noch neben- und aufeinander, damit ihr einen Vergleich habt. Das Nokia 8 Sirocco ist jeweils das kleinere.

Nokia 7 Plus versus Nokia 8 Sirocco

Nokia 7 Plus versus Nokia 8 Sirocco

Nokia 7 Plus versus Nokia 8 Sirocco

Die Kameras, die auf dem Papier quasi identisch sind, hatte ich bereits einem Vergleich unterzogen, der den Verdacht nahe legt, dass die Unterschiede nur in der Software liegen. Stichwort Software: Ich nutze – wie in dem Vergleichsartikel erwähnt – auf dem Nokia 7 Plus die portierte Google-Kamera und bin mit den Ergebnissen super zufrieden. Hier ein aktueller Schnappschuss:

Schnappschuss mit dem Nokia 7 Plus

Und damit dann nun endgültig zum Nokia 7 Plus. In der Verpackung finden wir neben dem Gerät selbst eine einfache Schutzhülle, das Ladekabel und ein Headset:Nokia 7 Plus Unboxing

Die technischen Daten:

  • 6 Zoll Display, 2160×1080 Pixel, Gorilla-Glas 3
  • CPU: Qualcomm Snapdragon 660 (4×2,2 Ghz)
  • 4 GB RAM
  • 64 GB interner Speicher
  • microSD/Dual SIM-Kombislot (entweder/oder)
  • Hauptkamera: 12 MP/13 MP Dual-Kamera mit Dual LED-Blitz
  • Frontkamera: 16 MP
  • Anschlüsse: USB-C, 3,5 mm Audio
  • Akku: 3.800 mAh
  • Maße: 158x75x9,55mm
  • Gewicht: 183 Gramm
  • Betriebssystem: Android One (Update auf 8.1 wird beim Setup geladen)

Der Spaß beginnt schon beim Auspacken. Das kupferfarbene Gehäuse und die ebenfalls kupferfarbigen Zierelemente um Display, Kameralinsen und Fingerabdruck-Sensor machen das Nokia 7 Plus sofort zum Hingucker und lassen keinesfalls vermuten, dass es sich “nur” um ein Gerät der Mittelklasse handelt.

Nokia 7 Plus Seitenansicht

Dieser Eindruck setzt sich fort, wenn man es in die Hand nimmt: Die matte Rückseite ist angenehm griffig und deutlich weniger anfällig für Fingerabdrücke als die meisten glänzenden Rückseiten der Edel-Smartphones. Weniger ist hier deutlich mehr, hinsichtlich der Haptik ist das Nokia 7 Plus für mich einfach perfekt.

Nokia 7 Plus Rueckseite

Als jemand, der seit Jahren nur Highend-Smartphones verwendet, hatte ich ein klein wenig Sorge bezüglich der Performance, diese war jedoch vollkommen unbegründet. Bei den alltäglichen Aufgaben (Messenger, Surfen, was man halt mit einem Smartphone so macht) spürte ich keinen Unterschied zum Nokia 8 oder zum Samsung Note 8, das ich vorher lange Zeit genutzt habe. Legt man die Geräte direkt nebeneinander, dann sind die Flaggschiffe schon ein bisschen schneller, aber keinesfalls so sehr, dass es den doppelten Preis rechtfertigen würde.

Sensationell ist die Akkulaufzeit des Nokia 7 Plus. Ich bin derzeit “so halb” im Urlaub, mache daher sehr viele Fotos und nutze das Phone auch sonst häufiger als im normalen Büro-Alltag. Auf weniger als 38 Prozent am späten Abend konnte ich den Akku des Nokia 7 Plus dennoch nicht drücken. Ich behaupte, dass man auch bei intensivster Nutzung über einen langen Tag kommen wird. Per Quick Charge ist es in knapp zwei Stunden wieder vollgetankt, drahtloses Laden gibt es leider nicht. Irgendwo muss der Preisunterschied dann eben doch stecken, dies ist aber wirklich das einzige Feature, welches ich so wirklich vermisse.

Ansonsten liefert das Nokia 7 Plus jede Menge gute Gründe für die Behauptung, dass es im Grunde genommen blanker Unsinn ist, heutzutage noch mehr als 400 Euro für ein Smartphone auszugeben. Kamera, Prozessorleistung und Display sind bei diesen Geräten – und ganz besonders beim Nokia 7 Plus – auf absolutem Top-Niveau, das fühlt sich alles wirklich nicht mehr nach einem Kompromiss an.

Das Nokia 7 Plus ist eine brandheiße Kaufempfehlung und treibt mich zu Superlativen: Ich möchte behaupten, dass ich noch nie ein Smartphone mit einem besseren Preis-/Leistungsverhältnis in den Fingern hatte. Meiner Meinung nach sollte Nokia/HMD Global genau diesen Ansatz weiter verfolgen und die Flaggschiffe Flaggschiffe sein lassen. Viele Kunden scheinen das auch ganz ähnlich zu sehen wie ich, denn aktuell ist das Nokia 7 Plus so gut wie nirgends zu bekommen – bei Amazon gibt es aktuell einen kleinen Bestand.

Über den Autor

Martin Geuß

Martin Geuß

Ich bin Martin Geuß, und wie unschwer zu erkennen ist, fühle ich mich in der Windows-Welt zu Hause. Seit mehr als 17 Jahren lasse ich die Welt an dem teilhaben, was mir zu Windows und anderen Microsoft-Produkten durch den Kopf geht, und manchmal ist das sogar interessant. Das wichtigste Motto meiner Arbeit lautet: Von mir - für Euch!

Anzeige