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Review: Oppo Reno4 Pro 5G in Green Glitter – ein wenig Lumia-Nostalgie

Review: Oppo Reno4 Pro 5G in Green Glitter - ein wenig Lumia-Nostalgie

Normalerweise testet man Smartphones, wenn sie ganz neu auf dem Markt sind. Das Oppo Reno4 Pro ist dagegen schon ein paar Monate alt, das ist aber in diesem Fall ein Vorteil. Die ursprüngliche UVP von 799 Euro war nämlich durchaus ambitioniert, inzwischen sind die Straßenpreise auf 449 Euro gefallen und zu diesem Preis ist das Oppo Reno4 Pro ein echter Preis-/Leistungstipp, soviel kann ich vorab gleich sagen.

Alte Lumia-Liebe rostet nicht

Der erste Absatz gilt nicht für das hier vorgestellte Modell, dabei handelt es sich nämlich um die Sonderedition „Green Glitter“.  Vielen Lumia-Fans dürfte beim Anblick dieses Telefons sofort das Herz aufgehen. Das kräftig schimmernde Grün wird auf meinen Fotos leider nur unzureichend wiedergegeben.

Oppo Reno4 Pro 5G Green Glitter

Ich fühlte mich jedenfalls sofort wieder an alte Zeiten erinnert. Mein knallgelbes Lumia 1020 und das feuerrote Lumia 1520 besitze ich noch immer, das Grün des Reno4 Pro erinnert ein wenig an das Lumia 930, das ich seinerzeit allerdings in Orange besaß.

Wer das Reno4 Pro in Green Glitter haben möchte, muss ein wenig tiefer in die Tasche greifen, es kostet derzeit etwas über 600 Euro. Dafür bekommt man allerdings nicht nur ein grünes Smartphone, sondern auch ein grünes Ladekabel, grüne Ohrhörer und eine grüne Schutzhülle. Diese Sonderedition wurde wirklich liebevoll bis ins Detail gestaltet.

Oppo Reno4 Pro 5G Green Glitter

Kommen wir zu den Eckdaten des Oppo Reno4 Pro 5G, die bei allen Modellen gleich sind:

  • 6,5 Zoll AMOLED Display mit 1.080×2.400 Pixel, 90 Hz
  • Qualcomm Snapdragon 765G
  • 12 GB RAM
  • 256 GB Speicher
  • Akku: 4.000 mAh
  • Kamera: 48/12/13 MP
  • Dual SIM
  • Maße: 159.6×72.5×7.6mm
  • Gewicht: 172 Gramm

Performance

Im Oppo Reno4 Pro 5G steckt „nur“ der Snapdragon 765G, also ein Chip der Mittelklasse. Auch in diesem Punkt könnte man das „Pro“ als irreführend ansehen, allerdings nur auf dem Papier. In der Praxis bemerkt man davon gar nichts, das Gerät hat eine absolut hervorragende Alltagsperformance. Der beste Beweis dafür ist vielleicht, dass ich mir das Datenblatt vorher gar nicht genau angeschaut hatte und daher regelrecht überrascht war, als ich sah, dass der SD765G verbaut ist.

Der Arbeitsspeicher ist mit 12 GB großzügig bemessen, was sicherlich seinen Teil dazu beiträgt, dass auch bei vielen gleichzeitig geöffneten Apps keine Gedenksekunden auftreten, sondern das System jederzeit flüssig läuft.

Akkulaufzeit

Während des Tests habe ich mich überwiegend in meiner norddeutschen Wahlheimat aufgehalten, wo aufgrund der schwachen Mobilfunkverbindung die Akkulaufzeit meiner Smartphones immer in den Keller geht. Trotzdem habe ich es nicht geschafft, das Reno4 Pro 5G auch bei intensiver Nutzung zu „entleeren“. Mindestens 25 Prozent waren am Ende des Tages immer übrig.

Wenn man das Smartphone jeden Abend ans Ladegerät hängt, wird man also nur höchst selten in die Verlegenheit kommen, dass tagsüber der Saft ausgeht. Falls das aber dennoch passieren sollte, pumpt das 65 Watt starke Schnellladegerät in einer knappen Viertelstunde 60 Prozent Kapazität in den Akku, nach nicht ganz 40 Minuten ist er vollständig aufgeladen. „SuperVOOC 2.0“ nennt Oppo diese Ladetechnik. Drahtloses Laden wird leider nicht unterstützt, das steht einem Gerät nicht, welches sich „Pro“ nennt. Vielleicht bin ich da aber auch zu anspruchsvoll, denn für uns Lumianer war drahtloses Laden ja schon lange ein alter Hut, ehe es der Rest der Welt als „Innovation“ für sich entdeckte.

Kamera

Die Hauptkamera des Reno4 Pro besteht aus drei Linsen:

  • 48.0 MP, f/​1.7
  • 12.2MP Weitwinkel, f/​2.2
  • 13.0MP Tele, f/​2.4

Bei Tageslicht macht sie – wie inzwischen praktisch jede Smartphone-Kamera – gute bis sehr gute, ausgewogen belichtete Bilder, auch mit Gegenlicht weiß die Kamera gut umzugehen. Eine Schwäche habe ich in Situationen ausgemacht, wo das Motiv sehr viele unterschiedliche Farben liefert, wie bei den nachfolgenden Fotos im Wald. In diesem naturbelassenen Waldstück (beim Kloster Ihlow, falls ihr mal in der Nähe sein solltet) herrscht eine fast schon unwirkliche Farbenpracht, die man wiederum auf dem Foto mit der Baumwurzel erkennen kann. Bei diesem Foto war HDR aktiv, die anderen beiden Bilder wurden ohne HDR aufgenommen und fallen eindeutig zu blass aus. Es empfiehlt sich also, HDR immer zuzuschalten und es nur dann zu deaktivieren, wenn das resultierende Foto übertrieben bunt ist.

Ein absolutes Highlight bei der Kamera des Reno4 Pro ist der Nachtmodus. Dank geringer Lichtverschmutzung ist es in Ostfriesland vielerorts so dunkel, dass man die sprichwörtliche Hand nicht mehr vor den Augen sieht. Dort kann der Nachtmodus seine Stärke ausspielen und nicht nur die Umgebung, sondern auch den Sternenhimmel mit einfangen.

Sonstiges und Fazit

Mit Fingerabdruck-Scannern, die im Display verbaut sind, stehe ich bekanntermaßen auf Kriegsfuß. Ein solcher Sensor findet sich auch im Reno4 Pro 5G, allerdings ist er der schnellste, den ich bisher benutzt habe, auch die aktuellen S21-Flaggschiffe von Samsung können da nicht mithalten. Wären diese In-Display-Sensoren schon von Anfang an so schnell gewesen, hätte ich nie gemeckert.

Greift man zu den Standard-Farben Schwarz oder Blau, bekommt man mit dem Oppo Reno4 Pro 5G ein sehr gut ausgestattetes Smartphone der oberen Mittelklasse mit ansprechender Performance, sehr gutem Display und einer Kamera, die nur wenig Schwächen offenbart. Die aktuell 170 Euro Aufschlag für die hier gezeigte „Green Glitter“ Edition ist etwas für Liebhaber, aber genau für die ist diese Edition ja auch gedacht.

Oppo verspricht zwei Jahre OS- und Sicherheitsupdates für seine Smartphones. Von Haus aus kommt das seit Oktober auf dem Markt befindliche Reno4 Pro mit Android 10, ein Update auf Android 11 ist in Arbeit.

Disclaimer: Das Testgerät wurde von Oppo leihweise zur Verfügung gestellt. Eine Verpflichtung zur Veröffentlichung oder eine Einflussnahme auf den Testbericht gab es nicht.

Über den Autor

Martin Geuß

Martin Geuß

Ich bin Martin Geuß, und wie unschwer zu erkennen ist, fühle ich mich in der Windows-Welt zu Hause. Seit mehr als zwölf Jahren lasse ich die Welt an dem teilhaben, was mir zu Windows und anderen Microsoft-Produkten durch den Kopf geht, und manchmal ist das sogar interessant. Das wichtigste Motto meiner Arbeit lautet: Von mir - für Euch!

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