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Oracle: Java soll deutlich schnelleren Releasezyklus bekommen

Oracle: Java soll deutlich schnelleren Releasezyklus bekommen

Bei Oracle ist aktuell viel im Umbruch. Die Hardwaresparte samt dem hauseigenen Betriebssystem Solaris wird nach und nach abgewickelt, das kommende VirtualBox 5.2 wird sich näher an Oracles Clouddienste binden und andere Projekte wie OpenOffice oder NetBeans werden nach und nach an Organisationen wie die Apache Software Foundation abgegeben oder der Schritt wurde bereits vollzogen. Auch die Programmiersprache Java steht mittlerweile in einem größeren Wandlungszyklus, der unter anderem auch darin münden wird, dass Java EE an die OpenSource-Community übergeben werden soll. Dabei soll es jedoch nicht bleiben, wie Mark Reinhold, der Java-Chef bei Oracle, nun bekanntgegeben hat.

Wenn Java 9 voraussichtlich am 21. September final veröffentlicht wird, soll die Entwicklung in der Folgezeit komplett umgekrempelt werden. Quasi im Parallelflug mit den großen Feature-Updates von Windows 10 will Oracle dann jeweils im März und September neue Hauptversionen veröffentlichen und schließt mit einem jeweiligen Zyklus von 6 Monaten dabei auch zu anderen Programmiersprachen auf. Parallel dazu soll es erstmals mit Java 18.9 eine LTS-Version geben, die dann drei Jahre lang mit Sicherheitsupdates versorgt wird. Der Umfang an neuen Features soll dabei identisch bleiben.

Mehr OpenSource

Außerdem will Oracle mehr in OSS-Builds von Java investieren. Hierfür soll das OpenJDK auf die GPLv2 als Lizenz wechseln und damit für Cloudumgebungen leichter zugänglich werden. Des weiteren sollen auch kommerzielle Teilbereiche des JDK wie der Java Flight Recorder und Mission Control geöffnet und für das OpenJDK freigegeben werden. In der Folge wären das Oracle JDK und das OpenJDK quasi austauschbar, weswegen neben Linux dann erstmals auch Windows und macOS mit offiziellen Builds des OpenJDK versorgt werden könnten. Bisher bieten nur einige wenige Drittanbieter wie Red Hat und Azul Systems eigene Builds für Windows an.

Das Gremium hinter dem OpenJDK muss nun über die Vorschläge von Oracle entscheiden. Man darf aber davon ausgehen, dass eine Zustimmung erfolgt, immerhin würden die zusätzlichen Elemente wie der JFR und Mission Control das eigene System deutlich aufwerten.

Relevanz für den Consumer

Java ist als Programmiersprache heute immer noch eine Bank und gehört weiterhin zu den beliebtesten ihrer Zunft, hat für den normalen Consumer aber auch an Relevanz verloren, sofern er nicht als Entwickler (Stichwort Android) oder mit Datenbanken arbeitet. Es gibt noch einige allgemeine Fälle wie etwa bei der Arbeit mit Mindmaps, wo die entsprechenden Tools auch heute noch überwiegend in Java programmiert wurden, aber in den allermeisten Fällen gibt es mittlerweile auch Alternativen, die auf anderen Frameworks oder Technologien basieren und Java damit nicht mehr unbedingt installiert sein muss.

Interessant sind die Informationen vor allem für die Entwickler, die mit Visual Studio und Xamarin arbeiten, wo für die Android-Entwicklung Java und sein entsprechendes JDK weiterhin erforderlich sind. Alle anderen sollten, sofern sie Java als einfache Runtime noch einsetzen, für sich überprüfen, ob sie den schnelleren Zyklus weiterhin mitgehen wollen oder lieber auf andere Software wechseln können, die Java eben nicht mehr benötigt.

Über den Autor

Kevin Kozuszek

Kevin Kozuszek

Seit 1999 bin ich Microsoft eng verbunden und habe in diesem Ökosystem meine digitale Heimat gefunden. Bei Dr. Windows halte ich euch seit November 2016 über alle Neuigkeiten auf dem Laufenden, die Microsoft bei seinen Open Source-Projekten und der Entwicklerplattform zu berichten hat. Regelmäßige News zu Mozilla und meinem digitalen Alltag sind auch dabei.

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