Outlook und Exchange-Probleme: Microsoft hat deutsche Kunden „vergessen“ – Update
Seit der vergangenen Woche kämpft Microsoft mit Problemen beim Zugriff auf Outlook.com- und Exchange-Postfächer bei privaten und geschäftlichen Nutzern. Jetzt kommt ein wenig mehr Licht ins Dunkel. Die nach wie vor andauernden Probleme betreffen offenbar ausschließlich deutsche Kunden.
Es begann Mitte der vergangenen Woche mit einer Störung bei Outlook.com. Zunächst sah es so aus, als könnten nur Privatkunden nicht auf ihre Postfächer zugreifen. Nachdem Microsoft die Störung aber bereits offiziell als abgeschlossen dokumentiert hatte, stellte sich heraus, dass auch geschäftliche Exchange-Konten betroffen sind (siehe dazu: Outlook und Exchange: Zugriff auf Postfächer noch immer gestört).
Offenbar ging Microsoft selbst davon aus, dass man die zugrunde liegenden Probleme zumindest mit einer Zwischenlösung beseitigt hat. Dann stellte man jedoch fest, dass man beim Rollout der angepassten Konfiguration einen Teil der eigenen Infrastruktur schlicht vergessen hat.
Am 14.7. um 17:26 Uhr wurde die zugehörige Störmeldung im Microsoft 365 Admincenter durch einen Protokolleintrag ergänzt:
Wir untersuchen Berichte über anhaltende Auswirkungen auf Nutzer in Deutschland und haben festgestellt, dass ein Teil der Infrastruktur bei der Bereitstellung unserer ersten Maßnahmen zur Risikominderung übersehen wurde. Wir haben einen neuen Fix erstellt, der den fehlenden Teil der Infrastruktur bedient, und führen Tests durch, um zu bestätigen, dass das Problem dadurch behoben wird. Gleichzeitig fügen wir zusätzliche Datenbankkapazität innerhalb der betroffenen Infrastruktur hinzu, und wir sehen in den Telemetriedaten, dass die Dienstverfügbarkeit wiederhergestellt wird.
Um 19:25 Uhr erfolgte eine weitere Ergänzung. Bis 1 Uhr am heutigen 15. Juli sollte die Validierung abgeschlossen sein. Das ist allerdings nach wie vor nicht der Fall. Der letzte Eintrag stammt von 11:15 Uhr:
Wir setzen unsere Validierungsphase fort und überwachen die Telemetrie des Dienstes genau, um sicherzustellen, dass der Fix während des Spitzendatenverkehrs in Europa wirksam ist.
Der Verweis auf eine Erhöhung der Datenbank-Kapazität in Verbindung mit dem Hinweis, dass man während der „Hauptverkehrszeit“ ein besonderes Auge auf die Leistung und Zuverlässigkeit wirft, legt den Verdacht nahe, dass dem E-Mail-Dienst von Microsoft schlicht die Ressourcen ausgegangen sind. So etwas passiert üblicherweise nicht über Nacht und sollte durch proaktives Monitoring eigentlich leicht zu verhindern sein.
Update vom 16. Juli, 10 Uhr: Microsoft hat die Statusmeldung am 15. Juli um 20:30 Uhr letztmalig aktualisiert und mitgeteilt, dass die Probleme vollständig behoben sind.
DrWindows News per WhatsApp: Abonniere unseren Kanal.Thema:
- Microsoft 365
Über den Autor

Martin Geuß
Ich bin Martin Geuß, und wie unschwer zu erkennen ist, fühle ich mich in der Windows-Welt zu Hause. Seit mehr als 19 Jahren lasse ich die Welt an dem teilhaben, was mir zu Windows und anderen Microsoft-Produkten durch den Kopf geht, und manchmal ist das sogar interessant. Das wichtigste Motto meiner Arbeit lautet: Von mir - für Euch!


