Paint.Net: Rick Brewster kündigt zahlreiche Verbesserungen für 2019 an

Paint.Net: Rick Brewster kündigt zahlreiche Verbesserungen für 2019 an

Während in früheren Jahren vor allem das freie und quelloffene GIMP als die große kostenlose Alternative zu Photoshop gehandelt wurde, hat sich unter Windows-Nutzern auch Paint.Net mit der Zeit zu einer guten Anwendung gemausert. Erst vor wenigen Wochen kam die aktuelle Version 4.1.5 raus, die weiteren Feinschliff in das Programm integrierte. Nun legte sein Entwickler Rick Brewster eine neue Roadmap mit Verbesserungen vor, die alleine im kommenden Jahr in Paint.Net einfließen sollen.

Eine große Erneuerung soll dabei die technische Basis erfahren. Wenn im kommenden Jahr Visual Studio 2019 erscheint und damit auch grafische Anwendungen auf Basis von .NET Core 3.0 unter Windows möglich werden, soll Paint.Net diesem Ruf folgen und vom klassischen .NET Framework auf die OpenSource-Variante wechseln. Parallel dazu will Brewster an der Oberfläche arbeiten und unter anderen neue Icons integrieren, die besser auf HiDPI-Anforderungen ausgelegt sind. Zusätzlich soll im weiteren Verlauf auch die dynamische Skalierung endlich richtig unterstützt werden, um das Thema HiDPI dann auch abschließen zu können und Paint.Net auf hochauflösenden Displays entsprechend gut anzuzeigen. Hierfür werden allerdings mehrere Updates notwendig werden.

Die dritte Baustelle für das kommende Jahr ist das Plugin-System. Die bereits begonnenen Arbeiten an Direct2D und GPU-Beschleunigung will Brewster weiter fortsetzen, parallel dazu soll das System aber auch für anderen Arten von Plugins deutlich erweitert und bestehende Plugins aufgeräumt werden. Im Bereich der Werkzeuge soll die vorhandene Pinselauswahl verbessert und benutzerdefinierte Pinselstärken künftig ohne Plugins ermöglicht werden. Außerdem stehen das Thema Drucksensitivität für Pinsel und Stifte ab dem kommenden Sommer auf dem Plan (für Windows 8.1 und Windows 10) und durch die Arbeit von Nicolas Hayes, einem externen Entwickler, soll auch die Unterstützung für neuere .dds-Formate bald in Paint.Net einfließen.

Nach 10 Jahren bei Microsoft und mehreren Jahren bei Facebook will sich Rick Brewster im kommenden Jahr nun ganz auf Paint.Net konzentrieren und ist entsprechend zuversichtlich, zumindest das Meiste der ambitionierten Roadmap auch tatsächlich umsetzen zu können. So oder so stehen für das Projekt ziemlich große Veränderungen an, wir dürfen also gespannt sein.

Quelle: blog.paint.net

Über den Autor
Kevin Kozuszek
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Seit 1999 bin ich Microsoft eng verbunden, daneben schlägt mein Herz aber auch für die OpenSource-Welt, wo mein besonderes Interesse der Mozilla Foundation gilt. Wenn ich mich mal nicht mit Technik beschäftige, tauche ich gerne in die japanische Kultur mit all ihren Facetten ab oder widme mich einem meiner zahlreichen anderen Hobbies.

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Kommentare
  1. Paint.net hat sicherlich gute Ansätze, habe immer mal wieder reingeschaut. Aber, wenn man mal etwas ein wenig fortgeschritteneres machen will, dann steht man schnell auf dem Schlauch. Die kostenlose Alternative Gimp hat leider eine absolut gruselige Benutzeroberfläche, und lässt auch ziemlich zu wünschen übrig, wenn man mal automatisierte Anpassungen vornehmen möchte, wie sie z.B. in Payware wie Photoshop Elements, Affinity Photo, oder Paint Shop Pro möglich sind. Für mich ist da der Fall leider klar, besonders da es Affinity Photo und Paint Shop Pro momentan im Angebot für wenig Geld gibt.
    Am Ende ist es für mich so, wie es halt oft ist: "You get what you pay for.".
    Wenn es Nick Brewster gelingen sollte aus Paint.Net eine solide Alternative zu Affinity Photo z.B. zu machen, wird Paint.Net garantiert zum Gewinner des Jahres 2020.
    Von Photoshop Alternativen sollte man nicht schreiben, weder Gimp noch andere Programme konnten dem Adobe-Boliden je wirklich nahe kommen.
    Bei Paint.Net würde ich mir aber tatsächlich wünschen, daß aus schönen Visionen Wirklichkeit wird und zwar in einem Zeitfenster das nicht nur alle 6 Monate aufploppt für eine winzige Detailverbesserung.
    Schade das es immer noch keine Unterstützung für HEIF gibt, hoffentlich ändert sich das mit dem neuen Plugin-System.
    Pixelschubse

    Von Photoshop Alternativen sollte man nicht schreiben, weder Gimp noch andere Programme konnten dem Adobe-Boliden je wirklich nahe kommen.

    So sieht's aus... und doch liest man sowas immer wieder. "GIMP - die kostenlose Photoshop-Alternative!". Die Profis werden darüber sicher lich nur müde lächeln können. Nichtmal Affinity Photo ist eine echte Photoshop-Alternative, dafür fehlen so viele Sachen, da könnte ich eine ganze Latte runterbeten. Und das sage ich als Besitzer einer Lizenz, und obwohl ich das Programm gerne nutzen. Photoshop ist für mich als Hobbyist ohnehin totaler Overkill. Von daher kommt es natürlich auch darauf an, was man denn machen möchte.
    Für Otto-Normalnutzer ist das aber von den Funktionen komplett ausreichend. Ich nutze auch seit Jahren nur Paint.Net und es reicht.
    Ja. Wie gesagt, es kommt darauf an, was man machen möchte. Ich bin persönlich leider schnell an die Grenzen gestoßen. Aber, dass muss natürlich nicht für jeden gelten.
    Ist vielleicht ein bisschen OT, aber habt ihr bereits HEIF/HEIC Bilder in der Windows Foto-App angesehen? Ist euch dort ein Fehler bei den Farben aufgefallen? Ich habe eben mit GIMP ein paar Bilder exportiert, dabei das Farbprofil vom Bild übernommen (wird auch bei dem öffnen in GIMP korrekt wieder angezeigt). In der Foto-App ist es aber zu warm und zu hell von den Farben...
    Pixelschubse
    Von Photoshop Alternativen sollte man nicht schreiben, weder Gimp noch andere Programme konnten dem Adobe-Boliden je wirklich nahe kommen.

    Persönlich würde ich GIMP und Co. auch nie als Photoshop-Killer bezeichnen, aber es ändert ja nichts daran, dass die Enthusiasten unter den Nutzern (und gerade bei GIMP waren es ja damals so in den 2000ern nicht nur die Linux-Nutzer) manche davon so bezeichnet haben. Dass es prinzipiell totaler Quatsch ist, ist natürlich absolut klar. Speziell GIMP hat ja immer noch das Problem, dass der Unterbau total veraltet ist und sie jetzt erst den Port auf zumindest GTK 3 in Angriff nehmen, weil GEGL die ganze Zeit über aufgehalten hat.
    Grundsätzlich kann ich für mich aber sagen, dass Paint.Net immer noch mein Lieblingsprogramm im Bereich Rastergrafik ist. Neben ihm habe ich noch Photoshop Elements (war mal ein Geschenk), Pixeluvo und Artipic (beide aus Neugier mal geholt, wie sie im Sale waren) installiert, aber mit keinem bin ich als ziemlicher Laie wirklich so gut klargekommen wie mit ihm. Insofern ist da jede weitere Verbesserung für mich immer willkommen. Wie sich das ansonsten bei mir im nächsten Jahr vielleicht mal konsolidiert, das weiss ich noch nicht.
    Ich habe mir Paint.Net immer wieder mal angeschaut. So richtig begeistern konnte ich mich nie dafür.
    Gut...ich bin jetzt auch nicht so der große Grafik-Crack der unbedingt ein Photoshop braucht. Deshalb
    habe ich mich mittlerweile auf Photofiltre festgelegt...das reicht für meine Zwecke ist klein und schnell.
    Aber angucken werde ich mir Paint.Net immer wieder mal...vielleicht entspricht es ja doch irgendwann
    mal meinen Vorstellungen.
    Sind die App und die "normale" Version nicht identisch? Rhetorische Frage, denn, ich bin mir ziemlich sicher, dass die identisch sind. ;)
    " My initial estimations shows that the download size for Paint.NET could balloon from ~7.5MB (today) to north of 40MB if .NET Core is packaged “locally”. That’s a big sticker shock … but it may just be necessary."
    Ganz schön dick die Libraries.
    Nico Höhn
    Steht schon fest ob er diese Umsetzung auch in der App macht oder nur in der normalen Version

    Da beide identisch sind, ja.
    @chakko, @Kevin Kozuszek,
    es gibt einfach keinen Photoshop-Killer und den wird es auch auf Jahre hinaus nicht geben.
    Selbst reize ich Photoshop CC nur zu (pi*schnauze)30 % aus und müsste ich alle 3 Jahre einen Tausender oder so für PS und LR hinblättern wäre ich schon längst nicht mehr dabei. Aber wie beim Office Abo ist es letztlich der (sau-)geniale Günstigmietpreis der mir das Hobby erlaubt.
    Wenn der Rawkonverter auch nicht die #1 ist, aber mindestens an 3.Stelle rangiert, im Preis enthalten ist und im Workflow einfach unübertroffen gut integriert ist muß sich jede andere Software damit messen.
    Da turnt GIMP irgendwo ganz weit hinten und auch Affinity Photo hat noch einen Weg vor sich.
    Luminar startete vor einem Jahr als LR-Killer und hat jetzt eine Version mit einem Dateimanager herausgebracht, der Skylum, sofern nicht bald etwas passiert, ins Aus befördern wird (von 10 % Mac-Usern kann heute auch niemand mehr leben).
    Weil ich die unglaubliche Story vom nahen Tod von OneNote 2016 und dem zähen Fortschritt der OneNote App intensiv verfolge sehe ich der Erfolgsgeschichte von Paint.NET mit Interesse, aber ein Riesenportion Skepsis entgegen.
    Aber bitte nicht überladen. Paint.net wird wohl nie eine Profi-Alternative sein und ich empfehle es gerne, wenn ein übersichtliches und einfach zu bedienendes Programm mit Basisfunktionen benötigt wird. Für alles andere kommt dann Affinity, Photoshop Elements, Photopaint oder wer das Geld hat, Photoshop. Da ist es dann auch egal ob man das Programm ausnutzt, ein Vorteil sind halt auch die unendlich vielen Tutorials im Netz. Bin wegen des (auch für Privatanwender zu teuren) Abos dennoch ausgestiegen und erstmal bei Affinity gelandet.
    Du hast recht, Paint.net sollte schon das bleiben, was es ist. Wird es aber sicherlich auch. :)
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