Persönliche Daten, Code, Fäkalsprache: Microsoft will Office-Dokumente automatisch kennzeichnen

Persönliche Daten, Code, Fäkalsprache: Microsoft will Office-Dokumente automatisch kennzeichnen

Microsoft will Unternehmen eine neue Möglichkeit an die Hand geben, den Inhalt von Office-Dokumenten auszuwerten und diese automatisch klassifizieren zu lassen. Auf dieser Basis kann dann auch der Zugang zu diesen Dokumenten gewährt oder untersagt werden, außerdem kann man Verstößen gegen den Verhaltenskodex schneller auf die Spur kommen.

Im Grunde müsste man eine solche Nachricht auf einem deutschen Portal nicht weiter behandeln. Wenn nicht schon die automatische Auswertung von Dokumenten bedenklich ist, so ist es spätestens die automatische Ableitung von Maßnahmen auf Basis dieser Auswertungen. Es ist schwer vorstellbar, dass sich das in einem deutschen Unternehmen einfach so einsetzen lässt. Also betrachten wir die Sache aus rein technischem Blickwinkel.

In den Office-Programmen Word, Excel und PowerPoint sollen sich erstellte Inhalte künftig klassifizieren lassen. So soll die Automatik beispielsweise in der Lage sein, ein Dokument als „Lebenslauf“ zu kennzeichnen, wenn darin typische persönliche Informationen zum beruflichen Werdegang oder zu früheren Arbeitgebern zu finden sind.

Das Label „Quellcode-Dokument“ wird vergeben, wenn sich darin Programmcode wiederfindet. Die 25 am häufigsten auf GitHub genutzten Sprachen werden laut Microsoft erkannt.

Außerdem gibt es vier weitere Kennzeichnungen wie „Offensive Sprache“, „Bedrohung“, „Belästigung“ und „Profanität“, in die Dokumente eingeteilt werden können, die beispielsweise vulgäre Sprache, Gewaltandrohungen, Rassismus oder andere beleidigende Inhalte aufweisen.

Administratoren können sich im Microsoft 365 Compliance Center eigene Ansichten erstellen, um den Überblick über die automatisch klassifizierten Dokumente zu behalten.

Das Auto-Labeling steht derzeit im Rahmen einer limitierten Preview zur Verfügung, interessierte Kunden müssen sich explizit dafür einschreiben. Weitere Infos dazu findet man auf dem Microsoft Blog.

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Martin Geuß
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Ich bin Martin Geuß, und wie unschwer zu erkennen ist, fühle ich mich in der Windows-Welt zu Hause. Seit mehr als zwölf Jahren lasse ich die Welt an dem teilhaben, was mir zu Windows und anderen Microsoft-Produkten durch den Kopf geht, und manchmal ist das sogar interessant. Das wichtigste Motto meiner Arbeit lautet: Von mir - für Euch!
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