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Persönlicher Tresor in OneDrive: So funktioniert der besonders geschützte Speicherbereich

Persönlicher Tresor in OneDrive: So funktioniert der besonders geschützte Speicherbereich

Im Frühjahr hatte Microsoft angekündigt, seinen Cloudspeicher OneDrive um einen „Persönlichen Tresor“ zu erweitern. Dabei handelt es sich um einen besonders geschützten Ordner, der eine zusätzliche Verifizierung verlangt, wenn man auf die darin abgelegten Dateien zu greifen möchte.

Bei der Ankündigung dieser Funktion ging es mir wie vielen anderen Nutzern: Ich konnte mir nicht so richtig vorstellen, wozu das gut sein soll. Nun ist die Funktion bei mir eingetroffen, ich habe sie auf mehreren Geräten eingerichtet und nun verstehe ich zumindest den Sinn und Zweck. Ob ich den persönlichen Tresor in Zukunft intensiv nutzen werde, vermag ich noch nicht zu sagen. Als „nützlich“ betrachte ich ihn nun allerdings durchaus.

Wir starten mit der Einrichtung unter Windows, wenngleich ich vermute, dass die Intention hinter dieser Funktion eher darin lag, den mobilen Zugriff auf vertrauliche Daten zusätzlich abzusichern. Wenn der Tresor zur Verfügung steht, erscheint ein entsprechender Hinweis, sobald man das OneDrive-Icon in der Taskleiste anklickt.

OneDrive persoenlicher Tresor

Die Einrichtung läuft „geführt“, man kann hier nichts falsch machen. Man erfährt im ersten Schritt gleich, was die Besonderheit dieses geschützten Ordners ist. Es gibt eine zusätzliche Authentifizierung, bei Inaktivität wird der Ordner nach einer gewissen Zeit gesperrt, und last but not least können Dateien im persönlichen Tresor mit niemandem geteilt werden.

OneDrive persoenlicher Tresor

Die automatische Sperre nach 20 Minuten Inaktivität ist unter Windows derzeit noch fix und lässt sich nicht konfigurieren, das wird vermutlich später noch mit einem Client-Update nachgereicht. Unter Android kann man zwischen 1,2,3,5 und 10 Minuten wählen.

Ist der persönliche Tresor eingerichtet und entsperrt, taucht er mit dem Namen „Persönlicher Tresor“ neben den anderen Ordnern in OneDrive auf und kann auch ganz normal genutzt werden, d.h. man kann Dateien dort ablegen und auch wieder löschen, sie bearbeiten, umbenennen und so weiter. Neben der automatischen Sperre kann man den Tresor auch jederzeit manuell entweder über das OneDrive-Icon in der Infoleiste oder per Rechtsklick im Explorer sperren.

OneDrive persoenlicher Tresor

Unter Android wird der persönliche Tresor entweder mit einer PIN oder per Fingerabdruck entsperrt. Hat die Sperre am PC zugeschlagen, greift die zweistufige Authentifizierung, es wird also beispielsweise eine Anforderung an den Microsoft Authenticator gesendet, die am Smartphone bestätigt werden muss. Das macht schon klar, dass man in diesem Tresor nicht unbedingt solche Dokumente ablegt, auf die man mehrfach täglich zugreifen muss, denn in diesem Fall kann die zusätzliche Bestätigung schnell lästig werden.

Was für Dateien legt man denn nun im persönlichen Tresor ab? Microsoft präsentiert eine lange Liste von Vorschlägen, was dort seinen Platz finden könnte: Zum Beispiel Ausweisdokumente, Führerschein, Zeugnisse, Reiseunterlagen, Lizenzen, amtliche Dokumente jeder Art, Steuerbescheide, Finanzunterlagen, Dokumente zu Versicherungen, Fahrzeugen und so weiter. Am Smartphone können solche Dokumente auch direkt in den persönlichen Tresor gescannt werden.

Man kann bei vielen dieser Dokumente wieder die Diskussion führen, ob man solche Daten in einer Cloud speichern sollte oder nicht. Man kann die Diskussion aber auch einfach bleiben lassen und jeder entscheidet das individuell für sich. Wenn man das tut, dann ist der persönliche Tresor in OneDrive aber in jedem Fall eine Bereicherung.

Über den Autor

Martin Geuß

Martin Geuß

Ich bin Martin Geuß, und wie unschwer zu erkennen ist, fühle ich mich in der Windows-Welt zu Hause. Seit mehr als zwölf Jahren lasse ich die Welt an dem teilhaben, was mir zu Windows und anderen Microsoft-Produkten durch den Kopf geht, und manchmal ist das sogar interessant. Das wichtigste Motto meiner Arbeit lautet: Von mir - für Euch!

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