Petition: Free Software Foundation will Windows 7 zur freien Software machen

Petition: Free Software Foundation will Windows 7 zur freien Software machen

Mit dem Patchday am 14. Januar 2020 ging für Windows eine kleine Ära zu Ende. Neben dem Aus für Windows 10 Mobile, welches nochmal eine kleine Gnadenfrist von einem weiteren Monat bekam, beendet Microsoft an diesem Tag auch die Unterstützung für das altgediente Windows 7, das für viele Nutzer immer noch eine der besten Windows-Versionen aller Zeiten ist. Fortan können nur noch Unternehmenskunden gegen Bezahlung bis einschließlich 2023 weitere Sicherheitsupdates erhalten, während der Consumer außenvor bleibt und in aller Regel zu Windows 10 wechseln muss, wenn er weiterhin bei Windows bleiben möchte.

Mit einer neuen Petition möchte die Free Software Foundation Microsoft nun dazu bringen, Windows 7 als freie Software zu veröffentlichen und den Quellcode damit vollständig offen zu legen. Mit dem Ende der Unterstützung sei eine 10 Jahre andauernde Vergiftungspraxis zu Ende gegangen, die die Privatsphäre seiner Nutzer verletzt und ihre Sicherheit bedroht habe. Deshalb wäre es eine gute Gelegenheit, die Fehler der Vergangenheit zu korrigieren und Windows 7 als freie Software zu veröffentlichen und der Gemeinschaft zu erlauben, es zu studieren, zu modifizieren und zu teilen. Außerdem wird Microsoft aufgefordert, die Freiheit und den Datenschutz seiner Nutzer endlich zu respektieren und zudem mehr Beweise dafür zu liefern, dass ihnen die Nutzer und ihre Freiheit tatsächlich etwas bedeuten und sie diese nicht nur für zweckmäßiges Marketing verwenden.

Insgesamt 7.777 Unterstützer will die Free Software Foundation für ihr Vorhaben gewinnen und nimmt dabei auch interessanterweise Bezug auf die Offenlegung der Rechner-App von Windows 10, die sie gleichermaßen als Präzedenzfall bezeichnet, nach dem Microsoft ohnehin nichts mehr zu verlieren hat. Dass Microsoft der Forderung der FSF nachkommen wird, ist natürlich nahezu ausgeschlossen. Die entsprechende Petition könnt ihr hier nochmal nachlesen.

Über den Autor
Kevin Kozuszek
  • Kevin Kozuszek auf Twitter
Seit 1999 bin ich Microsoft eng verbunden, daneben schlägt mein Herz aber auch für die OpenSource-Welt, wo mein besonderes Interesse der Mozilla Foundation gilt. Wenn ich mich mal nicht mit Technik beschäftige, tauche ich gerne in die japanische Kultur mit all ihren Facetten ab oder widme mich einem meiner zahlreichen anderen Hobbies.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.



Kommentare
  1. Die Idee ist super. Aber!
    Windows baut auf Windows auf. Das bedeutet, das viel von Windows 7 in Windows 10 steckt.
    dann ist die Frage, wo fängt Windows 7 an und wo hört es auf? Das reine Betriebssystem ohne Firewall und Co? Oder doch die ganzen zusätzlichen Funktionen / Programme?
    Wenn Microsoft die Software, Optik und Funktionalitäten frei gibt, sodass man auf unix Basis ein optisch identisches System kreieren kann, wäre es wohl der beste Weg.
    ist natürlich nahezu ausgeschlossen

    Nicht nur "nahezu". Ich habe das heute schon anderweitig gelesen und dazu geäussert. Wo waren die denn bei XP? Un da es vermutlich keinen posready-Patch geben wird wie bei XP... echt jetzt? Wird es denn auch dann aktuelle Treiber für moderne Hardware geben?
    Sonnschein
    Die Idee ist super. Aber!
    Windows baut auf Windows auf. Das bedeutet, das viel von Windows 7 in Windows 10 steckt.

    Eben, und abgesehen davon, dass in Windows 10 noch viele Elemente von Windows 7 stecken und Microsoft mit dem System selbst ohnehin noch drei Jahre lang Einnahmen generieren kann und will, kann man das getrost zu den Akten legen, denn das wird niemals passieren. Man darf eine Sache nicht vergessen: Die FSF und das Gnu-Projekt, was an die FSF andockt, lehnen Windows und andere proprietäre Betriebssysteme wie auch andere Software dieser Art kategorisch ab. Sie lehnen auch den größten Teil von Linux ab bzw. kritisieren erhebliche Teile der Distributionen, und auch sonst geht es für sie vor allem um ethische Fragen. Das ist deswegen nochmal ne ganze Spur deftiger als die pragmatische OpenSource-Bewegung.
    Abgesehen davon würde es zu Nichts führen. Das Problem mit dem chronischen Entwicklermangel existiert auch hier, und bei der immensen Codebase, die Windows hat, brauchen wir sicherlich nicht das Flickwerk von x-fachen Windows 7-basierten Distributionen haben, wo die Sicherheit nicht mehr gewährleistet werden kann.
    Auch würde eine Freigabe des Quellcodes es potenziellen Angreifern erleichtern, bisher unentdeckte Sicherheitslücken zu finden, die in W10 auch vorhanden sind. Windows 10 wäre dann bis zum Beheben vermehrten Angriffen ausgesetzt. Das werden sowohl Microsoft als auch Anwender wohl kaum wollen.
    Billiger PR-Stunt von Leuten, die zwischen Klimaaktivisten und Trump um Aufmerksamkeit buhlen, weil sie viel zu spät realisiert haben, daß sei von den google-/applehörigen Millenials und deren Nachfolgern gar nicht mehr gekannt werden.
    Das Problem mit dem chronischen Entwicklermangel existiert auch hier,
    Der ist doch Hausgemacht von allen Seiten. Solange weiter gefühlt alle zwei Sekunden eine neue Sprache entwickelt wird, kann die Menschheit gar nicht so schnell wachsen, wie neue Entwickler gebraucht werden.
    Warum sollte Microsoft das machen? Weil einige sich krankhaft weigern auf Windows 10 zu wechseln und lieber an einem jetzt veralteten Betriebssystem festhalten wollen? Ich weiß gar nicht was diese ständige Antipathie gegen Windows 10 immer soll! Man kann sich doch alles konfigurieren wie man es braucht, ist doch kein Problem.
    Die Offenlegung des Quellcodes ist generell ausgeschlossen.
    Microsoft ist ein Tor, wenn das NT-6-Filesystem preisgegeben würde.
    NT-10, die aktuelle Version, basiert in all seinen Bestandteilen auf NT-6 - es ist nicht neu.
    Schon die Formulierung schreckt mich ab, da denke ich sofort an Verschwörungstheoretiker und sonstige Extremisten, die sich für einen erleuchteten Zirkel halten.
    Vor allem mit dieser Wortwahl, die einem verbalen Stinkefinger gleichkommt, ist das ein lausiger Ansatz. Da braucht Keiner Leute, die Schlagworte aufgeschnappt haben und damit Bullshit-Bingo spielen, um vorgeblich eine gute Sache zu fördern, wofür sie mit der Axt durch den Wald laufen und alles fällen, was im Weg steht.
    Gut zu wissen, traurig zu hören.
    Vor 5 Jahren hätte ich das noch für undenkbar gehalten. Mittlerweile fährt MS eine solche Open Source und We <3 Linux Schiene, dass ich diese Idee nicht einmal für völlig ausgeschlossen halte... vielleicht in noch einmal 5 Jahren, wenn Windows 10 auch Open Source ist... und, wenn Windows Microsoft völlig am Hintern vorbei geht.
    Naja, ich weiß ja, warum sie das alles machen. Nicht weil sie Open Source und Linux so toll finden, sondern, weil sie Leute wie die, die solche Petitionen machen, auch noch mitnehmen wollen, weil sie immer mehr zu sagen haben, sprich ein immer größeres Maul haben. Und, das ist halt heute so, die mit dem größten Maul bestimmen, was Sache ist, nicht die vernünftigen Leute.
    build10240
    Der ist doch Hausgemacht von allen Seiten. Solange weiter gefühlt alle zwei Sekunden eine neue Sprache entwickelt wird, kann die Menschheit gar nicht so schnell wachsen, wie neue Entwickler gebraucht werden.

    Ironischerweise hält sich das mit den Programmiersprachen mittlerweile relativ in Grenzen. Das GNU-Projekt selbst hat nur wenige Sprachen wie zum Beispiel GNU Guile, einer Abwandlung von Scheme, und das quasi angeschlossene Gnome-Projekt, was zumindest bisher ganz gute Beziehungen zur FSF gepflegt hat, betreibt mit Vala und Genie, zwei Klonen von C#, noch zwei eigene Sprachen. Ansonsten dominieren eher C, C++ und Python, also keine allzu exotischen Sprachen. Die einzigen Randsprachen in den letzten Jahren waren D und Elm, ansonsten werden Neuzugänge wie Rust, Elixir oder Julia doch zumindest teilweise im größeren Maßstab adaptiert.
    Das Problem ist eher, dass auch die Gemeinschaft dort immer konservativer wird, auch im generellen FOSS- und Linux-Umfeld. Es gibt mit neuen Technologien wie systemd, neuen Paketformaten wie Snap/Flatpak/AppImage und auch bei einzelnen Projekten wie Firefox oder diversen Versionskontrollsystemen große Anstrengungen, das ganze Umfeld zu modernisieren, aber im Gegenzug entstehen immer mehr Forks, um diesen Neuerungen aus dem Weg zu gehen und alte bestehende Technologien, so problematisch sie auch sind, zu bewahren. Deswegen existiert Pale Moon parallel zu Firefox oder Devuan parallel zu Debian. Eine Krönung ist das Hyperbola-Projekt, die sich von Linux wegen zunehmender "Invasion anderer Akteure" gegen die Freiheit abwenden und in Zukunft unter anderem einen eigenen, geforkten BSD-Kernel verwenden wollen. Nur ein Beispiel.
    @anthropos
    Schon die Formulierung schreckt mich ab, da denke ich sofort an Verschwörungstheoretiker und sonstige Extremisten, die sich für einen erleuchteten Zirkel halten.

    Sicher, aber es zeigt auch die Spannungen, die zwischen dem Free Software Movement und der pragmatischen OpenSource-Szene existieren. Einerseits geht es ohne viele Elemente aus dem GNU-Projekt derzeit nicht, weil sie Linux stark beeinflussen und dazu auch Schwergewichte wie GDB oder die Bash gehören, auch wenn es in Einzelfällen wie dem Buildsystem Meson oder dem LLVM-Projekt schon Alternativen gibt. Zum anderen hat gerade Linux zu Projekten aus dem GNU-Projekt oft auch keine echte Alternative. Einfaches Beispiel: GIMP gehört auch zum GNU-Projekt und ist trotz seiner Mängel die leistungsstärkste Rastergrafik-Anwendung, die Linux hat, wenn man Krita als Spezialfall mal ausklammert.
    Die Pragmatiker aus dem FOSS-Umfeld beziehen sich in erster Linie auf das Entwicklungsmodell und lehnen die Beteiligung von Unternehmen oder die Verwendung im kommerziellen Umfeld nicht grundsätzlich ab, aber die Anhänger freier Software sehen in jeglicher unfreier Software, was auch bestimmte OSS-Lizenzen einschließt, ein soziales Problem.
    Windows 7 mit, ich sage mal, erpresserischer Gewalt am Leben halten wollen, aber Top-Smartphones von Apple oder Samsung in der Hand halten. Oder habt ihr ein Nokia 5110 mit offenen Quellcode?
    Die "Free Software Foundation" scheinen vom anderen Stern zu sein oder stehen unter Alkohol oder Drogen :lol
    Seit wann gibt Microsoft eines ihrer Betriebssysteme frei ? Selbst für Windows 2000 benötigt man JETZT noch einen gültigen Key.
    Und MS würde sich da selbst in die Knie schießen, wäre Win 7 Open Source, dann würden unzählige User die auf Windows 10 "gezwungen wurden" wieder zurück auf OpenWindows 7 wechseln. Und was ist dann mit der Aussage von MS, dass Windows 10 auf fast einer Milliarde System installiert ist ?
    https://www.deskmodder.de/blog/2020/01/26/steht-microsoft-kurz-vor-der-1-milliarde-windows-10-installationen/
    Wird eh nicht passieren. Wie du schon sagst, die sind von einem anderen Stern (ich hätte es etwas drastischer ausgedrückt ;)).
    Thomas62 hat schon ganz recht, es hat, wie so vieles heutzutage, etwas von versuchter Erpressung, und auch viel von absoluter Realitätsferne. Get real: Wer jetzt noch nicht auf Windows 10 gewechselt, und das auch nicht will, der soll zu Mac OS wechseln, oder zu Linux, aber bitte nicht dauernd rum heulen. Erst ist Microsoft die böse, böse Firma, dann sind sie die böse, böse Firma, wenn sie nicht Windows 7 Open Source machen, und so weiter. Machtgelüste, nach dem Motto "Wir zeigen dem Großkonzern jetzt wer hier wirklich am Hebel sitzt". *würg*
    Die Free Software Foundation muss ja wirklich ein paar echt verzweifelte Windows 7 Jünger in ihren Reihen haben, wenn die ein solches Ansinnen verfolgen.
    Wahrscheinlich geht's mehr darum, Microsoft noch mehr Open Source "aufzuschwatzen".

    ... das wurde ja schon mit den neuen Edge gemacht :lol Trotzdem ist der neue Edge ein gelungener Wurf.
    Und Windows 7 als Open Source ? Würde nicht lange dauern und Windows 7 sieht aus wie "Winux" :lol
    Der neue Edge ist ziemlich gut, da haben sie was richtig Gutes auf die Beine gestellt! Und vor allem, er besitzt einen Trackingblocker auf IE11 Niveau. Denn der IE11 war bisher der einzige Browser, der es schaffte ohne jede Erweiterung den meisten Werbemüll nur über den Trackingschutz rauszufiltern.
    Und schnell ist Edge! Alle Achtung, der ist besser als ich dachte.
    Und schnell ist Edge! Alle Achtung, der ist besser als ich dachte.

    ... und das trotz meiner fast 30 AddOns. Damit ist seit geraumer Zeit der Firefox Geschichte, wird nur im Zweifelsfall bei vermutlich nicht korrekt wiedergegebenen Webseiten reaktiviert.
    Keine Ahnung, was ihr habt, bei mir sind beide Browser in gleicher Ausstattung* auch gleich schnell - w/o neuem Profil. Das hat aber jetzt aber nix mehr mit Windows 7 zu tun, oder?
    chakko
    Wahrscheinlich geht's mehr darum, Microsoft noch mehr Open Source "aufzuschwatzen".

    Es geht nicht um OpenSource-Software, es geht um freie Software. Ein klassischer OpenSource-Entwickler würde dir sicherlich etwas von Datenschutz und Privatsphäre erzählen, aber im Herzen sind das Pragmatiker. Wenn eine Anwendung, die nicht im Quellcode offen liegt, die Aufgabe besser meistert als ein quelloffenes Pendant, ist das kein Weltuntergang, auch wenn eine quelloffene Software manchmal lieber wäre. Außerdem wird Dezentralisierung und Self-Hosting in diesem Bereich eine größere Rolle zugeschrieben. Im Großen und Ganzen ist es aber nur ein Entwicklungsmodell und nicht auf Linux beschränkt, sondern gilt auch für Windows, macOS und andere Systeme.
    Freie Software ist eine ganz andere Hausnummer. Die sehen grundsätzlich in jeder proprietären Software und in einem großen Teil der OpenSource-Software ein soziales Problem, das gelöst werden muss, weil es die Freiheit und Sicherheit der Nutzer beschneidet. Sie lehnen einen Großteil der Möglichkeiten, mit Software Geld zu verdienen, als unethisch ab. Sie lehnen auch bestimmte Lizenzen wie die MIT, BSD oder Apache License ab, weil das sog. Permissive Licenses sind und keine Copyleft-Lizenzen wie eben die GPL. Sie lehnen auch den Linux-Kernel in der klassischen Form ab, weil er über Binary Blobs verfügt und man deswegen lieber gleich GNU Hurd oder zumindest den Linux-libre-Kernel nehmen soll. Und es geht sogar so weit, dass sie in den Grundfesten des Internets wildern. Teilweise geht es nur darum, unfreies JavaScript per Addon zu blockieren, auch wenn das Webseiten unbenutzbar macht. Es gab aber auch schon Forderungen, auf HTTP zu verzichten und mit dem Gopher-Protokoll, was damals das Rennen gegen HTTP verloren hat, eine Art paralleles und freies Internet aufzubauen. Nur als ein paar Beispiele.
    Dazwischen hängt dann noch eine Gruppe, die immer konservativer wird und auch viele Fortschritte konsequent ablehnt. Ich sag da immer gerne, die OSSler sind gespalten. Es gibt einmal diejenigen, die wie Microsoft, Google, Mozilla und etliche andere Entwickler/Projekte vorangehen und im Einklang mit kommerzieller Entwicklung neue Sachen bringen, und dann gibt es eben die anderen, die sowas als Invasion sehen und teilweise selbst Linux in Frage stellen. Das führt dann mittlerweile oft zu Forks, die nicht nur technisch veraltet, sondern auch von der Sicherheit her ein zunehmendes Problem sind.
    Ich halte die Forderung mit Veröffentlichung des Quellcodes von Windows 7 Schwachsinn. Windows ist keine Open Source. Auf die Forderung wird Microsoft natürlich nicht eingehen und zwar zurecht. Wer Open Source möchte soll Linux verwenden.
    @Kevin Kozuszek
    Also ein Fork von der Debatte über Sozialismus und Kapitalismus, wobei letztere bereits auf veraltete Ideen setzt.
    Die Wortwahl ist bereits von Anfang an wertend, was mir zu engstirnig ist und vereinfachend in einem Schwarz-Weiß-Schema, was auf Kosten der Sicherheit geschieht, wenn man an Liebgewonnenem festhält, ohne Rücksicht auf Leistungsgrenzen, aber ich will diese Leute nicht selber verdammen, denn die Prinzipien sind nicht an sich schlecht, wir werden auch auf anderen Gebieten irgendwann Entscheidungen fällen müssen, was die wichtigsten Prinzipien sein sollen, die hinter unserem Tun stehen.
    Was für eine Meldung. Man lässt sich eben immer was neues einfallen damit über ein geredet wird und Geld verdient werden kann.
Nach oben