Plötzlich HomeOffice: Man geht nicht einfach heim und arbeitet

Plötzlich HomeOffice: Man geht nicht einfach heim und arbeitet

Viele arbeitende Menschen finden sich seit ein paar Wochen plötzlich im HomeOffice wieder. Für die Einen ist es eine gewohnte Situation, nur dass man eben jetzt noch öfter als sonst von zu Hause arbeitet, für die Anderen ist es eine völlig neue Erfahrung, die sie vielleicht sogar gegen den eigenen Willen machen.

Das Netz ist voll von guten Ratschlägen und ultimativen Tipps für das perfekte Heimarbeits-Erlebnis, worüber ich immer wieder den Kopf schütteln muss. Natürlich gibt es ein paar allgemein gültige Dinge, über die es sich zu sprechen lohnt, im Grunde aber sind die Ratgeber der Versuch, den Menschen ein Rezept für die perfekte Lieblingsspeise aufzuschreiben, ohne deren Essgewohnheiten zu kennen. Das Thema HomeOffice ist so individuell wie die Menschen selbst.

Ich will daher keine klugen Ratschläge geben, sondern einfach meine persönliche Geschichte aufschreiben. Natürlich hoffe ich, dem einen oder anderen Leser damit einen hilfreichen Impuls geben zu können.

Meine persönliche HomeOffice-Story beginnt im Jahr 2011, aber sie beginnt nicht zu Hause. Im Herbst 2011 entschloss ich mich, im zarten Alter von 41 Jahren den Sprung in die Selbständigkeit zu wagen. Ich hätte kein Büro gebraucht, aber ich habe dennoch eines angemietet. Mein ganzes Leben lang war ich es vorher gewohnt, morgens zur Arbeit und abends wieder nach Hause zu gehen. Ich war der Überzeugung, dass ich diesen Tapetenwechsel benötige, um in einen vernünftigen Arbeitsmodus zu kommen. Außerdem war ich fest entschlossen, tatsächlich „Feierabend“ zu machen, wenn ich nach Hause gehe. Wie ihr sicher schon ahnt, hat das nicht sehr lange funktioniert.

Es war eine teure Lernphase, Büroeinrichtung und -Miete haben mich mehrere zehntausend Euro gekostet, ehe ich 2015 tatsächlich „nach Hause gezogen“ bin. Es versetzt mich aktuell aber immerhin in die Lage, Verständnis aufzubringen, wenn jemand sagt „HomeOffice ist nichts für mich“, vor allen Dingen, wenn man es ein ganzes Arbeitsleben lang nicht gekannt hat. Ich würde aber dennoch zu niemandem sagen: „Geh es an, das wird schon.“ Vielleicht wird es nämlich nicht. Es gibt Menschen, für die ist diese Arbeitsform nicht geeignet, und das gilt es zu akzeptieren. Das macht diese Leute nicht zu besseren oder schlechteren Angestellten.

Von zu Hause aus zu arbeiten, ist speziell und unglaublich facettenreich. Darum gibt es ja auch so unfassbar viele Ratgeber mit den vermeintlich „besten Tipps“: Schaffe dir einen eigenen Arbeitsbereich, zieh dir eine Hose an, halte dich an feste Rituale und so weiter und so weiter. Der einzige Ratschlag, den ich dazu geben kann: Lest euch alle Ratgeber durch, probiert alle Tipps aus – und entscheidet anschließend selbst, was zu euch passt.

Für mich persönlich habe ich festgestellt: In der Tat fühle ich mich am wohlsten, wenn ich sehr früh aufstehe (meist so gegen 5:40 Uhr), mich dusche, anziehe, eine Runde mit dem Hund drehe und mich dann an den Schreibtisch setze. So fühle ich mich „aufgeräumt“. Trotzdem gibt es die Tage, an denen ich vom Bett direkt zum Schreibtisch wandle, und wenn ich um 15 Uhr ein Paket in Empfang nehme, denkt der Kurier, ich wäre gerade aufgestanden. Weil ich immer noch so aussehe. Solche Tage bereiteten mir früher ein ungutes Gefühl, daher spürte ich, dass ich etwas verändern muss. Ich tat es, in dem ich beschloss, mich nicht mehr schlecht zu fühlen, sondern zu akzeptieren, dass nicht alle Tage gleich sind.

Ein Stichwort, welches beim Thema HomeOffice ebenfalls sehr oft genannt wird, ist: Disziplin. Die benötigt man tatsächlich, und zwar in jedweder Hinsicht. Ich beispielsweise neige zum Bummeln, verliere mich in irgendwelchen Nebensächlichkeiten, lasse mich gerne ablenken. Die Belohnung ist, dass sich meine lockere Arbeitsweise für mich selbst selten anstrengend anfühlt, aber ich bezahle den Preis, dass ich entweder länger arbeiten muss oder die mir selbst gesetzten Tagesziele nicht erreiche.

Es ist schwer, aus der eigenen Haut zu schlüpfen, daher greife ich zu „Tricks“. Um einen längeren Text wie diesen konzentriert verfassen zu können, schnappe ich mir oft mein Laptop. Durch den kleinen Bildschirm bin ich automatisch fokussierter, das Auge droht nicht irgendwo hin abzuschweifen, wie mir das am großen PC-Monitor leider zu häufig passiert. Ich verkrieche mich dann gerne mal an einen ruhigen Ort und nehme auch das Smartphone nicht mit, um nicht gestört zu werden.

Stichwort Störungen: Das war und ist ein sehr schwieriges Thema für mich. Als ich 2015 begann, überwiegend von zu Hause zu arbeiten, lebten meine beiden Kinder noch bei uns. Zusammen mit meiner Frau waren da also drei Leute, die mich „störten“. Das war nicht deren Schuld, die waren ja einfach nur da, und meist ließen sich mich auch in Ruhe. Mir genügten allerdings schon Schritte, die sich näherten, um die Konzentration zu verlieren. Es könnte ja gleich jemand neben mir stehen und mich ansprechen. Bis heute habe ich dafür kein Rezept gefunden.

Erst seit Ende des letzten Jahres habe ich innerhalb der Wohnung mein eigenes Büro, in das ich mich einschließen kann, wenn es einmal nötig sein sollte. Meist ist die Tür offen, denn ich will mich ja nicht abschotten, hin und wieder aber muss es einfach sein: Dann ist die Tür zu und dann will ich auch nur angesprochen werden, wenn es wirklich wichtig ist. Das ist ein ganz schwieriges Thema und kann, wenn nicht alle Beteiligten auf der gleichen Wellenlänge liegen, durchaus den Familienfrieden gefährden.

Um noch den Bogen zur aktuellen Situation zu schlagen: Wenn dadurch Entwicklungen angestoßen oder beschleunigt werden, ist das im Grunde eine gute Sache. Ganz sicher ist die derzeitige Lage aber nicht geeignet, um irgendwelche generellen Erkenntnisse pro und kontra HomeOffice zu sammeln. Von jemandem, der plötzlich mit dem Laptop unter dem Arm im heimischen Wohnzimmer zwischen Partner und Kind steht, sollte man nicht erwarten, dass die Arbeit einfach weiter geht. Schon gar nicht in einer Zeit, in der wir alle uns mehr Sorgen machen als sonst, worunter letztlich auch die Arbeitsleistung leidet.

Ich kann mir nur ganz schwer vorstellen, jemals wieder in einen Job mit täglicher Anwesenheitspflicht im Büro zurück zu kehren. Gleichzeitig aber genieße ich es, in dem Job, den ich neben meiner Arbeit hier noch habe, jederzeit ins Büro zu dürfen. Auf den physischen Kontakt mit den Kollegen könnte ich nicht dauerhaft verzichten, und tatsächlich gibt es Tage, an denen ich mich im Büro wohler fühle als zu Hause.

So viel für den Moment – heute Abend plaudern Marijan und ich im OneCast über das Thema HomeOffice, und ihr seid herzlich eingeladen.

Über den Autor
Martin Geuß
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Ich bin Martin Geuß, und wie unschwer zu erkennen ist, fühle ich mich in der Windows-Welt zu Hause. Seit mehr als zwölf Jahren lasse ich die Welt an dem teilhaben, was mir zu Windows und anderen Microsoft-Produkten durch den Kopf geht, und manchmal ist das sogar interessant. Das wichtigste Motto meiner Arbeit lautet: Von mir - für Euch!

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Kommentare

  1. Sehr schön geschrieben! Es ist eine Herausforderung, ich habe vorher schon öfters mal von zu Hause gearbeitet, aber jetzt wochenlang ist schon was Neues.
    Magst Du mal ein Update über Deine Arbeitsumgebung geben, also was für Hardware alles wie im Einsatz ist? Das wäre recht interessant! Danke!
    Sehr schöner Artikel. Ich glaube, es funktioniert mit Home Office wenn man nicht aus jedem Ding ein Elefant macht. Selbst arbeite ich seit 2004 im Home Office, und sicher mit Kinder und Mama um ein herum manchmal echt eine Herausforderung (vor allem, wenn man in der EDV tätig ist, und den Kindern erklären soll was man da den ganzen Tag so wichtiges macht ;-) ).
    Die Situation derer, für die Home Office jetzt neu ist, ist sicher sehr schwer. Kinder zu Hause wegen keine Schule. Frau/Partner auch da. Das ist einfach eine noch explosivere Mischung als sonst. Da ist es wichtig, zu reden und die Kommunikation in der Familie nicht abreißen zu lassen. Und jeder sich nicht so unter Druck zu setzen - es kommen eh schon noch schwere Zeiten auf uns zu, bevor "das Neue" anfängt :-). Bis dahin, bleib gesund!!!!!
    Aus dem Text ("Als ich 2015 begann, überwiegend von zu Hause zu arbeiten, lebten meine beiden Kinder noch bei uns.") lese ich heraus, dass deine Kinder zu dieser Zeit mindestens im Teenager-Alter waren. Mag auch nicht immer einfach sein, aber in diesem Alter weiß sich der Nachwuchs zumindest alleine zu beschäftigen. Bei mir sind die Kleinen 3 und 5, was Arbeiten im Homeoffice zu einer besonderen Aufgabe macht :)
    Ich arbeite schon seit ca. 10 Jahren einen Tag in der Woche im Homeoffice und bin jetzt seit 3 Wochen dauerhaft im Homeoffice.
    Für mich war das zum Glück nie ein Problem mich selber zu motivieren. Ganz im Gegenteil, ich kann zu Hause wesentlich konzentrierter und produktiver arbeiten als im Büro, weil ich hier meine Ruhe habe. Im Büro hingegen kommen ständig Kollegen an den Schreibtisch die meine Hilfe brauchen.
    Ehrlich gesagt sind die letzten 3 Wochen für mich gefühlt wie Urlaub obwohl ich hier mehr geschafft habe als es im Büro der Fall gewesen wäre. Liegt aber auch daran das ich sonst täglich hin und zurück 120 km Arbeitsweg habe.
    Ich hoffe das nach dieser Krise Homeoffice seitens meines Arbeitgebers deutlich forciert wird und ich häufiger von zu Hause arbeiten kann.
    Durch die Pandemie und durch die Arbeit Zuhause, steigt die Zahl der häuslichen Gewalt. Erste Meldungen sind zu lesen: Verprügelte Männer mit einem Nudelholz. Diese konnten keine Ruhe finden und wurden immer abgelenkt.
    Gibt nix schöneres als HO. Ich komme da super mit klar und arbeite 2 Tage die Woche generell immer zuhause. Ich schaffe nicht mehr oder auch nicht weniger, ich fühle mich einfach freier.
    Ein zu großer Bildschirm lenkt wirklich vom Eigentlichen ab. Deshalb nutze ich das Surface Go für längere Texte, zum Entspannen und für Medienkonsum das TV mit angeschlossener Streaming Box.
    Das ist natürlich ein technisches Detail, aber grade hier finde ich es enorm hilfreich wenn man auf dem Computer privates strikt(!) von der Arbeit trennt. Das fängt mit einem anderen Windows-Account an. Keine Benachrichtigungen über private Mails oder Messenger mehr. Keine bunten Verknüpfungen auf die Lieblingsseiten. Hätte ich das dauernd noch auf dem Bildschirm könnte ich wahrscheinlich unmöglich länger als 20 Minuten bei der Sache bleiben...
    Ich habe (noch) das Privileg, in einem Einzelbüro arbeiten zu können. Daher fahre ich sehr gerne ins Büro und arbeite dort in der Regel von ca. 07:00 Uhr bis ca. 17:30 Uhr. Ich mag das Ritual, morgens mit den Öffentlichen ins Büro zu fahren, dort angekommen meinen Rechner hochzufahren und nebenbei erst mal einen Kaffee zu genießen. Auch das Arbeiten im Büro klappt für mich besser, als zuhause, weil ich dort fukussierter bin.
    Durch die Pandemie war ich nun gezwungen, auch vermehrt zuhause zu arbeiten. Diese Möglichkeit hatte ich bestimmt schon seit fünf, sechs Jahren, aber sie bisher nur sporadisch genutzt. Schon aus dem Grund, weil die Kinder in der Regel zwischen ca. 14.00 Uhr und 16:00 Uhr nach Hause kamen und weil meine Frau als Selbständige von zuhause aus arbeitet. Nun musste aber doch ein extra Arbeitsplatz für mich eingerichtet werden, weil auch ich von meinem Arbeitgeber angehalten wurde, überwiegend von zuhause aus zu arbeiten. Bisher war das kein großes Ding, weil wir zunächst mal Urlaub nehmen und Gleitzeit abbauen mussten, bevor am Montag die Kurzarbeitsphase beginnt. Da ich aber außertariflich beschäftigt bin, muss oder darf (wie man's nimmt ;)) ich trotzdem weiter arbeiten. Ergo musste möglichst schnell ein Home Office eingerichtet werden.
    Ich benötige viel Monitorfläche, weil ich oftmals mehrere Dokumente gleichzeitig lesen und bearbeiten muss. Daher ist es ideal für mich, wenn ich z.B. mindestens vier volle Din-A4-Seiten parallel anzeigen und lesen kann. Auch musste meine Lösung gleichermaßen für mein privates als auch für mein dienstliches Notebook geeignet sein. Welche Lösung ich letztlich gefunden hatte, habe ich hier beschrieben.
    Home Office hat für mich die große Gefahr der Ablenkung. Hier die Familie, da mal einen Blick in's Morgenmagazin, und wenn dann auch noch ein bestelltes Paket kommt, ist es mit der Konzentration dahin. Hatte vor einiger Zeit mal einen Film gesehen, in dem der Mann zur Frau sagte: "Du bist die einzige Person, die ich kenne, die im Home Office wirklich arbeitet.". :hallo
    In diesem Sinne...
    Fröhliches Schaffen und gesund bleiben,
    Thorsten
    Na, ... nehmen wir mal einen zufälligen Beitrag:
    Experten erwarten deutlich mehr Gewalt gegen Kinder | hessenschau.de | Gesellschaft
    Wir haben hunderttausende, wenn nicht gar millionen Gemeinschaften in Deutschland, die in der Normalphase schon nicht funktionieren.
    Die beiden Familien zwei Stockwerke über mir haben sich jeweils (freiwillig und im gegenseitigen Einverständnis) vom Vater getrennt. Das sind hier 53qm Wohnungen. Die eine Familie besteht aus zwei Kindern, die andere aus vier. Eine "Heimarbeit" wäre vom Raum schon nicht möglich.
    Es gibt für viele überhaupt keinen Raum Zuhause um vernünftig Heimarbeit zu betreiben. Die Gören sind ja ständig zu Hause, weil Kindergärten und Schulen dicht sind. Man kann die auch nicht mal eben weg schicken. Ist ja alles verboten und abgesperrt.
    Deine Tipps in Ehren, aber an der Realität gehen sie für viele Familien vorbei.
    :hallo
    Ich gehe (körperlich) arbeiten, um Abstand vom Rechenknecht zu haben :D
    Nur wenn ich dort an Dokumentationen sitze und die vor Ort anbringen muss, sitze ich auch keine 8h angestrengt davor, dafür ist der Arbeitsplatz gar nicht ausgerichtet geschweige liesse man mich, weil Mädchen für alles (Allrounder). An Tagen wie heute bin ich dann froh über Feierabend, dann schalte ich mit dem Rechner auch den Kopp ab dafür. Feierabend, dazu heute Wochenende.
    Selbst in meiner Freizeit sitze ich nicht laufend davor, Kopfarbeit ist auch anstrengend. Warum haben Schüler 5 Minuten zwischen den Stunden und 15/20 Minuten Pause? Weil das ein bewährtes Konzept ist, selbst für Bürojobs. Halbe Stunden hier, 5 Minuten Pause, halbe Stunde das, 10 Minuten Pause usw. Könnt ihr im Netz nachlesen.
    Kann ich an meinem Bauleiter sehen, wenn der nach 2-3h Sitzarbeit rauskommt, meint der auch er hätte gesagt, ne ne, Monsieur, ganz sicher nicht.
    Was 'nen richtigen Heimarbeitsplatz angeht, wird das immer noch reichlich unterschätzt. Tür zu, lass Pappa/Mamma arbeiten, Hund/Katze/Kind raus, und nicht im Schlafzimmer oder Wohnzimmer. Deswegen bin ich froh, einen eigenen Raum dafür zu haben, als Jugendlicher und Heranwachsender war das toll - aufstehen und direkt auf die Tastatur fallen - Rauschekiste? Egal, ich penn auch so. Am Ars***.
    Nun ja, kommt drauf an, welche Arbeit man gewohnt ist. Ich sitze bzw. stehe (daher bevorzuge ich elektrisch verstellbare Schreibtische) quasi neun bis zehn Stunden täglich vor dem Rechner. Meine Arbeit besteht quasi nur aus dem Lesen von Dokumenten und dem Verfassen von Texten. Die handwerkliche Tätigkeit in meinem Job beschränkt sich mittlerweile fast nur noch auf das Unterschreiben von Anträgen und anderen Schriftsätzen. Mir macht das aber Spaß.
    Und zuhause beschäftige ich mich in meiner Freizeit auch sehr gerne mit dem PC. Da aber dann überwiegend mit der Programmierung unserer Hausautomation. Nebenbai bastel ich dann dafür aber noch das eine oder andere. Zum Bewegungsausgleich gehe ich ein bis zwei Mal die Woche Joggen und/oder mit Hund und Familie raus. Wir haben zudem das Glück, eine eigene Doppelhaushälft samt kleinem Garten zu besitzen. So kann man sich auch mal sehr gut aus dem Weg gehen.
    Sehr schön geschrieben und genau auf den Punkt, als ob es ein Auszug aus meinem Arbeitsalltag wäre.
    Besonders folgender Satz, passiert mir (fast) täglich:
    ...und wenn ich um 15 Uhr ein Paket in Empfang nehme, denkt der Kurier, ich wäre gerade aufgestanden...
    Walhallas.Voice
    Im Büro hingegen kommen ständig Kollegen an den Schreibtisch die meine Hilfe brauchen.

    Und Zuhause kommen keine „Kollegen“ (Kinder, Partner/in) an deinen Schreibtisch?
    Wenn man genügend Platz hat, nein. Meine Frau hat z.B. ihr Büro im Keller und ich habe meines nun im Gästezimmer des OG. Wenn dort die Tür zu ist, habe ich auch meine Ruhe. Noch dürfen die Kinder ja auch draußen spielen. Ab Montag sind ja dann offiziell Osterferien. Aber ich denke, wir werden das mit der Home School, wie in den letzten drei Wochen, auch in den Ferien in abgemildeter Form weiterführen. Ich habe zwar genug zu tun, aber bei meiner Frau ist die Lage im Moment etwas entspannter.
    Ich bin mir aber auch bewusst, dass sehr viele Familien in Deutschland nicht in einer so günstigen Lage sind, wie wir. Hier in unserem Wohngebiet sind es jedoch sehr viele.
    @WindowsPhoenix
    Nein, die Kinder sind bereits erwachsen und ausgezogen und außerdem hat unsere Wohnung mehr als Zimmer, so das wir uns nicht alle im gleichen Raum aufhalten müssen. ;-).
    Des Weiteren habe ich eine intelligente Frau die versteht das Homeoffice arbeiten bedeutet und keine Freizeit ist. ;-).
    ich habe seit ca 25 jahren bisher immer ein eigenes Büro in der wohnung gehabt, obwohl mir auch meine Auftraggeber ein Büro zur verfügung gestellt haben
    daher ist home-office für mich tatsächlich nichts neues
    vorher konnte man das eher vergleichen mit denen, die heute überraschend ins Home-Office abberufen werden
    also schreibtisch in der wohnung, oder ganz am anfang sogar der Küchentisch
    aber da waren bei mir die Kinder noch klein und ich habe mir schnell ein Office in der Nähe angemietet
    ich benötige diese Distanz vom rest der wohnung, auch wenn es toll ist, in Jogginghosen zur Kaffeemaschine zu laufen
    auch finde ich es schön, wenn ich spontan eine idee habe, nicht alles aufbauen zu müssen, sondern einfach ins Büro und da rum werkeln, auch wenn es manchmal mitten in der nacht ist
    ich glaube, dass sich nach dieser Corona-Phase viele mit dem Thema Home-Office angefreundet haben, was für die Firmen auch ein immenses einsprungspotential an Räumlichkeiten bietet
    Aber wie Cheffe schon schrieb, man sollte keine Generalität draus machen
    ich kenne Kollegen, die einfach die Nähe zu anderen Menschen benötigen und für die das Home-Office momentan der blanke Horror ist.
    Aber auch Menschen, denen genau DAS zuviel ist und die vielleicht jetzt die Chance haben, ihrem Arbeitgeber zu beweisen, wie toll sie doch auch von zu hause aus alles "gebacken" bekommen
    ich persönlich halte sowieso mehr von Effizienz, denn von Anwesenheitspflicht
    Also ich kenne auch Leute, die sich auch am Arbeitsplatz in belanglose Dinge verlieren, nicht nur im Homeoffice, das ist also kein spezielles Homeoffice-Problem ;)
    Wenn das Einschließen, oder was auch immer man halt braucht wirklich den Hausfrieden stört, hat man den falschen Partner. Der richtige Partner wird akzeptieren wie du bist, was du brauchst und dich dabei unterstützen, das beruht natürlich auf Gegenseitigkeit :)
    In der Regel ist nicht der Partner bzw. die Partnerin das Problem, sondern Kinder im schulpflichtigen Alter, die in der aktuellen Situation schulisch betreut werden wollen, oder - fast noch schlimmer - in den Ferien nicht mit ihren Freunden draußen spielen dürfen. Man kann sie ja nun auch nicht ständig vor die Glotze oder andere elektronische Spielgeräte setzen. Wir haben davon z.B. zwei im Alter von 9 1/2 und 11 Jahren. Ich hoffe, dass ich insbesondere im April da trotzdem einiges im Home Office gebacken kriege.
    @Walhallas.Voice: Sehr schön. Wenn ich richtig gelesen habe, ist da eine Menge Wertschätzung für diese alles andere als durchschnittliche, sondern sehr privilegierte* Form des HomeOffice.
    *Das meine ich nicht als Kritik, sondern als Feststellung. Wie Martin eingangs schrieb, geht es hier um individuelle Erfahrungen.
    Das hast du genau richtig gelesen.
    Für mich ist die jetzige Form des HomeOffice genauso schön wie eine Lohnerhöhung.:D
    Ich kenne aber auch Arbeitskollegen denen es genau anders geht und die unbedingt die direkte Zusammenarbeit im Büro brauchen.
    Das Thema Homeoffice ist so individuell zu betrachten das man eh nicht sagen kann ob es gut oder schlecht ist.
    Das kann jeder nur von Fall zu Fall für sich entscheiden.
    Ich brauche den Gang morgens, nicht um in einen Arbeitsmodus zu kommen, sondern um irgendwie wach zu werden. Ne halbe Stunde raus, nach bequemem Frühstück, und dann wohin auch immer. Das verhindert das Loch gegen 10-11 Uhr.
    Allerdings bin ich jetzt auch nach der Pendlerzeit noch Frühaufsteher, ich muss zwar nicht mehr um 4:30 Uhr raus, aber auch für Homeoffice ist nun 5:30 Uhr die passende Zeit - die gibt mir genügend Möglichkeiten bequem anzufangen und bis 8 Uhr durch zu sein mit Kreislauf-Booster...
    Von was für einer Marke ist dein Bürostuhl, kannst auch einige gute Hersteller empfehlen? Ich suche momentan nach einem gutem Bürostuhl.
    Gute Stühle: Ich würde immer wieder zu Steelcase greifen (Leap oder den neueren Gesture). Haltbar, flexibel einstellbar, passt mir wie angegossen.
    Mein Arbeitgeber hatte schon vor Corona damit angefangen HomeOffice einzuführen. Es existiert hierzu seit einigen Wochen eine Betriebsvereinbarung zwischen Arbeitgeber und Konzernbetriebsrat. Die Kolleginnen / Kollegen, denen man HomeOffice genehmigt hat, bekamen den Arbeitsplatzrechner gegen ein Notebook mit Docking Station getauscht. Private Rechner dürfen nicht eingesetzt werden. Da ich nur noch bis 31.07. berufstätig bin, gehöre ich zu den Personen, die kein HomeOffice bekommen und stattdessen weiterhin täglich am Arbeitsplatz erscheinen. Der Kontakt mit den Kolleginnen / Kollegen im HomeOffice erfolgt per Microsoft Teams. Um daran Wenigstens mit Ton teilnehmen zu können, musste ich mir noch ein Headset über Amazon kaufen, wobei nur wenige ab ca. 34,- € sofort lieferbar waren. An eine Kamera ist nicht zu denken. Entweder kann erst wahrscheinlich Ende Mai geliefert werden oder der Preis ist mit deutlich über 100,- € viel zu hoch. Mal sehen wie sich die Meinung zu HomeOffice im Konzern in den nächsten Wochen entwickelt.
    Skalar, ich nutze schon seit über 14 Jahren den BIOSWING Boogie, in Kombination mit einem höhenverstellbaren Tisch. Mal stehen und wieder sitzen, so wird es auch bei langer Arbeitszeit noch erträglich. Nur so als mein Tip....
    Hm, also ich habe vorher noch nie Home Office gemacht und dachte anfangs: Toll!! (habe aber auch keine Kinder zu Hause).
    Tatsächlich fehlen mir die persönlichen Schwätzchen mit den Kollegen/innen mehr als gedacht und ständig steht die unausgesprochene Unterstellung im Raum, die Leute würden Home Office zum Faulenzen nutzen. Daher arbeitet man automatisch mehr als vor Ort und fühlt sich ständig beobachtet: Springt Skype auf Gelb, wenn ich schnell aufs Klo gehe usw. Das ist vor Ort in der Firma nie ein Thema. Verlasse ich meinen Arbeitsplatz, sperre ich meinen PC. Ob ich dann noch 10 Minuten mit der netten Kollegin in der Küche plaudere usw. interessiert keinen.
    Bin froh, wenn Home Office vorbei ist.
    Ich habe natürlich ein privates Smartphone, Samsung Galaxy Note 10, das ich aber beruflich nicht einsetzen darf. Ich gehöre im übrigen nicht zu den Arbeitnehmern, die vom Arbeitgeber ein Smartphone für den Arbeitsplatz gestellt bekommen. Die Kamera müsste im übrigen von der IT für die Verwendung am Arbeitsplatz eingerichtet werden. Diesen Vorgang habe ich bereits beim Headset erleben dürfen.
    Was die Folgen (bzw. aktuelle Verordnungen) Aufgrund der Pandemie mit vermehrter häuslicher Gewalt zu tun hat, erschlieÃßt sich mir nicht .Erst recht nicht durch Homeoffice! Die häusliche Gewalt war doch schon vorher da; man wird nicht zum gewalttätigen Menschen, nur weil man einige Tage/Wochen die meiste Zeit zu hause bleiben soll. Aber vielleicht bin ich auch zu naiver oder optimistischer Mensch.
    Ich kann es durchaus nachvollziehen, dass es in kleinen Wohnungen schwierig ist mehrere Arbeitsplätze einzurichten. Aber man muss kreativ sein. Bekannte von mir haben den Esstisch in ein zweier Arbeitszimmer umfunktioniert. Ich meine , wer hat denn heute ein EinzebBüro? Ich kenne fast nur Großraumbüros oder zumindest 4er/6er Büros bei den meisten Arbeitgebern. Da kann man auch arbeiten und telefonieren etc. ohne das man "gestört„ fühlt. Warum sollte es dann nicht zu zweit in der Wohnung funktionieren. Wenn es dann mal doch etwas ruhiger sein soll, dann hat mein ja meist noch ein weiteres Zimmer (Schlafzimmer), in das man für ein paar Minuten ausweichen kann.
    Die Sache mit kleinen Kindern kann ich verstehen. Aber auch da gibt es Möglichkeiten. Wenn beide Eltern da sind, dann kann man sich ja abwechseln mit der Bespaßung der Kinder. Jeder übernimmt abwechselnd für 1-2h die Kinden und bespaßt sie in einem anderen Zimmer. Wer sagt denn, dass man stets von 9-17 arbeiten muss. Das macht ja Homeoffice M. E. so interessant. Ich kann meine 8 Stunden über die 24 Stunden des Tages verteilen. Es soll mir keiner erzählen, dass er/sie/es länger als 2 Stunden fokussiert und konzentriert an einer Sache arbeitet und das jeden Tag .
    Das sind nur einige Beispiele , wie man Homeoffice gestalten kann, wenn man will. Aber jammern über neue und unbekannte Arbeitsweisen ist ja einfacher. Arbeit (jedenfalls Büroarbeit) ist nicht mehr an einen festen Ort gebunden und das müssen wir endlich mal akzeptieren. Deutschsprachiger Raum hält immer krampfhaft an dem Motto "Das haben wir schon immer so gemacht". Aber die Welt dreht sich weiter.
    Dasselbe gilt für das Homeschooling. Ich habe das mit meinen Freunden,die Lehrer sind, seit Jahren die Diskussion, dass sich die Art und Weise wie Unterricht betrieben wird ändern muss auch in Richtung Homeschooling. Bin bisher immer nur belächelt und als Spinner abgetan worden. Aber seit Wochen läuft bei mir das Telefon heiß und sie wollen wissen, wie sie Homeschooling betreiben sollen und wie die Technik funktionieren soll.
    Ich sehe die Pandemie jedenfalls als Chance, dass Deutschland endlich aufwacht und den technologischen Wandel akzeptiert und nicht bekämpft. Sonst sind wir in einigen Jahren ein technologisches Entwicklungsland.
    Die häusliche Gewalt war doch schon vorher da; man wird nicht zum gewalttätigen Menschen, nur weil man einige Tage/Wochen die meiste Zeit zu hause bleiben soll.
    Wenn die Welt nur so einfach wäre.
    Was die Folgen (bzw. aktuelle Verordnungen) Aufgrund der Pandemie mit vermehrter häuslicher Gewalt zu tun hat, erschließt sich mir nicht .
    Muß man das echt noch erklären? Man braucht kein Soziologie- oder Psychologiestudium um zu verstehen, daß es nicht unbedingt günstig ist, wenn Menschen plötzlich gezwungen sind, nahezu 24 Stunden ununterbrochen in einer Wohnung zu zweit, zu dritt zu verbringen. Daß da Konflikte entstehen, die dadurch daß die Arbeit plötzlich auch ausnahmslos zu Hause stattfinden (Home Office) muß, auch noch verstärkt werden, ist zwangsläufig. Einige davon enden eben in Gewalt und das kann auch bei dahingehend eher unauffälligen Menschen passieren. Umgangssprachlich nennt man so etwas auch Lagerkoller.
    Ja muss man -- mir jedenfalls. Ich sitze nun seit 4 Wochen mit meiner Frau alleine in der Wohnung; eigentlich sollten wir auf einer längeren Reise am anderen Ende der Welt sein und mussten es wegen Corona absagen. Und wir sind im Urlaub, also kein HomeOffice.. sprich wir verbringen wirklich 24h miteinander. Und wir haben viel Spaß... haben die Wohnung fast komplett umdekoriert und ja, wir streiten bzw. argumentieren über die neue Anordnung der Möbel etc. Ich habe mein HomeNetzwerk neu aufgebaut und jetzt wo das Wetter besser wird, werden wir auch den Garten aufräumen und umgestalten.
    Daher kann ich es nicht verstehen, warum nach wenigen Wochen schon der Lagerkoller und damit auch häusliche Gewalt entstehen soll. Nach mehreren Monaten könnte ich es nachvollziehen. Und wenn man im Homeoffice ist und arbeitet, dann hat man doch schon 8h weniger Zeit, sich zu streiten (ich weiß klingt sarkastisch, ist aber ernst gemeint). Ich kann es echt nicht nachvollziehen, es sei denn, dass schon vor der Pandemie die häusliche Gewalt latent vorhanden war und diese nun ein Ventil gefunden hat. Aber dann war schon vorher was im argen und hat nichts mit der Pandemie zu tun. Das hätte auch im Urlaub bei schlechtem Wetter oder sonstiger Art der Einsperrung im Hotelzimmer passieren können.
    Oder ist unsere Gesellschaft aufgrund der verblödeten RealityShows so stupid geworden, dass es nichts mit sich anzufangen weiß?
    Bis Mitte des 20. Jahrhunderts hätte ich es ja noch verstanden. Die Zahl der Menschen, die nicht lesen konnten war noch relativ hoch. Telefon hatte auch nicht jeder und Fernseher auch nicht in jedem Haushalt. Oft haben bis 4 Generationen in einer kleinen Wohnung gehaust. Die Dorfkneipe war der gesellschaftlicher Mittelpunkt.
    Aber heute haben wir Fernseher mit über 100 Sendern, Internet, Smartphones mit Videotelefonie , Netflix und co, Instagramm/Facebook etc. etc. etc. Lesen können über 90% der Menschen.
    Die technologie ist soweit, dass kein Mensch vereinsamt.. man kann mit seinen freunden telefonieren und (video)chatten. Wer es mag, kann soger mit einer VR Brille "quasi mit anderen Personen" virtuell agieren.
    Wer es drauf anlegt, kann wochenlang mit einer Person im selben Haushalt leben und sich total aus dem Weg gehen und mit anderen Menschen interagieren. Man muss deshalb nicht physisch an einem Ort sein wie noch vor einigen Dekaden.
    Allgemein kann man zum plötzlichen Homeoffice sagen dass es wohl erstmal eine Herausforderung ist. Mit kindern im Haus wohl noch mehr, als wie nur mit dem Lebenspartner. Bin jetzt seit 3 wochen im Home Office. Meine Frau arbeitet bis nachste Woche zwar noch, doch die ersten zwei wochen waren doch anstrengend. Ich bin es gewohnt täglich zur Arbeit ins Büro zu fahren. Sitz dort mit einen Kollegen und meinem Standortleiter im Büro. Dauernd hat man mit Leuten zu tun. Hier fragen von kollegen hier ein Meeting usw. usw. Das jeden tag mit Fahrweg von 7 uhr von daheim weg - 18 Uhr wieder daheim. Meine Frau schafft in 3 Schicht. So hat man zwangsläufig auch einen gewissen Freiraum für sich und freut sich dann wieder über die gemeinsame Zeit. Jetzt ist das so nicht mehr gegeben. Und das hat man in den ersten zwei wochen schon gemerkt. Frau hat nachschicht. Will tags schlafen. Ich im Arbeitszimmer und geschaut dass auch leise bin soweit. Mit paar meetings per skype jetztgar nicht einfach ? Frau war erstmalbder Meinung dass daheim mehr machen könnte wenn da bin. Musste auch erstmal verstehen dass auch was arbeiten muss. Mein fehler war am anfang dass mich 8 stunden eingeschlossen hab. Alles andere ausgeblendet. Jetzt teil ich die Zeit besser ein. Meetings usw und gewisse aufgaben haben prio. Jedoch zwischendurch mal ne stunde ruhe nutzen um mal nach frau und Wohnung schauen, nebenher nachrichten schauen oder musik hören. Hat schon geholfen und auch mit der frau mal reden wie grad das letzte meeting war. Also man muss sich schon dran gewöhnen, zumindest in meinem fall ist das so.
    Oh und bleibt alle gesund...
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