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Praxis: Ein virtuelles Windows auf dem UGREEN DXP6800 Pro einrichten und betreiben

Praxis: Ein virtuelles Windows auf dem UGREEN DXP6800 Pro einrichten und betreiben

Die meisten NAS-Modelle von UGREEN verfügen über einen integrierten Dienst für virtuelle Maschinen. Damit ein virtuelles Windows (z. B. als Cloud-Arbeitsplatz) sinnvoll nutzbar ist, sollte man aber schon zu einer der leistungsfähigeren Varianten greifen. Das UGREEN DXP6800 Pro eignet sich für diesen Zweck ausgezeichnet.

Ich beschäftige mich derzeit etwas ausführlicher mit dem DXP6800 Pro. Bisher sind in dieser Serie zwei Artikel erschienen, der letzte liegt leider schon etwas länger zurück. Diese findet Ihr zum Nachlesen hier:

Im letzten Beitrag habe ich erwähnt, dass ich auf dem NAS ein virtuelles Windows 11 betreibe und es als Cloud-Arbeitsplatz nutze. Weil das Interesse daran gefühlt am größten war, schauen wir uns das jetzt gemeinsam an.

Dienst für virtuelle Maschinen installieren und einrichten

Die App „Virtuelle Maschine“ ist standardmäßig nicht installiert, man kann sie aber mit einem Klick im App Center nachrüsten. Nach wenigen Augenblicken steht der neue Dienst bereit. Bevor man die erste VM anlegen kann, ist noch ein klein wenig Konfigurationsarbeit nötig.

Virtuelle Maschine auf dem UGREEN NAS anlegen

Unter „Volume“ wählt man aus, welche Laufwerke für virtuelle Maschinen zur Verfügung stehen sollen. Hinterlegt man hier mehr als ein Laufwerk, fragt der Assistent beim Anlegen einer virtuellen Maschine nach, wo er diese ablegen soll. Logischerweise sollte man hier immer die schnellste verfügbare Option wählen, in meinem Fall ist das eine M.2-SSD.

Im Abschnitt Netzwerk muss man nur bei Bedarf eingreifen. Bei der Installation legt das System für jeden LAN-Port automatisch eine Bridge an, damit der virtuelle PC eine Internetverbindung aufbauen kann. Für die Modi NAT und „Nur-Host“ sind ebenfalls automatisch virtuelle Ports vorhanden. Eine Erklärung, welcher Modus wofür geeignet ist, gibt es mit dazu.

Wichtig: Falls man plant, von dem virtuellen PC auf Dateien zuzugreifen, die auf dem NAS liegen, muss man bei der Brücke den Modus auf „Linux“ stellen. Ansonsten ist kein Durchgriff möglich.

Netzwerk-Konfiguration des Dienstes für virtuelle Maschinen auf einem UGREEN NAS.

ISO-Datei(en) bereitstellen

Image-Dateien kann man entweder vom lokalen PC aus importieren oder vom NAS selbst. Letzteres geht deutlich schneller.

Um ein virtuelles Windows zu installieren, benötigt man eine ISO-Datei. Das ist glücklicherweise schon lange kein Problem mehr, Microsoft bietet diese selbst zum Download an. Der guten Ordnung halber sei erwähnt, dass man zur Aktivierung des virtuellen Windows einen gültigen Lizenzkey benötigt. Alternativ kann man mit dem virtuellen PC ins Windows Insider Programm wechseln, dann hat man auch ohne Aktivierung keine funktionale Einschränkung. Lizenzrechtlich ist das dann ein Graubereich, für den sich im privaten Bereich aber niemand interessiert. Wenn man die virtuelle Maschine nur zu Testzwecken nutzt, sehe ich da kein Problem.

UGREEN empfiehlt ausdrücklich, die „Leistungsoptimierungstools“ zu installieren, wenn man ein virtuelles Windows auf dem NAS betreibt. Ich habe die Performance mit und ohne dieses Treiberpaket verglichen und kann das nur dick unterstreichen.

Den Download der ISO-Datei sowie eine Anleitung, wie man die Treiber später in der virtuellen Maschine installiert, findet man direkt bei UGREEN. Um den Rahmen nicht zu sprengen, belasse ich es bei dem Verweis. Man kommt mit der Anleitung prima zurecht.

Virtuelle Maschine erstellen

Der Vollständigkeit wegen sei an dieser Stelle erwähnt: Vorhandene virtuelle Datenträger lassen sich in den Formaten .img, .qcow2, .vdi und .vmdk importieren. Den Import und Export von virtuellen Maschinen unterstützt der UGREEN im Format OVA (Open Virtual Appliance).

Wir wollen aber eine neue virtuelle Maschine erstellen. Also klicken wir auf „Neue VM“ und auf „Manuell erstellen“.

Anlegen einer virtuellen Windows-Maschine auf dem UGREEN-NAS - Schritt 1

Im nächsten Schritt wird die ISO-Datei ausgewählt. Hat man sie zuvor bereits eingebunden, kann man sie direkt auswählen. Ansonsten besteht die Möglichkeit, die Datei in diesem Schritt auf das NAS hochzuladen.

Anlegen einer virtuellen Windows-Maschine auf dem UGREEN-NAS - Schritt 2

Wie zuvor erwähnt, folgt dann die Auswahl des Volumes, auf dem die virtuelle Maschine liegen soll.

Anlegen einer virtuellen Windows-Maschine auf dem UGREEN-NAS - Schritt 3

Jetzt geht es ans Eingemachte: Die VM bekommt einen Namen und man wählt einen Systemtyp aus. Zudem legt man fest, wie viele CPU-Kerne und wie viel Arbeitsspeicher die VM nutzen darf, wie groß der virtuelle Datenträger sein soll und welche Netzwerkverbindung die VM nutzt.

Hier im Beispiel sind zwei CPU-Kerne ausgewählt, was dem Standard entspricht. Ich habe meiner VM alle vier CPU-Kerne gegönnt, bislang hat das zu keinen Problemen geführt. Außerdem habe ich meiner VM 8 Gigabyte Arbeitsspeicher zugewiesen, da in meinem NAS insgesamt 40 GB stecken.

Anlegen einer virtuellen Windows-Maschine auf dem UGREEN-NAS - Schritt 4

Last but not least legt man fest, ob man USB-Unterstützung haben möchte und welchen Starttyp die VM haben soll (bei Windows 11 auf jeden Fall UEFI). Die letzte Auswahl betrifft das Tastaturlayout und die Frage, ob die VM beim Start des NAS mit hochfahren soll.

Windows auf der virtuellen Maschine installieren

Ab hier beginnt im Grunde der einfache Teil. Man klickt bei der soeben erstellten virtuellen Maschine auf „Hochfahren“ und sodann auf „Verbinden“. Der Zugriff erfolgt über das webbasierte „noVNC“, ein Browserfenster öffnet sich automatisch und nach wenigen Sekunden erscheint der Hinweis, eine beliebige Taste zu drücken, um von der virtuellen DVD zu starten.

Starten der virtuellen Maschine auf dem UGREEN NAS

Von da an folgt eine reguläre Windows-Installation. Hier gilt es lediglich einen wichtigen Hinweis zu beachten: Bei der Auswahl der noch unpartitionierten virtuellen Festplatte sollte man unbedingt selbst eine Partition anlegen, weil sonst unabhängig von der Größe des virtuellen Laufwerks eine 64-GB-Partition für Windows angelegt wird. Weil die Wiederherstellungspartition dahinter liegt, kann man das später nicht mehr so ohne Weiteres anpassen.

Wie greift man auf die virtuelle Maschine zu?

Der Zugriff auf die virtuelle Maschine ist über den Browser oder ganz klassisch über eine Remotedesktopverbindung (RDP) möglich. TeamViewer oder VNC habe ich nicht getestet, aber auch das sollte kein Problem sein.

Bei einem externen Zugriff muss man die Router-Konfiguration anpassen und sich bei einem DynDNS-Dienst registrieren. Mit „UGREENlink“ verfügt das NAS über eine integrierte Funktion für den Remotezugriff.

Wie gut ist die Performance?

Nutzt man die integrierte Variante, also noVNC über den Browser, dann ist die Leistung grundsätzlich okay, allerdings ruckelt der Mauszeiger gelegentlich. Beim Zugriff über RDP empfinde ich die Performance als insgesamt zufriedenstellend. Um von unterwegs auf seine vertraute Arbeitsumgebung zuzugreifen, reicht das völlig aus.

Bei neueren Modellen wie dem kürzlich von uns getesteten NASync iDX6011 Pro dürfte es nochmals besser und flüssiger funktionieren.

Letztlich ist das Gesamterlebnis logischerweise auch von der Bandbreite, Reaktionsgeschwindigkeit und Zuverlässigkeit der eigenen Internetverbindung abhängig.

Fazit

Ich habe das Vorgehen hier recht ausführlich beschrieben. Dadurch wirkt es möglicherweise komplizierter, als es tatsächlich ist. In der Praxis hat man mit der von UGREEN integrierten Lösung mit wenigen Handgriffen einen virtuellen PC erstellt, der sich prima für Experimente oder als echter Cloud-PC nutzen lässt, auf den man von überall zugreifen kann.

Sollte etwas unklar sein, stellt Eure Fragen gerne in den Kommentaren.

 

Disclaimer: Das DXP6800 Pro wurde uns von UGREEN kostenlos überlassen. Eine Einflussnahme auf die Berichterstattung oder eine Verpflichtung zur Veröffentlichung gab es nicht.

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Über den Autor

Martin Geuß

Martin Geuß

Ich bin Martin Geuß, und wie unschwer zu erkennen ist, fühle ich mich in der Windows-Welt zu Hause. Seit mehr als 19 Jahren lasse ich die Welt an dem teilhaben, was mir zu Windows und anderen Microsoft-Produkten durch den Kopf geht, und manchmal ist das sogar interessant. Das wichtigste Motto meiner Arbeit lautet: Von mir - für Euch!

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