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Praxistest: Wandertag mit dem Surface Duo

Praxistest: Wandertag mit dem Surface Duo

Je älter ich werde, um so klarer wird mir, dass ich mir manchmal auch einfach Zeit für mich nehmen muss, um meine Batterien für das Arbeits- und Privatleben wieder aufladen zu können. Umso schöner kann man dies natürlich bei bayrischem, weiß-blauen Himmel in der Natur tun. Im Zuge dessen unterzog ich das Microsoft Surface Duo einem ersten Praxistest, seitdem ich dieses Gerät mein Eigen nennen kann.

Planung mittels OneNote

Microsoft OneNote gehört zu den (leider noch insgesamt wenigen) angepassten Apps, die das volle Potential von mehrbildschirmfähigen Geräten aufzeigen können. Die beiden großen Bildschirme  des Surface Duo lassen genug Platz, um den Wandertag zu planen und auch sonst die Übersicht über bisher erlebte Abenteuer in der Natur zu bewahren. Ich liebe Reproduzierbarkeit, aus diesem Grund speichere ich mir jeden Ausflug in OneNote ab, um in Zukunft zu wissen, ob ich wieder Lust auf etwas bereits Erlebtes habe oder ich um ein Ausflugsziel eventuell lieber einen Bogen machen sollte, weil es beispielsweise unter gewissen Umständen total überlaufen ist. Tegelberg im Sommer *räusper*.

Da das Surface Duo auch die Stifteingabe unterstützt, lassen sich unter anderem kleine Wegskizzen kritzeln oder Markierungen setzen, wo man auf einer Karte einen tollen Punkt für Erinnerungsfotos vermutet – oder eben in der Vergangenheit gefunden hat.

OneNote auf dem Surface Duo

Während des Ausflugs helfen die beiden großen Bildschirme auch dabei, Informationen schneller wiederzufinden, da eben alles etwas größer dargestellt wird und auch sonst einfach mehr Informationen auf einmal zur Verfügung stehen.

Wer hingegen die Informationsdichte erhöhen möchte, kann in den Einstellungen noch die Schrift- als auch generelle Anzeigengröße ändern. Arg viel mehr Platz wie beispielsweise bei einem MacBook erhält man dadurch jedoch nicht

Nicht nur aufgeklappt genutzt

Hier merkt man wieder, dass Annahme und Realität des Öfteren auseinanderlaufen können. Anfangs habe ich das Surface Duo nur immer aufgeklappt genutzt. Mittlerweile nutze ich das Device auch immer öfter im Single-Screen-Mode. Entweder, weil ich in diesem Moment nicht mehr Platz auf dem Bildschirm benötige oder weil es aufgeklappt dann doch nicht mehr das kleinste Gerät ist, was man so in den Händen halten kann.

Der Wechsel von zwei Bildschirmen zu einem und vice versa verlief immer problemlos und das „Klick“-Geräusch, welches das Duo beim Zusammenklappen macht, wird nie langweilig.

Beim Wandern hatte ich das Duo auch manchmal mit den Bildschirmen nach Außen in der Hosentasche. Etwaige kleine Kratzer konnte ich hier am Ende der Tour nicht feststellen – wobei es zugeklappt dem Besitzer zweifellos ein besseres Schutzgefühl vermittelt.

Navigation / Wegfindung

Auch wenn es sich repetitiv anhört, bei der Navigation beim Wandern ist es hilfreich, „mehr Gelände“ um einem herum auf dem Smartphone sehen zu können. Vor allem, wenn man ohne große Vorahnung eine Route entlang wandert, ist es praktisch, hier den Verlauf des Pfades in weiterer Entfernung einschätzen zu können. Schließlich mag man ja am Ende das Ziel erreichen und sich nicht wie Gretel und Hans im Wald verlaufen.

Ich nutze in diesem Falle neben Komoot auch das vorinstallierte Google Maps. Beide sind nicht auf das Duo angepasst, da jedoch bei beiden Android Apps die Karte im Vordergrund steht, kann man diese fehlende Anpassung gut verkraften.

Allerdings hat sich hier auch ein Nachteil des Surface Duo gezeigt. Entweder hat mir Android trotz aller vergeblicher Versuche, die Bildschirmhelligkeit zu erhöhen, ein Streich gespielt, oder die beiden Screens des Geräts lassen sich bei starken Sonneneinfall nur schwer ablesen. Im Titelbild des Artikels kann man das recht gut sehen. Hier muss entweder ich oder Microsoft wohl noch nachbessern.

Navigation mit dem Surface Duo

Was auf den Screenshots nicht korrekt vermittelt werden kann ist, wie angenehm die so genannte „Book Posture“ ist. Also die Klappstellung des Surface Duo, wo es nicht komplett im 180-Grad- Winkel aufgefaltet ist, sondern wie ein halb aufgeschlagenes Buch gehalten wird.

Surface Duo lenkt nicht ab

Was von Vielen, inklusive mir, beanstandet wird, ist für einen stressfreien Wandertag ein Segen. Das fehlende äußere Display als auch das Fehlen von Status-LEDs lässt das Duo sehr oft einfach in einer (zugegebenermaßen sehr großen) Hosentasche oder im Rucksack verschwinden. Man holt es dann nicht „mal kurz“ zum Prüfen auf etwaige neue Benachrichtigungen heraus, da der „Aufwand“ dafür zu groß ist. Somit eignet sich das Duo perfekt für den Digital-Detox, wenn man in der Natur unterwegs ist.

Die Kamera – nun ja

Zu diesem Thema braucht man nichts sagen, da alles bereits dutzende Male aufgezeigt wurde. Ich würde die Kamera des Surface Duo nicht einmal für Schnappschüsse von Sehenswürdigkeiten verwenden. Hier haben selbst Einsteiger-Smartphones definitiv eine bessere Ausstattung. Hierfür ist das Surface Duo wohl einfach nicht gedacht, die Kamera ist wohl lediglich darauf ausgelegt, beispielsweise Dokumente mit Microsoft Office Lens zu digitalisieren. Allerdings bieten die zwei großen Bildschirme einen idealen Bildsucher. Bei meiner Handgröße ist es jedoch etwas wacklig, dann den Auslöseknopf auf dem Display rüttelfrei zu treffen.

Surface Duo Beispielfoto

Batterie

Wir haben hier ein Gerät mit zwei großen Bildschirmen, welche im Freien selbst bei maximaler Helligkeit manchmal schwer zu lesen sind. Hinzu kamen auf meiner Tour noch häufige Ortsbestimmungen und Webseitenaufrufe bei schwankendem Internet. Dies alles lässt das Gerät ordentlich warm werden, was wiederum auch bedeutet, dass die Batterien hier gewiss keinen kompletten Tag durchhalten würden. All diese Parameter haben mich knapp 30% Akkuladung in zwei Stunden gekostet, was angesichts der Geräteklasse und den Rahmenbedingungen für mich noch immer akzeptabel ist. Bei einem Gerät mit nur einem Bildschirm würde ich hier definitiv weniger an Stromverbrauch rechnen.

Fazit

Es war wirklich spannend, das Duo mal „mit nach Draußen“ zu nehmen. Der Vorteil der zwei Bildschirme hat sich durchaus mehrfach bemerkbar gemacht. Auch die von anderen Nutzern gelobte Verarbeitung des Geräts fiel immer wieder positiv auf. So hatte ich nie Angst um die beiden Bildschirme oder das sonst etwas das Duo im Rucksack oder in der Hosentasche verkratzen könnte.

Natürlich kann man dem Gerät keine komplette Ausgereiftheit bescheinigen, es fehlen Funktionen oder Features von anderen Telefonen, welche heutzutage die Norm darstellen. Ebenso hatte ich auch öfter meine „Ach komm“-Momente. Vor allem dann, wenn Apps durch die Lücke zwischen den Bildschirmen nicht richtig bedienbar waren, da Buttons verdeckt wurden.

Dennoch, ich hoffe wirklich, dass Microsoft diesem neuen Formfaktor treu bleibt und lieber früher als später eine zweite Generation des Duo auf den Markt bringt. Dann vielleicht auch mit mehr angepassten Applikationen und dem einen oder anderen nachgereichten Feature.

Falls ihr noch etwaige Fragen rund um meine Erfahrungen mit dem Surface Duo habt, stellt sie gerne in den Kommentaren.

Über den Autor

Tobias Scholze

Tobias Scholze

Bayrischer Open Source- und Community-Enthusiast, Verfechter des neuen Microsoft und Wandler zwischen den Betriebssystemwelten. #communityrocks Von Herzen ein Nerd mit der festen Überzeugung, dass man gemeinsam und durch den Einsatz von moderner IT die Welt für jeden ein Stückchen besser machen kann.

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