Probleme durch Patch für das Windows 10 Mai Update waren schon vorher bekannt

Probleme durch Patch für das Windows 10 Mai Update waren schon vorher bekannt

Es ist leider wieder passiert: Microsoft hat einen Fehler an die produktive Version von Windows 10 ausgerollt, der zuvor im Insider-Programm schon gemeldet worden war. Das Update KB4512941 vom Wochenende verursacht auf einigen Systemen eine hohe CPU-Last, die durch Cortana verursacht wird. Außerdem ist die Websuche ohne Funktion.

Dieses Update war zuvor im Release Preview Ring getestet worden und enthält unter anderem einen Fix für die nicht funktionierende Sandbox. Dort waren bereits Meldungen aufgetaucht, wonach Cortana nach der Installation dieses Updates „Amok läuft“. Ich muss zugeben, ich habe das nicht sonderlich ernst genommen. Ich konnte das Problem bei mir nicht nachvollziehen und bei der zugegeben recht oberflächlichen Recherche gewann ich den Eindruck, dass mutmaßlich nur Leute betroffen sind, die an ihren Systemen „herumgespielt“ haben. Diverse „Antispy“-Tools für Windows 10 waren in den meisten Fällen zum Einsatz gekommen.

Die gleichen Probleme treten nun auch bei den Nicht-Insidern auf. Kollege Günter Born hat das Thema am Wochenende aufgearbeitet, von da habe ich auch die Info, dass mit folgendem Registry-Eintrag für Abhilfe gesorgt werden kann:

[HKEY_CURRENT_USER\Software\Microsoft\Windows\
CurrentVersion\Search]
„AllowCortana“=dword:00000000
„BingSearchEnabled“=dword:00000001
„„CortanaConsent“=dword:00000000

(In Notepad einfügen, mit der Dateiendung .reg abspeichern und ausführen)

Das Problem soll auch dann auftreten, wenn über die Gruppenrichtlinien die Websuche abgeschaltet wurde (Computerkonfiguration\Richtlinien\Administrative Vorlagen\Windows-Komponenten\Suche).

Soweit die technische Seite. Da das Internet sehr oft nach dem Prinzip der lauten Minderheit funktioniert, ist es schwer zu sagen, wie groß die Zahl der Betroffenen tatsächlich ist. Auf Basis der vorliegenden Infos kann man nicht einmal zuverlässig beurteilen, ob Microsoft bei diesem Update etwas „verbockt“ hat.

Was man aber durchaus zuverlässig sagen kann: Die Insider haben getan, was man von ihnen erwartet. Sie haben das Update getestet und Probleme gemeldet. Das Mindeste, was man also erwarten konnte war, dass Microsoft sich das anschaut und der Support-Artikel zu diesem Update im Abschnitt „Bekannte Probleme“ einen entsprechenden Hinweist enthält. Das ist aber nicht geschehen – wieder einmal wurden Hinweise auf mögliche Fehler durch die Insider nicht wahrgenommen.

Es tut mir leid, wenn ich darauf immer wieder herumreiten muss, ich will mir nicht den Ruf des Ätz-Onkels erarbeiten. Aber so lange der Zustand bleibt, wie er ist, kann man eben nicht anders, als bei fast jeder Gelegenheit darauf hinzuweisen, dass das Insider Programm nur  noch ein schlechter Witz ist.

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Martin Geuß
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Ich bin Martin Geuß, und wie unschwer zu erkennen ist, fühle ich mich in der Windows-Welt zu Hause. Seit mehr als zwölf Jahren lasse ich die Welt an dem teilhaben, was mir zu Windows und anderen Microsoft-Produkten durch den Kopf geht, und manchmal ist das sogar interessant. Das wichtigste Motto meiner Arbeit lautet: Von mir - für Euch!
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