Prognose: Auch Windows 7 überlebt seinen eigenen Tod

Prognose: Auch Windows 7 überlebt seinen eigenen Tod

Am 14. Januar 2020 endet der erweiterte Support für Windows 7. Das Datum ist keine Neuigkeit, es ist schon seit langer Zeit allgemein bekannt. Es klingt noch weit weg, aber es sind nur noch 19 Monate. 588 Tage, um genau zu sein – das klingt gefühlt noch etwas weniger. In 589 Tagen wird Microsoft also damit aufhören, Sicherheitsupdates für Windows 7 bereitzustellen, so wie das im April 2014 bei Windows XP geschehen ist.

Angeregt durch die Diskussion über die letzten Statistiken habe ich mal ein wenig im Archiv gekramt und alte Zahlen gewälzt. Ich wollte wissen, wie sich im Vorfeld des Supportendes die Anteile von Windows XP hin zu Windows 7 verschoben haben. Dabei habe ich schnell festgestellt: Geschichte wiederholt sich. Ohne sich allzu weit aus dem Fenster zu lehnen, lässt sich prognostizieren: Auch Windows 7 wird quicklebendig zu seiner eigenen Beerdigung erscheinen.

Werfen wir einen Blick zurück ins Jahr 2012: Zwei Jahre vor seinem Auslauf ist Windows XP noch das am meisten genutzte Betriebssystem, die beiden Nachfolger Vista und Windows 7 kommen nur gemeinsam auf eine Mehrheit. Im September 2012 – das ist der Zeitpunkt, der mit dem Hier und Jetzt am besten vergleichbar ist, laufen noch fast 38 Prozent aller PCs mit XP (grau hinterlegte Zeile in der untenstehenden Grafik). Das ändert sich in den darauffolgenden Monaten kaum, weshalb ich im Januar 2013 die Prognose aufstelle, dass der Nutzungsanteil von Windows XP zum Supportende noch bei rund 20 Prozent liegen wird. Es sollte sich herausstellen, dass ich damit noch zu optimistisch war: Ende März 2014, zwei Wochen vor dem letzten XP-Patchday, waren noch 27,69 Prozent übrig.

Windows 7 gegen Windows XP

Springen wir in die Gegenwart: Windows 7 kommt aktuell auf nicht ganz 42 Prozent, ist also noch weiter verbreitet, als es XP zu einem vergleichbaren Zeitpunkt war. Die beiden Nachfolger, Windows 8 und Windows 10, erreichen zusammen etwas mehr als 41 Prozent, das ist ebenfalls etwas weniger, als die beiden XP-Nachfolger seinerzeit vorzuweisen hatten. Auffällig hierbei ist, dass sich seit Anfang 2018 nicht mehr viel getan hat. In den letzten 17 Monaten hat Windows 10 nur etwas mehr als zehn Prozentpunkte hinzu gewonnen, Windows 7 hat im selben Zeitraum nur etwas mehr als sechs Prozentpunkte eingebüßt.

Windows 10 vs Windows 7

Prognostiziert man diese Entwicklung in die Zukunft, dann stünde Windows 10 im Januar 2020 bei rund 46 Prozent und Windows 7 bei 34 Prozent. So schlimm wird es wohl nicht kommen, aber wenn man bedenkt, dass Windows 7 im Durchschnitt jeden Monat 2,2 Prozentpunkte verlieren müsste, um pünktlich zu verschwinden, dann weiß man: Das wird nicht passieren. Selbst zu Zeiten des offiziellen Gratisupdates (das inoffiziell ewig gratis bleiben wird) hat es solche Verluste nicht gegeben.

Woran liegt’s?

Der Auslauf von Windows XP ging schief, obwohl die Leute grundsätzlich davon weg wollten. Viele Firmen konnten nicht, weil alte Software nicht kompatibel war. Dieses Problem stellt sich bei Windows 10 zumindest nicht in dieser Dimension. Die meisten PCs und Programme, die mit Windows 7 kompatibel sind, kämen auch mit Windows 10 klar. Trotzdem verläuft der Umstieg derart schleppend.

Das liegt zum Einen daran, dass Windows 7 einfach „zu gut“ ist. Technisch ist es nicht so veraltet, wie es Windows XP damals war. Natürlich bietet Windows 10 viel mehr, vor allen Dingen viel mehr Sicherheitsfeatures speziell für Unternehmen, gleichzeitig verlangt es aber viel kürzere Update-Zyklen. Genau damit haben nicht wenige Firmenkunden ein Problem, und ich könnte wetten: Sobald Microsoft einen Weg gefunden hat, die halbjährlichen Updates zumindest für Unternehmen abzuschaffen, ohne dabei das Konzept von „Windows as a Service“ grundsätzlich in Frage zu stellen, werden sie genau das tun.

Einer Verlängerung des Supports für Windows XP hatte Microsoft ganz früh eine deutliche Absage erteilt, und das war ja wirklich undenkbar. Man hat auch frühzeitig laut für eine Ablösung von XP getrommelt – das weiß ich deshalb so gut, weil ich im Jahr 2012 auf ca. 40 Events für Microsoft als Sprecher aufgetreten bin und intensiv gebrieft wurde, am Ende meines Vortrags intensiv zum Update auf Windows 7 aufzufordern.

Bezüglich Windows 7 ist es dahingehend noch komplett ruhig. Ich halte eine Fristverlängerung lediglich für „etwas weniger undenkbar“, dagegen wetten würde ich allerdings nicht. Wie schon erwähnt, „Windows as a Service“ ist für Microsoft enorm wichtig, besonders in Verbindung mit „Microsoft 365“. Ich möchte nicht gänzlich ausschließen, dass man zu Gunsten eines langfristigen Erfolgs von Microsoft 365 bereit wäre, die Kröte einer Support-Verlängerung für Windows 7 zu schlucken.

Über den Autor
Martin Geuß
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Ich bin Martin Geuß, und wie unschwer zu erkennen ist, fühle ich mich in der Windows-Welt zu Hause. Seit mehr als zwölf Jahren lasse ich die Welt an dem teilhaben, was mir zu Windows und anderen Microsoft-Produkten durch den Kopf geht, und manchmal ist das sogar interessant. Das wichtigste Motto meiner Arbeit lautet: Von mir - für Euch!

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Kommentare
  1. Allerdings zieht Microsoft halt bei Unternehmen auch deutlich die Daumenschrauben an. Wenn kein konkretes Upgrade-Konzept zu Windows 10/Server2016 vorliegt, werden die Verträge zu Windows 7/Server2012R2 nicht verlängert. Ergo steht man dann plötzlich ohne Windows da.
    Ich denke das werden sich wohl die Unternehmen größtenteils verkneifen.
    Aus Konsumentensicht wird Windows 7 auch immer mehr verdrängt und durch neue Gängelungen wie UEFI dann auch komplett vom Rechner ausgeschlossen, sodass eine Installation von Windows 7 schon gar nicht mehr möglich ist (siehe Video https://bit.ly/2sFN86w). Also tun die Hardwareherstellung auch ebenfalls ihr Ding dazu Windows 7 verdrängen.
    Ich denke aus diesen Gründen wird Windows 7 eine deutlich geringere "Überlebenszeit" als Windows XP haben.
    Windows 10 hat deutlich mehr Sicherheitsfeatures als Windows 7. Schon allein deswegen sollte man alle zwingen, schlecht programmierte oder Uralt-Apps einfach nur noch in einer VM zu betreiben oder als App-Virtualisierung mit Citrix oder in Azure oder...
    Es gibt auch Apps, die laufen nur unter XP oder Windows 2000. Und, stellt das ein Hindernis dar? Nein.
    ... viel mehr Sicherheitsfeatures speziell für Unternehmen, gleichzeitig verlangt es aber viel kürzere Update-Zyklen. Genau damit haben nicht wenige Firmenkunden ein Problem,

    Vielleicht täusche ich mich jetzt: Aber ich meine, dass sich Unternehmen 2 Updates Pause gönnen können und damit mit dem nächsten Update 18 Monate warten können, ohne aus dem Support zu fallen.
    Securityupdates waren schon immer zeitnah einzuspielen.
    dancle
    Allerdings zieht Microsoft halt bei Unternehmen auch deutlich die Daumenschrauben an. Wenn kein konkretes Upgrade-Konzept zu Windows 10/Server2016 vorliegt, werden die Verträge zu Windows 7/Server2012R2 nicht verlängert. Ergo steht man dann plötzlich ohne Windows da.

    Wo hast du denn das her?
    lg sneaker
    Natürlich bietet Windows 10 viel mehr, vor allen Dingen viel mehr Sicherheitsfeatures speziell für Unternehmen

    Yo, vom Marketing her. Von den Eingeweiden her hat Windows 10 imho die gleichen krummen Kompromisse, die Microsoft schon bei Windows XP und später bei Vista & Co. eingegangen ist.
    Zum mal drüber nachdenken: Warum ist zwar NTFS als Dateisystem mit Dateizugriffsberechtigungen vorgeschrieben, aber das Ausführen-Bit ist in den Ordnern %Temp% und in den Benutzerprofilordnern wie %AppData% nach wie vor gesetzt ...
    Da wird dem Missbrauch (Stichwort DLL hijacking) Tür und Tor geöffnet. Auch UAC Bypassing ist mit den Vorgaben aus Redmond möglich - und wird in Windows 10 imho dadurch gefördert, dass zur maschinenweiten Konfiguration in der Einstellungen-App die Leute in der Gruppe der Administratoren angemeldet sein müssen. Andernfalls fehlen nämlich schlicht die betreffenden Optionen.
    Es wird zwar mit Defender ATP und weiteren Sicherheitsmaßnahmen gegen gesteuert. Aber der Privatnutzer - und so mancher Firmennutzer - kommt nicht in den Genuss dieser Features. Vom Rest möchte ich erst gar nicht reden.
    Win7 wird ganz sicher noch lange "überleben"!
    Ich habe mir einen ASUS VIVO Mini UN68U-M007Z gekauft, wo win10 vorinstalliert ist.
    Also ich habe alles daran gesetzt, das win10 jetzt wieder zu handhaben ist, wie win7. ClassicShell sei Dank, ist auch das Startmenü wieder zu gebrauchen.
    Wenn ich mir die ganzen Fehler ansehe, die schon ein "sauberes" win10 verursacht (Siehe Anhang).... Boh, da bin ich wieder mal nur zu faul, um mir win7 zu installieren.
    Mal sehen, wann die Kiste mit blauen Bildschirm abstürzt.
    Du sprichst von einem vorinstallierten Windows 10, das zusätzlich "zurechtgebogen" wurde, um anschließend zu kritisieren, dass selbst ein sauberes Windows 10 viele Fehler verursacht. Merkst du selber, oder? ;).
    @Martin:
    Die Fehler waren schon vorher. ;)
    Da ich ein fauler Hund bin, werde ich die Fehler versuchen zu lösen. Schein ja Rechte Fehler zu sein, die Win10 warum auch immer verursacht.
    Zum mal drüber nachdenken: Warum ist zwar NTFS als Dateisystem mit Dateizugriffsberechtigungen vorgeschrieben, aber das Ausführen-Bit ist in den Ordnern %Temp% und in den Benutzerprofilordnern wie %AppData% nach wie vor gesetzt ...

    "Ausführen gibt's nur bei Dateien. Bei Ordnern entspricht das "Durchsuchen" und das hat nix mit der Ausführbarkeit der darin enthaltenen Dateien zu tun.
    http://www.ntfs.com/ntfs-permissions-file-advanced.htm
    dass zur maschinenweiten Konfiguration in der Einstellungen-App die Leute in der Gruppe der Administratoren angemeldet sein müssen. Andernfalls fehlen nämlich schlicht die betreffenden Optionen.

    Das alte Control Panel kann man auch einfach als Administrator starten. Bei dem neuen wird's dann schon schwieriger. Letztlich ist das ein ähnliches Gemurkse, das man schon bei der 1. Generation der Windows Phones mit kapazitiven Touchscreen hatte. Damals war die Oberfläche touch-freundlich und alles was eine Ebene darunter lag (z.B. fast die komplette Konfiguration) stammte noch aus der Vorversion und war dank der kleinen Bildschirme und mangels Stylus nahezu unbedienbar.
    @Sonnschein ich bin sicher, wenn du das Ding platt machst und Windows 10 frisch installierst, wirst du weniger Fehler haben und außerdem eine Performance-Verbesserung spüren.
    @Martin:
    Bestimmt, aber ich bin so unsagbar faul, das ich einfach darauf keine Lust habe. Und Wenn, würde ich mir win7 installieren. Wobei ich jetzt aus dem Steh greif nicht weiß, ob der Prozessor unterstützt wird. In der Kiste ist der i5-8250U verbaut worden.
    Ach, warum die W-LAN Karte spinnt habe ich schon raus gefunden. MS hat einen Multi Treiber installiert, statt den von ASUS zulassen.
    Edit:
    Verrückt! Nachdem ich den Treiber von MS gegen den originalen von ASUS getauscht habe, sind alle Fehler weg. Na wenn das kein Erfolg ist? :bier
    Die W10 Installation auf meinem MacBook hat sich beim letzten Update auch von selbst zerstört. Da meine Windows Partition sehr klein war, gab es nicht genügend Speicherplatz für das "große" April Update. Schön, dass Windows es trotzdem wieder bei jedem Systemstart von vorne versucht hat, das Update zu installieren. Und dann beim etwa 20. Update-Versuch hat es sich von selbst zerlegt. Willkommen im Jahr 2018, überall werden große Töne bezüglich AI gespuckt, aber man darf sich trotzdem noch mit strunzdämlichen und anfälligen Betriebssystemen rumärgern.
    Baloonicorn
    LTSB ist nichts für Benutzer die im Internet surfen, Office machen oder ähnliches.

    Nicht jeden Blödsinn glauben den das MS Marketing erzählt.
    Funktioniert genauso wie jedes andere Windows. Office 2019 hat z.B. offiz. Support für das kommende LTSB/LTSC Release.

    Daher bin ich anders als es weiter oben steht auch der Meinung, daß die halbjährlichen Upddates nicht nur bei Firmenkunden unbeliebt sind.
    dancle
    Allerdings zieht Microsoft halt bei Unternehmen auch deutlich die Daumenschrauben an. Wenn kein konkretes Upgrade-Konzept zu Windows 10/Server2016 vorliegt, werden die Verträge zu Windows 7/Server2012R2 nicht verlängert. Ergo steht man dann plötzlich ohne Windows da.
    MS soll endlich LTSB für Consumer freigeben. Schon würde ein merklicher Anteil von Win7 nach Win10 wechseln.
    Zitat von Baloonicorn:
    "LTSB ist nichts für Benutzer die im Internet surfen, Office machen oder ähnliches."
    LTSB ist quasi die Client Version von Server 2016 (der ist technisch auch eine LTSB Version (ausser nano/core). Und der wird z.B. als Terminalserver verwendet, natürlich auch mit Office, Internet usw.
    MS will schlicht nicht dass man LTSB verwendet.
    Da ich heute Lust und Zeit habe, habe ich Mal meinen 10 Jahre alten DELL xps mit win7 64Bit mit dem ASUS VIVO win10 64Bit verglichen.
    Laut Benchmark, soll der ASUS sage und schreibe 80% schneller sein. In der Praxis hat der Start, also Power Knopf drücken bis zum Desktop (Beide haben die automatische Anmeldung aktiv). Sage und schreibe 1 Sek. war der ASUS schneller.
    Nun könnte man sagen, ok, DELL baut verdammt tolle Kisten die nach über 10 Jahren es mit aktueller Hardware locker aufnehmen können. Ja, ok, kann sein, aber Innovation des OS spielt da wohl auch eine Rolle.
    Was sagt mir dieser kleine Test? Wem es um Performance geht, kann getrost bei win7 bleiben. Win10 bietet keinen wirklichen Vorteil. Im Gegenteil, in vieler Hinsicht wurde sogar rückwärts gegangen. MS sagt, das win10 sicherer ist. Kann ich nicht beurteilen, da ich auf win7 schon sehr lange keine Schadsoftware mehr hatte und win10 erst seit knapp einer Woche hier werkelt.
    Nochmal der Link zum Benchmark: UserBenchmark: Intel Core i5-2450M vs i5-8250U
    Im Anhang die Hardware als Textdatei
    Das ist ganz logisch, dass W7 seinen eigenen Tod überlebt. Viele Leute kaufen einen PC oder einen Notebook und der muss dann halt nur laufen. Mit Updates oder Upgrades haben viele nichts am Hut.
    Windows 7 ist insgesamt halt das letzte Wimdows, dass noch schön übersichtlich gehalten ist. Man findet die Einstellungen noch übersichtlich in der Systemsteuerung, nicht an zehn verschiedenen Stellen. Ab Windows 8 kam der Mist mit Apps dazu und die alte Bedienoberfläche ist nicht mehr mit dabei. Das schreckt schon ab. Für ältere Leute 40+ ist so was ein großes Hindernis, das Erlebe ich immer wieder "Hilfe die Funktion ist nicht mehr da" "Oh nein, das sieht ja ganz anders aus" "Wo sind meine Favoriten hin" etc., alles so viele Kleinigkeiten, die für jemand erfahrenen absolut lächerlich erscheinen, scheinen für einige Endbenutzer unüberwindbar kompliziert.
    Also ich hatte sein zeit einige wirklich ältere Leute an Win8 herangeführt. Die meisten sind damit besser klar gekommen, weil eben alles schön groß war.
    40+ ist nun wahrlich kein Alter, bei dem man von älter spricht.
    Das eigentliche Problem war damals das die Schritte von, meist noch XP vielleicht noch Vista, zu Radikal waren. Das passt nicht zur gewachsenen Routine. Ich kenne etliche die selbst noch auf 7 die klassische Ansicht bevorzugten. Für diese war die Veränderung natürlich ein Schock.
    Ich find es auch nicht so sehr nachvollziehbar, warum viele Firmen auch noch 2016 von XP auf W7 geupgraded haben statt gleich auf W10. Somit müssen sie quasi gleich wieder alles umstellen fünf Jahre später, während sie mit W10 noch etwas länger Ruhe gehabt hätten
    Weil vermutlich 2012/13 die Entscheidung gefallen ist. Dann wurde die Pläne ausgearbeitet, Angebote eingeholt, Tests durchgeführt usw. usw. Bis dann die eigentliche Durchführung 2-3 Jahre späte in Angriff genommen wurde. Welche dann auch nicht in einem Ruck geht, sondern in Etappen.
    Kann mir vorstellen das einige Unternehmen sogar noch früher mit der Planung begannen -erst diverse Prozesse auf neue Infrastrukturen gehievt wurden bevor der eigentliche Umstieg in Angriff genommen werden konnte.
    Warum man das so unglaublich umständlich machen muss und in die Länge ziehen muss verstehe ich auch nicht wirklich. Das ganze Ding mit Genehmigungen und Plänen ist halt typisch deutsch, aber warum die Firmensoftware auf neuen Systemen anscheinend immer probleme macht erschließt sich mir nicht ganz, bei Consumer Software ist das doch auch nicht der fall und wenn doch schnell behoben. Auch wenn die Software bei Firmen etwas mehr kann und Komplizierter ist kann es doch eigentlich nicht sein dass sie überhaupt nicht auf neuen Systemen läuft.
    Consumer machen sich das etwas einfacher. Die bereinigen ihre Fehler später im laufenden Betrieb. Wer prüft denn schon, ob ein Backup/Image wirklich funktioniert? Da wird allenfalls reingeschaut ob es gut ausschaut.
    Schon mal mit einem Online Shop auf eine andere Software, oder mal so ein „simples“ Forum umgezogen? Das geht auch nicht auf die Schnelle. Da bekommt man aber einen guten Eindruck davon, wie umständlich/ aufwendig so was sein kann.
    Nein das ist nicht typisch deutsch. Ein Unternehmen kann nicht mal soeben eine Infrastruktur von heute auf Morgen erneuern. Da geht es nicht nur darum neue Betriebssysteme aufzuspielen. Da kommt Rattenschwanz an Systemvoraussetzungen und zukunftsorientierten Gestaltung auf einem zu.
    Anwendungen aus XP-Zeiten sind nicht unbedingt kompatibel (bedingt durch die Trennung von Programm und Daten), es steht kein Nachfolger bereit oder der Nachfolger bedarf eine aufwändige Migration. Für die Migration sind teils eigene Anwendungen erforderlich, die entweder erst entwickelt werden oder aus dem gebotenen heraus verglichen werden müssen.
    Nach Abschluss muss der ganze Prozess auch getestet werden.
    Im Anlagenbau hat z.B Kunden gegenüber, im Rahmen von Serviceverträgen noch Leistung zu erbringen. Da ist es teils sogar erforderlich die alte Hard und Software zu erhalten. Dazu muss evtl. ein Produktionszweig neu aufgebaut bzw. getrennt werden, zudem laufen interne Fortbildungen und externe werden in die Prozesse eingebunden.
    bei allem Respekt vor den Kollegen von Golem.
    aber den Artikel als Referenz für die Verlässlichkeit von W10 zu nehmen erscheint mir etwas übertrieben
    Gott sei Dank hat der Kollege den Artikel als IMHO bezeichnet, denn die Probleme kann ich wirklich nicht nachvollziehen.
    ich will ja gar nicht abstreiten, dass sie vorhanden waren, das eine oder andre hatten wir ja auch hier im Forum, aber daraus rück zuschließen das w10 kein verlässliches Produkt ist, halte ich für an den Haaren herbei gezogen.
    soweit ich mich erinnern kann, gab es bei den "großen Updates" der jeweiligen Betriebssysteme immer wieder mal solche "Ausfälle"
    Darf ich fragen, was du beruflich machst? Arbeitest du mit win10?
    Ich muss mit win10 arbeiten, weil man als "Microsoft Partner" mit win10 arbeiten muss.
    Die Probleme, die fast jedes mal nach einem Update auftreten, sind eine neue und nie dagewesene Klasse. Mit tut unser Admin immer leid, wenn er bis in die Puppen sitzen muss, um alle Anwendungsprogramme wieder passend zumachen.
    Das es nicht nur uns so geht, sehe ich ja an unseren Mitbewerbern und befreundeten Unternehmen. Die, die konnten sind wider zurück zu win7.
    Mit tut unser Admin immer leid, wenn er bis in die Puppen sitzen muss, um alle Anwendungsprogramme wieder passend zumachen.

    Dann ist euer Rollout-Prozess verbesserungsbedürftig. Selbstverständlich muss es erst Piloten geben, bevor man in einer Firma das Betriebssystem flächendeckend updatet. War schon immer so und wird noch eine Weile so bleiben.
    Welche Anwendungsprogramme müssen denn immer wieder passend gemacht werden? Gib mal ein oder zwei ganz konkrete Beispiele.
    Niemand wird behaupten, dass der professionelle sichere und reibungslose Betrieb von Windows10 incl. Serverarchitektur eine einfache Geschichte ist, die ein Freizeitadmin nebenbei erledigen kann. Ist und war es aber weder bei Windows 7 oder irgendeinem anderen Betriebssystem.
    lg sneaker
    Das sind Eigenentwicklungen, die speziell für Kunden entwickelt wurden. Die werden dir alle samt nichts sagen. ;)
    Eventuell kennst du mOTIS? Ein E-Mail Client. Aber selbst der ist ehr unbekannt, weil der E-Mail Client nur in der Industrie eingesetzt wird.
    Dann entwickeln und testen eure Entwickler nicht ordentlich, wenn die Fehler erst beim Update auftreten. Und dass dann auch noch der Admin ran muss, um Programmierfehler zu beheben, spricht nicht für eure Prozesse.
    gib doch mal einen Link zu mOTIS.
    :D Du verstehst anscheinend nur Bahnhof. Das sind Programme, wo als erste Stelle Datensicherheit steht. Wenn MS der Meinung ist: Och heute wollen wir aber das mal so machen, blockt das Programm. Dann muss man wieder einen neuen Weg finden, um die Datensicherheit herzustellen.
    Du kannst das Tool gerne kaufen. Einzelplatzlizenz glaube ich waren 3.000,00EUR ohne Anbindung versteht sich.
    Vergiss mal deine privaten Tools, Programme und Anwendungen. Hier geht es um Großkunden, die ganz spezielle Anbindungen brauchen mit speziellen Rechten.
    Sonnschein
    ..............Arbeitest du mit win10?…….
    ja, mache ich und sogar auf mehreren Maschinen. system ist auch immer aktuell. und auch mit etwas "spezielleren Programmen", die weniger von großen Software Konzernen kommen, denn mehr von meinen Partner-Unternehmen (die mit Software aber auch so etwas von gar nix zu tun haben), die eine eigene Software für Ihre Partner zur Verfügung stellen.
    natürlich habe ich auch das eine oder andere Mal gezögert, das neu Update aufzuspielen um genau solche Schwierigkeiten bei diesen Programmen nicht zu bekommen.
    aber Fakt ist, kurz ne mail an den jeweiligen Anbieter, bedenken geäußert, Antwort abgewartet, update installiert und entweder keine Probleme oder Anpassungen aus der Antwort mail vorgenommen.
    die Vorgehensweise habe ich seit W2K/Vista.
    Noch mal ich will nicht bestreiten, dass es bei großen Updates Probleme geben kann, aber ich halte es für falsch W10 zu verteufeln, dass es da besonders schlimm ist.
    nach meinen Erfahrungen ist es das nicht, auch wenn ich sagen muss, dass nicht die Vorgehensweise bei BCM in Verbindung mit Office 2016 ziemlich scheisse fand
    btw - auch Rückfragen bei Geschäftspartnern und Kunden (speziell KMU) von mir bestätigen da meinen Eindruck
    just my 5cent
    "Sobald Microsoft einen Weg gefunden hat, die halbjährlichen Updates zumindest für Unternehmen abzuschaffen, ohne dabei das Konzept von „Windows as a Service“ grundsätzlich in Frage zu stellen, werden sie genau das tun."
    Genau dafür gibt es doch die LTSB-Version von Windows 10? ;-)
    Nein, dafür ist die nicht gedacht. LTSB bzw. LTSC ist für Rechner gedacht, die man einmal aufsetzt und die dann jahrelang immer die gleiche Aufgabe zu erledigen. Den Einsatz als "Arbeits-PC" empfiehlt Microsoft ausdrücklich nicht. Aber es wäre natürlich auch eine Variante, an dieser Definition etwas zu ändern.
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