Projektvorstellung: Teams macht Schule - Ehrenamtliche unterstützen bei der Digitalisierung

Projektvorstellung: Teams macht Schule - Ehrenamtliche unterstützen bei der Digitalisierung

Das deutsche Schulsystem und die Digitalisierung – ein Thema mit hohem Augenroll-Potential. Seit Jahren verhallen die Rufe nach einer Modernisierung der Klassenzimmer und des Unterrichts nahezu ungehört. Durch die Coronakrise und die damit verbundenen Schulschließungen ist einerseits klar geworden, wie schlecht wir auf moderne Anforderungen vorbereitet sind, andererseits ist dadurch endlich ein wenig Bewegung ins System gekommen.

Selbstverständlich ist es traurig, dass es einen solchen Anlass braucht, und ich habe außerdem die schlimme Befürchtung, dass die Entwicklung nicht nachhaltig sein wird, dafür war der Zeitraum zu kurz und mit dem Rückkehr der Normalität droht auch der Rückfall in alte Gewohnheiten.

Die Bereitschaft, etwas zu verändern, ist vielerorts vorhanden, oft fehlt es aber an jemandem, der durch diesen Prozess begleitet. Hat man jemanden gefunden, kostet es dann meistens Geld, das aber nicht vorhanden ist. Um aus diesem Teufelskreis auszubrechen, haben sich mehrere ehrenamtliche Helfer zusammengefunden und das Projekt „Teams macht Schule“ ins Leben gerufen.

Der Name ist Programm, die Beteiligten wollen dabei unterstützen, Microsofts Kollaborations-Plattform Teams in die Schulen zu bringen. Die Helfer unterstützen bei der (für Bildungseinrichtungen kostenlosen) Lizenzierung, bei der Einrichtung und bei den ersten Schritten in Teams. Sie sehen sich allerdings nicht als Revolutionäre, die das Schulsystem umstürzen wollen, vielmehr geht es darum, durch den Einsatz von Teams zusätzliche Möglichkeiten zu schaffen. Jede Schule soll dabei selbst herausfinden, was für sie die richtige „Dosis“ ist.

Unter www.teamsmachtschule.de hat das Projekt einen eigenen Webauftritt. Wer Unterstützung anfordern möchte, kann sich dort melden. Auf einer Infoseite findet man außerdem interessante Informationen und Ressourcen für den Einstieg in Teams, falls man es zunächst auf eigene Faust versuchen möchte.

Über den Autor
Martin Geuß
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Ich bin Martin Geuß, und wie unschwer zu erkennen ist, fühle ich mich in der Windows-Welt zu Hause. Seit mehr als zwölf Jahren lasse ich die Welt an dem teilhaben, was mir zu Windows und anderen Microsoft-Produkten durch den Kopf geht, und manchmal ist das sogar interessant. Das wichtigste Motto meiner Arbeit lautet: Von mir - für Euch!

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Kommentare

  1. Schulen bräuchten dringend hauptamtliche IT-Administratoren anstatt auf Zufallsbefähigte im Lehrerkollegium zu hoffen.
    Was auch immer die Zukunft sein wird, es kann nicht sein, dass eine solche zentrale Infrastrukturkomponente nicht klar geregelt ist.
    Das ist meines Erachtens eines der Grundübel. Kein anderes Unt könnte sich leisten eine IT für 2000 und mehr Nutzer derart zu verwalten.
    Schulen bräuchten dringend hauptamtliche IT-Administratoren anstatt auf Zufallsbefähigte im Lehrerkollegium zu hoffen.

    Dem kann ich nur zustimmen. Wir hatten an unsere Technikerschule einen durchaus fähigen und interessierten IT-Lehrer, der allerdings, wie er uns gesagt hat, das Ganze neben dem Unterricht in seinen Pausen oder nach der Arbeit organisiert. Da ist natürlich einiges liegen geblieben und für viele Sachen die er umsetzten wollte war einfach keine Zeit.
    Ob eine Schule das bereits hergibt, eine Vollzeit-IT-Kraft zu beschäftigen, muss man natürlich prüfen.
    Auf jeden Fall würde ich dort keine vollständige IT-Abteilung installieren.
    Ich würde eher ein Modell für sinnvoll erachten, wo man 1-2 Leute hat, die sich allgemein um die IT kümmern, und größere Fleißaufgaben dann einem externen Dienstleister überlassen, den man bei Bedarf kommen lässt. Man braucht ja nicht unbedingt Personal für Aufgaben wie Netzwerkverkabelung bzw -Installation vorhalten.
    Sowieso, sollte man das gesamte System (E-Mail, Internetauftritt, Lernplattform etc) idealerweise eh nicht selber hosten und administrieren, sondern ein Cloud-Angebot mit Rundumsupport buchen. In der Größenordnung einer Schule dürfte das billiger sein als sich auch noch um die Beschaffung und Administration von Serverhardware kümmern zu müssen.
    Ein Schuladmin sollte sich imho nur noch mit Admin-Tätigkeiten a la "Lernplattform einstellen", "Nutzeraccounts anlegen" usw. beschäftigen, nicht jedoch damit einen Windows Server zu installieren.
    Ich kenne das von meiner Schulzeit noch zu gut, wo der Informatiklehrer in seiner Freizeit die Windows Domäne der Schule aufgesetzt und betrieben hat, mit teilweise gefährlichem Halbwissen. Besser ist es, solche Sachen gar nicht selber zu machen. Und in der Regel auch billiger als dafür extra einen einzustellen, der da wirklich Experte ist.
    Digitalisierung an Schulen ist nur eine Seite der Medaille. Was nutzt eine Schulcloud, in der Lehrer einen nichtpräsenten Unterricht anbieten und auch kontrollieren können, wenn es Orte, gibt in denen die Schüler das wegen des Datenumfangs nicht herunterladen können.
    Meine bessere Hälfte ist Lehrerin und ich konnte mir in den letzten Wochen so manches darüber anhören.
    Diese Schulcloud wurde in Thüringen im Zuge der Reaktionen auf Corona eingerichtet. Theoretisch kann dort jeder Lehrer und Schüler auf alle eingestellten inhalte zugreifen und abgearbeitete Ergebnisse einstellen. Tolle Sache ... wenn , ja wenn nicht unser Volkswagenminister dieser rückgratlose Ministerdarsteller wäre. Irgendwer sollte dem einmal sagen, das es noch andere Begriffe als "Maut! Maut!..." gibt und sich sein ministerialer Geschäftsbereich auch auf Infrastrukturmaßnnahmen erstrecken sollte. Ich glaube, der ist durchaus in der Lage, dieses desaströse Bild, das er in der Automobilgeschichte abgegeben hat, in Frage des Netzausbaus um Längen zu toppen.
    Da gibt es doch tatsächlich Gemeinden, die mit VDSL Vectoring2 bei 250MBit versorgt sind, denen jetzt als, weiterer Ausbau, ein FTTH Glasfaseranschluß gelegt wird. Nicht falsch verstehen, ich gönne denen das von Herzen. Hier bei mir hier, um die Ecke, brauchen die Leute nur zum öffnen einer E-Mail mehrere Minuten - wenn es nicht wegen Zeitüberschreitung abbricht.
    Videochat, egal mit welchem Programm, keine Chance.
    Weil es oben drüber angesprochen wird: Dieses Überregionale Cloudangebot gibt es genau so in Thüringen. Sie funktioniert und wird wohl auch noch eine ganze Weile die Alternative zum Präsenzunterricht sein. Das "tolle" daran - ausgerechnet die Linken haben das eingerichtet. Keine SPD oder CDU, keine Grünen oder (Gott bewahre) die wirtschaftskompetenten der FDP. Nein , die Kommunisten - ist bestimmt wieder mal eine Weltverschwörung.
    In den Schulen gibt es keine IT-ler die daran herumzubasteln hätten sondern nur die Zugänmge für die Lehrer und die Schüler.
    Thuringer Schulcloud - Thuringer Schulportal
    Leider kenne ich die Thüringer Schulcloud aus Elternsicht nun auch zu genau. Ist im Prinzip die HPI Schul-Cloud. Ich verstehe einfach nicht, wieso man so etwas "verpflichtend" in den Schulen installieren musste, wo es bestehende Systeme von Microsoft und Co. bereits gibt.
    An der Schule meines Sohnes gibt es ab der 9ten Klasse die Ipads (weitere Schritte nach unten sollen nach und nach folgen). Diese nutzten bereits Teams und mussten von heute auf morgen alle Strukturen weg werfen.
    Die Schulcloud kann unterm Strich nichts, außer einer Dateiverwaltung und dazu einer Aufgabenverwaltung (Abgabetermin, Aufgabenblätter und eine Möglichkeit wieder was in die Aufgabe hoch zu laden). Die Lehrer hingegen können darauf dann nur Antworten. Die haben nicht mal die Möglichkeit die Sachen korrigiert wieder einzustellen.
    Ende vom Lied: Die ersten Lehrer bitten wieder um Zusendung der Lösungen per Mail, weil sie sie dann (alle haben ja Ipads) direkt im Mail öffnen, korrigieren und korrigiert zurück senden können.
    Das ganze existiert seit 2016 und mehr haben die nicht auf die Reihe bekommen?
    Weiterhin ist die Seite logischer Weise oft überlastet, da aus einem Pilotprojekt für Thüringen über Nacht eine Verpflichtung für alle Schulen wurde aber nun werden neue Features wie Videochat hinzugefügt, die noch mehr Performace schlucken werden.
    Für Schulen, die vorher noch nichts hatten evtl. ein Fortschritt. Für alle anderen, die die Digitalisierung bereits voran getrieben hatten ein herber Rückschritt.
    So lange ich zum Anbieten digitaler Inhalte auf eigene Hard- und Software daheim zugreifen muss, wird mit der Digitalisierung an unserer Schule nichts. Der Schulserver ist im Intranet sehr häufig nicht verfügbar, die Internetleitung ist sehr häufig gestört und mit 16000er DSL wirklich "hypermodern" und schon mit Updates der Arbeitsstationen voll ausgelastet. So geht Schule im Jahr 2020!!! Kommt mir jetzt nicht mit "die Lehrer sollen" und "moderner Unterricht". Wir wollen schon, aber wir können nicht!!!
    Meine Kids werden seit Corona mit Aufgaben versorgt. Was mich erschreckt, zum einen der extrem geringe Umfang der Aufgaben, hinterlässt für mich einen bequemen Eindruck bei den Lehrern. Dann die Art und Weise: Die eine Schule hat immerhin ein Onlinesystem, auf dem sich die Schüler separat anmelden können. Trotzdem muss sich mein Sohn die Arbeitsblätter ausdrucken, sie dann ausfüllen die ich dann scanne, natürlich mit Onedrive, um sie dann per Email an die Lehrer schicken....soll das die Highend School made in Bayern sein? Die Schule ist übrigens eine große in München.
    Erschreckend, wenn man die Kommentare so liest. Schade, dass bisher kein Politiker, egal welcher Partei und egal in welchem Bundesland Schule mal ins 21. Jahrhundert bringt. Leider haben Schüler keine Lobby.
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