Quartalszahlen: Microsoft wächst in der Krise, Xbox und Surface profitieren enorm

Quartalszahlen: Microsoft wächst in der Krise, Xbox und Surface profitieren enorm

Es ist längst kein Geheimnis mehr, dass Microsoft ebenso wie andere Technikunternehmen von der Corona-Krise profitiert hat. Darum verwundert es nicht weiter, dass Microsoft im vierten Quartal seines Geschäftsjahres 2020, das am 30. Juni zu Ende ging, erneut Rekordzahlen vorweisen kann. So gut wie alle Bereiche sind kräftig gewachsen, besonders erfreuliche Zahlen gibt es aus den Bereichen, die unsere Leser traditionell am meisten interessieren, also Windows, Surface, Gaming und Co.

Die nackten Zahlen: Microsoft hat im 4. Quartal seines Geschäftsjahres 2020 einen Umsatz von 38 Milliarden US-Dollar erwirtschaftet (+13 Prozent gegenüber dem Vorjahr), davon bleiben 11,2 Milliarden als Gewinn in der Kasse (-15 Prozent). Der Geschäftsbereich „Intelligent Cloud“ (Azure&Co.) ist mit 13,4 Milliarden USD (+17%) der größte Einzelbereich, dicht gefolgt von „More Personal Computing“ (Windows, Surface, Xbox) mit 12,9 Milliarden (+14%). Productivity and Business Processes (Office) trug mit 11,8 Milliarden zum Ergebnis bei (+6%).

Ein paar mehr Kennzahlen gefällig?

  • Azure wächst um 47 Prozent
  • Office 365 Business wächst um 19 Prozent
  • Office 365 Consumer (jetzt Microsoft 365) hat nun 42,7 Millionen Abonnenten (+23%)

Xbox-Umsätze explodieren

Und nun bitte anschnallen: Die Hardware-Umsätze im Bereich Xbox kletterten um 49 Prozent, laut Microsoft hauptsächlich ausgelöst durch eine starke Nachfrage nach Konsolen. Genaue Verkaufszahlen veröffentlicht Microsoft leider nie, sodass uns nur der Prozentwert bleibt. Relativierend darf und muss man erwähnen, dass das zweite Quartal eines Kalenderjahres üblicherweise schwach ausfällt und die besondere Situation rund um Corona einen entsprechend stärkeren Effekt hat.

Dennoch sind die Zahlen beeindruckend. Der Umsatz mit digitalen Xbox-Diensten und Spielen stieg gar um 65 Prozent. Insgesamt wuchs Microsofts im Bereich Gaming im letzten Quartal um 64 Prozent, was 1,3 Milliarden US-Dollar entspricht. Satya-Nadella sprach im Webcast von einem „Durchbruch-Quartal“ für Microsofts Gaming-Sparte.

Surface-Absatz steigt um 28 Prozent

Zuhause wird in diesen Zeiten nicht nur mehr gespielt, sondern auch sehr viel mehr gearbeitet. Dass die PC-Absätze in den letzten Monaten stark gestiegen sind, wussten wir bereits, das bekommt Microsoft auch beim Surface zu spüren. Um 28 Prozent auf 1,7 Milliarden Dollar wuchsen die Umsätze hier. Leider gibt’s auch dazu wie immer keine Details zu den Verkaufszahlen der einzelnen Geräte.

Windows-Umsätze steigen ebenfalls

Das gute alte Windows hat ebenfalls zu dem guten Ergebnis beigetragen. Der Umsatz mit OEM-Lizenzen stieg um 7 Prozent, im Consumer-Bereich ging es gar um 34 Prozent nach oben. Es zeigt sich allerdings auch, dass der Bereich der kleinen und mitteleren Unternehmen unter der Krise besonders leidet, hier gingen die Umsätze um vier Prozent zurück. Auch in den anderen Geschäftsbereichen konnten die KMU-Umsätze maximal auf dem selben Stand gehalten werden.

Insgesamt hat Microsoft im nun abgeschlossenen Geschäftsjahr 2020 einen Umsatz von 143 Milliarden US-Dollar (+14%) sowie einen Gewinn von 44,3 Milliarden erzielt (+13%). Für das neue Geschäftsjahr rechnet Microsoft mit weiterem Wachstum. Im Cloud-Segment ohnehin, aber auch im Bereich Xbox und Surface hat man sich vorgenommen, im soliden zweistelligen Prozentbereich zuzulegen.

Quelle: Microsoft

Über den Autor
Martin Geuß
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Ich bin Martin Geuß, und wie unschwer zu erkennen ist, fühle ich mich in der Windows-Welt zu Hause. Seit mehr als zwölf Jahren lasse ich die Welt an dem teilhaben, was mir zu Windows und anderen Microsoft-Produkten durch den Kopf geht, und manchmal ist das sogar interessant. Das wichtigste Motto meiner Arbeit lautet: Von mir - für Euch!

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Kommentare

  1. Eigentlich doch auch nicht verwunderlich, wenn in den Krisenzeitraum die Veröffentlichung von neuer Hardware (Book 3, Go 2) fällt...
    Die Zahlen können nur im Vergleich mit den direkten Konkurrenten mit Top oder Flop bewertet werden.
    Schon beeindruckend. Microsoft ist mehr gewachsen als gedacht und trotzdem reicht es nicht und der Börsenwert sinkt. Verrückte Welt.
    Das "abflachende Wachstum" wird die Anleger vielleicht verschreckt haben. Dabei sollte klar sein, dass hohes prozentuales Wachstum schwieriger wird, wenn die Basis wächst. Die 47 Prozent Wachstum bei Azure sind in Dollar gemessen mehr als die 64 Prozent vom letzten Jahr oder die 80/90 Prozent, die noch vor 2-3 Jahren regelmäßig berichtet wurden. Aus dem kleinen Business ist halt inzwischen zumindest ein mittelgroßes geworden. Auch wenn es noch immer kleiner ist, als Microsoft es darstellt, indem sie das Geschäft mit On-Premises-Servern ebenfalls der Cloudsparte zurechnen.
    Sinkender Gewinn ist für Börsianer auch immer was ganz Schlimmes. Last but not least ist der Kurs aber jetzt trotzdem immer noch höher als vor einer Woche, es gab zwischendurch einen kleinen Sprint - wohl in der Hoffnung, dass die Zahlen noch besser sind.
    Die Zahlen können nur im Vergleich mit den direkten Konkurrenten mit Top oder Flop bewertet werden.

    Welche Konkurrenz meinst du? Eine direkte zu Windows 10 gibt es nicht.
    Gaming- Meinst du vermutlich Sony.
    Hardware?- OEMs und damit wieder Windows und Office.
    Von daher unwichtig.
    Dort stehen Milliarden, das sind zahlen da hat nur Bill Gates Ahnung von. Keiner von uns. Nicht mal ein Michael Schumacher.
    SkyOpti
    Die Zahlen können nur im Vergleich mit den direkten Konkurrenten mit Top oder Flop bewertet werden.

    Falsch.
    Der korrekte Vergleich läuft mit den Zahlen des Quartals vom Vorjahr.
    Dann kann man eine Aussage über wirtschaftlichen Erfolg oder Mißerfolg treffen.
    Eine kurze Frage an Dich noch, wer sind denn die direkten Konkurrenten auf allen Wirtsschaftsfeldern von MS?
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