Rolle rückwärts: Microsoft schafft die Internal Use Rights für Partner doch nicht ab

Rolle rückwärts: Microsoft schafft die Internal Use Rights für Partner doch nicht ab

Eventuell habt ihr davon gelesen – zum Beispiel bei uns – dass Microsoft die kostenlose Nutzung seiner Produkte durch Partner beschneidet. Die „Internal Use Rights“, also die Erlaubnis, Microsoft-Produkte ohne Zusatzkosten produktiv zu nutzen, sollten abgeschafft werden.

Werden sie nun aber doch nicht. Nach einem Sturm der Entrüstung – unter anderem hatte es eine Online-Petition mit inzwischen mehr als 6.000 Unterstützern gegeben – macht Microsoft eine Rolle rückwärts. In einem Blogpost wird mitgeteilt, dass man die entsprechenden Pläne auf Basis des zahlreichen Feedbacks verworfen habe. Offenbar haben die Partner den Redmondern tatsächlich die Hölle heiß gemacht.

In einem Kommentar zu der von Daniel verfassten News hatte ich noch geschrieben, dass diese Maßnahme sicher nur ein Teil der Wahrheit ist, weil man ja eigentlich nicht so doof sein kann, seine Verbündeten derart vor den Kopf zu stoßen. Offenbar war das aber tatsächlich der Plan und man hat nicht mit entsprechendem Widerstand gerechnet  – was die ganze Sache für mich nicht weniger fragwürdig macht. Ganz schräge Nummer.

via: Zdnet

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Martin Geuß
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Ich bin Martin Geuß, und wie unschwer zu erkennen ist, fühle ich mich in der Windows-Welt zu Hause. Seit mehr als elf Jahren lasse ich die Welt an dem teilhaben, was mir zu Windows und anderen Microsoft-Produkten durch den Kopf geht, und manchmal ist das sogar interessant. Das wichtigste Motto meiner Arbeit lautet: Von mir - für Euch!

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Kommentare
  1. @Tom Hedgehog: wenn fuer sowas nicht das "go" von "ganz Oben" kam - dann laueft aber noch viel mehr schief bei Microsoft... . Aber dafuer hat man ja das "Bauernopfer" erfunden :-)
    Fehler zugeben und dann berichtigen... Es ist doch genau das was wir und immer bei MS gewünscht haben. An dieser Stelle Applaus von mir.
    Nachtreten ist hier nicht nötig.
    Naja, in anderen Artikeln hat irgendwer von MS ja erklärt wieso sie das tun wollten und der Grund war das sie heute mehr und mehr ihre Partner mit dem Programm auf die eigenen Cloud Services locken und das nun mal mehr laufende Kosten verursacht als einfach gratis ein paar On-Premise Lizenzen zu vergeben.
    Das Partner da dennoch nicht mitmachen wollen kann ich schon verstehen und dass MS sich zu grossem Wiederstand beugen muss auch...das ist ja schliesslich nicht die Consumer Sparte ;)
    Laut dem Artikel von MSPowerUser warens aktuell auch "nur" rund 200 Mio jährlich die MS da verliert...in Anbetracht der Milliarden die sie dennoch an Gewinn machen denke ich ist es wohl aktuell nicht Wert im Business Sektor nach all dem schönen Open Source Zeug, etc. den Ruf wieder nach unten zu drücken.
    Der Verteilungskampf um die Cloud hat begonnen
    Es ging MSFT wohl weniger um die scheinbaren Verluste an Lizenzeinnahmen, welche durch vertragswidrigen Gebrauch der Partner verursacht wird / werden kann, sondern um den Multiplikatoreffekt der Partner im Hinblick auf Installationen bei Kunden eben nicht in der (Microsoft-) Cloud, sondern auf Kundeneigener Hardware in deren eigenen Räumen (on premises)
    Wenn man sich die Entwicklung von Visual Studio in Version 2017 und vor allem in Version 2019 ansieht, so dreht sich alles, aber wirklich alles nur noch um Projekte, die fertig entwickelt, in der Azure Cloud laufen sollen.
    Programmiersprachen wie VB .NET, welche vor allen Dingen von Datenbankentwicklern (Warenwirtschaftssysteme etc. pp.) immer noch bevorzugt eingesetzt werden, werden überhaupt nicht mehr weiterentwickelt, bzw. wichtige Bestandteile wie der Report Viewer und der RDLC Designer müssen aufwändig für jedes Projekt neu in VS 2017und VS2019 eingebunden werden.
    Offenbar hängt der Himmel nicht mehr so voller Geigen und Microsoft muss alle register ziehen, um die Kundschaft in ihre verdammte Azure Cloud zu ziehen. Da werden in Zukunft noch mehrere solcher Salto Rückwärts erfolgen, denn das BWL-orientierte Management hat keinen blassen Schimmer davon, welche Kundenkreise und Partner dem Konzern wirklich nachhaltig Geschäft zuführen.
    G.-J.
    @Gajus-Julius: danke fuer die Erklaerung.
    Da fragt man sich allerdings warum es nicht Azure-On-Premise gibt. Ist das so ein fragiles Gebilde? Oder versucht Microsoft auf Teufel-komm-raus bei Azure Wachstum zu generieren weils die Boerse so gerne sieht?
    Es gibt ja auch Firmen wie Oracle die zeigen das man in jedem Fall Geld verdienen kann...
    @Miine:
    Der Börsenwert des Unternehmens ist für den derzeitigen CEO die absolute Maxime, der sich *alles* unterzuordnen hat. Und mit Azure glaubt man, hier ein starkes Instrument in der Hand zu haben. Mag kurzfristig stimmen, vielleicht auch noch mittelfristig (da bin ich mir aber schon nicht mehr sicher), aber sicherlich nicht langfristig.
    Langfristig zählt für *jedes* Unternehmen immer noch die Expertise und Zufriedenheit der Mitarbeiter sowie die Zufriedenheit der Kundschaft. Nur dann ist man gegen sehr viele Risiken und gefahren gewappnet.
    Nur beißt sich das aber gerade bei Microsoft, da es hier von einem Unternehmer geführten Unternehmen (Gates) zu einem Publikumsunternehmen mutierte. Herr Gates wusste, dass er mehr als ein Schnitzel oder Steak am Tag nicht essen konnte und er war verschont von einer Gier, die seinen Geist fraß (und wurde genau deshalb zum reichsten Mann der Welt).
    Bei dem heutigen Management frisst die Gier den Geist. Vorstandsbestallungen dauern selten länger als 8 Jahre, und dann muss alles für einen CEO und seine Kofferträger in trockenen Tücher sein. Und so sieht dann die Unternehmenspolitik auch aus.
    Nicht umsonst ist SAP das erfolgreichste europäische IT-Unternehmen. Die Gründer haben immer noch ein gewichtiges Wort mitzureden und selbst die 'schlimmsten' Produkte aus diesem Hause konnten dem Wachstum und der Ertragsfähigkeit dieses Unternehmens nicht wirklich etwas anhaben.
    G.-J.
    Nochmals meine Frage @Martin: von welchen *kostenlosen* IUR schreibst du da, ich kenne keine! Die kostenpflichtigen Partnerpakete beinhalten IURs und zahlreiche weitere Rechte.
    Nicht, dass ich nicht auch unangenehm betroffen gewesen wäre, aber diese überall zu findende Formulierung muss ich doch als Clickbait deklarieren, da die korrekte Titulierung wäre, dass Microsoft die Lizenzbedingungen für die Internal Use Rights in einigen kostenpflichtigen Partnerverträgen in Zukunft einschränken wollte. Aber das reißt natürlich nicht so... erst recht nicht die nicht betroffenen Privatanwender.
    Ich lasse mich da aber gerne aufklären, wenn Microsoft tatsächlich irgendwelche Lizenzen wirklich kostenlos an seine Partner abgegeben hätte, von denen ich aber eigentlich wissen müsste... schließlich bin ich ein solcher seit Jahrzehnten.
    Vor allem hast du das ja schließlich aufgrund der sonstigen Recherche- und Beitragsqualität gar nicht nötig, könntest aber eher auf die reißerische Falschformulierung anderer, nicht wirklich mithaltender Online-Portale, hinweisen. Ich schreibe das auch nur, weil das schon mein 2. Hinweis darauf ist. Ich will aber, wie gesagt, auch nicht ausschließen, dass ich mich irre! Da mag mir hier gerne einer der vielen anderen Microsoft-Partner, die hier gewiss mitlesen, einen Link senden, wo es kostenlose Microsoft-Lizenzen für somit dann nur kostenlos registrierte Fachhandelspartner bei Microsoft gibt oder jemals gegeben hat.
    Rin inne Kartoffeln, raus aus de Kartoffeln ...
    Wenn man sich zu 50% mit solchem Käse beschäftigt bleibt neben Kaffee trinken nicht mehr viel übrig, die wirklich wichtigen Sachen zu erledigen. Das mag jetzt richtig übertrieben klingen aber gefühlt ist das genau so.
    also nichts Neues.
    Seit den letzten Jahren geht MS in seinen Entscheidungen hin und her. Egal in welchem Bereich. Cloud first, ok läuft noch, mobile first ist tot, UWP tot, Exchange indirekt tot (behaupte ich jetzt einfach mal), Edge (ver1) tot.
    Ich weiß noch, mit welchem Theater Edge1 angekündigt wurde, wie toll alles sei etc. Jetzt wird das gleiche Theater für den neuen Edge gemacht. In zwei Jahren stellt man dann fest, das man nicht Marktführer wurde, und stellt das Projekt wieder ein.
    Dass solche Hüpfentscheidungen nun auch auf die allgemeinen Geschäftbeziehungen auswirken, wen wundert es noch?
    Für mich ist MS zu unzuverlässig geworden, als dass ich noch bereit bin, deren Infrastruktur zu nutzen. Ich steige bei den meisten Sachen von denen mittlerweile gar nicht mehr ein, da ich ohnehin mit einem baldigen Rausschmiss rechne. (heisst übrigens nicht, dass andere besser sind, zumindest keine US-Unternehmen)
    @OliverL:
    Ich kenne das Action Pack von unserem ältesten Sohn her. Er betreibt als angehender Student hier in Abu-Dhabi eine Minifirma, die in den Hotels meines Brötchengebers tätig wird, wenn Gäste plötzlich vor dunklen Bildschirmen sitzen, oder sonstige Sachen passiert sind, die kein Arbeiten mit einem Laptop oder Smartphone erlauben.
    Er dürfte nach den Lizenzbestimmungen für sich oder seine Helfer Windows und Office Lizenzen auf eigenen Geräten einsetzen, um den Gästen das reibungslose Ablaufen dieser Anwendungen vorzuführen. Hat er noch nie genutzt. Was er nutzt, sind ein paar VisualStudio Lizenzen auf eigenen Geräten, um ggfs. vor Ort den Gästen quick and dirty ein Tool zu programmieren, was deren Arbeitsablauf erleichtert.
    Die Gäste wenden sich in solchen Fällen an den front office manager des Hotels und dieser verteilt dann die Rufnummer unseres Sohnes. In den allermeisten Fällen kann er die Probleme beheben und für mich am interessantesten sind die Reaktionen der Gäste im Hinblick auf deren Nationalität. Am Großzügigsten sind die Amis (mit Abstand) gefolgt von Südafrikanern und den Europäern. Asiaten (vor allem Chinesen) glauben, auch das Instandsetzen von Notebooks gehöre zum guten Service eines 5-Sterne Hotels. Witzig hierbei ist, dass selbst die Notebooks der Manager von großen chinesischen Staatsunternehmen derart mit Überwachungssoftware vollgestopft sind, dass diese sich gar nicht mehr in unser öffentliches LTE einwählen können, bzw. nach 10 Sekunden wieder rausfliegen, weil unser Provider die Überwachungssoftware bemerkt hat und dies nicht zulässt.
    G.-J.
    Black-Elk
    Fehler zugeben und dann berichtigen... Es ist doch genau das was wir und immer bei MS gewünscht haben. An dieser Stelle Applaus von mir.
    Nachtreten ist hier nicht nötig.

    Grundsätzlich gebe ich dir Recht. Es gehört tatsächlich was dazu, einen solchen Schritt komplett rückgängig zu machen, die Versuchung ist in so einem Fall sicherlich groß, irgendetwas Halbherziges zu tun.
    Für mich riecht diese Sache allerdings eher danach, dass hier von Leuten eine Entscheidung getroffen wurde, die sich der Tragweite gar nicht bewusst waren. Die Rufe "spinnt ihr? Das könnt ihr unmöglich machen!" kamen vielleicht nicht nur von außerhalb...
    @G.-J.: Das hätte er nach den neuen Lizenzbestimmungen auch weiterhin alles tun dürfen (für Entwicklungs- und Demonstrationszwecke). Aber für mich wäre es schon eine erhebliche Einschränkung gewesen. Daher bin ich sehr froh, dass mir die Leistungen für meinen Obulus für das Action Pack nicht deutlich reduziert werden.
    Und entwickeln darf man ja sogar professionell mit Visual Studio Community Edition, die vom Umfang her der Professional-Version entspricht, wenn die eigene Firma nicht mehr als 500 Mitarbeiter hat und nicht mehr als 5 davon damit entwickeln. Da bin ich so gerade... ;):lol noch drunter...
    @OliverL:
    Stimmt, was Du schreibst. Hier lagen die Voraussetzungen aber nicht vor, da dieser Service vom Leiter der IT meines Brötchengebers eingerichtet wurde. Dieser kennt Sohnemann seit dem Kindergartenalter und hatte ihn vor rund zwei Jahren gefragt, ob er eigenes Geld verdienen wolle. Klar wollte Sohnemann von Papa und Mama etwas unabhängiger werden und so wurde dieser Service, der bis dato von unserer IT selbst vorgenommen wurde, ausgelagert. Firma bei der Municipality angemeldet, unserem Sohn zwei Notebooks in die Hand gedrückt, Action Packs gebucht und dann ging es los. Notebooks und alles an Software ist daher auf den Namen von meinem Brötchengeber registriert. Was auch streng juristisch stimmt, denn Sohnemanns Firma ist offiziell eine von der Regierung gesponserte Einzelfirma. (In den Golfländern benötigt jeder ausländische Gewerbetreibende einen lokalen Partner oder aber einen lokalen Sponsor, der unbeschränkt für den Ausländer haftet) Da der Leiter unserer IT ein Local ist, nimmt er Lizenzbestimmungen sehr ernst, weil seine Regierung Verstöße hiergegeben sehr hart ahndet. Wer hier "Raubkopien" verteilt, kommt unter 20 Jahren Laufzeit aus dem Knast nicht mehr raus...
    G.-J.
    Interessante Entwicklung.
    Mal schauen, wie es in 12 Monaten ausschaut. Eine Hintertür für Änderungen im nächsten Jahr hat man sich ja schon gleich offen gelassen:
    This means you will experience no material changes this coming fiscal year
    https://blogs.partner.microsoft.com/mpn/updates-program-change-announcements/
    Mit dem Action Pack (400 Euro) darf man als Microsoft Partner! zB Office und Exchange Server on Premise im eigenen Betrieb einsetzen. Wenn das wegfallen würde, wäre ich sofort bei einer kleine Exchange kompatiblen Software oder Linux ... hier fallen weniger Gebühren an. Dann fällt natürlich auch weg, dass ich die Microsoft Produkte meinen Kunden empfehle und installiere. Ich nehme mir dann als Partner von Linux/anderen Mailserver Herstellern usw. deren Produkte.
    Microsoft nimmt an das MEINE Kunden dann sofort in die Cloud wechseln und das Geschäft mit meinen Kunden direkt machen kann ... ein ganz schöner Trugschluss.
    Was mich mehr schmerzt ist das verlorene vertrauen in die Partnerschaft zwischen Microsoft und meiner Firma ... Partner behandelt man anders. (Vor allem wenn man über 30 Jahre mit Microsoft Produkten als Partner unterwegs ist).
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