Ruffle: Wie man Flash-Inhalte auch in Zukunft sicher wiedergeben kann

Ruffle: Wie man Flash-Inhalte auch in Zukunft sicher wiedergeben kann

Am vergangenen Patchday hat Adobe das letzte Sicherheitsupdate für den eigenen Adobe Flash Player veröffentlicht und damit das Ende für die mittlerweile so umstrittene wie überflüssige Technologie besiegelt. Die reguläre Version wird zum Jahreswechsel für Consumer ihre Funktion einstellen und die wesentlichen Unternehmen wie Microsoft, Mozilla oder Google haben bereits lange detaillierte Pläne, wie der Flash Player in ihren Produkten abgewickelt wird. Nur für Firmenkunden will Adobe unter Umständen noch einen gewissen Support garantieren.

Trotzdem gibt es zahlreiche Inhalte, die weiterhin nur in Flash vorliegen und die von vielen als Vermächtnis des Internets bewahrt werden wollen. Damit man hierfür nicht auf irgendwelche zweifelhaften Tricks mit veralteten Versionen des Adobe Flash Players zurückgreifen muss, gibt es mit Ruffle schon länger ein OpenSource-Projekt, was auf WebAssembly zurückgreift und als Flash-Emulator einen sicheren Ersatz auf Basis der Programmiersprache Rust bieten soll. Neben diversen Unternehmen, die früher schon Flash-Games entwickelt haben, wird Ruffle auch von Größen wie der New York Times und dem Internet Archive unterstützt.

Ruffle selbst will den Adobe Flash Player auf drei Weisen ersetzen. Neben eigenständigen Desktop-Apps für Windows, Mac und Linux sind auch Browser-Erweiterungen für Firefox, Chrome, Safari und Edge in Arbeit. Außerdem soll sich Ruffle recht einfach in bestehende Internetseiten einbetten lassen, sodass keine zusätzlichen Konfigurationen notwendig sind. Was außerdem für das Projekt spricht, ist die Sprache, in der es entwickelt wird. Rust gehört zu den Memory Safe Languages und verwendet im Gegensatz zu den meisten anderen populären Vertretern keine Garbage Collection, sondern ein besonderes Typensystem. Das sorgt vor allem im Bereich der Speicherfehler dafür, dass viele Probleme, die der Adobe Flash Player hier hatte, von Beginn an im Keim erstickt oder zumindest nahezu unmöglich gemacht werden.

Ruffle selbst ist noch in einem recht frühen Stadium und wird auf GitHub entwickelt. Die Roadmap des Projekts könnt ihr hier einsehen. Klar ist jedenfalls, dass Ruffle nach derzeitigem Stand die mit Abstand sicherste Möglichkeit darstellen dürfte, um Flash-Inhalte, die nicht mit Alternativen wie HTML5 ersetzt werden können oder sollen, auch in Zukunft zu erhalten. Eine entsprechende Alternative für Microsoft Silverlight hatte ich euch in Form von OpenSilver bereits im März vorgestellt. Allerdings kommen hier mit Blazor, C# und XAML ausschließlich Microsoft-Technologien zum Einsatz.

Artikel im Forum diskutieren (9)

Über den Autor
Kevin Kozuszek
  • Kevin Kozuszek auf Twitter
Seit 1999 bin ich Microsoft eng verbunden, daneben schlägt mein Herz aber auch für die OpenSource-Welt, wo mein besonderes Interesse der Mozilla Foundation gilt. Wenn ich mich mal nicht mit Technik beschäftige, tauche ich gerne in die japanische Kultur mit all ihren Facetten ab oder widme mich einem meiner zahlreichen anderen Hobbies.
Nach oben