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Samsung Galaxy A52 5G ausprobiert: 5G-Mittelklasse mit tollem Display und Gehfehler

Samsung Galaxy A52 5G ausprobiert: 5G-Mittelklasse mit tollem Display und Gehfehler

Im März hat Samsung einige neue Mittelklasse-Smartphones vorgestellt. Das Galaxy A52 5G hat mich über mehrere Wochen als „Daily Driver“ begleitet und dabei einen grundsätzlich sehr guten Eindruck hinterlassen. Leider leistete sich das Gerät aber auch einige unerklärliche Performance-Probleme.

Wie immer beginnen wir mit dem Steckbrief des Testgeräts.

Technische Daten des Samsung Galaxy A52 5G

  • 6,5 Zoll Super AMOLED Display, 2.400×1.080 Pixel, 120 Hz, max 800  Nits
  • CPU: Qualcomm Snapdragon 750G
  • 6 GB RAM
  • 128 GB Nutzspeicher
  • Kamera:
    64 Megapixel (Weitwinkel), 1/1.72“, F1.8
    12 Megapixel (Ultra-Weitwinkel), 1/3.2“, F2.2,
    5 Megapixel (Makro), 1/5.0“, F2.4
    5 Megapixel (für Bokeh Effekt), 1/5.0“, F2.4
  • Frontkamera: 32 Megapixel (Weitwinkel), 1/2.8“ F2.2
  • Akku: 4.500 mAh
  • Authentifizierung: Fingerabdruck, Gesichtserkennung
  • NFC
  • Hybrid SIM (Dual SIM oder microSD)
  • 3,5mm Klinke
  • Staub- und Spritzwasserschutz nach IP67
  • Betriebssystem: Android 11
  • Maße: 159,9 x 75,1 x 8,4 mm
  • Gewicht: 189 Gramm
  • Preis: 429 € UVP, Straßenpreis aktuell ca. 370 €

Design und Verarbeitung

Überflüssig zu erwähnen, dass ein Gerät mit 6,5 Zoll großem Bildschirm ein Brummer ist, aber das weiß man ja schon vor dem Kauf. Da mein primäres Smartphone nach wie vor das Galaxy Note 10+ ist, musste ich mich diesbezüglich nicht umstellen.

Das Gerät ist erwartungsgemäß solide verarbeitet und besitzt an der Rückseite den schon fast obligatorischen Kamerabuckel. Dieser trägt zwar nicht zu dick auf, sorgt aber dennoch dafür, dass die Bedienung des flach auf dem Tisch liegenden Geräts ein wenig kippelig ist.

Die Rückseite ist leicht angeraut, wodurch das Gerät sehr gut in der Hand liegt. Ich bin in den letzten Monaten zum Hobbybäcker geworden, was dazu führt, dass ich mein Telefon öfter mal mit feuchten, fettigen oder mehligen Händen anfasse. Das Note 10+ glitscht mir dabei regelmäßig durch die Finger, das A52 erwies sich im direkten Vergleich als deutlich griffiger.

Samsung Galaxy A52

Kamera

Kommen wir gleich zum für viele Interessenten wichtigsten Punkt: Der Kamera. Sie macht bei Tageslicht (erwartungsgemäß) gute bis sehr gute Bilder mit kräftigen, aber nicht übertriebenen Farben. Mit dem Flaggschiff S21 kann das A52 selbstverständlich nicht mithalten, aber das sollte man auch nicht erwarten.

Beispiele für Nachtaufnahmen fehlen leider bei den folgenden Fotos, ich kann aber sagen, dass sie für ein Gerät dieser Preisklasse durchaus ordentlich ausfallen. Es gibt einen optischen Bildstabilisator, was in dieser Preisklasse nicht selbstverständlich ist. Blitz und Zoom sind dagegen nicht der Rede wert.

Das größte Ärgernis bei der Kamera ist die mitunter heftige Auslöseverzögerung, was dazu führt, dass entweder das Motiv schon wieder weg ist oder man das Bild verwackelt, weil man nicht mit der Verzögerung rechnet und das Gerät dementsprechend nicht lange genug stillhält. Das bringt uns direkt zum nächsten Punkt.

Performance

Im Galaxy A52 5G steckt der Qualcomm Snapdragon 750G. Das sollte für eine absolut ausreichende Alltagsperformance reichen. Leider ist diese aber nicht gegeben. Grundsätzlich arbeitet das A52 flüssig, es leistet sich aber immer wieder Aussetzer und Hänger, dann funktionieren viele Dinge plötzlich sehr viel langsamer oder Apps bleiben kurz hängen.

Ich bin sehr sicher, dass die Leistungsfähigkeit der CPU nicht die Ursache ist, da muss in der Firmware etwas verbockt worden sein. Das wiederum macht Hoffnung, dass sich diese Probleme durch ein Update beheben lassen.

Zunächst hatte ich vermutet, ein Montagsgerät erwischt zu haben. Der Blick in andere Testberichte bestätigte mich dann allerdings, dieses Verhalten wird von den meisten Testern beschrieben. Schade.

Display

Kommen wir vom größten Schwachpunkt direkt zum Highlight des A52: Das AMOLED-Display mit 2.400×1.080 Pixel, 120 Hz und einer maximalen Helligkeit von 800  Nits ist fantastisch. Ohne alle Geräte zu kennen glaube ich, dass wir es hier mit der Referenz in dieser Preisklasse zu tun haben. Die Qualität der Darstellung stellt mein Note 10+ locker in den Schatten. Ok, das ist schon beinahe zwei Jahre alt, hat aber damals auch das Dreifache gekostet und ist nach meinem Empfinden immer noch auf Höhe der Zeit. Bilder und Videos anzuschauen, macht großen Spaß aber auch Text wird gestochen scharf dargestellt.

Akkulaufzeit

Der 4.500 mAh große Akku bietet genügend Reserven für einen langen Tag, selbst am späten Abend, wenn mein Note 10+ meist um eine Steckdose fleht, hatte das A52 meist noch mehr als 30 Prozent Restkapazität.

Drahtloses Laden wird nicht unterstützt, dafür aber Schnellladen mit 25 Watt. Das beiliegende Netzteil liefert allerdings nur 15 Watt, damit dauert es etwa zwei Stunden, um das Gerät voll aufzuladen.

Sonstiges und Fazit

Das Galaxy A52 5G bietet Dolby Atmos und AKG Sound, was sowohl über die integrierten Lautsprecher als auch via Kopfhörer für einen ordentlichen Klang sorgt. Wie die meisten Smartphones gibt es außerdem einen Fingerprint-Reader im Display, der zuverlässig arbeitet, aber etwas reaktionsfreudiger sein dürfte.

Die vierjährige Update-Garantie, die Samsung auf alle neuen Geräte gibt, gilt selbstredend auch für das A52.

Zusammengefasst bietet das Samsung Galaxy A52 5G für den aktuellen Straßenpreis von rund 370 Euro ein grundsolides Gesamtpaket: Gute Akkulaufzeit, alltagstaugliche Kamera und ein für diese Preisklasse atemberaubend gutes Display. Ich könnte es guten Gewissens zum Kauf empfehlen, wäre da nicht die Sache mit der Performance. Die Hänger und Aussetzer können einem den Spaß an diesem ansonsten wirklich guten Smartphone verderben.

Disclaimer: Das Testgerät wurde mir von Samsung leihweise zur Verfügung gestellt. Eine Einflussnahme auf den Testbericht oder eine Verpflichtung zur Veröffentlichung gab es nicht.

Über den Autor

Martin Geuß

Martin Geuß

Ich bin Martin Geuß, und wie unschwer zu erkennen ist, fühle ich mich in der Windows-Welt zu Hause. Seit mehr als zwölf Jahren lasse ich die Welt an dem teilhaben, was mir zu Windows und anderen Microsoft-Produkten durch den Kopf geht, und manchmal ist das sogar interessant. Das wichtigste Motto meiner Arbeit lautet: Von mir - für Euch!

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