Samsung Galaxy Book S mit Snapdragon 8cx ist wohl gestrichen - Intel-Version kommt 2020

Samsung Galaxy Book S mit Snapdragon 8cx ist wohl gestrichen - Intel-Version kommt 2020

In der letzten Woche fand in San Jose die alljährliche Samsung Developer Conference statt. Auf dieser war auch Intel zu Gast, gemeinsam präsentierte man einige neue Geräte, die im kommenden Jahr auf den Markt kommen sollen. Unter anderem erwähnte Intel in seiner Pressemitteilung das Samsung Galaxy Book S, welches das erste Gerät sein wird, das mit der neuen ultramobilen Lakefield-CPU ausgestattet ist, die später in 2020 auch das Surface Neo antreibt.

Die Mitteilung hat mich aufhorchen lassen, denn ich wartete nahezu täglich darauf, dass Samsung das Galaxy Book S mit Snapdragon 8cx auf den Markt bringt. Es wurde Anfang August offiziell vorgestellt und sollte im Laufe des September auf den Markt kommen. Auf der IFA konnte ich mir einen ersten persönlichen Eindruck vom Galaxy Book S verschaffen. Bei diesem Termin sprach Samsung von einer Markteinführung im Oktober.

Mitte Oktober habe ich nochmals bei Samsung nachgefragt und bekam zur Antwort, dass sich der Verkaufsstart noch ein bisschen verzögern wird und es wohl im November los geht.

Als ich die Intel-Ankündigung las, ahnte ich schon, dass Samsung keine zwei Versionen des gleichen Geräts bauen wird, sondern im kommenden Jahr vom Qualcomm-Snapdragon zu Intel überlaufen wird. Wie es scheint, ist die Realität aber noch krasser. Ich habe daraufhin nochmal bei Samsung nachgefragt, wie es denn nun um die Verfügbarkeit bestellt ist, und folgende Antwort erhalten:

Leider können wir zur Verfügbarkeit des Galaxy Book aktuell nur die folgende Information teilen:
Das Galaxy Book S wird in den kommenden Monaten in 13 Märkten eingeführt, darunter Südkorea, die Vereinigten Staaten, Kanada, Australien, Brasilien, das Vereinigte Königreich, Schweden, Italien, Deutschland, Frankreich, Dänemark, Finnland und Norwegen. Wir freuen uns darauf, Galaxy Book S in Zukunft auch in weiteren Ländern verfügbar zu machen.

Es ist keine Rede mehr von einem baldigen Verkaufsstart, stattdessen soll das Book S nun „in den kommenden Monaten“ erscheinen. In Kombination mit der Intel-Pressemeldung von letzter Woche bleibt daher nur eine Schlussfolgerung übrig: Das Galaxy Book S wird nicht mit dem Snapdragon 8cx erscheinen, sondern direkt mit Intel Lakefield.

Noch ist das nicht offiziell, aber man muss ja nur eins und eins zusammenzählen. Zumal die gleiche Geschichte schon einmal passiert ist: Auf der IFA 2018 präsentierte Lenovo das Yoga C630 mit Snapdragon 850 und wollte es alsbald an den Start stellen. Die Markteinführung verschob sich mehrfach und irgendwann war das Gerät dann verschwunden. Auf der diesjährigen IFA präsentierte Lenovo den Nachfolger C640 – mit Intel CPU.

Es ist kein allzu großes Geheimnis, dass Intel massiven Druck auf Lenovo ausgeübt hat. Genau das scheint jetzt auch bei Samsung passiert zu sein.

Für die Windows on ARM-Plattform ist das ein schwerer Schlag, denn nach dem Absprung von Lenovo war Samsung der einzige Vorzeige-OEM, der ein Windows on ARM-Gerät bauen wollte. Nun steht Microsoft mit dem Surface Pro X ganz alleine da, und das heißt nichts Gutes für die Zukunftsaussichten dieser Plattform. Meine Gedanken dazu habe ich hier aufgeschrieben: Das Scheitern von Windows on ARM wird wahrscheinlicher – und das ist jammerschade.

Über den Autor
Martin Geuß
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Ich bin Martin Geuß, und wie unschwer zu erkennen ist, fühle ich mich in der Windows-Welt zu Hause. Seit mehr als zwölf Jahren lasse ich die Welt an dem teilhaben, was mir zu Windows und anderen Microsoft-Produkten durch den Kopf geht, und manchmal ist das sogar interessant. Das wichtigste Motto meiner Arbeit lautet: Von mir - für Euch!

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Kommentare
  1. Ob es Druck von Intel auf die Hersteller gab wie von Martin vermutet, ich weiß nicht. Ich vermute eher das die Hersteller die Probleme als zu groß erkannt haben. Wer kauft schon einen Sportwagen mit Kleinwagenmotor ???
    Nachdem Intel ja schon mindestens einmal wegen geschäftsschädigenden Verhaltens verurteilt wurde, würde mich nicht wundern, wenn sie die Sache diesmal wieder starten - nur halt so ausgeklügelt, dass sie sich grad noch in der halblegalen Grauzone bewegen.
    Dass Hersteller wie Lenovo und Samsung Geräte fertig entwickeln, öffentlich ankündigen und dann nicht oder nur in winzigen Mengen auf den Markt bringen ist zumindest schon eher ungewöhnlich. Dabei verlieren die richtig Geld, insofern muss es sich an anderer Stelle lohnen. Der Einzige, der davon sonst profitiert, ist nun einmal Intel.
    Ich sag nur abwarten und Tee trinken. Ich bleibe gespannt auf Win on Arm, hoffe auf das go2 damit, dass X werde ich wohl noch nicht holen obwohl ich eigentlich Lust darauf hatte aber stand heute hat MS hier leider nicht geliefert.
    Totale Verschwörung. Windows on ARM gibt es nur, damit Intel wieder etwas innovativer wird ?.
    Ich glaube eher das ueber die ARM Geraete Druck auf Intel ausgeuebt wurde.
    Intel kann z.Zt. froh sein wenn ueberhaupt jemand deren CPUs abnimmt. Da wo Geld verdient wird hat AMD aber sowas von gezeigt wo der Hammer haengt. Da wird Intel wohl keinen Bock haben auch noch eine neue Konkurrenz im Notebook-bereich zuzulassen...
    Im Zweifelsfall wird Intel einfach mal ein paar Quartale rote Zahlen schreiben - wie man ohne Gewinn ueberleben kann hat ja AMD jahrelang vorgemacht.
    Jetzt kommt es darauf an, wie gut die Kriegskasse von Qualcomm gefüllt ist, um dagegen zu halten. Wer besser schmiert, fährt besser. Was mich angeht, so zähle ich auf W10 ARM 64 Desktop. Das System läuft auch auf dem Snapdragon 810 anno 2015, im Lumia 950 XL.
    Desktop wird noch verdammt lange kein ARM sehen und wenn, mit Windows auf keinen Fall. Wenn ARM auf dem Desktop dann bei Apple, da die auch Apps haben und nicht wie MS so ein leeres etwas. Es geht immer auf den Store zurück
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