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Schick, schlank und mit viel Power: Das Lenovo Yoga 9i im Test

Schick, schlank und mit viel Power: Das Lenovo Yoga 9i im Test

Mit dem Yoga 9i hat Lenovo ein Nachfolgermodell für das C940 14 aus dem Jahr 2019 auf den Markt gebracht. Ausgestattet mit einem Intel Core i7 Prozessor, ist das Convertible nicht nur mit sehr hoher Rechenleistung ausgestattet, sondern bietet dank des Evo-Labels auch weitere Highlights. Martin hat bereits einen extra Artikel über die neuen Evo-Prozessoren verfasst. Somit hat das Yoga 9i neben der Unterstützung von Fast Charging via USB-C auch WiFi 6 und Thunderbolt 4 mit an Bord. Das Gerät ist zwar nicht lüfterlos, hat aber einen Touchscreen.

Technische Details & Lieferumfang

Auf die technischen Details möchte ich an dieser Stelle nur kurz eingehen, denn das Yoga 9i kann auf der Homepage von Lenovo auch konfiguriert und so an seine individuellen Ansprüche angepasst werden.

Lenovo Yoga 9i technische Daten

Das Convertible, welches mir leihweise zum Testen zur Verfügung gestellt wurde, hat die Basic-Ausstattung (16GB RAM, 512 GB SSD) und kommt dabei dennoch auf einen saftigen Preis von 1.619,10 Euro. Neben dem Yoga 9i selbst liegt noch das 65W-Netzteil und das USB-C-Ladekabel bei.

Lenovo Yoga 9i

Design & Verarbeitung

Kommen wir nun direkt zum Design und der Verarbeitung. Bei einem Gerät dieser Preisklasse sind die Erwartungen hoch, die das Lenovo Yoga 9i aber auch vollends bedienen kann. Dies wird unter anderem auch mit der Lederoptik (optional) des Displayrückens abermals unterstrichen. Das fühlt sich in der Hand richtig gut an und entspricht den Vorstellungen eines Premiumgerätes. Auch das verwendete Metallgehäuse macht einen sehr hochwertigen Eindruck. An der Verarbeitung gibt es an dem Gerät überhaupt gar nichts auszusetzen. Durch das Scharnier zwischen dem Display und der Tastatur-Einheit wird auch eine Drehung um 360 Grad ermöglicht.

Das Yoga 9i besitzt zwei USB-C-, einen vollwertigen USB-A-und einen AUX-Anschluss. Wer auf weitere Anschlüsse angewiesen ist, sollte sich einen USB-Hub zulegen, denn mehr gibt es hier nicht. Dieser muss separat angeschafft werden und ist im Lieferumfang leider nicht dabei.

Lenovo Yoga 9i

Leistung & Akku

Die enorme Power des i7-Intel-Prozessors lässt keine Wünsche offen. Neben den üblichen Office-Arbeiten lassen sich selbstverständlich auch leistungsfordernde Aufgaben mit dem Yoga 9i erledigen. Sowohl Photoshop als auch Camtasia Studio laufen bei mir ohne Probleme und auch das Rendering mit Camtasia funktioniert enorm schnell. Dabei kommt es aber leider nicht zu selten vor, dass der Lüfter anspringt. Bei komplexeren Programmen zeige ich da auch volles Verständnis. Geht es aber um einfache Arbeiten wie bspw. ein neues Word Dokument zu verfassen, Bilder anzuschauen oder mit dem Browser im Web zu surfen, sind Lüftergeräusche etwas „übertrieben“. Selbst wenn das Notebook nach einem Arbeitstag (9h) wieder an das Ladekabel muss, springt prompt der Lüfter an. Das mag zwar für die Schnellladefunktion wichtig sein, kenne ich so von anderen Notebooks aber eher weniger. Die Wärmeentwicklung hält sich durch das dauernde Laufen des Lüfters aber immerhin in Grenzen und das Gerät wird nie zu warm oder gar heiß.

Lenovo Yoga 9i

Das Aufladen des Yoga 9i funktioniert über einen der beiden USB-C-Ports an der linken Seite. Grundsätzlich lädt es auch mit einem 30W-Netzteil, man sollte dennoch besser das mitgelieferte Kabel verwenden. Dieses hat mit 65W genügend Power, um die Schnellladefunktion des 9i zu gewährleisten. Das Yoga 9i kann damit innerhalb von 1,5 Stunden von etwa 1% wieder auf volle 100% geladen werden. Die Schnellladefunktion funktioniert im Übrigen auch mit meinem Monitor, der das Gerät sogar mit 70W versorgen kann. Zeitgleich funktioniert über das gleiche Kabel die Video-, Audio- und Datenübertragung, was für mich ein deutlicher Pluspunkt bei Geräten mit USB-C-Anschluss ist.

Richtiges Gaming kann man mit dem Yoga 9i vergessen. Aufgrund der schwachen Grafikkarte von Intel lassen sich aufwendige Spiele wie Forza lediglich mit geringer Grafikeinstellung spielen. Überzeugen konnte mich aber hingegen die Lese- und Schreibgeschwindigkeit der SSD. Eine 5 GB-Datei wurde innerhalb von wenigen Sekunden vom einen zum anderen Ordner kopiert. Selbst wenn ich eine externe Festplatte anschließe, funktioniert das Verschieben Dank des USB-C 3.2 Gen 1 bzw. USB-A 3.1 Gen 2 Anschlusses innerhalb weniger Augenblicke – selbstverständlich je nach Datenmenge.

Display & Eingabe

Das Display ist mit einer Helligkeit von 400 Nits nicht überdurchschnittlich hell, reicht aber allemal aus, um auch Draußen etwas vom Bildschirm ablesen zu können. Bei direkter Sonneneinstrahlung hört es dann, wie bei den meisten Notebooks, aber auf, da das Display diese durch die glänzende Oberfläche zu stark reflektiert. Im Alltag ist das FullHD-Display allemal ausreichend und stellt zufrieden. Es ist gestochen scharf und selbst bei näherem Hinsehen sind einzelne Pixel nur schwer zu erkennen. Wer länger am PC sitzt und bspw. Excel-Tabellen befüllen muss, für den ist neben den 15 Zoll sicherlich auch das UHD-Display die bessere Wahl. Auch diese Konfiguration kann beim Yoga 9i getroffen werden. Dort kommt es dann ggf. auch nicht unbedingt auf die Akku-Laufzeit an.

Lenovo Yoga 9i

Das Tastatur-Design ist typisch Lenovo (siehe Bilder). Das Tippgefühl ist anfangs etwas ungewohnt, da die Tastenhöhe etwas niedriger ist als bspw. bei einem Surface Book. Nach kurzer Gewöhnungsphase hinterlässt die Tastatur aber bei mir einen soliden Eindruck und braucht sich hinter den Surface-Geräten nicht verstecken. Dank der Hintergrundbeleuchtung lässt sich auch bei schlechteren Lichtverhältnissen die Tastatur leicht erkennen und bedienen.

Lenovo Yoga 9i

Das Touchpad lässt jedoch leider zu wünschen übrig. Das Feld sieht aufgrund seiner direkten Einbringung in die Oberfläche zwar hervorragend aus, der Druckpunkt ist aber eher gewöhnungsbedürftig. Ebenfalls ist es bei mir sehr oft vorgekommen, dass ein „Klick“ erkannt wurde, obwohl ich eigentlich nur den Mauszeiger von der linken auf die rechte Seite wischen wollte oder Ähnliches. Im obigen Bild lässt sich außerdem erkennen, dass die Fingerabdrücke wegen der schwarzen und glänzenden Oberfläche stark zum Vorschein kommen. Die Größe des Touchpads ist hingegen optimal.

Lenovo Yoga 9i

Neben dem Tochpad befindet sich auch der Fingerabdrucksensor auf der gleichen Ebene (siehe Bild). Dieser ist ebenfalls in der Oberfläche „versteckt“ und ähnlich wie das Touchpad durch eine kleine glänzende Umrahmung gekennzeichnet. Um ihn auch sicher nicht zu übersehen, ist dort bei der Auslieferung auch ein Sticker angebracht, der dann leicht entfernt werden kann.

Einen Sticker findet man ebenso auf der Kamera. Dieser weist darauf hin, dass die Kamera auch manuell mittels eines Schiebereglers verdeckt werden kann. Dies mag für den ein oder anderen Kunden ein willkommenes Feature zu sein. Die Kameraauflösung und Qualität ist für 720p-HD ähnlich gut oder schlecht wie bei meinem MacBook Air. Für ein Notebook aber allemal ausreichend.

Der mitgelieferte Eingabestift versteckt sich sehr gut im Gehäuse des Convertibles. Zuallererst konnte ich diesen gar nicht finden und hatte schon befürchtet, dass dieser nun doch nicht im Lieferumfang mit dabei sein würde. Er „versteckt“ sich aber tatsächlich in der Nähe des Power-Knopfes und lässt sich dank einer Aussparung auch mit kurzen Fingernägeln recht leicht herausnehmen. In dem Schacht wird der Stift außerdem aufgeladen.

Lenovo Yoga 9i

Das Scharnier des Lenovo Yoga 9i lässt sich um 360 Grad drehen und es kann dann mehr oder weniger als Tablet verwendet werden. Ich habe es während der Testzeit als Primärgerät zum Mitschreiben meiner Vorlesungen benutzt – naja zumindest versucht. Durch die kurze Akkulaufzeit des Stiftes, die mit etwa 30 Minuten sehr kurz ausfällt, ist es deshalb leider nicht für meinen Anwendungsfall gedacht. Ein längeres Schreiben (sofern es die Batterie mitmacht) ist zudem nicht all zu komfortabel, da der Stift dünner als ein handelsüblicher Bleistift ist. Vielmehr eignet sich der Stift für kurze Notizen oder Markierungen in einer Besprechung oder Dergleichen.

Lenovo Yoga 9i

Bei einer Drehung des Displays dreht sich auch der in der Leiste verbaute Dolby Atmos Lautsprecher mit. Unterstützt wird dieser zudem mit zwei weiteren Lautsprechern an der Unterseite. Die Klangqualität ist für Gesprochenes gut, für den Musikgenuss hingegen eher nicht. Für Netflix, Disney+ oder Amazon Prime Video sind die Lautsprecher bestens geeignet und können hier auch überzeugen.

Lenovo Yoga 9i

Fazit

Nicht nur in der Liebe kommt es auf die inneren Werte an, auch bei technischen Geräten ist das ein entscheidender Punkt. Dennoch sollte man auf sein Äußeres achtgeben und das tut das Lenovo Yoga 9i mit seiner Lederoptik definitiv. Auch der Prozessor lässt wie gesagt keine Wünsche bei mir offen. Die Bedienung des Notebooks ist für mich nach zwei Wochen Testzeit aber nach wie vor sehr schwierig. Das Touchpad macht eben manchmal Faxen und tut nicht das, was ich will. Das Touchdisplay ist hingegen echt gut und kann auch bei der Stifteingabe punkten. Wäre da nicht das Problem mit der kurzen Laufzeit des Stiftes und des dünnen Designs (welches aber natürlich für das elegante Verstauen nötig ist), wäre das vielleicht sogar eine gute Alternative zum Surface Pro und Surface Pen. Letztere Produkte bleiben hier nach wie vor (zumindest im Vergleich zu anderen Windows-Geräten) meiner Ansicht nach ungeschlagen.

Für mich wäre das Yoga 9i ein gutes Stück zu teuer. Klar liefert es hervorragende Spezifikationen und auch etliche Funktionalitäten, die können aber auch andere Hersteller mit wesentlich günstigeren Konditionen liefern. Wer aber auf Premium-Optik und Haptik setzt und ggf. nach einer Alternative zu einem Porsche-Design-Gerät sucht, ist bei dem Yoga 9i gut aufgehoben.

Disclaimer: Das Testgerät wurde uns von Intel leihweise zur Verfügung gestellt. Eine Verpflichtung zur Veröffentlichung oder eine Einflussnahme auf den Testbericht gab es nicht.

Über den Autor

Manuel Blaschke

Manuel Blaschke

Neben den Microsoft-Dienstleistungen und der Surface-Hardware fühle ich mich auch im Apple-Ökosystem Zuhause. Für mich ist es wichtig eine gute Balance zwischen Apple und Microsoft zu finden. So entstand dann vor einiger Zeit auch die iOS Rundschau.

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