Schon mal mit Dual Screen spielen: Die Installation des Surface Duo Emulators ist kinderleicht

Schon mal mit Dual Screen spielen: Die Installation des Surface Duo Emulators ist kinderleicht

In dieser Woche hat Microsoft die erste Version des SDK für das Surface Duo veröffentlicht. Entwickler können nun also damit beginnen, ihre Apps auf Microsofts Android-Smartphone mit zwei Bildschirmen vorzubereiten. Zu diesem SDK gehört auch ein Emulator, dessen Installation kinderleicht ist. Jeder, der schon mal ausprobieren möchte, wie sich Android mit zwei Bildschirmen so anfühlt, kann das jetzt schon tun.

Es ist natürlich pure Spielerei, denn noch ist das alles in einem sehr frühen Stadium, läuft mitunter sehr hakelig und selbstverständlich gibt es keine Apps, die entsprechend optimiert sind. Genau das aber fand ich interessant, als ich mit dem Emulator experimentiert habe: Als bekennender Fan von Dual Display Geräten hatte ich auch mit den unangepassten Apps sofort das Gefühl, dass mich ein solches Gerät produktiver machen kann. Entsprechende Eindrücke habe ich auch schon bei meinen Gehversuchen mit entsprechenden Laptops gesammelt.

Aber lasst uns zur Tat schreiten: Der Emulator funktioniert grundsätzlich auf jedem PC, auf dem Android Studio läuft, wenn man aber wirklich ausprobieren will, wie sich die Bedienung auf dem Surface Duo anfühlen wird, dann muss es natürlich ein Laptop oder Tablet mit Touchscreen sein.

Hier kommt die „Anleitung“:

1. Android Studio für Windows herunterladen

Herunterladen, installieren, starten, alle Dialoge bestätigen (es werden dann nochmal diverse Komponenten heruntergeladen) – einfach blind durchklicken. Sobald alles erledigt ist, kann Android Studio wieder geschlossen werden.

2. Surface Duo Emulator herunterladen

Herunterlanden, auspacken, starten, fertig. Anschließend befindet sich auf dem Desktop eine Verknüpfung, die den Emulator startet.

Der erste Aufruf dauert ein wenig, aber irgendwann strahlt euch die simulierte Oberfläche des Surface Duo an, die natürlich noch sehr rudimentär ist. Wenn man grundsätzlich mit der Bedienung von Android vertraut ist, kann man sich das aber nun alles wie gewohnt einrichten.

Die Google Play Services fehlen. Vermutlich kann man die irgendwie nachinstallieren, fürs Erste habe ich mich damit begnügt, ein paar APKs von APKMirror zu laden und zu installieren. Der Edge Browser ist allerdings schon von Haus aus vorinstalliert, und beim Launcher handelt es sich um eine modifizierte Version des Microsoft Launcher.

Surface Duo Emulator

Um eine App von einem Bildschirm auf den anderen zu verschieben, muss man vom unteren Bildschirmrand streichen und kann sie dann mit dem Finger auf das andere Display schubsen. Man kann eine App auch genau in die Mitte ziehen, damit sie sich über beide Bildschirme erstreckt. Dafür ist das Surface Duo aber bekanntlich nicht gemacht.

Ich werde selbst noch ausgiebig mit dem Emulator experimentieren, und wenn sich dabei interessante neue Erkenntnisse ergeben, dann werde ich sicherlich auch nochmal darüber schreiben. Für den Moment wollte ich lediglich darauf hinweisen, wie einfach es ist, den Emulator zu nutzen. Man könnte schon fast vermuten, jemand habe das absichtlich so gemacht, um nicht nur die Entwickler, sondern auch die Geeks anzulocken.

Über den Autor
Martin Geuß
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Ich bin Martin Geuß, und wie unschwer zu erkennen ist, fühle ich mich in der Windows-Welt zu Hause. Seit mehr als zwölf Jahren lasse ich die Welt an dem teilhaben, was mir zu Windows und anderen Microsoft-Produkten durch den Kopf geht, und manchmal ist das sogar interessant. Das wichtigste Motto meiner Arbeit lautet: Von mir - für Euch!

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Kommentare
  1. mit meinem g8x lebe ich schon in dieser Zukunft und ich freu mich schon wenn der ms launcher soweit ist und dualscreens unterstützt! der whale Browser ist wohl zur Zeit die einzige (mir bekannte) storeApp, welche dualscreens unterstützt. entweder über die volle Breite nutzbar, oder die Links öffnen sich auf dem anderen Bildschirm.
    Den Edge kann man im Emulator auch über beide "Bildschirme" strecken, aber das sieht halt entsprechend aus. Der Rahmen läuft dann mittendurch und zerschneidet die Seite.
    Sinnvoller wäre es in diesem Fall, wenn man zwei Instanzen haben könnte und zwei Seiten nebeneinander anzeigen kann. Oder aber - das ist dann allerdings wirklich Zukunftsmusik - die Webseite würde realisieren, dass sie auf einem Dual Display Gerät läuft, und sich entsprechend anpassen. Eine Fußball-Seite könnte so beispielsweise links aktuelle Spielberichte und rechts die Tabelle anzeigen.
    Pokemon Go auf dem einen Bildschirm und Ingress auf dem anderen. Alternativ auch Pokemon Go mit zwei Accounts :)
    Pokemon Go. Ja Nee is klar. Das ist bestimmt das Letzte an was man bei solch einem Gerät denkt ?
    @Martin,
    kommt darauf an, wie man "Zukunftsmusik" definiert. Ich gehe jedenfalls stark davon aus, dass bis zum Verkaufstart von Surface Duo bzw. Neo und den Produkten der Konkurrenz viele Webseiten auf diese Geräte hin optimiert werden. Softwaremäßig ist es ja nicht allzuschwer zu ermitteln, welches OS auf dem Rechner grad läuft. Und damit könnte bis zu einem gewissen Grad eine Zuordnung an das Device möglich. Ferner gibt es ein PHP-Projekt "Mobile-Detect", welches schon ganz gut funktioniert.
    Technisch sehe ich da also keine Probleme. Mittels dem SDK und dem Emulator hängt alles von den Entwicklern ab, was die aus diesen Devices machen werden. Wobei, solange MS keine Preise und Termine nennt, werden die Entwickler sich die SDK mal anschauen, aber ernsthaft wird sich keiner damit beschäftigen.
    Denn der Erfolg dieser Devices hängt nicht zuletzt auch vom Preis ab. Und wenn diese Geräte kein Erfolg versprechen, werden die Entwickler auch nicht auf den Zug aufspringen.
    Google müht sich schon seit Jahren erfolglos, die Entwickler zu motivieren, damit sie ihre Apps auf andere Bildschirmformate hin optimieren und nicht nur auf Smartphones. Und das, obwohl der Markt der Android-Tablets und Chromebooks nicht gerade klein ist.
    Ich habe daher wenig Hoffnung, dass Microsoft mit dem Surface Duo hier eine Revolution auslöst.
    Selbst wenn Microsoft eine Million von diesen Geräten verkaufen würde - und das ist jetzt schon krass optimistisch - wäre das keine Zahl, die allzu hohen Entwicklungsaufwand rechtfertigt. Wir erinnern uns: 50 Millionen Windows Phone Nutzer waren nicht genug...
    Wenn aus den Dual Screen Geräten ein Trend werden sollte, dann wird da was passieren, mit kurzfristigen Erfolgen rechne ich aber nicht.
    die Webseite würde realisieren, dass sie auf einem Dual Display Gerät läuft

    Wäre machbar, siehe https://panopticlick.eff.org/ wenn man auslesen lassen würde. Gretchenfrage, ob man das dann auch möchte, weil man damit auch verdammt viel Schindluder treiben kann. Ich würde sagen, dass ein zweites Browserfenster schneller machbar wäre.
    Es ist wie zu Zeiten des iPhone. Damals gab es auch schon Handies mit Touch und vor dem iPod gab es auch schon TabletPCs. Aber die Zeit bzw. die User waren noch nicht reif.
    Und diesmal nutzt halt MS die Gunst der Zeit und nicht Apple. Ich bin mir jedenfalls sicher, dass diese Art von Geräten erfolgreich sein werden und dass sich die Entwickler darauf einstellen werden.
    Aber das ist natürlich meine Glaskugelleserei ;-)
    Man darf aber auch nicht vergessen, dass auf der Android Seite auch Dual-Screen-Geräte bzw. Foldables in den Markt gedrückt werden. Microsoft setzt beim Duo SDK unter der Haube wohl eh auf den Google APIs für Foldables auf. Somit wären sie schon mal nicht ganz alleine, aber das Problem der Nische bleibt dennoch.
    Fürs Web wird der Spaß wohl am einfachsten klassisch über Media Queries ablaufen.
    Das Hauptfeature des Surface Duo ist der Dual-Screen und somit eine einfachere Nutzung von zwei unterschiedlichen Apps. Und dabei bedarf es keinerlei Anpassung der Bebutzeroberfläche. Viel wichtiger wäre hierbei aber die App2App-Communication, sprich umfangreiche Implementierung für Copy-Paste und Drag&Drop. Soweit ich weiß unterstützt das Android-Clipboard z.B. keine Dateien. Dies wäre schon mal ein Punkt, wo mMn deutlich der Produktivitäts-Unterschied zwischen Surface Neo und Duo sichtbar werden könnte. "Könnte", weil auch Windows-Apps entsprechende Implementierungen durch den Entwickler benötigen.
    Surface Duo
    Vorteil: Apps und Nutzer sind reichlich vorhanden
    Nachteil: Android App2App-Communication APIs (aktuell) unzureichend
    Surface Neo
    Vorteil: In Windows sind diese APIs schon da und sehr einfach zu implementieren
    Nachteil: Nutzer meiden den Store und werden sicherlich weiterhin versuchen auf bekannte Win32 Lösungen zu setzen, wodurch die UX unten bleiben wird, was im Grunde das ganze Unterfangen gefährden könnte.
    Der Store wird auf dem Surface Neo keine Rolle spielen.
    Durch die Öffnung der APIs kann ja auch klassische Win32-Software wie eine UWP aussehen. Und reinrassige UWPs können als MSIX-Paket ohne Store installiert werden. Aber auch das wird alles nur passieren, wenn die Entwickler sich rühren. In irgendeine Richtung muss es gehen, sonst wird es nichts.
    Ja stimmt schon, aber ein klassiches Win32-Programm so umzubauen, dass es ähnlich/genauso, wie eine UWP aussieht und sich auch so anfühlt ist alleine bei perfekt umgesetzter Programmierung eine Menge Arbeit. Je nachdem wie unsauber eine Software programmiert wurde, ist eine Neuentwicklung manchmal die bessere/einzige Wahl. Beides wird kaum jemand freiwillig machen. Diejenigen die auf den Store verzichten können, sind auch diejenigen für die sich diese Mühe nicht lohnt bzw. diejenigen, die die Macht haben eine Plattform durch Nicht-Umsetzung klein zu halten (analog Windows Phone).
    Und die nicht ganz unwichtigen Fragen: Wenn die Nutzer bereits jetzt den Store meiden, warum sollten sie dann in den unendlichen Weiten des Google-Such-Algorithmus genau die gewünschte MSIX UWP App finden? Würden sie überhaupt danach suchen?
    Nein, würden sie nicht.
    Windows 10 ist ein Desktop-System für Win32-Software und wird niemals etwas anderes sein. Diese Erkenntnis hat auch bei mir ein bisschen gedauert, aber jetzt sollte man das so akzeptieren. Egal ob man ein S oder ein X dran hängt oder ob man die Oberfläche umbaut, wenn 15 Jahre alte Programme nicht laufen, ist es zum Scheitern verurteilt.
    Windows ist dazu verdammt, für immer das zu bleiben, was es schon immer war. Es gibt kein "Next Thing" für Windows, sondern nur ein Fortbestehen bis zu seinem endgültigen Verfallsdatum, das aber noch in weiter ferne liegt.
    Jo, traurig, aber leider wahr! Wir hängen in unserer eigenen Erwartungshaltung fest, und kommen da alleine nicht wieder raus.
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