Sorry Mr. Gates - aber Android war ein Glücksfall für Microsoft

Sorry Mr. Gates - aber Android war ein Glücksfall für Microsoft

Bill Gates, einer der reichsten Männer der Welt, weil Gründer des aktuell wertvollsten Unternehmens dieses Planeten, hat in einem Interview davon gesprochen, dass es sein größter Fehler gewesen sei, den Smartphone-Markt an Android verloren zu haben. Es ist einigermaßen unwahrscheinlich, dass ihr noch nicht davon gehört habt, die Geschichte macht seit Sonntag die Runde.

Der Siegeszug von Android habe Microsoft potenziell hunderte Milliarden Dollar gekostet, sagt Bill Gates. Und er sagt ebenfalls, Microsoft sei in der Position gewesen, der „natürliche Sieger“ der Smartphone-Ära zu werden. Microsoft respektive Windows könnte heute das sein, was Android geworden ist.

Da möchte ich doch glatt widersprechen. Der „natürliche Sieger“ hätte eigentlich Nokia mit Symbian sein müssen. Als das iPhone ebenso überraschend wie gewaltig einschlug, war Windows Mobile nur eine Randerscheinung. Damals schon.

Grundsätzlich hätte Microsoft so reagieren können, wie Google das getan hat, und Apples Erfolgsmodell 1:1 adaptieren. Es war zweifellos ein unternehmerischer Fehler, dass man das nicht getan hat, aber zur Verteidigung von Microsoft sei gesagt: Das Unternehmen in seiner Form von 2007 wäre überhaupt nicht in der Lage gewesen, eine solche Entscheidung zu treffen – geschweige denn, diese umzusetzen. Ich habe mir über das Thema schon oft und lange Gedanken gemacht und kam irgendwann zu der Schlussfolgerung: Zu keinem, aber wirklich keinem Zeitpunkt hatte Microsoft eine realistische Chance, den Smartphone-Markt zu gewinnen. Manche Veränderungen können nur durch Impulse von außen in Gang gesetzt werden, und die Disruption der IT durch den Smartphone-Boom war eine solche.

Hätte auch im Smartphone-Markt eine Dominanz erreicht, so sagte Gates ebenfalls, dann wäre Microsoft heute nicht nur ein (trotzdem immer noch) sehr erfolgreiches Unternehmen, sondern DAS Unternehmen. Daran besteht in der Tat kein Zweifel. Wäre Windows im Smartphone-Segment das geworden, was es vorher schon auf dem PC war, dann würden wir in einer gigantischen Monokultur leben. Der Internet Explorer würde vermutlich immer noch so heißen und Google hätte nicht erfolgreichsten Browser – vielleicht wären sie nicht einmal die erfolgreichste Suchmaschine.

Microsoft wäre DAS Unternehmen. DAS Unternehmen, das einer Flut von Antitrust-Verfahren ausgesetzt wäre und für das in den Behörden der Wettbewerbshüter ganze Stockwerke reserviert wären. DAS Unternehmen, das der Welt diktiert, wie sie sich zu drehen hat.

Was für ein Glück, dass es nicht so gekommen ist. Für uns und für Microsoft. Apple und Google haben Microsoft gemeinsam von dem Thron getreten, auf dem es viele Jahre lang viel zu bequem gesessen hatte. Diese Erfahrung war ungeheuer schmerzhaft, aber auch lehrreich. Ohne diese Niederlagen wären die vielen grundlegenden Veränderungen, die wir bei Microsoft in den letzten Jahren gesehen haben, nicht möglich gewesen. Die Offenheit, mit der Microsoft heute andere Plattformen bedient, wäre niemals zustande gekommen.

Sie wäre natürlich auch gar nicht erst nötig gewesen, wäre es gelungen, eine solch gigantische Monokultur zu errichten. Ich glaube jedoch, der unvermeidliche Fall wäre später nur umso tiefer gewesen, denn wir bewegen uns auf eine Welt zu, in der Plattformen immer unwichtiger werden. Wohl dem, der nicht nur eine einzige als Standbein hat.

Ob es deshalb nötig war, die eigene mobile Plattform einzustampfen, will ich in diesem Zusammenhang gar nicht diskutieren, denn das ist nochmal eine ganz andere Geschichte. Grundsätzlich aber war und ist Android für Microsoft Niederlage und Glücksfall zu gleich. Viele neue Ideen wären sonst gar nicht erst entstanden. Microsoft hat schmerzhaft erfahren müssen, dass man die Nutzer nicht dauerhaft in seinem eigenen Ökosystem gefangen halten kann. Diese Lektion steht dem einen oder anderen konkurrierenden Unternehmen erst noch bevor.

Besagtes Interview könnt ihr euch bei Interesse hier anschauen:

Über den Autor
Martin Geuß
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Ich bin Martin Geuß, und wie unschwer zu erkennen ist, fühle ich mich in der Windows-Welt zu Hause. Seit mehr als zwölf Jahren lasse ich die Welt an dem teilhaben, was mir zu Windows und anderen Microsoft-Produkten durch den Kopf geht, und manchmal ist das sogar interessant. Das wichtigste Motto meiner Arbeit lautet: Von mir - für Euch!

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Kommentare
  1. Sehr schön geschrieben, das stimmt. MS geht es heute besser, ist zukunftsfähiger, innovativer und wertvoller als es vor 2007 war.
    ich würde sagen, ein großes Problem bei MS ist, dass sie oft irgendwas anfangen, aber dann nicht durchhalten!
    Da kauft man sich ein ….-Abo (zb groove) und dann wird es eingestellt. Man gewöhnt sich an ein Programm - und dann wird es nicht weiterentwickelt oder ganz eingestellt. Ich verstehe, dass eine Weiterentwicklung Geld kostet! Aber bei ca 135.000 Mitarbeiten wird man es doch schaffen 1-10 Leute an einem Programm weiter arbeiten zu lassen, damit die User sich nicht verar…. fühlen?
    Ich habe schon gar keine Lust mehr mich mit Mixer, OneNote oder ToDo zu beschäftigen, da MS sie ja vermutlich eh in spätestens 3 Jahren einstellen wird.?!?
    Was sich nicht lohnt, wird eingestellt. So einfach ist das in der Regel. Es bringt nichts, etwas weiter mit durch zu ziehen, wenn es sich nicht rentiert.
    Schau dir mal Google an, und wie viele von deren Diensten bereits eingestellt wurden. Und das, obwohl die in der Regel eine weitaus besser Hand für solche Sachen haben, als Microsoft.
    Meiner Meinung nach würde MS viel besser dastehen, wenn es ein funktionierendes Smartphonegeschäft geben würde. Bin sogar skeptisch wie es mit Windows weitergeht, überall sieht man nur noch Macs, viele Bekannte und junge Leute wollen einen Mac (auch wenn man den nicht unbedingt braucht). Ist nur noch eine Frage der Zeit, bis die Firmen und Softwarehersteller darauf einstellen.
    Mit einem eigenen Smartphone-OS welches ähnlich wie iOS oder sogar Andorid aufgestellt wäre, es darauf auch sämtliche Apps gäbe, müsste sich Microsoft weit weniger Gedanken um eine rosige Zukunft machen. Hätte mir das als Kunde gewünscht, ein System für Alles.
    Ich sehe das ein wenig differenzierter. Es muss keinen "Sieger" geben, sondern einen gesunden Markt. Und dazu gehören mehrere miteinander konkurrierende Unternehmen. Das ist gut, vor allem für uns Endverbraucher und für das Geschäft an sich.
    Momentan haben wir einzig das voneinander abschauen und "billig" kopieren, sei es, das Google von Apple abkupfert oder anders herum. Und damit meine ich nicht nur die Grundbedienung, sondern auch die Features und Funktionen.
    Es gab sie ja, die Mitbewerber, allen voran Microsoft. Klar hatte Windows Phone 8(.1) seine Ecken und Kanten, Schwächen und Probleme, aber es war eines: Anders. Nicht immer bedeutet anders zu sein auch gut zu sein, aber es war erfrischend. Es hob sich von dem Einheitsbrei ab und ging andere Ansätze an. Und persönlich fand ich das Betriebssystem gut.
    Windows 10 Mobile war ebenfalls erfrischend anders, aber es blieb nur noch der harte Kern an Features und markanten Alleinstellungsmerkmalen übrig. Das hat IMO nicht ausgereicht.
    Für die Zukunft wünsche ich mir tatsächlich etwas mehr Auswahl, und sei es nur, um dem eigenen "Spieltrieb" und der Neugier nachgehen zu können.
    Kann mich da Martin nur anschließen.
    Erst neulich ein Gespräch mit einem Apple Liebhaber gehabt und wir mussten beide eingestehen:
    Früher war Apple DAS Unternehmen für den Kleinen Mann, weil Microsoft stand für: Alt, unsexy, kompliziert, unhandlich und stürzt dauernd ab. Muss ich zugeben, Punkt für ihn.
    Dann war ich am Zuge: So revolutionär Apple war, so fehlt es ihnen heute an Ideen.
    Und mit Blick auf Microsoft wird schnell klar, warum es nun DAS wertvollste Unternehmen ist.
    Microsoft ist mittlerweile cool und sexy (Surface), bedient den Nutzer (Gaming, einfaches OS, etc.) und Windows stürzt nicht mehr ab.
    Aber es brauchte neue CEOs, und Ideen und den besagten Tritt in den Hintern.
    RicardoSSB
    Ich mag ihn trotzdem!

    Auf jeden Fall. Wenn ich mir da die heutige Führungsriege anschaue, autsch...
    Früher war Apple DAS Unternehmen für den Kleinen Mann

    :o
    Ich hielt Apple immer für das Unternehmen für den, der irgendwie anders sein wollte. Und besser. Und betuchter. Aber, für den kleinen Mann? Wie das, mit dem Anspruch an Design und Geldbeutel.
    Erst Mal muss ich anmerken, dass laut der Seite Börsennews ( https://www.boersennews.de/markt/aktien/hoechste-marktkapitalisierung/ ) die Fa. Apple das wertvollste Unternehmen ist und Microsoft nur auf dem 2. Platz liegt. Es ist mir zwar völlig unverständlich wie man es schafft mit Mondpreisen die Kunden zum Besten zu halten und dann auch noch zum wertvollsten Unternehmen zu werden, aber sei es drum.
    Bill Gates stimme ich Großteils zu. Aus Windows Phone hätte was werden können. Da ich aber nicht abschätzen kann, ob in dem Fall die Entwicklung in Richtung W10-Mobile und UWP gelaufen wäre, ist auch nicht klar, ob das Ergebnis eine Plattform geworden wäre, welche in sich Rund genannt werden kann. Tatsache ist aber, dass mit der Entwicklung von W10M Microsoft die einzige Firma war, welche plattformübergreifend ein recht rundes System hatte. Das hat man ja leider aufgegeben. Ich bin deshalb von W10M und einem Surface 3 auf Android gewechselt und zwar bei Smartphone und Tablet. Die Bedienung war in der Microsoft-Welt auf jeden Fall geräteübergreifend besser.
    @Martin
    Wie kommst du darauf dass Microsoft 2007 nicht in der Lage gewesen wäre? Dafür sehe ich keine Erklärung.
    Android ist im übrigen als Konkurrenzprodukt zu Windows mobile geboren nicht zu iOS.
    Nebu 25.06.2019, 15:13
    ...
    Früher war Apple DAS Unternehmen für den Kleinen Mann, weil Microsoft stand für: Alt, unsexy, kompliziert, unhandlich und stürzt dauernd ab. …

    Es ist zwar richtig, dass Windows erst mit Windows NT 4.0 recht stabil wurde. Deshalb hatte ich mal OS/2 eingesetzt, was IBM ja leider eingestellt hat. Sonst wäre ich vielleicht heute noch bei OS/2 zugange. Apple war aber zu absolut keinem Zeitpunkt das Unternehmen für den kleinen Mann. Die Produkt waren zu jedem Zeitpunkt derartig überteuert, dass meine Reaktion zwischen (fast) Herzinfarkt bis totlachen lag. Von denen hätte ich selbst nach einem fetten Lottogewinn nichts gekauft.
    Der ausschlaggebende Erfolgsfaktor fuer das iPhone war das Apple etwas schaffte was die anderen Hersteller entweder nicht versucht haben oder nicht durchsetzen konnten: bezahlbare Datentarife.
    Microsoft kommt mir nicht wie die Firma vor die bei sowas nach dem Motto "Friss oder Stirb" verhandelt haette...
    Fairerweise muss man aber sagen das Apple mit seinen Schaar von "Juengern" da in einer ganz anderen Verhandlungsposition ist (siehe auch bei Musik wo Apple mit dem iTunes Store als erster das 99c pro Song Model einfuehrte).
    Der „natürliche Sieger“ hätte eigentlich Nokia mit Symbian sein müssen. Als das iPhone ebenso überraschend wie gewaltig einschlug, war Windows Mobile nur eine Randerscheinung. Damals schon. Grundsätzlich hätte Microsoft so reagieren können, wie Google das getan hat, und Apples Erfolgsmodell 1:1 adaptieren.

    Als das iPhone einschlug, war WindowMobile noch lange keine Randerscheinung. Ne, also übertreib mal nicht. :D Mit dem iPhone ging es erst Symbian an den Kragen.

    Edit. Interessant dennoch ist, dass Symbian für sich gesehen noch deutlich zulegen konnte. Insgesamt konnten sie aber auch nicht mit dem rasanten Wachstum Schritt halten.
    Gelungener Artikel, eine nachvollziehbare Bewertung. Würde mich aber, rein gefühlsmäßig, in einer Monokultur eines Software-Unternehmens wohler fühlen, als unter einer Herrschaft eines globalen Datensammlers und -vermarkters.
    mt03c06
    Aus Windows Phone hätte was werden können.

    Aber auch nur, wenn der Fehler WindowsPhone7 nicht passiert wäre. Ne das war nichts. 6.x war nicht mehr ganz Zeitgemäß obwohl es einen richtig guten UI-Ansatz gab. WP7 war einfach zu spät (3! Jahre) und obendrein unreif. WinPhone 8, was eigentlich ganz gut war und m.E. auch konkurrenzfähig, erschien somit zu einer Zeit in der der Markt nahezu gesättigt war. Es war einfach alles zu spät.
    Stefan

    Android ist im übrigen als Konkurrenzprodukt zu Windows mobile geboren nicht zu iOS.

    WinMobile spielt da schon keine Rolle mehr und war selbst in Entwicklungszeit von Android keine relevante Größe.
    lu-mia
    überall sieht man nur noch Macs, viele Bekannte und junge Leute wollen einen Mac (auch wenn man den nicht unbedingt braucht).

    Das sind gefühlte Wahrheiten, zumindest in Europa. Insgesamt geht der Marktanteil von macOS sogar eher zurück. "Überall nur noch Macs" hat mit der Realität in Deutschland rein gar nichts zu tun.
    Ok. Kleiner Mann war die falsche Wortwahl. Ich meinte damit den privaten Bereich.
    Hans und Franz mit iPhone oder iPad.
    Da ist Microsoft erst die letzten Jahre "sexy" geworden
    Ich sehe das ehrlich gesagt eher umgekehrt: Apple ist erst seit ungefähr 10 Jahren wirklich für den normalen Consumerbereich interessant. Weil die Leute einfach weniger Probleme haben, sich die Geräte zu leisten, und auch leisten zu wollen. Die iPads sind ja nun auch nicht extrem teuer. Und, ein iPhone ist halt mittlerweile auch für die Mittel- und Unterschicht ein Statussysmbol, das man sich mal leisten kann. Früher war Apple eher exklusiv.
    Was mich bei Apple immer mega angekotzt hat, ist dieses "eigene Schiene fahren", und das Drängen zur Verwendung der eigenen Hardware/Software. Da ist Windows seit jeher weit offener, und "standardisierter". Alle Welt verwendet MP3, und Apple enkodiert standardmäßig in M4A. Da kann ich nur sagen, Tschüss auf Wiedersehen. Ich möchte kompatibel sein, und das nicht nur zu Apple-Geräten.
    Man kann jedes Android-Gerät auf Fernseher oder PC spiegeln. iPhones kann man nur auf Apple TV-Geräte spiegeln. Ehrlich, da kann ich nur sagen, o lecko mio. Das geht gar nicht.
    "Bin sogar skeptisch wie es mit Windows weitergeht, überall sieht man nur noch Macs, viele Bekannte und junge Leute wollen einen Mac (auch wenn man den nicht unbedingt braucht). Ist nur noch eine Frage der Zeit, bis die Firmen und Softwarehersteller darauf einstellen.". Da muss ich leider widersprechen. Die Zeiten sind schon wieder vorbei, als man einen Mac haben wollte, um hip zu sein. Bester Indikator für so etwas sind Hörsäle an Unis. Da sieht man mittlerweile mehr Surfaces und kaum noch Macbooks. Selbst iPads sind dort nicht mehr in der Mehrheit.
    Microsoft wird jetzt seit 30 Jahren tot geredet. :)
    Und dann liest man mal wieder, dass sie das weltweit wertvollste Unternehmen sind, noch vor Apple oder Google. Ich sag's ja, nicht den Schmarrn in der Zeitung glauben.
    Da werden subjektive Eindrücke erweckt. Influenza spiegeln nicht die Realität wider vermitteln jedoch den Eindruck da Macbooks überall sind.
    Und hinter jedem AirPod aussehenden Lauscher verbirgt sich nicht immer ein iPhone.
    Wieso legt sich Microsoft eigentlich ständig mit seinem Erz-Rivalen Google ins Bett?
    Microsoft und Apple haben zueinander ein viel freundschaftlicheres Verhältnis als beide zu Google haben.
    Deshalb würde mich wirklich dringend interessieren, warum die beiden nicht gemeinsam gegen Google kooperieren?
    Die Überschneidungen zwischen beiden sind so gering (im Wesentlichen konkurrieren nur Microsofts Surface-Geräte mit Apples MacBooks, da der Markt für Apple aber ein sehr kleiner ist, können sie diese Konkurrenz verschmerzen).
    Aber der Konkurrenzkampf mit Google ist ein viel größerer. Apple konkurriert bei Smartphones und Tablets, bei Maps, persönlichen Assistenten und Smarthome sowie Musik-Verkauf und -Streaming mit Google. Microsoft konkurriert im Bereich Suche, Browser, Office, Cloud-Speicher und -Dienste, (Bildungs-)Notebooks sowie demnächst Spiele-Streaming mit Google.
    Wenn Apple und Microsoft nun eine Kooperation schließen, in all diesen Bereichen zu kooperieren, dann könnten sie, mit Ausnahme der Suche vielleicht, Googles absurd hohe Marktanteile drücken. Dies kann man sich insbesondere für die Märkte Smartphone und Browser nur wünschen.
    Und was das Argument angeht, dass die beiden „aus Prinzip“ nicht miteinander kooperieren könnten: Alle Leute haben auch gedacht, dass die Hölle zufriert, als bekanntgegeben wurde, dass Sony bei seinen zukünftigen Spiele-Streaming-Projekten auf Technologie von Microsoft setzen wird.
    Im Gegenteil, ich finde, Microsoft könnte noch viel mehr mit Google kooperieren. Immerhin profitieren beide vom jeweiligen Ökosystem.
    Es gab viel zu viele inkompatible Umbrüche.
    Vom offenen Windows Mobile/CE zu einem völlig verschlossenen Apple Clone Windows Phone 7. Mit 8 und 10 wurde dann jeweils wieder vieles neu und inkompatibel gemacht.
    Sowas will ein Windows User nicht, hätte MS wissen sollen.
    Sowas will ein Windows User nicht, hätte MS wissen sollen.

    Sie wollten nur die Leidensfähigkeit ihrer Kunden austesten. :-) Siehe Surface, die Tests haben sich gelohnt.
    mt03c06
    Erst Mal muss ich anmerken, dass laut der Seite Börsennews ( https://www.boersennews.de/markt/aktien/hoechste-marktkapitalisierung/ ) die Fa. Apple das wertvollste Unternehmen ist und Microsoft nur auf dem 2. Platz liegt.

    Die Zahlen auf der Seite sind wie weiter oben angemerkt nicht mehr aktuell. Wirklich wichtig ist mir das aber nicht, das kippt ja in den letzten Monaten auch immer mal wieder hin und her. Der Satz hat mir halt gut gefallen und darum hab ich ihn so aufgeschrieben.
    Stefan
    @Martin
    Wie kommst du darauf dass Microsoft 2007 nicht in der Lage gewesen wäre? Dafür sehe ich keine Erklärung.
    Android ist im übrigen als Konkurrenzprodukt zu Windows mobile geboren nicht zu iOS.

    Ich meine damit, dass Microsoft in 2007 noch ganz fest in seinem Selbstverständnis und seiner Mentalität gefangen war. Die nötige Einsicht war einfach "blockiert."
    Aus Gates Position lässt sich vortrefflich philosophieren ... Und wenn ein Mann wie Gates noch das Sagen gehabt hätte, gäbe es wahrscheinlich heute noch ein WinOSMobile. Gates gehört noch zu einer Generation, die langfristig denken, planen und realisieren ... Die Kapitalmärkte honorieren sowas leider nicht und so werden die Manager des schnellen Jetzterfolges in die Höhe gehievt. Und schließe ich mich Gates an: Sie hätten es wohlmöglich schaffen können und wieder ein Monopol errichtet. Einen relevanten Nachteil hätte es für die Menschheit deswegen nicht gegeben - im Gegenteil: Wir müssten nicht so viel Lebenszeit mit den ständig wechselnden Gegenheiten verbrauchen... Schade.
    schlicht mal Danke Martin für die Einschätzung und dem Widerspruch, nicht nur du beobachtest die geschichte mit Abstand.
    Das sehe ich mal wieder komplett anders als Martin.
    Leider werden im Artikel auch keinerlei plausible Gründe geliefert warum MS angeblich nicht in der Lage war ein Smartphone OS zu entwickeln das heute den Platz von Android hätte einnehmen können.
    Obwohl sehr spät, hat MS mit W8M doch gezeigt dann man durchaus in der Lage ist in diesem Markt anzugreifen.
    Leider ist MS auf Grund von ständigen Richtungswechseln, katastrophalen Fehlentscheidungen gescheitert.
    Leider ist MS auf Grund von ständigen Richtungswechseln, katastrophalen Fehlentscheidungen gescheitert.

    Das sehen viele so und es sieht auch danach aus......aber eigentlich nicht. Jeder Richtungswechsel, jede Neuausrichtung waren Reaktionen auf den schlechten Absatz. Man könnte jetzt sagen, sie hätten eine oder andere Mal länger durchhalten sollen, aber das hätte m.E. auch nicht viel geholfen.
    Es hätte weit mehr benötigt, um in einem nahezu gesättigten Markt einen Umbruch zu erwirken. Und schaut man genauer, stellt man fest das Microsoft hier nicht allein ist.
    Symbian hätte m.E. auch nichts mehr reißen können. Das System war /ist gnadenlos abgestützt. Lediglich die Marke Nokia hätte mit einer anderen Entscheidung heute noch leben können.
    Grundsätzlich hätte Microsoft so reagieren können, wie Google das getan hat, und Apples Erfolgsmodell 1:1 adaptieren.

    Hat man nicht genau das versucht mit Windows Phone 7 durchzudrücken?
    - Keine Unterstützung von microSD-Karten
    - Kaum Personalisierungsmöglichkeiten (bis auf 16 verschiedene Kachelfarben)
    - Datenaustausch und Updates nur mit eigener PC-Software
    - Apps und Spiele können nur per Store installiert werden
    - Dazu gab es ja noch ein eigenes Design-Konzept an welches sich die Apps halten mussten, also man hat schon versucht den Nutzer alles mögliche Vorzuschreiben.
    Meiner Meinung nach 1:1 das Apple-Konzept. Nun gab es ja grundsätzlich zwei Möglichkeiten von Umsteigern auf Windows Phone:
    1.) Windows Mobile Nutzer, welche man allerdings mit solchen Einschränkungen extrem vor den Kopf gestoßen hat.
    2.) Nokia Nutzer, welche ja fast durchweg vorher Symbian hatten, auch dort gilt das gleiche, plötzlich waren sie durch das OS eingeschränkt.
    Ein Android- oder iOS-Nutzer hat damals aber schon Windows Phone gemieden, da es schon alleine von den Features damals schon sehr eingeschränkt war.
    Dazu hat man immer wieder die Nutzer vor dem Kopf gestoßen, und das fing schon mit der verweigerten Updatemöglichkeit von WP7 auf WP8 an.
    Dann die Versprechungen zu Windows Mobile 10, das ja jedes Windows Phone 8.1 Gerät das Update bekommt, dann waren es plötzlich nur noch Lumia Geräte mit WP8.1 und zum Schluss war man bei einigen Geräten mit Windows Phone 8.1. Wie man den Launch von Windows Mobile 10 so versemmeln konnte, ist mir bis heute nicht klar. Dazu musste man ein Flagschiff-Gerät um ein Jahr verschieben weil das Betriebssystem nicht fertig war und selbst nach dem Jahr war das Lumia 950 die reinste Bug-Katastrophe. Ich habs nach nach 6 Monaten mit den Gerät einfach aufgegeben.
    Dazu wurde ein Lumia-Dienst nach dem anderen einfach eingestellt, ohne entsprechenden Ersatz. Selbst Projekte mit Potential wie das Lumia Mixradio, einfach weg. Am Ende blieb ein Gerät was in vielen belangen nur noch schlechter war als Konkurrenz ohne Alleinstellungsmerkmal. Naja und dann stellt sich halt irgendwann die Frage warum man überhaupt noch so ein Gerät kauft.
    Setter
    Das sehen viele so und es sieht auch danach aus......aber eigentlich nicht. Jeder Richtungswechsel, jede Neuausrichtung waren Reaktionen auf den schlechten Absatz. Man könnte jetzt sagen, sie hätten eine oder andere Mal länger durchhalten sollen, aber das hätte m.E. auch nicht viel geholfen.

    Natürlich kann man das so sehen wenn man MS ein wenig in Schutz nehmen möchte.
    Fakt ist aber das auf jede Neuausrichtung ein unausgegorenes Gewurschtel folgte das beim Endkunden gescheitert ist weil das Gesamtpaket unfertig und nicht umfangreich genug war. Außerdem hat MS die Tatsache völlig unterschätzt wie wichtig Apps nach wie vor sind. Und diese vorgeschobene Argumentation in Sachen Business macht es auch nicht besser. Heutzutage lässt sich der Consumer- und Businessbereich nicht mehr trennen und auch das hat MS maßlos unterschätzt.
    Wenn man dann noch die Tatsache dazu nimmt das der jetzige CEO W10M im Kopf bereits beerdigt hatte bevor es richtig geboren war fällt es schwer überhaupt noch eine Entschuldigung für das Smartphone Desaster von MS zu finden wenn man die rosarote Brille absetzt.
    Wer heute noch glaubt mit halbfertigen Produkten einen gesättigten Markt umkrempeln zu können hat wohl das letzte Jahrzehnt auf dem Mond verbracht.
    Wie man es richtiger machen kann zeigt Huawei auf dem stark umkämpften Smartphone Hardware Markt.
    Aber dazu hat halt jeder eine andere Meinung.;)
    Ich zolle Bill Gates übrigens großen Respekt dafür das er die Eier hat diesen Fehler öffentlich einzugestehen.
    Das ist leider etwas das heutigen Führungskräfte überhaupt nicht mehr beherrschen, die glauben nämlich keinerlei Fehler zu machen.
    Fehler? Keineswegs, Konkurrenz belebt den Markt und hatte man früher Linux belächelt sind nun die Tore offen. Für ein MOS brauchts einen gescheiten Unterbau und das Standard Windows wird philosophisch zum Linux der Maker. Alles Bestens cu in the cloud
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