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Sperre von kompatiblen Druckerpatronen: HP schiebt Sicherheitsgründe vor

Sperre von kompatiblen Druckerpatronen: HP schiebt Sicherheitsgründe vor

HP möchte, dass seine Kunden stets Originalpatronen in HP-Druckern verwenden und nicht auf die deutlich günstigeren Patronen von alternativen Herstellern ausweichen. Um das zu rechtfertigen, hat man nun einen besonders schönen Grund gefunden: Die Sicherheit.

Es sei nämlich grundsätzlich möglich, die Chips in den Patronen mit Malware auszustatten, die den Drucker und anschließend die an ihn angeschlossenen PCs infiziert. Aus Sicherheitsgründen würde man daher Patronen von Drittanbietern blockieren, rechtfertigte sich HP-Chef Enrique Lores in einem Interview mit CNBC (via Winfuture).

Das klingt nach einem Totschlagargument, denn wer möchte schon Sicherheitsaspekte anzweifeln und sich freiwillig einer Gefährdung aussetzen. Zwar hat HP diesen Angriffsweg in der Theorie sogar nachgewiesen, in der Praxis ist das allerdings schwer umsetzbar und auch wenig lukrativ, denn Malware ist immer dann besonders erfolgreich, wenn sie sich schnell verbreiten kann. Von der Herstellung einer virenverseuchten Patrone bis zu ihrem tatsächlichen Einsatz vergehen allerdings mindestens Wochen, bis dahin sind die Virenschutzprogramme womöglich längst aktualisiert.

In Wahrheit geht es HP tatsächlich darum, etwas zu schützen – und zwar die eigenen Einnahmen. Die Originalpatronen sind um ein Vielfaches teurer, für die Zukunft strebt HP außerdem an, dass ein Drucker ohne Abonnementgebühren, die an das Druckvolumen gebunden sind, überhaupt nicht mehr nutzbar ist.

Über den Autor

Martin Geuß

Martin Geuß

Ich bin Martin Geuß, und wie unschwer zu erkennen ist, fühle ich mich in der Windows-Welt zu Hause. Seit mehr als 17 Jahren lasse ich die Welt an dem teilhaben, was mir zu Windows und anderen Microsoft-Produkten durch den Kopf geht, und manchmal ist das sogar interessant. Das wichtigste Motto meiner Arbeit lautet: Von mir - für Euch!

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