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SSD-Upgrade beim Surface Laptop 7: Das ging ja einfach!

SSD-Upgrade beim Surface Laptop 7: Das ging ja einfach!

In den vergangenen Jahren hat Microsoft sehr viel in die Wartungsfreundlichkeit der Surface-Geräte investiert. Inzwischen sind die Möglichkeiten zum Self-Service geradezu vorbildlich. Aber wie einfach geht das in der Praxis wirklich? Ich habe es im Selbstversuch herausgefunden.

Vorgeschichte

Ich habe mir das Surface Laptop 7 direkt bei Erscheinen gekauft und nutze es seitdem als hauptsächliches Arbeitsgerät. Das funktioniert hervorragend, wie ich vor einiger Zeit in diesem Artikel festgehalten habe: 14 Monate Dauerbetrieb mit dem Surface Laptop 7: Wette gewonnen!

Inzwischen habe ich meinen Gerätezoo fast vollständig abgebaut. Das Surface Laptop 7 ist nicht nur mein primärer, sondern gleichzeitig mein einziger Computer. Das brachte den Nachteil mit sich, dass ich aufgrund der 512 GB großen SSD haushalten muss, welche Daten ich auch offline immer verfügbar halten will.

So kam mir die Idee, ein SSD-Upgrade durchzuführen. Das soll angeblich ganz einfach sein. An meinen großen PCs habe ich oft und gerne geschraubt, oft sogar einfach nur, weil es Spaß machte. Vor dieser Aufgabe hatte ich allerdings Respekt und ein bisschen Angst. Zu Unrecht, wie sich herausstellen sollte.

Von 512 GB auf 2 Terabyte

Die Original-SSD in meinem Surface Laptop 7 wurde durch eine 2 Terabyte große „P310“ von Crucial ersetzt. Disclaimer: Crucial hat mir diese kostenlos zur Verfügung gestellt. Wie wir wissen, ist die potenziell werbewirksame Erwähnung an dieser Stelle unbedeutend, weil Crucial inzwischen seinen Rückzug aus dem Privatkundengeschäft angekündigt hat.

Grundsätzlich kommt jede SSD im Format M2.2230 für einen Austausch oder ein Upgrade infrage. Das ist deutlich günstiger als die enormen Aufschläge, die Microsoft für größere SSDs in seinen Surface-Geräten aufruft.

Vorbereitung

Für das Upgrade benötigt man zwei Torx-Schraubendreher in den Größen 3IP und IP5, ein Plektrum und einen spitzen Gegenstand, etwa eine Pinzette. Vor einigen Jahren habe ich mir nach dem Motto „für alle Fälle“ ein billiges Werkzeugset gekauft, das konnte ich jetzt endlich einmal einsetzen. Bei Amazon erhält man für weniger als zehn Euro etwas Ähnliches.

Surface Laptop 7 vor dem SSD Upgrade

Ich habe mich exakt an die Anleitung von iFixit gehalten. Diese ist wirklich exzellent, alle Schritte sind im Detail vorbildlich dokumentiert. Ich verzichte daher an dieser Stelle darauf, sie mehr oder weniger abzuschreiben.

Zudem habe ich mir bei iFixit die Ersatz-Gummifüße für das Surface Laptop 7 bestellt. Das war unnötig, denn diese sind nicht verklebt, sondern eingeclipst. Ich konnte sie herausnehmen und wieder einsetzen, ohne sie zu beschädigen.

Los geht’s

Wenn man die vier Füße mit einer Pinzette oder einem anderen spitzen Gegenstand vorsichtig abgenommen hat, muss man die vier darunterliegenden Schrauben entfernen.

Surface Laptop 7 Schraubenloch auf der Rückseite

Der Deckel ließ sich nach behutsamem Anheben mit dem Plektrum ganz leicht abnehmen.

Surface Laptop 7 mit geöffnetem Gehäuse

Der schwierigste Part war in der Tat das Entfernen der Folie auf der SSD. Dafür gibt es professionelle Wärmekissen, ich behalf mir mit einem Haartrockner.

Ablösen der SSD-Folie beim Surface Laptop 7

Der eigentliche Austausch der SSD ist dann erwartungsgemäß simpel. Die kleine Sicherungsschraube gibt die Original-SSD frei…

Surface Laptop 7 Ausbau der Original-SSD

…und eine Minute später ist die neue SSD auch schon drin. Wie man sehen kann, hat die Folie ein wenig gelitten, was mutmaßlich meiner Ungeduld und meinen begrenzten feinmotorischen Fähigkeiten zuzuschreiben ist.

Surface Laptop 7 mit verbauter Crucial P310 SSD

Das Anbringen des Gehäusedeckels war noch einfacher als das Abnehmen. Kleine Magnete sorgen dafür, dass er sich passgenau einfügt. Jetzt noch die Schrauben rein und die Gummifüße wieder andrücken – fertig. Das ging wirklich einfach und hat in Summe nicht einmal eine Viertelstunde gedauert.

Surface Laptop 7 wieder einsatzbereit machen

Nach dem Umbau ist die SSD „jungfräulich“. Es sei denn, man hat zuvor eine passende Software benutzt, um die alte SSD auf die neue zu klonen. Ohne es ausprobiert zu haben, bin ich sicher, dass das ohne Probleme funktioniert.

Ich hatte ursprünglich vor, die Gelegenheit für einen sauberen Neustart zu nutzen, daher hatte ich mir zuvor ein Wiederherstellungs-Image besorgt. Das Surface Laptop 7 damit wieder mit einem frischen Windows 11 auszurüsten, ging leicht von der Hand.

Irgendwie hatte ich dann aber doch keine Lust, sämtliche Programme neu zu installieren, alle Einstellungen vorzunehmen etc. Daher entschloss ich mich, ein zuvor mit der kostenlosen Version der Hasleo Backup Suite erstelltes Image einzuspielen.

Nach erfolgreichem Abschluss dieser Operation konnte ich nahtlos weiterarbeiten und mich an dem hinzugewonnenen Speicherplatz erfreuen.

SSD Upgrade beim Surface Laptop 7 abgeschlossen

Als Bonus gab es noch einen Performanceschub dazu. Die Original-SSD des Surface Laptop 7 zeigte im AS SSD Benchmark 2.800 MB/sek. beim sequenziellen Lesen und 1.850 MB/sek. beim Schreiben. Mit der Crucial P310 komme ich jetzt auf 4.600 MB/sek. lesend und 3.700 MB/sek. schreibend. Beim Systemstart und dem Aufruf komplexerer Programme wirkt sich das spürbar aus.

Ich bin daher rundum glücklich mit dieser Aktion und würde es jederzeit wieder tun. Meine Ängste, etwas zu beschädigen, erwiesen sich als unbegründet. Wer nur ein klein wenig handwerkliches Geschick hat, schafft das locker.

Über den Autor

Martin Geuß

Martin Geuß

Ich bin Martin Geuß, und wie unschwer zu erkennen ist, fühle ich mich in der Windows-Welt zu Hause. Seit mehr als 19 Jahren lasse ich die Welt an dem teilhaben, was mir zu Windows und anderen Microsoft-Produkten durch den Kopf geht, und manchmal ist das sogar interessant. Das wichtigste Motto meiner Arbeit lautet: Von mir - für Euch!

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