Connected Roadtrip: Smartphone-Schlüssel ist standardisiert

Connected Roadtrip: Smartphone-Schlüssel ist standardisiert

Wer kennt das nicht? Vor lauter Hektik hat man mal wieder den Autoschlüssel im falschen Mantel gelassen und steht nun vor verschlossenen Türen. Auch die seit einiger Zeit erhältlichen Keyless-Schlüsselsysteme, bei dem der Schlüssel in der Tasche stecken bleiben und man trotzdem das Auto öffnen kann, helfen da nicht weiter.

Um diesem Problem Herr zu werden, haben sich verschiedene Hersteller Lösungen einfallen lassen. Bei BMW beispielsweise kann – aktuell – über die kostenlose BMW Connected-App ein Befehl zum Öffnen an die Microsoft Server geschickt werden. Nach einer automatischen Überprüfung wird versucht, den BMW über die im Fahrzeug verbaute SIM-Karte zu orten und den Befehl dorthin zu schicken. Erst dann öffnet sich das Auto. Diese Prozedur dauert leider, je nach Netzverbindung.

Eine andere Möglichkeit, ebenfalls via Smartphone sein vierrädriges Gefährt zu entriegeln, hat Daimler (und bald auch BMW, siehe hier). Dort funktioniert das Ganze mittels NFC-Sensor. Dabei muss das eigene Handy an den Türgriff gehalten werden, um den Mercedes zu öffnen. Porsche wiederum experimentiert damit, dass der Kunde das Auto via App öffnen kann, während im Hintergrund nicht eine Serverfarm von Porsche an der Authentifizierung arbeitet, sondern man auf die Blockchain-Technologie setzt (hier seht ihr, wie das funktioniert).

Um mit diesem „Chaos“ etwas aufzuräumen, hat nun das „Car Connectivity Consortium“ den Standard „Digital key release 1.0“ definiert und verabschiedet. Dabei ist festzuhalten, dass zukünftig für bestimmte Remote-Funktionen das Smartphone via NFC und Bluetooth mit dem Auto kommunizieren soll. Die möglichen Funktionen sind:

  • Fahrzeug ver- und entriegeln. Hierbei wird es einerseits die Möglichkeit geben, dass das Auto nur dann entriegelt werden kann, wenn das Smartphone an den am Auto befestigten NFC-Sensor gehalten wird. Andererseits kann das Fahrzeug den Nutzer samt Handy auch automatisch erkennen, diese Funktion wird auch passives Öffnen genannt. Denn schließlich muss der Fahrer dabei gar nichts mehr auf dem Smartphone eintippen.
  • Motor starten/stoppen. Diese Funktion kann – logischerweise – erst nachdem Öffnen des PKWs genutzt werden. Dabei muss das Smartphone an einer bestimmten Stelle im Innenraum abgelegt werden. Das kann beispielsweise ein Ablagefach sein, eventuell mit einer integrierten Lademöglichkeit.
  • Zwei-Wege-Authentifizierung. Hierbei kann festgelegt werden, dass bevor man mit dem Telefon das Auto beispielsweise aufsperrt, eine zusätzliche Authentifizierung des Nutzers verpflichtend erforderlich ist. Das kann ein PIN-Code sein oder aber auch biometrische Verfahren wie beispielsweise ein Fingerabdrucksensor oder Ähnliches. Hierbei könnte Microsoft mit Windows Hello einspringen, aber das ist – erstmal – nur so ein Gedanke…
  • Provisioning. Auf Wunsch des Nutzers kann auch ein anderes smartes Endgerät als „Ersatzschlüssel“ dienen. Dieses muss aber die technischen Voraussetzungen erfüllen.
  • Schlüssel-Management. Für Carsharing-Anbieter und ähnliche Lösungen gedacht, ist es mit dem „Digital key“ möglich, den individuellen Schlüssel einfach an den zukünftigen Mieter zu übergeben.
  • Teilen-Funktion. Nicht nur Carsharing-Unternehmen können den digitalen Autoschlüssel verleihen, auch Privatpersonen haben die Möglichkeit, ihren Schlüssel an von Ihnen vorab benannte Personen zu übertragen. Dabei hat der Kunde die Wahl, ob es ein temporäres, einmaliges Teilen sein soll oder ob es ein Fahrer ist, der weiter weg ist vom Fahrzeug. Denkbar ist hier, dass man den Schlüssel mit seinem Kind teilt, jedoch als Elternteil weiterhin über die App sehen kann, wo sich der Nachwuchs aufhält mit dem Familienauto.
  • Verkauf des Autos. In diesem Fall bietet der digitale Schlüssel den Vorteil, dass das Nutzerprofil einfach gelöscht werden kann.

 

Im Car Connectivity Consortium sitzen folgende Mitglieder:

  • Audi
  • BMW
  • GM
  • Hyundai-Kia
  • Volkswagen
  • Weitere Autofirmen sind beteiligt, jedoch aktuell ohne eine tragende Rolle im Gremium. Beispielsweise Mercedes-Benz, der PSA-Konzern und Toyota.

Flankiert werden die Automobilkonzerne von IT-Konzernen wie Apple und Samsung, sowie von Zulieferern wie zum Beispiel Bosch, Continental, Denzo, Panasonic und ein paar mehr.

Wann die ersten Modelle mit dem nun standardisierten „Digital key“ auf den Markt kommen, ist noch offen. Nun ist aber der Grundstein gelegt. Auch sind entsprechende Sicherheitsvorschriften festgelegt worden, die für die Automobilhersteller einzuhalten sind. Denn wie immer bei IoT-Geräten und Services gilt auch hier, das man an die Sicherheit des Nutzers denken muss.

Weiterführende Informationen gibt es hier:

CCC: Dokument zum Digital Key (englisch).

CCC: Car Connectivity Consortium Announces Publication of the Digital Key Release 1.0 Specification, Delivering to the Industry a Standardized Smartphone as a Car Key Solution (englisch).

Über den Autor
Claus Ludewig
Ich bin mit Windows 98 aufgewachsen und habe seitdem jede Windows- und Office-Version genutzt. Zum Entspannen dient die Xbox. Neben der engen Verbundenheit zu Microsoft-Produkten, schaue ich auch gerne mal über den Tellerrand hinaus in die weite Welt. Ich interessiere mich für alles, was vier Räder hat. In diesem Sinne nehme ich Euch gerne zu einer Spritztour mit.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.



Kommentare
  1. Wer kennt das nicht?
    In aller Hektik hat man das Smartphone zu Hause vergessen und steht vor verschlossenen Autotüren weil man an gar keinen Schlüssel mehr hat. 😜
    Ganz ehrlich?
    Ich vergesse mein Smartphone wesentlich häufiger zu Hause als meinen Autoschlüssel.
    Aber trotzdem ist das in der Autoindustrie in Sachen Connectivität eine spannende Sache. Bisher in meinen Augen aber alles eher noch Spielerei.
    Freue mich aber schon auf den Tag wo man wirklich nur noch sein Smartphone in der Tasche hat und damit so ziemlich alles machen kann.
    Unverständlich wie dies heute noch möglich ist? ich zumindest kann meine Autos nicht schließen solange sich ein Schlüssel im innern befindet.
    Wer kennt das nicht?
    In aller Hektik hat man das Smartphone zu Hause vergessen und steht vor verschlossenen Autotüren weil man an gar keinen Schlüssel mehr hat. ?
    Ganz ehrlich?
    Ich vergesse mein Smartphone wesentlich häufiger zu Hause als meinen Autoschlüssel.
    Aber trotzdem ist das in der Autoindustrie in Sachen Connectivität eine spannende Sache. Bisher in meinen Augen aber alles eher noch Spielerei.
    Freue mich aber schon auf den Tag wo man wirklich nur noch sein Smartphone in der Tasche hat und damit so ziemlich alles machen kann.

    Danke Dir für Deinen Kommentar!
    Tja, das kann natürlich passieren, dass man sein Smartphone zu Hause vergisst. Ich denke mal, dass es ähnlich laufen wird, wie mit den Funk-Autoschlüsseln. Sprich: Es gibt "zur Not" immer noch ein anderes Schlüsselsystem. Sei es jetzt in der Form eines Schlüssels oder in Form einer Karte, wie das zum Beispiel Tesla beim Model 3 macht...Mit diesem "Ersatzschlüssel" geht dann aber - logischerweise - viel weniger, als mit einem smarten Schlüssel, ala "Digital key".
    Übrigens ist es auch festgeschrieben, dass der "Digital key" während der Fahrt an einem fixierten Platz im Innenraum liegt, damit man nicht auf die Idee kommt, man könne da einfach so mit dem Smartphone in der Hand spielen oder so.
    Um den "Digital key" gegen Hacker und Konsorten abzusichern, muss das Backend, beispielsweise Server des Autobauers mit Microsoft Azure drauf, speziellen Sicherheitsanforderungen genügen. Das ist einer der Kernpunkte der Standardisierung.
    Chnorz
    Schon wieder BMW! Der Herr Ludewig steht auf Autos...

    Ich greife den Kommentar mal stellvertretend heraus.
    Um es mal klar und deutlich zu sagen:
    Wir hatten diese lästige und zum Teil auch ziemlich dämliche Diskussion schon mal zu einem früheren Zeitpunkt, als wir iOS und Android stärker in den Fokus genommen haben und in den letzten Monaten auch vermehrt Tests von entsprechenden Smartphones erschienen sind, die sich viele auch gewünscht hatten. Gleiches haben wir beim Thema Connected Cars, wo sich auch einige für interessieren und wo Claus ziemlich viel Herzblut reinsteckt. Trotzdem kriechen jetzt wieder gewisse Leute aus ihren Löchern und meckern sich hier wieder einen zurecht, als würden wir unsere Seite damit förmlich fluten. Und sowas nervt, um es mal sehr klar zu sagen.
    Wir hatten die Debatte damals ausführlich genug ausgetragen und wir im Team haben sicherlich keine Lust, das neu aufzulegen. Deswegen: Wenn euch ein Artikel nicht zusagt, dann lest ihn einfach nicht. Ende. Da sich aber offensichtlich über entsprechende Themen ausgetauscht wird, ist de facto auch ein Interesse in der Leserschaft vorhanden, und entsprechend hat Claus auch alles Recht der Welt, weiter solche Artikel zu schreiben und die Leute zu bedienen. Dass das Thema der deutsche Autoindustrie darüber hinaus in den letzten Monaten/im letzten Jahr ein ziemlich emotionales geworden ist, ist sicherlich richtig. Connected Cars ist aber letztlich ein noch neutraleres Thema, als wir es sonst wegen Microsoft abhandeln. Wenn da mal ein bestimmter Autobauer wie zum Beispiel BMW in den letzten beiden Artikeln dran ist, dann ist das halt so. Deswegen, um mal Tony zu adressieren, kann man gewisse Vorwürfe trotzdem stecken lassen. Wir sind ein Blog, kein ordentliches Gericht.
    Tja, von MS kommen zu wnige Neuigkeiten und Themen über die man für die breite Masse berichten kann.
    Ich finde es gut, dass das engagierte Dr Windows Team immerwieder Themen findet, um die Leser bei Laune zu halten. Und ich finde es hier besser berichtet als z.B. bei einem Auto Magazin
    Freue mich aber schon auf den Tag wo man wirklich nur noch sein Smartphone in der Tasche hat und damit so ziemlich alles machen kann.
    Bis dann dann das Smartphone aus Grund X ausfällt (vergessen, defekt, Akku leer, etc.) und man kann nix mehr machen.
    das man an die Sicherheit des Nutzers denken muss
    Der war gut. Wichtiger ist die User-Experience, die Fratzenbuch-Einbindung und natürlich das Abgreifen möglichst vieler Nutzungsdaten Daten.
    Also ich hoffe mal das ist um einiges sicherer wie Keyless-Schlüsselsysteme. Oder anders gesagt die Autoindustrie freut sich wenn in einem kurzen Zeitraum ein Kunde mehrmals ein Auto kaufen kann. ;)

    Freue mich aber schon auf den Tag wo man wirklich nur noch sein Smartphone in der Tasche hat und damit so ziemlich alles machen kann.

    Hoffentlich kommt der Tag nie.
    Solange ich Autos fahre, die ich mit dem Schlüssel starte, wird das bei mir kein Problem werden. Da ich mir keine neusten Autos leisten kann und will, wird das auch die nächsten Jahre so bleiben.
    Als Oldtimer sind solche Fahrzeuge ein Problem. Reparaturen werden durch den elektronischen Klimbim teuer und nach einigen Jahren unmöglich.
    Höchstpreise wie derzeit simple Mechanik in Auktionen wird so etwas nicht mehr erzielen. Auch beim Fahrrad diese unseelige Tendenz zur überflüssigen Elektronifizierung mit eingeplantem Verfallsdatum.
    Aber dort hat man noch eine Wahl und bekommt auch einfache vollmechanische Modelle.
    Ich freue mich über Artikel über moderne Autokonzepte und alles was damit im Zusammenhang steht. Der Tesla 3 z.B. hat keinen Schlüssel mehr, sondern nur mehr eine Karte und die App.
    In der Regel verwendet man die App um das Auto aufzusperren und zu starten. Sollte das Smartphone nicht funktionieren, dann gibt es noch diese Karte.
    Und das ist keine Zukunftsvision sondern schon 30.000 verkauft und tagtäglich in Verwendung.
    Danke für diesen Beitrag und bitte weiter so :)
    Wie sicher ist das Key-Management denn? wenn ein "Schlüssel" leicht übertragbar ist, ist er dann auch einfach "klaubar"?
    Ich vergess meine Autoschlüssel nicht, da auch der Wohnungsschlüssel dranhängt ^^
    Aber mal im Ernst: Das Vertrauen in die deutsche Autoindustrie ist dahin, also kommt mir sowas nicht in die Garage.
    Zum anderen kann (zum Teil durch die Fahrlässigkeit der Anwender) moderne Technik zum Teil sehr leicht geknackt werden.
    Da wäre eine Zwei-Faktor-Authentifizierung zwingend erforderlich.
    Trotzdem ein spannendes Thema
    Wie sicher ist das Key-Management denn? wenn ein "Schlüssel" leicht übertragbar ist, ist er dann auch einfach "klaubar"?

    Es ist im Standard zum "digital key 1.0" festgeschrieben, dass es Sicherheitsvorkehrungen gibt, die jede beteiligte Firma einhalten MUSS.
    Beim "key-management" ist es so geregelt, dass nur ein Carsharing-Unternehmen sich zunächst beim Autohersteller auf einem Webportal verifizieren muss. Ist das als "Firmenkunde" getan, darf das Carsharing-Unternehmen auf der eigenen Webseite eine Registrierung für Endkunden einrichten. Du als Kunde meldest Dich dann beim Carsharing-Betreiber xyz an und bekommst dann die Möglichkeit über eine Carsharing-App den "digital key" für das Fahrzeug xyz zu erhalten. In der App gespeichert sind dann weitere Kundendaten, wie z.B. Kilometerleistung, Standort etc. Sollte irgendwas sein, der Carsharing-Anbieter kann Dich immer orten.
    Dagegen gibt es auch noch eine private "Teilen-Funktion". Dabei muss der Inhaber z.B. des BMW ConnectedDrive-Kontos (oder von einer anderen Automarke) sich die offizielle App von BMW herunterladen und sich als Administrator anmelden, sowie die VIN eingeben. Dann kann er selbst entscheiden, ob er den "digital key" zum Fahrzeug an bestimmte Personen weitergeben will. Möchte er dies tun, kann er mit Mailadresse und weiteren Daten die berechtigten Personen "bekannt" machen. Diese Leute brauchen dann auch die offizielle App. Der Administrator kann jedoch jederzeit einsehen, was seine Freunde mit dem Auto machen und ggfs. die Erlaubnis entziehen.
    Es sollte also einigermaßen transparent sein, wer was mit dem "digital key" macht. Und es dürfte etwas aufwendiger sein, das System zu knacken.
    Die Kommunikation zwischen Smartphone und Auto findet - zum Aufsperren/Zusperren - immer nur via NFC-Chip statt. Das bedeutet, man muss sein Handy ganz nah an das Türschloss halten. Und zum Motorstart bzw. Stopp muss das bereits beim Öffnen des Autos verifizierte Telefon in einer speziellen Ablage abgelegt werden, sonst springt der Motor nicht an.
    Durch diese räumliche Nähe zwischen Auto und Smartphone - es ist KEIN Server im Spiel! - will man diese Methodik einigermaßen sicher machen vor einem Diebstahl. Zumindest sollte es sicherer sein, als die bekannten Keyless-Systeme.

    Zum anderen kann (zum Teil durch die Fahrlässigkeit der Anwender) moderne Technik zum Teil sehr leicht geknackt werden.
    Da wäre eine Zwei-Faktor-Authentifizierung zwingend erforderlich.
    Trotzdem ein spannendes Thema

    Deswegen finde ich es interessant, dass es beim "digital key" endlich eine Zwei-Wege-Authentifizierung gibt! Nur muss die - höchstwahrscheinlich - der Kunde einmalig selbst aktivieren...
    Bequemer sind solche Systeme in einer Smartwatch untergebracht ähnlich Garmin Pay oder anderen Bezahldiensten.
    Also wir fahren einen 2018er BMW 530i, der natürlich mit Connected Drive und Apple Car Play Vorbereitung ausgerüstet ist. Das Ganze harmoniert sehr gut mit meinem iPhone X und der Apple Watch. Ich kann darüber jetzt schon das Auto öffnen und schließen sowie die Hupe und die Lichthupe fernauslösen. Letzteres ist sehr sinnvoll, wenn man sein Auto mal auf einem größeren Parkplatz sucht. So erst kürzlich geschehen bei der DTM am Hockenheimring, als wir unser Auto suchten. ;)
    Toll ist auch, dass man über Connected Drive die Klimaanlage aktivieren kann.
    Keyless Entry oder Passive Entry nutzen wir aber bisher nur über den Fahrzeugschlüssel. Denn das geht über die Touchflächen an den Türgriffen einfach deutlich schneller, als über jede App. Anders wäre es, wenn auch die Watch oder das Smartphone als Transponder fungieren könnten, so dass man den doch recht klobigen Schlüssel nicht mehr mitführen muss.
    Übrigens hatte meine Frau es schon mal geschafft, sich bei unserer Mercedes C-Klasse mit Keyless Entry auszuschließen, während sich ihr Schlüssel in der Handtasche im Beifahrer-Fußraum befand. Keine Ahnung, was da schief gelaufen war. Sowas hätte definitiv nicht passieren dürfen. Auf jeden Fall konnte ich dann nach einem Anruf meiner Frau das Auto per App über Mercedes Me wieder öffnen. Und das über eine Entfernung von mehreren Kilometern. Ich finde die Connected Features der Kfz-Hersteller daher durchaus sehr gelungen und hilfreich.
    Bei BMW gibt es da übrigens noch die Möglichkeit, per App aus der Ferne bis zu drei Mal in zwei Stunden eine 3D-Aufnahme vom Umfeld des Fahrzeugs zu erzeugen. Wahnsinn, was man da alles sehen kann. ;)
    @dtp: Ja, das bei Mercedes hätte nicht passieren dürfen, aber Shit happens. Jeder Komfort hat so seine Tücken. Ich hatte Anfang der 90er einen Toyota Corolla, der ließ sich verriegeln, in dem man beim Zuschlagen der Fahrertür den Türgriff anhob. So einen Quatsch gewöhnt man sich natürlich sofort an, und irgendwann steht man dann 30 km von zu Hause im Parkhaus eines Einkaufszentrums und der Schlüssel steckt im Zündschloss des verriegelten Autos.
    Ich hab dann die Scheibe eingeschlagen (es war Sommer) und bin nach Hause gefahren, die anderen Leute im Parkhaus haben interessiert zugeschaut :D.
    Man braucht also kein High Tech für solche Geschichten.
    Claus007
    Tja, das kann natürlich passieren, dass man sein Smartphone zu Hause vergisst. Ich denke mal, dass es ähnlich laufen wird, wie mit den Funk-Autoschlüsseln. Sprich: Es gibt "zur Not" immer noch ein anderes Schlüsselsystem. Sei es jetzt in der Form eines Schlüssels oder in Form einer Karte, wie das zum Beispiel Tesla beim Model 3 macht...Mit diesem "Ersatzschlüssel" geht dann aber - logischerweise - viel weniger, als mit einem smarten Schlüssel, ala "Digital key".

    Dieser "Notschlüssel" wäre in meinen Augen aber auch echt wichtig, denn nur auf die Smartphone Lösung möchte ich mich nicht verlassen müssen.
    Ich kann mich noch gut an eine Kollegin erinnern deren Smart auch nur noch per Funkverbedienung zu öffen war und ihrer Anrufe im Büro das sie später kommt weil sie den Smart nicht aufschliessen konnte. :lol
    Mir wäre schon damit gedient wenn die Hersteller einheitliche Bezeichnungen für ihre verbaute Technik benützen würden. Am Wochenende schaute ich mich am Markt nach einem neuen Fahrzeug und verbrauchte mehr Zeit damit die Marketingnamen zu entschlüsseln.
    Im Artikel fiel mir gerade auf, das es immer nur die Verbindung mit einem smarten Endgerät geht. Ist ein "Anhänger" oder Ähnliches da gar keine Option mehr?

    Keyless Entry oder Passive Entry nutzen wir aber bisher nur über den Fahrzeugschlüssel. Denn das geht über die Touchflächen an den Türgriffen einfach deutlich schneller, als über jede App. Anders wäre es, wenn auch die Watch oder das Smartphone als Transponder fungieren könnten, so dass man den doch recht klobigen Schlüssel nicht mehr mitführen muss.

    Ja, mit dem "digital key" muss man zukünftig gar keinen klassischen, klobigen Autoschlüssel mehr mitführen.
    Mit dem hier im Artikel vorgestellten Standard "digital key" wird es möglich sein, dass der Benutzer auch andere smarte Endgeräte als das Smartphone als Autoschlüssel nutzen kann. Beispielsweise eine Smartwatch. Diese muss aber zum einen den technischen Standards genügen, also NFC- und Bluetooth-Modul verbaut haben, sowie es muss eine entsprechende App geben. Ist beides erfüllt, dann kann der Benutzer selbst seine Smartwatch "freigeben" als Autoschlüssel. Über verschiedene Mechanismen, wie z.B. die Geräte-ID und nicht zuletzt das in der App hinterlegte Nutzerkonto von z.B. BMW Connected, wird dann die Zuordnung hergestellt. Die Verbindung zwischen Auto und z.B. der freigegebenen Smartwatch erfolgt dann via NFC und Bluetooth. Es ist somit KEIN Server mehr zwischengeschaltet. Das soll zum einen die Sicherheit erhöhen, da NFC nur dann funktioniert, wenn das smarte Geräte sehr nah an zum Beispiel den Türgriff gehalten wird. Zum anderen geht die NFC-Verbindung schneller, als die aktuelle Lösung mit der zwingend erforderlichen Internetverbindung samt Server-Aufruf.

    Übrigens hatte meine Frau es schon mal geschafft, sich bei unserer Mercedes C-Klasse mit Keyless Entry auszuschließen, während sich ihr Schlüssel in der Handtasche im Beifahrer-Fußraum befand. Keine Ahnung, was da schief gelaufen war. Sowas hätte definitiv nicht passieren dürfen. Auf jeden Fall konnte ich dann nach einem Anruf meiner Frau das Auto per App über Mercedes Me wieder öffnen. Und das über eine Entfernung von mehreren Kilometern. Ich finde die Connected Features der Kfz-Hersteller daher durchaus sehr gelungen und hilfreich.

    Die Connected-Features sind auch sehr hilfreich! Da sind wir einer Meinung :-)
    Zu beachten ist, dass bei BMW nur die Dinge "ein Autoleben lang" kostenfrei funktionieren, die im "Remote Service"-Paket dabei sind. Dazu zählen Auto ver- und entriegeln, die Hupe und Lichthupe steuern und die Klimaanlage, sowie das Festeinbau-Navi vorprogrammieren.
    Andere Services, wie zum Beispiel die Echtzeitverkehrsinformationen oder auch Apple Car Play laufen zeitlich begrenzt. Meist drei Jahre nach Erstzulassung. Danach musst Du diese Services im BMW Connected Drive Webportal kostenpflichtig verlängern.
    Jeder Autohersteller ist da übrigens ein bisschen anders. Manche verlangen sogar für die "Remote Services" eine jährliche Gebühr...

    Bei BMW gibt es da übrigens noch die Möglichkeit, per App aus der Ferne bis zu drei Mal in zwei Stunden eine 3D-Aufnahme vom Umfeld des Fahrzeugs zu erzeugen. Wahnsinn, was man da alles sehen kann. ;)

    Ja, solche Remote-Funktionen, wie Du sie hier am Beispiel von "Remote 3D View" beschrieben hast, werden - wahrscheinlich - auch weiterhin eine Internetverbindung sowohl vom Smartphone, als auch dem Auto selbst, erfordern.

    Im Artikel fiel mir gerade auf, das es immer nur die Verbindung mit einem smarten Endgerät geht. Ist ein "Anhänger" oder Ähnliches da gar keine Option mehr?

    Es geht hier zunächst darum, dass man sich auf einen Branchenweiten Standard geeinigt hat, wie man das Smartphone und auch die Smartwatch, sowie weitere smarte Endgeräte als digitalen Autoschlüssel einsetzen kann. Bisher kocht da jeder Autohersteller sein eigenes Süppchen, das ist nun aber vorbei.
    Insofern der Anhänger beispielsweise einen Bluetooth-Sender und einen NFC-Chip verbaut hat, kannst Du auch diesen Anhänger als "digitalen Autoschlüssel" verwenden. Du - und nicht der Autohersteller - musst solche smarte Endgeräte eben erst einmal freigeben, aber dann sollte die Nutzung möglich sein.
    Interessanter Artikel bitte meh davon.
    Bei Audi geht das mit dem Smartphone als Schlüssel Ersatz mit Android ja heute schon. Einfach Phone an Türe halten (per NFC) und schon offen, dan einfach Start drücken und losfahren.
    Mir wäre schon damit gedient wenn die Hersteller einheitliche Bezeichnungen für ihre verbaute Technik benützen würden. Am Wochenende schaute ich mich am Markt nach einem neuen Fahrzeug und verbrauchte mehr Zeit damit die Marketingnamen zu entschlüsseln.
    Im Artikel fiel mir gerade auf, das es immer nur die Verbindung mit einem smarten Endgerät geht. Ist ein "Anhänger" oder Ähnliches da gar keine Option mehr?

    Das fängt schon mit den Bezeichnungen an. Warum heißt ein A6 jetzt 45TDI statt 3.0TDI? Ach ja, die Betrugsnamen müssen weg ;)
    Wir lesen hier von der BMW Connected-App. Für welche mobilen Plattformen ist diese erhältlich und nutzbar? Was ist mit den Leuten unter den BMW-Fahrern, die mit Windows Smartphones unterwegs sind? Browser-Steuerung via Edge anno 2017 dürfte wohl nicht in Betracht kommen ...
    Aber Bluetooth und NFC wären vorhanden ...
    Deine Treue zu Windows 10 Mobile in allen Ehren. Ich hab das auch schon ein paar Mal geschrieben: Wer immer noch Spaß an einem Windows-Smartphone hat, der soll ihn sich auch von niemandem nehmen lassen, es ist völlig in Ordnung, weiterhin daran festzuhalten.
    Das muss aber nicht bedeuten, dass man seine Augen vor der Realität verschließt, und die sieht eben so aus, dass niemand mehr auch nur einen Finger für diese Plattform krumm machen wird, und auch der letzte Hardcore-Fan sollte eingestehen können, dass es sinnlos vergeudete Zeit ist, etwas für Windows 10 Mobile zu entwickeln.
    und auch der letzte Hardcore-Fan sollte eingestehen können, dass es sinnlos vergeudete Zeit ist, etwas für Windows 10 Mobile zu entwickeln.

    Nein, bloß nicht. Es gibt noch tolle Entwickler, die übrigens auch hier in der Update-Rundschau immer wieder auftauchen. Ich sehe die nicht als sinnlose Zeitvergeuder, sondern freue mich über die guten Entwickler.
    ..., dass niemand mehr auch nur einen Finger für diese Plattform krumm machen wird, und auch der letzte Hardcore-Fan sollte eingestehen können, dass es sinnlos vergeudete Zeit ist, etwas für Windows 10 Mobile zu entwickeln.

    Bin immer wieder überrascht, was für App-Juwelen, besonders UWPs, man im Store finden kann. Man muss sich halt die Zeit nehmen und darf auch vor englisch-sprachigen Apps nicht zurückschrecken.
    Standardschlüssel sind stromunabhängig und ohne Schlüsselbund geht es nicht so wie Bargeld irgendwo immer noch gebraucht wird.
    Insofern ist das derzeit noch eher verkomplizierend statt vereinfachend..
    Interessanter Artikel bitte meh davon.
    Bei Audi geht das mit dem Smartphone als Schlüssel Ersatz mit Android ja heute schon. Ich warte darauf, dass diese Funktion in der Smartphone-Hülle verfügbar.
Nach oben