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Starkes viertes Quartal krönt weiteres Rekordjahr für Microsoft, aber Windows, Surface und Xbox schwächeln

Starkes viertes Quartal krönt weiteres Rekordjahr für Microsoft, aber Windows, Surface und Xbox schwächeln

Wir sind es seit Jahren gewohnt, Umsätze und Gewinn kennen bei Microsoft nur eine Richtung: Es geht immer weiter nach oben. Das war auch im Geschäftsjahr 2023 nicht anders, das am 30. Juni endete. Cloud und Office florieren, dagegen kämpfen Windows, Surface und Xbox teils heftige Rückzugsgefechte.

Die nackten Zahlen: Im vierten Quartal des Bilanzjahres 2023 nahm Microsoft 56,2 Milliarden Dollar ein, das ist eine Steigerung von acht Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Der Gewinn stieg gar um 20 Prozent auf 20,1 Milliarden Dollar. Im gesamten Geschäftsjahr betrug der Umsatz 211,9 Milliarden US-Dollar, was einem Zuwachs von sieben Prozent entspricht. Als Gewinn blieben 72,4 Milliarden übrig, das ist – Achtung – ein Minus von 0,5 Prozent.

Weil Microsoft damit die Erwartungen leicht verfehlte und für das kommende Quartal eine eher zurückhaltende Wachstumsprognose abgibt, reagierte die Börse leicht verschnupft, die Aktie gab nachbörslich etwa vier Prozent nach. Angesichts von fast 50 Prozent Kurssteigerung allein in diesem Jahr ist das aber eher zu vernachlässigen.

Ein Blick auf die Details des letzten Quartals: Der Geschäftsbereich “Productivity and Business Processes” wuchs um zehn Prozent auf 18,3 Milliarden Dollar Umsatz, hauptsächlich getrieben durch ein 15-prozentiges Wachstum bei den kommerziellen Office 365 Lizenzen. Der Umsatz mit Privatkunden wuchs bei den Office-Produkten um drei Prozent.

Die “Intelligent Cloud” war mit 24 Milliarden Dollar (+15%) erneut der stärkste Umsatzträger.

Im Segment “More Personal Computing” sieht es dagegen weniger erfreulich aus. Der Umsatz ging um vier Prozent auf 13,9 Milliarden Dollar zurück. Der rückläufige PC-Markt drückte die Umsätze mit Windows-Lizenzen, die Microsoft an die PC-Hersteller verkauft, um 12 Prozent nach unten.

Um gar 20 Prozent sank der Geräteabsatz, das umfasst Xbox, HoloLens und Surface. Details dazu werden zwar nicht verraten, aber im Analysten-Call war zu hören, dass die Xbox-Umsätze leicht und die Surface-Umsätze deutlich gesunken sind.

Aufwärts ging es nur bei den kommerziellen Windows-Lizenzen (+2%) und bei den Umsätzen mit Xbox-Inhalten und -Diensten, die um fünf Prozent wuchsen.

Für das kommende Quartal rechnet Microsoft mit einer leichten Erholung des PC-Marktes, das gilt aber nicht für die eigenen Produkte. Für die Surface-Sparte ist ein weiterer Umsatzrückgang von 30 Prozent eingeplant.

Über den Autor

Martin Geuß

Martin Geuß

Ich bin Martin Geuß, und wie unschwer zu erkennen ist, fühle ich mich in der Windows-Welt zu Hause. Seit mehr als 17 Jahren lasse ich die Welt an dem teilhaben, was mir zu Windows und anderen Microsoft-Produkten durch den Kopf geht, und manchmal ist das sogar interessant. Das wichtigste Motto meiner Arbeit lautet: Von mir - für Euch!

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