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Stilblüte: Entwickler von VeraCrypt bei Microsoft ausgesperrt – Menschen? Nicht erreichbar… – Update 2

Stilblüte: Entwickler von VeraCrypt bei Microsoft ausgesperrt - Menschen? Nicht erreichbar... - Update 2

Wer bei der folgenden Geschichte ein Deja-vu bekommt und sich an unsere Warnung mit der eigenen Mediensammlung auf OneDrive erinnert fühlt, dürfte damit wahrscheinlich nicht ganz falsch liegen. Die Verschlüsselungssoftware VeraCrypt hat sich mit dem Ende von TrueCrypt als geistiger Nachfolger durchsetzen können und Entwickler Mounir Idrassi hat für Windows weiterhin Updates bereitgestellt – nun hat Microsoft ihn allerdings vor die Tür gesetzt.

Darüber berichten unter anderem die Kollegen bei Golem. Mit dem Konto bei Microsoft hat er jahrelang Windows-Treiber und Bootloader signiert, bis Microsoft das Konto nach seiner Darstellung quasi aus heiterem Himmel gekündigt und dabei auch nicht über die Kündigung in Kenntnis gesetzt wurde. Einen Einspruch dagegen konnte er laut eigener Aussage nicht einlegen und auch deswegen wird VeraCrypt unter Windows absehbar keine Updates mehr erhalten. Linux und macOS sind nicht betroffen.

Was hier genau passiert ist, mag ich nicht weiter bewerten, dazu fehlen auch die genaueren Informationen. Der Punkt, der uns zu denken geben sollte, ist aber ein anderer: Er hatte Microsoft über zahlreiche Kanäle um Hilfe gebeten und bekam genau das, was wir auch bei unseren Kontensperrungen damals wegen OneDrive schon erlebt haben: automatisierte Antworten und Bots, aber mit Sicherheit keine Menschen. Bei einem vollautomatisierten KI-Backend, was beim besten Willen nicht zu den zuverlässigsten bei der Erkennung gehört, ist das verheerend.

Einer Einzelperson bei OneDrive wegen einer Fehlzündung der KI das Konto zu sperren, auch wenn er nichts dafür konnte, ist schon schlimm genug. Aber wenn man die Entwickler, die besonders Windows mit wichtigen Apps versorgen und als Graswurzel zur Vielfalt im Ökosystem beitragen, genauso angeht, dann sendet das ein schlimmes Signal und vergrault die Leute, die wegen Aktionen wie mit GitHub Copilot zuletzt ohnehin nicht gut auf die Redmonder zu sprechen sind, noch mehr.

Update um 22.12 Uhr: WireGuard ist laut seinem Entwickler ebenfalls betroffen. Da scheint also was Größeres im Busch zu sein.

Update vom 9. April: Mit WindScribe war noch ein dritter Entwickler betroffen, wie Günther Born berichtet. In allen drei Fällen ist Microsoft aber nun hinterher und prüft diese nun von Hand nach.

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Über den Autor

Kevin Kozuszek

Kevin Kozuszek

Seit 1999 bin ich Microsoft eng verbunden und habe in diesem Ökosystem meine digitale Heimat gefunden. Bei Dr. Windows halte ich euch seit November 2016 über alle Neuigkeiten auf dem Laufenden, die Microsoft bei seinen Open Source-Projekten und Microsoft Edge zu berichten hat. Beiträge über Mozilla, Europas Digitalwirtschaft und inklusive Informatik runden meinen Bereich ab.

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