Stilblüte: Screenshots von freizügigen Spiele-Inhalten führten zu Sperre bei Xbox Live

Stilblüte: Screenshots von freizügigen Spiele-Inhalten führten zu Sperre bei Xbox Live

Die Amis sind, wie wir alle wissen, ein durchaus seltsames Völkchen (sind wir Deutschen natürlich auch). Waffen, mit denen sich ganze Stadtteile ausradieren lassen, bekommt man an jeder Ecke, aber Nippel sind gesellschaftlich geächtet. Es ist daher beinahe schon erstaunlich, dass ein Spiel wie „Metropolis: Lux Obscura“ in den United States of Prudery überhaupt die Freigabe erhalten hat und auf der Xbox One verfügbar ist, denn in diesem Spiel werden diverse erotische Szenen mindestens angedeutet. Zwar nur in Form von Comics, aber ich weiß aus eigener Erfahrung, dass man da auch keinen gezeichneten Spaß versteht. Mein Google AdSense-Konto wurde einst gesperrt, weil ein Nutzer im Forum ein 80 mal 80 Pixel großes Bild einer Comic-Figur im Bikini verwendet hat.

Zurück zum Thema:

Ein Youtuber, der Metropolis: Lux Obscura auf der Xbox One testete und in diesem Zusammenhang Screenshots und Video-Sequenzen abspeicherte, die automatisch in seinem Account gespeichert wurden, erhielt kurz darauf eine 14tägige Sperre auf Xbox Live – wegen des Einstellens pornographischer Inhalte.

Das wirklich Kuriose an der Geschichte: Im Grunde ist alles korrekt. Das Spiel selbst hat eine entsprechende Altersfreigabe und Microsoft kontrolliert, dass man es nur kaufen kann, wenn man diese erfüllt. Content, der via Xbox Live verfügbar gemacht wird, könnte auch Kindern unter die Augen kommen, insofern darf man so ein Spiel zwar kaufen, aber die Inhalte eben nicht beliebig verbreiten.

Ebenso klar ist aber auch, dass ein solches Vorkommnis von der Öffentlichkeit nicht rational beurteilt wird. Hier bleibt hängen: Microsoft verkauft dir ein freizügiges Spiel und sperrt dich, wenn du einen Screenshot davon machst, und das ist natürlich vollkommen absurd. Solche Pannen wären leicht zu vermeiden, wenn man die Aufzeichnungs-Funktionen bei derartigen Spielen einfach sperrt, das sollte ja kein Hexenwerk sein.

Über den Autor
Martin Geuß
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Ich bin Martin Geuß, und wie unschwer zu erkennen ist, fühle ich mich in der Windows-Welt zu Hause. Seit mehr als zwölf Jahren lasse ich die Welt an dem teilhaben, was mir zu Windows und anderen Microsoft-Produkten durch den Kopf geht, und manchmal ist das sogar interessant. Das wichtigste Motto meiner Arbeit lautet: Von mir - für Euch!

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Kommentare

  1. Macht Sinn. Gibt aber noch eine zweite Lösung. Community Inhalte sind auch gefiltert nach dem Alter der Benutzer. Ein Minderjähriger kommt so gar nicht erst in Kontakt mit solchen Aufnahmen, aber alle anderen haben die Freiheit.
    Für mich die einzige logische Lösung.
    Nur 14 Tage? Da ist der User ja noch gut weggekommen.
    Laut den aktualisierten Nutzungsbestimmungen gibt es als "Höchststrafe" auch noch eine komplette Accountsperrung inklusive Verlust aller digitaler Lizenzen und Guthaben.
    Eigentlich zeigt es nur, das Microsoft das Thema für seine Cloud nicht in den Griff bekommt und deswegen scheinbar immer radikalere Schritte einleitet. Das diese nicht ganz durchdacht werden, scheint offensichtlich zu sein.
    Kann mich noch gut erinnern, als einem Fotograf OneDrive gesperrt wurde - das zu einer Zeit als MSN selber zu einer Plattform freizügiger Kontakte florierte.
    Früher musste man sich ungeschnittene Games aus den Staaten importieren lassen. Bei den derzeitigen Diskussionen in den höheren Etagen der Regierung bzgl. den ach so bösen Killerspielen könnte es vielleicht bald genau andersrum sein. Man mag es kaum glauben. Bei den prüden Amis verursacht nackte Haut seit jeher moralische Ausnahmezustände.
    Aber ich bleibe fest bei meinem Standpunkt: Müsste ich wählen, würde ich jederzeit Nippel den Waffen vorziehen. Klare Sache!
    Vermutlich hat er sie "versehentlich" veröffentlicht. Default ist IMO eingestellt, dass die Bilder & Video automatisch im Aktivitätsfeed vom User veröffentlicht werden.
    Naja, um mal ehrlich zu sein, sollte man sich als Deutscher nicht über den Jugendschutz in anderen Ländern lustig machen. Hierzulande wird man als erwachsener Mensch bevormundet und muss bei diversen Online-Händlern Strafversandkosten zahlen, wenn man sich "ab 18" Medien bestellt. Und dieses Schicksal trifft wohl ziemlich viele Menschen, und nicht nur einen/vereinzelte, wie in diesem Fall.
    Besser, als wenn man sich "ab 18" Medien überhaupt nicht bestellen dürfte, weil es keine Verifikation bei der Zustellung gibt.
    Davon ab gibt es auch zahlreiche Möglichkeiten, um die "Strafkosten" nicht zahlen zu müssen (oder "weniger"). Es ist ja auch keiner gezwungen bei Händler XY überhaupt kaufen zu müssen. Preise für Produkte, Versand (und ggf. auch Zahlungsvariante) schwanken überall. Am Ende macht das halt keiner alles aus Nächstenliebe.
    Nur 14 Tage? Da ist der User ja noch gut weggekommen.
    Laut den aktualisierten Nutzungsbestimmungen gibt es als "Höchststrafe" auch noch eine komplette Accountsperrung inklusive Verlust aller digitaler Lizenzen und Guthaben.

    Gut weggekommen? Ein Spieler nimmt nen Clip eines für die Xbox zugelassenen Spiels mit der offiziellen DVR Funktion auf, veröffentlicht es (ob nun absichtlich oder nicht) und wird dafür gebannt? Bitte was? ^^
    Anti-Porn Regeln sind ja schön und gut und auch nötig, aber wohl eher gegen irgendwelche IRL Bilder oder sowas in der Art. Wenn man bei solchen Titeln nicht aufnehmen darf sollte MS es von vornerein via Software verbieten (bzw. den Upload halt). Das sollte ja wohl noch in ihrer Macht liegen, wenn sie das Spiel ohnehin erst freigeben müssen.
    Oder halt Videoaufnahmen solcher Spiele einfach Filtern bei Leuten die nen Filter an haben...sollte ebenfalls in ihrer Macht liegen ^^
    Im Grunde alles korrekt, wenn auch etwas überzogen. Ich denke, eine Ermahnung hätte (so es der erste Fall dieser Art für den Account war) wohl ausgereicht.
    Nur kurz darüber nachdenken: Ich kann mir vollkommen legal ein Pornoheftchen kaufen, aber jedem dürfte klar sein, dass es zu Schwierigkeiten führen kann bzw. wird, wenn ich es dann Minderjährigen zugänglich mache.
    Prinzipiell ist nämlich ziemlich genau das passiert - dass Microsoft die Mittel dafür zur Verfügung stellt, ist unerheblich. Jeder ist für den Umgang mit "seinen" Inhalten und Tools selbst verantwortlich.
    Trotzdem: ich halte die Sperre für überzogen.
    Ein Lösungsansatz wurde ja schon erwähnt: aufgezeichnete Inhalte mit einer Zugangsbeschränkung, entsprechend jener des Quellmaterials, versehen. Man könnte also nur Aufzeichnungen von Spiele, die man selbst kaufen dürfte/könnte, sehen.
    Mir geht das zu weit. Wo fängt das an und wo hört das auf?
    Ich bezweifle auch, dass man damit die Verbreitung echter und krimineller Schweinereien verhindert.
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