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Studie zur Browser-Privatsphäre: Der neue Edge schneidet am schlechtesten ab

Studie zur Browser-Privatsphäre: Der neue Edge schneidet am schlechtesten ab

Man nehme Chromium, entferne alle Referenzen zu Google-Diensten, fertig ist der perfekte Privatsphäre-Browser. Zusammen mit anderen Sicherheitsfunktionen wie dem Trackingschutz, Smart Screen oder dem Schutz vor unerwünschter Software hat Microsoft mit dem neuen Edge ein prima Gesamtpaket für sicheres Browsen im Internet entwickelt. So sieht es jedenfalls Microsoft.

Browser-Sicherheitsexperte Douglas J. Leith sieht das allerdings anders. Er hat insgesamt sechs Browser auf den Privatsphäre-Prüfstand gestellt und kommt zu folgendem Ergebnis: In Gruppe 1 mit dem besten Schutz landet nur der Brave Browser, in Gruppe 2 werden Google Chrome, Mozilla Firefox und Apple Safari einsortiert, in Gruppe 3 mit der schlechtesten Privatsphäre finden sich Microsoft Edge und der Yandex Browser.

Leith hat sich bei seiner Studie allerdings nicht angeschaut, wie gut die einzelnen Browser vor den alltäglichen Gefahren des Internets schützen, seine Untersuchung bezieht sich rein auf die Frage, wie ausgeprägt die einzelnen Browser nach Hause telefonieren. Von allen untersuchten Browsern sendet Microsoft Edge tatsächlich die meisten Daten an Microsoft-Server. Andere Browser tun das in ähnlicher Form auch, im Falle von Edge aber gibt es eine Besonderheit, die letztlich zur Abstufung auf den letzten Platz geführt hat: Beim ersten Start generiert Edge eine einzigartige Hardware-ID. Diese ändert sich niemals, auch dann nicht, wenn man den Browser neu installiert. Gesendete Daten lassen sich somit über die gesamte Lebensdauer eindeutig einem Gerät zuordnen. Selbst wenn keine Verknüpfung mit dem Benutzerprofil erfolgt, ist das selbstverständlich unschön. Leith merkt an, dass Microsoft die gleiche ID grundsätzlich auch in anderen Apps verwenden und die Informationen verknüpfen könnte.

Chrome, Firefox oder Safari arbeiten ebenfalls mit solchen Identifiern, diese ändern sich aber, sobald man den Browser neu installiert.

Die komplette Studie kann als PDF unter diesem Link abgerufen werden: Web Browser Privacy: What Do Browsers Say When They Phone Home?

Vielen Dank an Markus für den Hinweis!

Über den Autor

Martin Geuß

Martin Geuß

Ich bin Martin Geuß, und wie unschwer zu erkennen ist, fühle ich mich in der Windows-Welt zu Hause. Seit mehr als zwölf Jahren lasse ich die Welt an dem teilhaben, was mir zu Windows und anderen Microsoft-Produkten durch den Kopf geht, und manchmal ist das sogar interessant. Das wichtigste Motto meiner Arbeit lautet: Von mir - für Euch!

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