Stühlerücken bei Microsoft: Panos Panay wird Windows-Chef, Joe Belfiore übernimmt Office

Stühlerücken bei Microsoft: Panos Panay wird Windows-Chef, Joe Belfiore übernimmt Office

Es wird umgebaut bei Microsoft, und es sind prominente Namen im Spiel. Die wohl wichtigste Personalie dreht sich um Panos Panay: Er wird Windows-Chef, behält aber gleichzeitig seinen Posten als Leiter der Hardware-Sparte. „Devices and Windows“ heißt der Bereich, der ihm künftig untersteht – man beachte die Reihenfolge.

Bekommt Windows damit nach dem Abgang von Terry Myerson damit nun endlich wieder einen richtigen Chef? Die Antwort auf diese Frage ist ein klares „Jein“, denn die Windows-Plattformentwicklung findet im Bereich von Scott Guthrie statt, Panays Aufgabe wird sich also vornehmlich um die „User Experience“ drehen.

Es ist unwahrscheinlich, dass die Bedeutung von Windows für Microsoft dadurch wieder zunimmt, dennoch verbinde ich damit die Hoffnung, dass nun einige Dinge besser werden.

Bislang unterstand dieser Teilbereich der Windows-Entwicklung Joe Belfiore. Er wird aber nicht arbeitslos, sondern kümmert sich künftig hauptamtlich um die User Experience von Microsoft Office. Er bildet eine Doppelspitze mit Ales Holecek, allerdings erst ab Herbst diesen Jahres. Über den Sommer nimmt sich Belfiore erneut eine Auszeit von Microsoft.

Ein weiterer Name, den man sich merken sollte, ist Eran Megiddo (Ich gebe zu, ich kannte ihn bis heute ebenfalls nicht). Er wird sich künftig um die „Modern Life Experiences“ kümmern. Microsoft hat in diesem Jahr einige Themen für den Consumer-Markt auf dem Zettel, und die kommen fast ausnahmslos aus diesem Bereich. Gut möglich also, dass wir von Megiddo noch öfter hören werden.

Damit noch nicht genug, auch LinkedIn bekommt einen neuen Chef: Jeff Weiner scheidet aus dem Unternnehmen aus, sein Nachfolger wird Ryan Roslansky.

Interessantes Gerücht am Rande: Mary Jo Foley schreibt, Panos Panay hätte sich im Herbst 2019 nach einem neuen Job umgesehen, sowohl innerhalb als auch außerhalb von Microsoft. Er soll sogar bei Apple im Gespräch gewesen sein.

Quelle: ZDnet

Über den Autor
Martin Geuß
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Ich bin Martin Geuß, und wie unschwer zu erkennen ist, fühle ich mich in der Windows-Welt zu Hause. Seit mehr als zwölf Jahren lasse ich die Welt an dem teilhaben, was mir zu Windows und anderen Microsoft-Produkten durch den Kopf geht, und manchmal ist das sogar interessant. Das wichtigste Motto meiner Arbeit lautet: Von mir - für Euch!

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Kommentare
  1. Hört sich doch ganz gut an. Da die "Devices" ja auch von einem stabilen und fehlerfreien, sprich, hochqualitativen Windows profitieren, könnte das doch ein gutes Zeichen sein.
    „Modern Life Experiences“ sagt mir allerdings gar nicht. Aber, gut, ich habe aufgegeben, diese nichtssagenden modischen modernen Buzzwords verstehen zu wollen. Bringt eh nichts, denn, morgen heißt das ganze wieder ganz anders, und ist immer noch genau dasselbe.
    Da die "Devices" ja auch von einem stabilen und fehlerfreien, sprich, hochqualitativen Windows profitieren

    Wie lange noch? Das erste Android-Device ist ja schon angekündigt ;-)
    Wie hieß der letzte der den Store besser machen sollte? Gesehen habe ich davon nicht viel. Warum misst man einzelnen Personen da immer so viel Bedeutung zu? Wenn die Manpower die gleiche bleibt wird man da in kurzer Zeit eh nicht so viel ändern können.
    Ich würde ja damit die Hoffnung verbinden, dass Windows auf First Party Geräten (also den Surface Geräten) *deutlich* bugfreier und besser laufen wird...wie man das von First Party Hardware eigentlich erwarten dürfte. Also bessere und schnellere Bugfixes und auch allgemein weniger Fehler beim Launch. Diese Hoffnung wird vermutlich ins nichts führen aber naja...weiter hoffen werd ich dennoch :D
    Ehrlich gesagt sind mir die Namen völlig wurscht.
    Mich interessiert nur was ma mir zu bieten hat und nicht wer dafür verantwortlich ist.
    Und Namen alleine machen Produkte nicht besser.
    Also ich hoffe, dass die Software jetzt endlich Hand in Hand mit der Hardware gehen wird. Das war bei der Präsentation vom Surface Neo schon ein Trauerspiel zu sehen, wie weit die Hardware bei Microsoft schon ist und wie die Software (W10X) hinterherhinkt.
    Ich glaube, dass die Entscheidung bezüglich des Windows 10 Chefs eine sehr gute Entscheidung ist. Windows 10 und Windows Hardware werden sicherlich in Zukunft besser und fehlerfreier zusammenarbeiten. Das der Windows 10 Kernel im Azure Team Entwickelt wird finde ich auch gut das bedeutet nämlich Stabilität. Ich glaube, dass Windows 10 bei einer Milliarde Installation schon wichtig ist für Microsoft.
    Einen größeren Einflussbereich für Panos Panay kann man nur begrüßen. Auch Apples iOS-Geräte haben einen großen Sprung gemacht, ab dem Zeitpunkt als Jony Ive neben der Hardware auch die (Benutzeroberfläche der) Software verantwortete.
    Das Gerücht mit der Abwanderung ist verdammt bitter (auch wenn es nicht so gekommen ist). Panos hat bisher alles (bei dem ihm der gegenwärtige CEO nicht ins Handwerk pfuschte) richtig gemacht:
    er hat mit seinem Team die Surface-Reihe quasi aus dem Nichts geschaffen,
    er hat alle Kritiker der Surface-Reihe widerlegt: sowohl die böswilligen, die die baldige Einstellung vorhergesagt haben, wie auch die wohlmeinenden, die „Surface“ nur für Technologieträger hielten und sich nicht vorstellen konnten, dass daraus ein ernsthaftes Geschäft mit Milliarden Dollar Umsatz wird,
    er spornt sein Team immer wieder zu Höchstleistungen an, die überraschende Innovationen hervorbringen (Surface Book, Surface Neo),
    er schafft, dass seine Neuentwicklungen tatsächlich bis zur öffentlichen Präsentation geheim bleiben.
    All das sind Leistungen, die ordentlich belohnt gehören, zum Beispiel mit einem Sitz im Executive Board, der Panos weiterhin verwehrt wird. Da liegen Abwanderungsgedanken bedauerlicherweise nicht fern. Das spricht eine traurige Sprache, wie gering der gegenwärtige CEO enorm wichtige Mitarbeiter schätzt...
    Was die bekannten Probleme von Windows anbelangt, hege ich keine Erwartungen, dass sich was verbessert. Die haben höchstens peripher mit der Benutzeroberfläche zu tun, sondern sind technischer Natur und damit im Bereich von Scott Guthrie.
    Ähem... Seit Jony Ive bei Appke auch für die Softwareoberfläche zuständig war wurde die immer schlechter. Von "Design follows function" ist bei Apple schon lange nichts mehr zu erkennen. Krassestes Beispiel ist die iOS-Musik-App - die ist nun wirklich die unintuitivste Software überhaupt. Da hätte Panos Panay vielleicht tatsächlich was retten können.
    @Cryx
    Für dich als Apple-User wirkt das vielleicht so, aber ich als Android-User begrüße den Step, der von iOS gemacht worden ist. Die überarbeite GUI erleichtert gediegenen Android-Usern den Umstieg, weil die Bedienfeld-Gestik des aktuellen iOS Yukon sich mehr denn je an der grundlegenden Haptik von Android orientiert.
    Beten nuetzt! Go, Panos Go! Die spannendste Frage fuer mich: wann gibt es endlich einen brauchbaren File Explorer? Und eine Option in File-Dialogen via Drag&Drop die Auswahl zu aendern/navigieren... . Und das mit dem Klicken in nicht-aktive Fenster um diese nach vorne zu holen - eine Option waere da auch schoen. Kommt hoffentlich mit dem Fenstermanagment von Windows X :-)
    -
    Der Vorteil von Panos ist: der ist motiviert. Und zwar aus einem ganz einfachen Grund - das Windows nicht die User-Experience seiner tollen Hardware "versaut". Genau das ist zur Zeit der Fall.
    Wenn Panos Erfolg hat, dann hat Apple ein echtes Problem...
    ...kann man nur beten das er nicht Opfer interner Grabenkaempfe wird.
    Für mich als Appleuser... Notgedrungen, ja, weil Windows 10 Mobile tot ist...
    Aber mal im Ernst: ich bin vor über 20 Jahren auf den Mac umgestiegen und hatte als Smartphone erst ein iPhone. Die weitere Entwicklung im Hause Apple über die Jahre hat mich schließlich zum Lumia 920 bzw. später 950 sowie dem Surface Book gebracht. Panos ist sus meiner Sicht bei MS etwa das, was Scott Forstall früher bei Apple war. Und seit Forstall bei Apple weg ist geht es da meiner Meinung nach bergab.
    Ich habe das Gefühl dass dies eine gute Entscheidung ist mit positiven Auswirkungen. Panos Panay wird sozusagen mit noch mehr Macht ausgestattet, und für Surface bedeutet das wahrscheinlich eine (noch) tiefer gehende Verzahnung mit Windows.
    Ob Joe Belfiore langfristig bei MS bleibt, wage ich mal zu bezweifeln. Ich persönlich bin ja kein Freund von Doppelspitzen und ich glaube auch nicht, das dies von Dauer sein wird. Zumal er sich schon wieder eine Auszeit nimmt.
    ansorgj
    Wie lange noch? Das erste Android-Device ist ja schon angekündigt ;-)

    Da wird m.E. so schnell auch kein weiteres dazu kommen. 1) muss sich zeigen ob es jenseits der Fanblase überhaupt gesehen wird 2) ob die Softwareunterstützung hält was sie verspricht und 3) das Gerät nicht nach 18 Monaten obsolet geworden ist.
    Ich denke mal das Gerät geht in der Masse unter und wird lediglich ein Upgradezyklus überstehen. Microsoft hat sich in den letzten 10Jahren nicht gerade als verlässlicher Partner in Punkto mobile Geräte herausgestellt.
    @Marcus09 bezüglich Joe Belfiore bin ich ganz bei dir. Ich hatte bei seiner ersten Pause schon fest damit gerechnet, dass er nicht mehr zurück kommt. Die jetzige Auszeit während der Umbauphase interpretiere ich ebenfalls so, dass er in der Zwischenzeit mal gucken will, ob sich nicht doch was Besseres findet.
    Arbeiten muss er sicherlich nicht mehr. Er ist schon seit vielen Jahren bei Microsoft, und wenn er seine Aktienpakete immer brav mitgenommen und behalten hat, dann ist er sowieso durch.
    Damals kam Joe Belfiore ja mit einem Samsung-Android zurück, woraus sich vermutlich die heutige Partnerschaft entwickelt hat. Wer weiß mit was er diesmal zurück kommt!? :D
    @Martin, ich stelle mir da aber auch die Frage, warum MS das Arbeitsverhältnis dann nicht beendet? Mit vollem Engagement ist er bei MS doch schon lange nicht mehr dabei, da könnte man auch gleich einen Schnitt machen und das ganze beenden. Gut wie du sagst, arbeiten müsste er wahrscheinlich nicht mehr rein finanziell gesehen, aber dann könnte er sich auch nach was neuem umschauen ohne bei MS auf der Payroll zu stehen.
    Auf der Ebene muss man nicht immer alles verstehen. Den Stephen Elop hat man auch ohne Aufgabe in ein Büro gesetzt und gewartet, bis er die Nerven verliert und von selbst geht.
    @Cryx: Forstall und Panos kann man schlecht vergleichen. Aber ich stimme Dir voll zu: seitem Forstall bei Apple weg ist gehts bergab. Und die Begruendung warum er gegangen wurde - weil er sich fuer das Apple Katen Desaster nicht entschuldigt hat - da haetten in den Jahren nach ihm aber einige gehen muessen...
    Es ist zu hoffen das Panos von Seiten der Windows Fraktion entsprechend zugearbeitet wird und er in der Lage ist vernuenftige zukunftsweisende Entscheidungen zu treffen. Sowas kann ein Problem darstellen wenn nicht alle an einem Strang ziehen. Als Softwaremensch war das ja Forstalls Fachgebiet. Ohne ihn wuerde es ja auch das iOS auf Grundlage von Darwin etc. nicht geben...
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