Superlist: Die Macher von Wunderlist wollen nochmal neu anfangen

Superlist: Die Macher von Wunderlist wollen nochmal neu anfangen

Vor fast fünf Jahren hat Microsoft das Berliner Unternehmen 6wunderkinder aufgekauft, deren populärstes Produkt die Aufgabenplanung Wunderlist war. Es ging dabei weniger um das Produkt als vielmehr um das KnowHow, außerdem war das damals im Umbruch befindliche Microsoft bemüht, die Philosophie und das Denken von Startups aufzusaugen.

Schon bald wurde klar, dass Wunderlist keine eigenständige Zukunft mehr hat, sondern Microsoft mit „To Do“ einen neuen Ansatz verfolgt, bei dem es in erster Linie darum geht, ein Werkzeug zur Aufgabenplanung zu schaffen, welches innerhalb des Microsoft-Ökosystems überall zur Verfügung steht. Die Umsetzung war holprig und langwierig, aber letztlich erfolgreich.

Dem Gründer der 6wunderkinder, Christian Reber, gefiel diese Entwicklung überhaupt nicht, er hat seine Entscheidung für den Verkauf mehrfach öffentlich bereut und im Herbst 2019 sogar den Wunsch geäußert, die Marke Wunderlist zurück zu kaufen. Dass Microsoft dies aus Prestigegründen nicht tun würde, war allerdings absehbar.

Inzwischen sind auch viele seiner ehemaligen Kollegen gefrustet, denn Microsoft hat entschieden, das Berliner Büro der ehemaligen Wunderkinder zu schließen. Den Mitarbeitern bot man zwei Optionen: Übernahme nach Redmond oder Ausscheiden.

Am Wochenende hatte Christian Reber bereits getwittert, dass er am Dienstag gute Nachrichten für alle Fans von Wunderlist hat, nun folgte die offizielle Ankündigung: Zusammen mit ehemaligen Kollegen soll die neue Aufgabenplanung „Superlist“ entstehen.

Zu sehen gibt es außer der Webseite allerdings noch nichts, die entsprechende App muss also erst noch entwickelt werden. Reber selbst wird nach eigener Aussage nicht operativ mitarbeiten, sondern sich weiterhin auf seine Präsentions-Software „Pitch“ konzentrieren.

Viele ehemalige Wunderlist-Fans werden sicherlich aufhorchen, an ein großes Comeback glaube ich aber eher nicht. Wer sich mit To Do im Microsoft-Ökosystem eingerichtet hat, für den wird es keine bessere Lösung geben, während sich die Wunderlist-Fans, die den neuen Weg nicht mitgehen wollten, inzwischen anderweitig orientiert haben dürften. Aber wer weiß, Reber und sein Team haben den Markt schon einmal aufgemischt, sie wissen also, wie es funktioniert.

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Martin Geuß
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Ich bin Martin Geuß, und wie unschwer zu erkennen ist, fühle ich mich in der Windows-Welt zu Hause. Seit mehr als zwölf Jahren lasse ich die Welt an dem teilhaben, was mir zu Windows und anderen Microsoft-Produkten durch den Kopf geht, und manchmal ist das sogar interessant. Das wichtigste Motto meiner Arbeit lautet: Von mir - für Euch!
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