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Surface Book 2 Tipp: Die Nvidia-Grafikkarte konfigurieren (gilt auch für andere Notebooks)

Surface Book 2 Tipp: Die Nvidia-Grafikkarte konfigurieren (gilt auch für andere Notebooks)

Das Surface Book 2 kommt mit zwei Grafikchips – der internen IntelHD-Grafik, die im Tablet-Teil steckt, sowie einer Nvidia GTX 1050, die in der Tastatureinheit untergebracht ist. Die gute Nachricht: Windows regelt selbständig, welche Anwendung mit welchem Grafik-Chip genutzt wird. Bei normalen Desktop-Programmen arbeitet in aller Regel die interne Grafik, bei Spielen oder anderen grafiklastigen Anwendungen übernimmt die Nvidia GTX 1050.

Die schlechte Nachricht: Diese Automatik hat Schwächen, und zwar ganz besonders dann, wenn das Surface Book (2) über das Surface Dock einen externen Bildschirm ansteuert.

Mein Setup sieht wiefolgt aus: Das Surface Book 2 hängt am Surface Dock, an dieses wiederum sind zwei 4k-Displays von Dell angeschlossen. Grundsätzlich ist das erst mal kein Problem. Beim Arbeiten fiel mir aber auf, dass es immer wieder zu kleinen Grafik-Lags kam, sowohl innerhalb von Anwendungen als auch beim Verschieben von Fenstern und ähnlichen Dingen. Ein Blick in den Taskmanager, der seit dem Fall Creators Update auch die Auslastung der GPUs anzeigt, offenbarte die Ursache:

Surface Book 2 GPU-Auslastung im Taskmanager

Die Intel HD-Grafik musste alle drei Bildschirme mitsamt der geöffneten Anwendungen (Edge, OneNote, Outlook, Twitter und noch ein paar mehr) „befeuern“, während sich die GTX 1050 einen schlauen Lenz machte. Das ist natürlich alles andere als optimal. Wenn das Surface Book 2 am Dock hängt, muss es ja nicht „sparsam“ sein und die GeForce-Grafik dürfte gerne ein wenig mitarbeiten. An dieser Stelle wäre eine intelligentere Automatik absolut wünschenswert. Ich habe keine anderen Erfahrungen, kann mir aber vorstellen, dass es sich bei ähnlichen Setups mit anderen Notebooks ähnlich verhält.

Glücklicherweise ist das Problem lösbar, wenn auch nur mit manuellem Aufwand. Über die Nvidia-Systemsteuerung, die in der klassischen Systemsteuerung unter „Hardware und Sound“ zu finden ist, lässt sich der primäre Grafik-Adapter umstellen, außerdem kann man Anwendungen gezielt einer Grafikkarte zuweisen. Das ist alles nichts Neues und funktioniert auf jedem Multi-GPU-System, aber wie gesagt – im Normalfall besteht selten bis nie die Notwendigkeit, dort manuell einzugreifen.

Auf dem Surface Book 2 ist die Nvidia-Systemsteuerung sehr übersichtlich, sie hat nur eine einzige Kategorie. In den globalen Einstellungen kann man die automatische Auswahl deaktivieren und stattdessen manuell eine der beiden Grafikkarten als Standard einstellen.

Nvidia-Systemsteuerung Startseite

Darüber hinaus kann man in der Rubrik „Programmeinstellungen“ für jede installierte Anwendung separat festlegen, mit welcher Grafikkarte sie arbeiten soll. Allerdings hat diese Einstellung den Status einer Empfehlung an den Display-Treiber, er kann sich also auch darüber hinweg setzen.

Nvidia-Systemsteuerung Detaileinstellungen

Nachdem ich für einige Anwendungen die Nvidia-Grafik als Standard ausgewählt hatte, waren die beschriebenen Mini-Aussetzer weg und ich konnte flüssig auf allen drei Bildschirmen arbeiten. Die verstärkte Nutzung der Nvidia-Grafik dürfte einen nachteiligen Effekt auf die Akkulaufzeit haben, insofern müsste man die Einstellungen wieder rückgängig machen, bevor man in den Akkubetrieb wechselt.

Für Geräte wie das Surface Book, die sowohl mobile Workstation als auch vollwertiger PC-Ersatz sein wollen und können, muss da auf jeden Fall eine bessere Lösung her, um im stationären Betrieb die verfügbaren Ressourcen voll auszureizen, ohne dass man manuell eingreifen muss. Das ist vermutlich eher ein Windows 10- denn ein Surface-Thema, in jedem Fall aber eine Hausaufgabe für Microsoft.

Über den Autor

Martin Geuß

Martin Geuß

Ich bin Martin Geuß, und wie unschwer zu erkennen ist, fühle ich mich in der Windows-Welt zu Hause. Seit mehr als zwölf Jahren lasse ich die Welt an dem teilhaben, was mir zu Windows und anderen Microsoft-Produkten durch den Kopf geht, und manchmal ist das sogar interessant. Das wichtigste Motto meiner Arbeit lautet: Von mir - für Euch!

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