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Surface Go 4 nicht nur for Business ausprobiert: Das Baby-Surface bleibt erste Wahl

Surface Go 4 nicht nur for Business ausprobiert: Das Baby-Surface bleibt erste Wahl

Das Surface Go geht in die vierte Generation, aber nicht für alle. Mit dem Zusatz “for Business” vermarktet Microsoft das “Baby Surface” nur an Geschäftskunden. Es als Privatmann trotzdem zu bekommen, ist leicht. Ob es sich lohnt? Finden wir es heraus.

Das Surface Go 4 (den Zusatz “for Business” erspare ich euch und mir im weiteren Verlauf) sieht so aus wie das Surface Go 3, welches wiederum so aussah wie das Surface Go 2 und 1. Äußerlich hat sich also erneut rein gar nichts geändert. Das ist nicht weiter schlimm, was will man an einem Tablet auch großartig neu erfinden.

Kritisieren könnte man die zunehmend unmodern wirkenden, dicken Ränder um das Display. Wären die Ränder allerdings bei gleicher Displaygröße schmaler, müsste auch das Type Cover schrumpfen und wäre dann nur noch eingeschränkt produktiv. Ein größeres Display würde den Preis nach oben und die ohnehin schwache Laufzeit weiter nach unten drücken. Insofern ist das kein optisch ansprechender, aber unter dem Strich sinnvoller Kompromiss.

Das platinfarbene Gehäuse besteht weiterhin aus der Magnesium-Legierung VaporMg, ist gewohnt hochwertig verarbeitet und der auf maximal 165 Grad ausfahrbare Klappständer präsentiert sich auch beim Surface Go 4 als “unkaputtbar”. Soll heißen: Er lässt sich über den maximalen Winkel hinaus dehnen und komplett umklappen, ohne dabei Schaden zu nehmen.

Surface Go 4 for Business

Der Zusatz “for Business” bedeutet beim Surface nicht nur, dass es mit der Pro-Version von Windows 10 oder 11 kommt, sondern auch, dass die zweckmäßige Verpackung auf unnötigen Glanz verzichtet.

Was ist neu am Surface Go 4?

Das Basismodell mit 4 GB RAM wurde gestrichen, alle Varianten des Surface Go 4 haben 8 GB RAM und einen Intel N200, es gibt also keinen Pentium Gold und keinen Intel Core i3 mehr.

Bei den Speichergrößen hat man die Wahl zwischen 64, 128 und 256 GB UFS-Speicher.

Ebenfalls neu: Die integrierten Mikrofone unterstützen jetzt Voice Clarity für eine bessere Sprachqualität in Konferenzen.

Überdies wurde die Wartungsfreundlichkeit verbessert. Folgende Komponenten sind beim Surface Go 4 austauschbar:

  • Display
  • Akku und Backcover
  • Klappständer
  • Neigung
  • Hauptplatine
  • microSDXC-Kartenleser
  • Type Cover-Anschluss
  • Frontkamera
  • Kamera Rückseite
  • Windows Hello-Kamera
  • Lautsprecher

Damit kommen wir zum Steckbrief :

Technische Daten des Surface Go 4 Testgeräts

Display 10,5 Zoll PixelSense Display
1.920 x 1.280 Pixel
Seitenverhältnis 3:2
Kontrast 1500:1
10-Punkt-Multitouch
maximale Helligkeit 350 Nits
Unterstützt alle gängigen Surface Stifte
CPU Intel N200 (max 3,7 Ghz)
Grafik Intel UHD Grafik
RAM 8 GB
Speicher 256 GB UFS
Anschlüsse 1xUSB-C 3.1
Surface Connect
3,5mm Klinke
MicroSDXC Kartenleser
Audio 2 W Stereo-Lautsprecher (Dolby)
2 Fernfeld-Studiomikrofone mit Voice Clarity
Drahtlos Wi-Fi 6
Bluetooth 5.1
Webcam 5 MP Webcam
8 MP Kamera rückseitig
Sicherheit TPM 2.0
Windows Hello per Gesichtserkennung
Akku 28 Wh
Betriebssystem Windows 11 Pro oder Windows 10 Pro
Maße 245 x 175 x 8,3mm
Gewicht 521 Gramm
Preis des Testgeräts (UVP) 869 Euro

Das Modell mit 64 GB Speicher kostet 629 Euro, für 128 GB Speicher werden 749 Euro fällig, alle übrigen technischen Daten sind gleich. Die Verdoppelung des Speicherplatzes lässt sich Microsoft also mit jeweils 120 Euro bezahlen.

Viele – ich eingeschlossen – hatten beim Surface Go 4 auf eine ARM-Version gehofft, und auch Microsoft hätte diese sicher gerne jetzt schon veröffentlicht, die neuen Qualcomm-Prozessoren sind aber noch nicht fertig. Mutmaßlich hat Microsoft diese Zwischenversion eingeschoben, weil es zunehmend schwierig wird, die CPUs für das Go 3 einzukaufen.

Performance

Wie die Stammleser wissen, mache ich bei meinen Gerätetests nur selten Benchmarks, sondern beurteile die Leistung nach Gefühl und versuche zu bewerten, ob die gebotene Performance zum angedachten Verwendungszweck passt.

Letzteres kann ich absolut bejahen. Beim Surfen im Internet oder bei der Nutzung von Office, um nur zwei Beispiele zu nennen, ist die Performance völlig in Ordnung und es treten keine merklichen Verzögerungen auf. Als mobiles Arbeitsgerät taugt das Surface Go 4 in jedem Fall, sofern man mit dem kleinen Bildschirm keine Probleme hat.

Das Surface Go 4 hat keinen Lüfter und arbeitet demnach vollkommen geräuschlos.

Akkulaufzeit bleibt ein Problem

Der Grund, warum das Surface Go so dringend eine ARM-Version benötigt, ist die Akkulaufzeit. Sie war bei den ersten drei Generationen nicht gut, das Surface Go 4 führt diese Tradition fort.

Die “bis zu 12,5 Stunden”, die Microsoft verspricht (eineinhalb Stunden länger als die offizielle Angabe beim Surface Go 3) lassen sich in der Praxis nicht einmal annähernd erreichen.

Bei typischer Office-Nutzung bleibt es bei einer effektiven Laufzeit von 5 bis 6 Stunden, unter Last gerne auch deutlich weniger. Das Surface Go 4 ist zwar kein Gerät, an dem man den kompletten Arbeitstag verbringt, trotzdem ist das einfach zu wenig.

Das beigelegte Netzteil lädt das Surface Go 4 mit 24 Watt, alternativ kann auch USB-C zum Aufladen verwendet werden.

Achtung, Copy&Paste: Das Type Cover killt noch immer

Der Grund, warum das Surface Go 4 unter den kleinen Windows Tablets nach wie vor die ungeschlagene Nummer 1 ist, liegt weniger im Gerät selbst als vielmehr im Type Cover. Man muss sich zwar an die kleinere Tastatur zunächst gewöhnen, aber dann ist es schlicht eine Wucht, damit zu schreiben. Druckpunkt, Haptik und Tippgefühl sind schlicht perfekt, es ist alles andere als eine “Hilfs-Tastatur”.

Beim Type Cover gibt es keine neue Generation, folglich kann man beim Umstieg von einem Surface Go 1, 2 oder 3 die Tastatur behalten.

Der vorherige Abschnitt stammt aus meinem Review zum Surface Go 3. Dieser enthielt übrigens einen Link zum Test des Surface Go 2, weil man so viele Dinge nur wiederholen kann. Was es zum Display, dem Sound und allen anderen Eigenschaften zu sagen gibt, die in diesem Artikel nicht angeschnitten werden, könnt Ihr auch dort nachlesen.

Darum springen wir an dieser Stelle direkt zum

Fazit

Ob man ein Gerät wie das Surface Go 4 überhaupt benötigt, ist eine Frage, die jeder für sich selbst beantworten muss. Ich besitze ein iPad Air und würde es nicht gegen ein Surface Go eintauschen, weil es die viel bessere Akkulaufzeit hat und ich es nicht zum Arbeiten benutze, dafür ist mir der Bildschirm zu klein.

Wenn es aber ein kompaktes Windows-Gerät sein soll, führt insbesondere wegen der erstklassigen Tastatur weiterhin kein Weg am Surface Go vorbei. Auch diese Feststellung bleibt über vier Generationen hinweg dieselbe.

Kaufen kann man das Surface Go 4 for Business im Microsoft Store sowie im Einzelhandel, Business-Version hin oder her. Eine Prüfung, ob man wirklich Gewerbekunde ist, findet nirgends statt.

 

Disclaimer: Das hier besprochene Gerät wurde von Microsoft leihweise zur Verfügung gestellt. Eine Einflussnahme auf die Berichterstattung oder eine Verpflichtung zur Veröffentlichung gab es nicht.

Über den Autor

Martin Geuß

Martin Geuß

Ich bin Martin Geuß, und wie unschwer zu erkennen ist, fühle ich mich in der Windows-Welt zu Hause. Seit mehr als 17 Jahren lasse ich die Welt an dem teilhaben, was mir zu Windows und anderen Microsoft-Produkten durch den Kopf geht, und manchmal ist das sogar interessant. Das wichtigste Motto meiner Arbeit lautet: Von mir - für Euch!

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